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Auf halbem Weg zwischen Parma und La Spezia liegt Pontremoli, und da wiederum liegt die Schokoladenfabrik von Andrea Stainer. Toskanische Schokolade hatte ich ja schon einmal getestet, und tatsächlich hat Schokolade dort eine lange Tradition. Seit 1644 ist der Verzehr in Italien belegt, nachdem sie in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Spanien Einzug gehalten hatte. Schuld waren mal wieder die Jesuiten, die einen schwunghaften Kakaohandel betrieben und nicht schlecht daran verdienten. (Wer mehr über die Hintergründe wissen will, kann sich hier bestens festlesen.)

Schon von Anfang an wurde die Schokolade mit Vanille, Limone, Amber oder Jasmin aromatisiert. Und genau darum geht es auch diesmal, um Cioccolato speziato, gewürzte Schokolade. Bei Stainers sind die Gewürzmischungen nach Ländern oder Völkern benannt, neben der China-Schokolade gibt es auch Masai oder Maya. China, das ist Sichuan-Pfeffer und Anis, und pfeffrig riecht der unaufwendig verpackte Riegel auch, wenn man die Plastikhülle aufschneidet.

Der China-Tafel liegt ein 70prozentiger Kakaoanteil zugrunde, der durch die völlig unsüße Würzung jedoch noch dunkler und gehaltvoller wirkt. Die Schokolade ist ähnlich fein wie die von Amedei, das macht wohl die toskanische Nachbarschaft. Fünfzig Gramm enthält die Tafel, die ist allerdings recht dick und grob unterteilt, daher ist eher beißen als brechen die Teilungsmethode der Wahl.

Zur Würzung: Ich weiß, viele mögen keinen Anis. Aber wer befürchtet, von ouzo-artiger Konzentration erschlagen zu werden, liegt ohnehin falsch – hier handelt es sich um vornehme Schokolade in vornehmer Zurückhaltung. Auch der Pfeffer rummst niemals wirklich, sondern gibt dem Geschmack einen sanften Schubs von süß nach herzhaft. Das liegt aber auch an der Dominanz des dunklen Kakaos, fachsimpelte die erfreulich kundige Verkäuferin bei Vianne am Paulsplatz. Es gebe auch eine weiße Schokolade mit ähnlicher Würzung, Eskimo oder Alaska oder so, daran kann ich mich jetzt nicht erinnern, da knallen die Aromen einem richtig entgegen.

Dennoch ist natürlich auch Zucker enthalten, der immer wieder einmal mit der Schokolade zusammen den gewohnten Geschmacksakkord bildet, den man von Schokolade eben gewohnt ist. Und dann kommt wieder der Pfeffer und macht sein Statement klar: Das hier ist keine Süßigkeit! und dann der Anis, ganz klein und vorsichtig guckt er von tief unten heraus und schmeckt ein kleines bißchen nach Weihnachtsplätzchen, vor allem aber wirkt er versöhnlich auf die doch eher ungewöhnliche Geschmackskombination, die man unabgerundet so nicht hätte stehen lassen können.

Insgesamt eine wirklich gute Schokolade des mittleren Preissegments. Vor allem für lange Herbst- und Winterabende ist die Stainer China ganz wunderbar geeignet, ersetzt sie einem doch Kakao, Pfeffernüsse und Anisplätzchen gleichzeitig. Und ist damit trotz des Namens keine exotische Spezialität, sondern erinnert eher an den Geruch von Mutters Backstube in der Adventszeit, an den Duft von Zimt, Piment, Rosenwasser, alles zusammen und gleichzeitig, und zwar so, wie es zwar gerochen, die Plätzchen dann aber nie geschmeckt haben.

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Im Laufe meiner bisherigen Schokotester-Karriere wurde ich immer wieder davon überrascht, welche Unterschiede zwischen Edler Zartbitter-Schokolade und Edler Zartbitter-Schokolade doch liegen können. Eben war da noch die dunkle, herbe Saerve-Schokolade mit einem Aroma wie frisch von der Plantage, dann harrt da eine Tafel Edle Zartbitter-Schokolade mit Pistazie der Confiserie Dengel aus Rottach am Inn des Testens, gekauft allerdings in Eichstätt.

Der Unterschied liegt zuallererst im Preis: Die Dengel-Schokolade kostet ganze 1,60 Euro für die 100-Gramm-Tafel, das dürfte so den unteren Rand des Qualitätsspektrums bilden. Der Kakaogehalt beträgt 60%, auch das ist jetzt nicht wirklich umwerfend viel. Aber gehen wir ohne Vorurteile ans Werk und öffnen die schlichte Plastikverpackung.

Der Geruch ist gar nicht übel, ein bißchen arg vanillig vielleicht. Die Tafel selbst, unspektakulär in vier mal sechs Stückchen aufgeteilt, bricht sich gut und ist in der Form einer handelsüblichen Supermarktschokolade gegossen. Nichts weist hier auf irgendetwas besonderes hin, nichts schreit nach Exklusivität oder Verfeinerung.

Manchmal täuscht der erste Eindruck, manchmal auch nicht. In diesem Fall liegt man genau richtig: WYSIWYG-Schokolade gewissermaßen, also genau das, was Preis und Verpackung ahnen lassen. Besser als Milka-Osterhasen, aber auch Klassen entfernt von der exotischen Schokolade mit umwerfender Geschmacksfülle. Füllig ist hier gar nichts, das ist alles eher ziemlich einheitlich süß und schmeckt genau wie die Schokobrocken, wie man sie in Keksen oder in Eis findet. Eine Schokolade, die so domestiziert ist, daß nichts mehr an ihre überseeische Herkunft erinnert. Sie erinnert eher an ältliche Tanten und ihren zuckrigen Kakao, den sie Kindern servieren, während der Rest der Verwandtschaft herzschonenden Kaffee zur Obsttorte bekommt.

Und genau das macht die Sache auch so unspannend und irgendwie unbefriedigend: Während ich üblicherweise nach zwei, drei Stücken erstmal genug habe, hab ich hier schon während des Testvorgangs zwei Rippen weggefressen. Das ist ziemlich ungewöhnlich für mich und verheißt nichts gutes – es bedeutet vor allem, daß da ein geschmacklicher Mangel herrscht, den ich durch Quantität wettzumachen versuche, was natürlich nicht funktioniert. Man stopft das also in sich hinein und irgendwann ist einem schlecht und genauso sollte es ja eigentlich nicht sein. Man sollte genug haben, bevor einem schlecht wird.

Ein wenig trösten mich allerdings die Pistazien über die enttäuschende Schokolade hinweg. Der Gegensatz zwischen etwas zu süßer Gebrauchsschokolade und herben, ein klein wenig bitteren Pistazien ist nicht ganz ohne Reiz. Ich kann mir sogar vorstellen, daß einem diese Schokolade ganz gut über Magister- oder Diplomarbeiten hinweghelfen kann, aber für Schokoladenesser mit verfeinertem Geschmackssensorium ist sie nicht unbedingt geeignet.

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Die Kaffeerösterei Saerve (immer noch ohne Homepage) aus Eichstätt hat sich bei mir schon mit ihrem großartigen Kaffee "Los Abuelos" beliebt gemacht. Und Kaffeemangel in der Gästewohnung war auch der eigentliche Grund, der mich zur Ingolstädter Saerve-Filiale führte. Glücklicherweise hatten sie noch einen Restbestand meines bevorzugten Kaffees dort, und ich konnte mich fürs erste eindecken. Und ebenso glücklicherweise hatten sie noch ein wenig Schokolade übrig, auch das Restbestände, die über die schokoladenlosen Sommermonate liegengeblieben sind, bevor die Saison im Herbst wieder richtig losgeht.

So entstand ich für um die vier Euro eine Tafel von der Hausmarke: Saerve's Zartbitter-Schokolade (70%) mit gerösteten Kakaosplittern. Unaufwendig verpackt und mit einem simplen Klebetikett versehen sieht sie nicht nach Edelschokolade aus, sondern nach handgemacht in kleiner Auflage. Tatsächlich ist sogar das Haltbarkeitsdatum händisch mit dem Kugelschreiber draufgeschrieben, was so exklusiv ist, daß ich fast erwarte, daß die Tafeln fortlaufend durchnumeriert sind. Das sind sie aber nicht, denn das wäre albern. Und hier geht es schließlich um solide Qualitätsschokolade, nicht um Chichi und Schleifchen.

Der Geruch schon läßt ahnen, was einen erwartet: Sehr kräftiger Kakao. Das ist so eine dieser typischen Kaffeetrinker-Schokoladen, die mit Süßkram für Kinder so überhaupt gar nichts mehr zu tun haben. Zartbitter ist da schon ein bißchen ein Euphemismus. Wenn das nicht hartbitter ist, was dann?

Als ich zur Verköstigung Verkostung schritt, dachte ich als erstes: Schmeckt wie Belgien. Tatsächlich haben gute belgische Schokoladen oft etwas sehr rohes, ursprüngliches, irgendwie rustikal schnörkelloses. Man hat das Gefühl, jede Zutat einzeln zu schmecken. Da ist nichts zu verbergen, da ist kein Geheimnis dabei, das ist, wie es ist, einfach Kakao, sehr guter, sehr kräftiger Kakao und sonst nichts. Ein Blick auf die Packungsrückseite gibt Aufschluß: Da ist Zucker drin (von dem man nichts merkt) und Kakao und natürliche Vanille. Und geschrotete und geröstete Kakaobohnen, die dem ganzen einen netten Knuspereffekt verleihen, sich aber geschmacklich eher bescheiden im Hintergrund halten.

Darüberhinaus erfährt der interessierte Laie, daß die Schokolade von einem Maître Chocolatier Patrick DeClerck nach original belgischem Reinheitsgebot von Hand gefertigt wurde, und zwar ohne Fremdfette. Das funktioniert ungefähr so wie hier beim Bier und ist der Versuch, sich vom massenhaft produzierten Schund abzusetzen, bei dem, laut EU-Verordnung, bis zu fünf Prozent Irgendwas Hauptsache fettig untergemischt werden darf. Nach belgischer Ansicht sollte sich sowas nicht Schokolade nennen dürfen, genauso wie nach deutscher Ansicht Alcopops kein Bier sind. Womit beide ja auch recht haben. Alcopops sind Alcopops und Milka Vollmilch ist Milka Vollmilch. Mit Bier oder Schokolade hat beides eher wenig zu tun.

Im Falle der Saerve-Schokolade funktioniert das jedenfalls bestens, denn die schmeckt genau so, wie belgische Schokolade schmecken soll: Dunkel tropisch, gewürzig bis leicht pfeffrig mit Kaffeeanklängen und einem espressohaften Nachgeschmack. Schokolade ohne Schnickschnack. Knallhartes Zeug, nix für Weicheier.

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Eigentlich kaufe ich nicht so gern beim Zarges, weil die Bedienungen meistens latent genervt sind. Das ist so ziemlich das letzte, was ich beim Torten- und Schokoladenkauf brauche. Das muß schließlich gemütvoll und mit Ruhe vonstatten gehen. Mit spitzenhäubchenhafter Sorgfalt, wie es die Damen bei Opitz im Großen Hirschgraben so vorbildlich beherrschen mit ihren Zangen und Tabletts und weißen Handschuhen, die sie sich überstreifen, wenn die Pralinen aus der Ausziehlade geangelt werden.

Dennoch gibt es Gründe, sich zu Zarges zu begeben: Zum einen wegen der Himbeersorbet-Törtchen, zum anderen des ausgesuchten Schokoladensortimentes wegen. Und so erstehe ich dort eine Tafel aus bestem englischen Hause: Rococo Artisan Bar Lavender, stolze 6,40 Euro für die 70-Gramm-Tafel.

Die Firma Rococo Chocolates, in der Kings Road in London beheimatet, stellt in der Reihe Organic Artisan Bars Schokoladen außergewöhnlicher Geschmacksrichtungen her: Rosmarin, Basilikum-Limone, Meersalz. Die Form der Tafel ist übrigens alt, und auf der sehr hübschen und praktischen (wiederverschließbaren) Verpackung sind Motive eines französischen Schokoladenform-Katalogs aus dem 19. Jahrhundert abgedruckt. Da waren Leute mit viel Liebe zum Detail am Werk. Genauer gesagt eine Dame, die eigentlich Textil-Design studiert hat und 1983 umsattelte und einen Schokoladenladen in Chelsea eröffnete.

Aber packen wir endlich aus: Der Kakaoanteil beträgt 65%, dazu kommen pflanzliche Aromen, in diesem Fall eben Lavendelöl. Man sollte keine Abneigung gegen Blumiges haben, denn der Geruch erinnert erst einmal an Omas Badezimmer. Oder an Omas Wäscheschrank, mit dem guten Leinen mit handgestickten Monogrammen in den Ecken und den Duftsäckchen gegen Motten.

Und ja, der Geschmack ist ungewohnt. Ein wenig seifig, badeschaumhaft. Wer aber offen ist für Abwege, der kann der Kombination aus dunkler, erdiger Schokolade und Blütenessenz durchaus interessante Seiten abgewinnen, zumal der Lavendel nie wirklich parfümiert wirkt, nie aufgesetzt oder übersüßt, sondern vom herben Kakao auf den Boden der Schokoladenhaftigkeit zurückgeholt wird. Neben dem Lavendel-Grundton machen sich auch immer wieder überraschende Einsprengsel von Holunder und Johannisbeeren bemerkbar, die zur Abwechslung fruchtige Süße preisgeben, bis wieder der Kakao die Oberhand gewonnen hat. Und das tut er immer, besonders zum Schluß, wenn auch nicht ganz kompromißlos, denn noch im Nachgeschmack wirkt die Kombination aus Blume und Bohne ausgewogen.

Die Rococo Lavender Schokolade ist sicher nichts für jeden und eher für Fortgeschrittene, aber wer sich darauf einläßt, wird mit einem gut ausbalancierten Gesamteindruck eines spätsommerlichen Nachmittags im Garten belohnt, mit Erde und Kräutern und Blumen und Beeren. Und zwar allem davon.

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Seit kurzer Zeit gibt es einen weiteren neuen Schokoladenladen, geschickterweise direkt gegenüber meinem Arbeitgeber, an der Ecke zum Großen Hirschgraben – das Ecklädchen beim Café Karin. Es gibt außer Kuchen, Torten und Pralinen aus der Herstellung der Schwanheimer Konditorei Opitz auch Trinkschokoladen und natürlich tafelweise Schokolade aller Art.

Nach dem Luxusmodell letztens entscheide ich mich diesmal für etwas einfacheres: eine Tafel Grenada-Schokolade (60 Prozent) aus der Manufaktur Lutum's in Metelen nahe der niederländischen Grenze. Kostenpunkt: 2 Euro 40 für die 50-Gramm-Tafel.

Die verwendeten Bohnen sind Criollo-Bohnen von der Karibikinsel Grenada. Criollo-Bäume sind empfindlicher und die Ernte fällt schwächer aus als beim weiter verbreiteten Forastero, dem normalen Konsumkakao, auch der Geschmack ist weniger intensiv.

Daher ist die Grenada von Lutums trotz ihrer dunklen Farbe und ihres doch einigermaßen hohen Kakaoanteils so überhaupt nicht bitter, fast schon mild. Der Schokoladengeschmack hält sich dezent im Hintergrund und läßt immer wieder gewürzigen Zimtnoten, Holz- und Honignoten den Vortritt. Auch das ist ein Kennzeichen der Criollo-Schokolade, der Geschmack ist fein und komplex und erschlägt einen nicht mit Schokoladigkeit.

Spektakulär ist an dieser Tafel gar nichts, aber wer feineren Tönen eine Chance geben will, bekommt mit der Grenada eine vergleichsweise preisgünstige und gute Tafel geboten.

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