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Und wo wir schonmal beim Thema Uni sind: Gestern fiel das kostenfreie Erststudium bzw. das Gebührenverbot, da es die Kompetenzen der Länder beschneidet. Was die Kompetenzen der Studierenden beschneidet, ist da jetzt mal nicht so wichtig.

Wie man als Student darauf zu reagieren hat, das weiß die CSU und gibt schonmal Lebenshilfe. Gut, daß es Wirtschaftsminister Thomas Goppel gibt!

Die Betroffenen müssten lediglich "jeden Monat für hundert Euro auf etwas verzichten oder zwei Nachhilfestunden geben".

Das kommt nämlich bei raus, wenn man Politiker mit Fragen des täglichen Lebens konfrontiert. Für hundert Euro im Monat geb ich keine zwei Nachhilfestunden, das bezahlt mir nämlich keiner, sondern zehn. Möchte wissen, wo man fuffzich Euro pro Nachhilfestunde bekommt. Vielleicht weiß Herr Goppel das ja, ich aber leider nicht, sonst würde ich da schon längst arbeiten. Aber Herr Goppel ist ja Wirtschaftsminister, der kennt sich da sicher besser aus als ich. Oder er hat für seine Kinder eine Nachhilfekraft angestellt, die ihn fett über den Tisch zieht.

Wer keine Nachhilfeschüler hat, kann das auch anders angehen. Der verzichtet einfach für hundert Euro pro Monat auf irgendetwas Überflüssiges. Was könnte das denn sein? Vielleicht, wenn ich Telefon, Händi und Internet abschaffe, dann haut das hin. Oder ich reduziere mein Eßverhalten auf eine warme Mahlzeit am Tag und kompensiere den Rest mit Aldi-Müsli. Oder ich übe mich in Toleranz, wenn der H&M-Pullover nur noch aus Knötchen besteht, und verlange das auch von den Leuten, die diesen Anblick auf der Arbeit ertragen müssen. Ich könnte mich von der Krankenversicherung abmelden. Oder keine Bücher mehr kaufen, wozu gibt es schließlich Leihbibliotheken?

Ach, so viele Möglichkeiten. Ein bißchen beneide ich die Leute, die noch Auto und Fernsehen haben, die haben wenigstens was zum drauf verzichten.

Aber es hört ja nicht auf mit 500 Euro im Semester. Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Klaus Zimmermann denkt da schon in ganz anderen Dimensionen:

"Klar ist, dass die 500 Euro pro Semester, die derzeit diskutiert werden, nur ein Einstieg sein können", sagte er dem "Handelsblatt". "Auf die Dauer ist das viel zu wenig, um den Universitäten Anreize zu geben, ihre Studenten als Kunden zu betrachten", sagte Zimmermann. Er rechne damit, dass ein Studiengang an einer durchschnittlichen deutschen Universität in fünf Jahren etwa 2500 Euro pro Semester kosten werde.

Das entspricht nun einer Nachhilfestundenrate von 8,3 Goppelstunden oder 41,6 Normaltarifstunden im Monat. Wo ich die vielen Nachhilfeschüler auftreiben soll, sagt mir natürlich keiner. Und wann ich dann noch die Zeit habe, alle Zusatzfeatures meines Premienstudienganges auszunutzen, auch nicht. Aber wahrscheinlich wollen die sowas wie mich dann auch gar nicht mehr haben an ihren Eliteinstituten, weil sowas wie ich, das will ja eh keine Karriere machen und ist daher nur Ballast für den Steuerzahler.

Ach, hätt ich gehört auf meine Eltern. Wär ich auf die Realschule gegangen und hätt dann höhere Handelsschule gemacht und wär Sekretärin geworden, wie auch meine Vorfahrinnen Sekretärinnen waren. Hätt ich wenigstens nach dem Abi auf meine Eltern gehört und hätt erst mal was Anständiges gelernt. Aber nein.

Gut, daß man solchen familientraditionslosen Subjekten wie mir mal zeigt, wo sie hingehören. Könnt ja sonst jeder kommen und den Papakindern den von vorneherein für sie bestimmten Platz in der Gesellschaft streitig machen.

Dafür darf man sich dann als Kunde fühlen. Na großartig. Wer einmal in einer Kundenbetreuungshotline hing, will nie wieder Kunde sein. Außer Herrn Zimmermann, natürlich, aber der hing vermutlich auch noch nie selbst in einer Kundenbetreuungshotline, weil er Sekretärinnen dafür hat, und hat daher vollkommen falsche Vorstellungen davon, wie es ist, zum Kunden abgestempelt zu werden.

Ehrlich gesagt bin ich ganz froh, die Profs zu haben, die ich habe, und möchte von ihnen auch nicht anders behandelt werden, als sie es eben tun. Weil es in Ordnung ist. Weil ich Studentin bin und die mir was beibringen und wir uns für die gleichen Fachgebiete interessieren und manchmal auch der Prof irrt und der Student recht hat, dann redet man drüber und lacht drüber und am Ende geht man nen Kaffee trinken. Aber das ist jetzt natürlich schwer romantisierend und eigentlich zu gar nichts nutze. Schade eigentlich, daß ich zur letzten Studentengeneration gehöre, die das noch so erleben darf.

[Update] In der News schreibt der Friedmanmichel ebenfalls über Studiengebühren, und das liest sich so:

Bei einer diskutierten Studiengebühr von 500 Euro pro Semester kommen etwa 80 Euro pro Student im Monat zusammen. Das ist fünf Mal ins Kino gehen oder drei Mal Pizzaessen. Die meisten können sich das leisten, warum also sollte man es ihnen ersparen?

DREI MAL Pizzaessen? Das macht 26,60 Euro pro Pizza! Ja, wo zur Hölle kauft der Friedman denn seine Pizzen? Oder läßt der sich von Bärbel ums Haushaltsgeld bescheißen?

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Als hätt ich nicht genug zu tun. Das Referat für Studenguthaben, das die zeitlichen Boni und Mali der Studenten verwaltet, will 500 Euro Bummelantenstrafe von mir. Im März hieß es noch, ich dürfte bis 2006 gebührenfrei studieren, und jetzt das. Was soll denn das bitte?
Natürlich hab ich das mit 2006 auch schriftlich. Hab ich gleich durchgefaxt (ans Telefon gehen die ja aus Prinzip nicht), mit dem freundlichen Hinweis, den internen Fehler doch bitte zu beheben. Antwort gab's keine, dafür rief der studentische Senator meines Vertrauens an. Er wolle der Sache mal auf den Grund gehen und sich umhören, ob das noch mehr Leuten passiert sei.

Ist es. Etwa 500 Studenten erhielten eine Zahlungsaufforderung mit Fristsetzung bis zum 1. September, danach Verlängerungsfrist mit 15 Euro Säumniszuschlag. Ich bin ja dafür, daß die Uni mir mal langsam 15 Euro Bürokratieaufwandszuschlag zurücküberweist.

Dann rief der studentische Senator meines Vertrauens an, der gleich mal eine Presseerklärung rausgeschickt hat. Die taz brauche ein Einzelschicksal, ob ich nicht ... ?
Ach ja, gern, wenn ich irgendeinen kleinen Beitrag gegen dieses verkorkste Gesetz leisten kann - und seis nur ein Imageschaden. Und so hab ich also die verunsischerte Studentin vom Dienst gegeben.

(Und nein, ich bin keine Studentenvertreterin. Ganz abgesehen davon, daß das ja genderneutral "Studierendenvertreterin" heißen müßte. Ganz abgesehen davon, daß sich bis jetzt jeder totgelacht hat, wenn ich die Adresse "Studierendenhaus" durchgegeben habe: "Was, so heißt das jetzt? Stu-die-ren-den?")

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unfassbar.

Wenn der Koch so weiter macht, bekommt Hessen demnächst Strafsanktionen und Handelsembargos wegen ungebührlichen Diktator-wählens.

Falls mich jemand sucht: Ich bin im Widerstand.

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FR: Die Studiengebühren werden wohl zu einer Exmatrikulationswelle führen. Ist es das, was Sie wollten?

Corts: Bei einigen Studenten werden die Gebühren sicher dazu führen, dass sie ihr Studium ohne Examen abschließen. Natürlich ist das eine Niederlage. Aber man muss nicht sein ganzes Heil in diesem Abschluss sehen. Es gibt auch andere hervorragende Lebenswege.

[...]

FR: Was halten Sie davon, wenn sich Universitäten über Eingangsprüfungen ihre Studenten selbst aussuchen?

Corts: Das ist ein Wunsch vieler Hochschulen, aber ich möchte diesen Weg nicht gehen. Ich will allen die Chance geben, ein Studium aufzunehmen und es durchzuziehen. Wir liegen europaweit bei den Absolventen schon jetzt am unteren Ende.

[Quelle]

Wenn ich das mal zusammenfassen darf: Die Zahlungskräftigen dürfen studieren, die Fähigen nicht.
Herr Wissenschaftsminister, ich beuge mein Haupt in Demut und begebe mich direktemang zum nächsten Herd.

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Studierende laden zur "Gebührenfreien Lesung"

Frankfurt, 20.11.2003 - Die Studentische Initiative Kulturzentrum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität veranstaltet am 26.11 in der Stadtteilbibliothek Bockenheim eine Lesung mit den Autorinnnen Nadja Einzmann ("Da kann ich nicht nein sagen") und Ricarda Junge ("Silberfaden"). Beide haben ihre Bücher im S.-Fischer-Verlag veröffentlicht - und beide sind auch als Studentinnen an der Frankfurter Goethe Universität eingeschrieben.

Während Stadt und Land ihre Bildungsetats zusammenkürzen, möchten Frankfurter Studierende ein Zeichen setzen: Bildung und Kultur dürfen nicht einfach nach wirtschaftlichen Maßstäben gegengerechnet werden.
Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf lebendige Einrichtungen wie Bibliotheken und Universitäten; sie spielen eine wichtige Rolle im städtischen Leben.

Die Lesung soll keinen Eintritt kosten, Spenden kommen der schließungsbedrohten Stadtteilbibliothek Bockenheim zugute.

"Gebührenfreie Lesung"
mit Nadja Einzmann und Ricarda Junge
Moderation: Falk Hertfelder

  1. November 2003, 19:30 Uhr
    Stadtteilbibliothek Bockenheim

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'einen hab ich noch'


hi,hi; kleiner Witz!wo geht's denn hier nachKönnen! , vor LACHEN!Übrigens mein Physiklehrer hatte noch den Witz auf Lager:Kunst kommt von Können und nicht von Wollen,sonst würde es Wulscht heißen! heiß, heiß, heiß...Ich wünsch Dir noch einen schönen Tag, Andrea.Bis denne,Hans  ...
[hadephy am 29.01.17 23:39]

For the (holy) sake of Fun! (or: just for Fun)


Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
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American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


And I would conclude with some wisdom of my own, "well": 'Life isn't That complicated!'The most important goal then would be to have an appreciable agenda over the daytime!First a ball ( or what did Ms. Sanchez-Vicario say? :-) )... ...
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Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
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