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Carsten Klook befaßt sich in der Zeit mit dem Ergebnis des jüngsten Bachmann-Wettlesens. Bücher müssen nerven! lautet die programmatische Überschrift. Die Siegertexte jedenfalls gehen Klook nicht genug auf den Senkel: Die geglückte, unangestrengte, elegante und kleine Form [...] war es, die gewann.

Das ist natürlich ein ganz neuer Vorwurf, denn bisherige Siegertexte zeichneten sich bislang weniger durch Eleganz als vielmehr durch Behäbigkeit aus. Unangestrengtheit ist auch eine eher neuentdeckte Tugend. Und da bisher immer alle die Erdenschwere der Siegertexte monierten, könnte man doch meinen, alles sei jetzt prima – oder?

Für Klook ist diese neue Entwicklung nun ein Problem: Gute Literatur sollte durch Sprache fühl- und erfahrbar machen, wovon sie erzählt. Und ihre Themen nicht einfach nur mit simplen Worten der Alltagssprache anklicken. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, welche der Texte er meint, schätze aber, daß er den Siegertext von Tilman Rammstedt meint, der ihm zu glatt ist. Mir ist der Text auch zu glatt, ich traue seiner Oberfläche nicht, und das nervt mich ein bißchen, was aber meines Erachtens nicht unbedingt gegen den Text spricht.

Ich glaube aber, Carsten Klook will auf eine andere Weise von einem Text genervt werden. Auf eine Weise, die die Spracharbeit erahnbar macht, eine, die einem eine gewisse Anstrengung vermittelt. Wenn man dem Text die Anstrengung nicht ansieht, heißt das dann, daß der Autor sich nicht angestrengt hat? Heißt das, daß es sich um simple Alltagssprache handelt? Und machen sprachaktobatische Anstrengungen, das Gegenteil von beiläufiger Unangestrengtheit, Textinhalte besser fühlbar?

Klook konstatiert: Dem Narrativen ist die Sprache ausgegangen. Aha. Meiner Meinung nach ist dem Narrativen nicht die Sprache ausgegangen, sondern der Bachmann-Jury die Fähigkeit oder das Vokabular, kompetent über Sprache zu verhandeln und zu urteilen. Denn die Sprache ist ja da, sie kam in den Diskussionen aber nicht zur Sprache. Stattdessen ging es um Haltungen und Einstellungen und spontane Hingezogenheit und nicht näher erklärbare Abneigung. Die großen Linien.

Sprache, oder besser: eine Kritik der literarischen Sprache bedeutet ganz ekliges Kleinklein, fast schon Corinohaftes Stochern in Mikrostrukturen, da muß man sich zum einzelnen Wort hinbemühen und gucken, was das da an dieser Stelle tut. Das ist natürlich wenig kamerafreundlich. Aber wenn man das beiseite läßt, wenn man über die Sprache also gar nicht redet, dann kann man natürlich auch nur ganz schlecht so tun, als sei das, was man da betreibt, irgendeine Form von Literaturkritik. Insofern geht Herr Klook meines Erachtens auf die Falschen los. Denn die Autoren, die haben ja ihre Sprache, es interessiert nur keine alte Sau, und schon gar nicht die, die es eigentlich interessieren müßte.

Bleiben wir bei dem Vorworf der Alltagssprache. Klook nochmal: Auch der Wunsch nach konsequenter Wirklichkeitsnähe der Literatur ist hinterfragbar. Realitätsabbildung – die Forderung danach mutet seltsam an. Als könnte man sich nur so verhalten, aussehen, fühlen und sprechen, wie der potenzielle Leser und Kritiker es schon von sich kennt.

Oder wie er es von bestimmten Milieus erwartet, was ja noch schlimmer ist. Aber zum Realitätsabbildungsvorwurf: Ich glaube ja, daß sich Realität nur ganz schwer sprachlich abbilden läßt, weil es keine Sprachfotografie gibt. Weil man sich nicht einfach hinsetzen kann und abschreiben kann von der Wirklichkeit, sondern immer konstruieren muß. Weil es darauf ankommt, so zu konstruieren, daß es sich richtig anfühlt, was gar nicht so einfach ist und natürlich ein furchtbar schwammiges Kriterium, denn objektiv richtige Abbildung gibt es bei Sprache gar nicht. Man kann das nicht nachprüfen, es gibt keine Meßlatten dafür, ob richtig abgebildet wurde oder nicht. Insofern mutet die Forderung nach Realitätsabbildung in der Tat seltsam an, aber genauso seltsam mutet an, daß einer meint, Realitätsabbildung sei das naheliegendste und simpelste, was man mit Sprache so anfangen kann. Die Anfängerdisziplin quasi, weil man ja sein Hirn beim Wirklichkeitsabschreiben gar nicht groß anstrengen muß. Eine Fehleinschätzung, meine ich.

Jetzt kommt nach dem qualitativen natürlich noch der historische Einwand: Sollten Expressionismus, Dadaismus, Surrealismus, die Versuche von unrunden Lebens- und Literaturformen der späten sechziger und frühen siebziger Jahre nur fürs Museum und die Katz gewesen sein? Sind diese Epochen und deren Sprachentwicklungen an der jungen Gegenwartsliteratur spurlos vorbeigegangen? Wird wieder erzählt wie im 19. Jahrhundert? Nur flotter?

Ja, das 19. Jahrhundert, das ja so schrecklich verklemmt und verquast war, daß es immer wieder gern als abschreckendes Beispiel herhalten muß, das 19. Jahrhundert ist fürs Museum und für die Katz gut, während die Klassische Moderne immer wieder gern bemüht wird als leuchtendes Vorbild. Ja, damals gab es noch richtige Avantgarde, Kinder, nehmt euch mal ein Beispiel.

Warum Franz Müllers Drahtfrühling mehr wert sein soll als Effi Briest muß man mir erst einmal erklären. Ein derartig wertender Umgang mit Kulturgeschichte behangt mir gar nicht. Das alles sind abgeschlossene historische Epochen, die ihr gutes wie ihr fragwürdiges hatten, und auch im 19. Jahrhundert gab es etliches unrundes. Übrigens auch in den heimatromanverdächtigen fünfziger Jahren, die neben dem 19. Jahrhundert als Spießigkeitsepoche par excellence herhalten müssen:

Die Gebrochenheiten und Identitäts-Odysseen von heute sind eben keine runde Sache, die man im Stil einer harmonischen Form abgehandelt wissen möchte. Sind wir wieder in den fünfziger Jahren angekommen?

Lustigerweise hat sich das Fragment als literarische Gattung ja ausgerechnet im bösen, harmonischen, runden 19. Jahrhundert entwickelt, von der Identitäts-Odysse einmal ganz zu schweigen. Aber gut. Ich finde es ganz grundsätzlich bedenklich, literarische Epochen und Verfahren gegeneinander auszuspielen. Der Realismus hat seine Berechtigung, genauso das 19. Jahrhundert und natürlich auch die fünfziger Jahre. Mit ein wenig gutem Willen kann man die fünfziger sogar ziemlich beunruhigend finden in ihrem unbedingten Willen, auf Biegen und Brechen so etwas wie Normalität zu simulieren.

Manchmal nämlich tut die Oberfläche glatter als das, was darunter liegt. Da darf man sich nicht von täuschen lassen. Manchmal erzählt die geglückte, elegante Form von einem gescheiterten, behäbigen Leben. Dann macht genau das den Reiz aus, weil Inhalt und Form sich durchaus widersprechen dürfen, weil Texte über Langeweile nicht langweilig sein müssen. Können, ja, aber nicht müssen. Das ist doch das Schöne an Literatur, daß es da keine formalen Konventionen gbt, daß das jeder Autor für jeden Text wieder neu entscheiden muß. Und jeder Kritiker dann auch nochmal für jeden Text entscheidet, ob es funktioniert hat. Im theoretisch anzunehmenden Idealfall zumindest, in der Praxis wird darüber ja eher nicht geredet.

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Entschuldigung, was für ein Zufall? Humanglobaler Zufall? Und ich dachte immer, Zeitschriften müßten kurz und prägnant heißen und möglichst international, so wie Neon oder Dummy oder so. Wie kann man eine Zeitschrift nun ausgerechnet Humanglobaler Zufall nennen?

Gut, man kann Springer sein und eine halbe Million Euro zuviel haben und einen Wettbewerb veranstalten, wo Zeitschriftenkonzepte auf einer A4-Seite eingereicht werden und das beste bekommt ein Budget und wird echt produziert. Und man kann ein Prakti sein, der für nicht mehr als eine A4-Seite Zeit hat und was einreicht und tatsächlich gewinnt und heraus kommt dann der, ja, Humanglobale Zufall. Wenn sich diese Zeitschrift etabliert, wird man sich auf eine Abkürzung wie HGZ einigen müssen.

Vom Format her sieht das Ganze etwa so aus wie Der Freund, das letzte Springersche Prestigeprojekt. Nur bunter und mit Werbung, aber dafür hat HGZ ein Lesebändchen. Mich kann man mit Lesebändchen ja sofort ködern. Das Lesebändchen wird hier allerding nicht Lesebändchen, sondern roter Faden genannt, das ist also fast schon Konzeptkunst, auf jeden Fall aber schwer konzeptuell das alles. (Liest man das Feuilleton seines Vertrauens, erfährt man auch, daß allein das Einkleben der Lesebändchen per Hand unglaubliche 10 000 Euro gekostet hat.)

Denn der Titel, der sagt, worum es geht: Man fängt bei jemandem an und macht eine Geschichte über den, also, sagen wir mal, ein deutscher Entwicklungshelfer in Ecuador. Der nennt dann einen Freund irgendwo auf der anderen Seite des Globus und man macht eine Geschichte über den und so weiter und hofft, nicht in der Sackgasse einer total langweiligen Existenz ohne Freunde zu landen. Aber gut, bis dahin schon mal nicht schlecht. Es kann ja ziemlich interessant sein, sich nicht von redaktioneller Auswahl leiten zu lassen sondern eben wirklich vom Zufall, sich zu beschränken auf das, was man vorfindet aufgrund der Regeln, die man sich selbst auferlegt hat.

Sechs Reportagen und 200 Fotos enthält das Heft. Was dem Freund die Askese, ist dem HGZ die Bilderflut, und die schwallt auch manchmal über den Text drüber. Mehrseitig drängt sie sich einfach mitten in den Satz. Dann muß man gucken, wo es weitergeht und hat den halben Satz noch im Kopf und blättert und blättert und denkt, Mensch, hätte man das nicht irgendwie auseinandersortieren können? Aber gut, prinzipiell habe ich dagegen nichts einzuwenden, es sind ja wenigstens gute Fotos, wenn auch mitunter etwas zu beliebig für meinen Geschmack. Ich kann da vieles nicht mehr sehen, was moderne Fotografie-Ästhetik angeht, aber vielleicht auch mein Problem.

Etwas zu beliebig sind auch die Texte. Die sind solide runtergeschrieben, aber leider nichts besonderes, alles ein bißchen arg konventionell, zu musterschülerhaft, da hat man doch schon viel, viel besseres gelesen. Die Fotografen werden auch alle groß erwähnt, mit Bild, aber die Schreiber stehen nur so verschämt namentlich unterm Text. Ja, aber so geht das doch nicht! Interessieren die sich einfach nicht dafür? Sehen die das Potential nicht?

Ein bißchen aus der Bahn werfen mich die Bits and Pieces des Magazinteils, der da vorne und hinten auf rosa Papier an die Zeitschrift drangeklatscht ist. Warum, wozu? Um sich an herkömmliche Lesegewohnheiten anzubiedern? Das Heft wäre viel schöner und konsequenter, wenn es nur aus den sechs großen Reportagen bestünde. Denn die werfen ohnehin genug Kleinkram und Seitengeschichtchen ab, die nicht in den Fließtext passen und daher konsequenterweise in Seitenspalten untergebracht werden.

Dann zur Optik. Das Layout hat Mirko Borsche entwickelt, der auch schon Neon und das SZ-Magazin mitentwickelt hat. Für HGZ wurde das Null-Layout von Neon ein wenig aufgestylt, so mit Linien, die Verbindungen symbolisieren sollen und Avatarbildchen von den wichtigsten Personen zwischen den beiden Textspalten, damit man sieht, wer wer ist, aber nur ganz klein. Ansonsten sind die Fotos ziemlich poppig über die Seiten geklotzt und manchmal auch gekleckert, wenn die über Eck sich noch so klein links oben reindrängen. Gut, das ist jetzt natürlich gegen die Sehgewohnheiten gebürstet, aber ich bin mir nicht sicher, wie übel das manchen Fotos mitspielt, die man dann doch gerne etwas besser, sprich: größer als vier mal vier Zentimeter, betrachtet hätte.

Vielleicht war ich aber auch nur vom Titel geblendet, der macht auf Volledel mit gestanzten Goldlettern und einem runden Guckloch durchs Schwarze auf eine bizarre Szenerie mit Kettenkarussell. Wirklich schön. Die Geschichte des Fotos erfährt man dann ganz hinten in der Rubrik "Das Ende vom Anfang". Die Geschichte der Zeitung kenne ich jetzt auch und die Geschichte der Leute darin. Jetzt üben wir das mit dem Geschichtenerzählen nochmal, bevor Heft Nummer 2 herauskommt.

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Ich kann mich an Zeiten erinnern, da galt Hellmuth Karasek als durchaus etablierter Literaturkritiker. Er bildete ein Viertel des Literarischen Quartetts und schrieb Kritiken für das Feuilleton der Zeit, des Spiegels und der Welt. Man möchte meinen, daß ein wenig Sachverstand dazugehört, es so weit zu bringen. Umso erstaunter war ich, als ich diesen Blurb las: Erfrischende Formulierungskunst mit hinreißend komischen Passagen attestierte Karasek dem Werk mit den vielen Herzchen auf dem Umschlag.

Ich habe das Werk dann gelesen und fand es weder erfrischend noch hinreißend, nicht sonderlich komisch, jedenfalls nicht freiwillig, und um Formulierungskunst handelt es sich auch nicht, da bin ich mir ziemlich sicher. Nur Passagen enthält es in der Tat. Die meisten davon grauenhaft abgeschmackt, die Sprache krampfig originell. Man kann es an jeder beliebigen Stelle aufschlagen, sich gegenseitig vorlesen, laut lachen und einen langweiligen Abend damit retten. Was ja auch irgendwie eine Qualität ist, aber keine intendierte.

Sophie, ihre Freundin, hatte Lissie zum Geburtstag im Mai einen Strauß Blumen, zweiunddreißig Lümmel-Kerzen (das Stück immerhin ein Euro fünfzig) und eine Kuchenform in Adonisgestalt auf den Redaktionsschreibtisch gepackt: "Da, Bellissima, damit du dir deinen Schnuckelprinzen endlich backen kannst. Heppi-Peppi-Börsdeh!"

Lissie Lensen, die Protagonistin des Grauens, arbeitet zusammen mit Lümmelkerzen-Sophie bei einer Frauenzeitschrift der schlimmeren Art, hat die gängigen Geschlechterklischees ebenso wie die Autorin schon ganz gut verinnerlicht und sucht einen Kerl. Auf einer Dessous-Party hat sie auch schon einen ausgemacht, aber oweh:

Tatsächlich war Gregor Jordan in Begleitung einer wunderschönen Frau, aber untatsächlich sah er kein bisschen so aus, als ob er die Trulla gleich wegschubsen würde: Die rechte Hand an Tamaras schmaler Taille, seine Lippen viel zu nah an ihrer niedlichen kleinen Ohrmuschel, war er völlig ins Gespräch vertieft [...].

Das mit der Trulla macht aber nichts, denn etwas später auf der Party trifft sie Paul Joost Ingwersen, reicher, gutaussehender und redegewandter Reeder mit echten Knopflöchern im Anzug (Hat das Sex? Wow, das hat Sex!), der sie gleich mit nach Hause nimmt –

Aber mit dem Instinkt des Großstadtweibchens, das nach sechs Jahren immer noch nicht wusste, auf welcher Seite des Autos der Tankdeckel war und selbst auf gerader Strecke falsch abbog, aber niemals vergessen würde, wo sich ihre Handtasche mit so lebenswichtigen Dingen wie Puder und Rouge befand, piepste jetzt Lissies Kopf-Navigationssystem "Achtung, Achtung! Garderobe! Bitte rechts abbiegen!"

und mit ihr eine Nacht besoffener Leidenschaft verbringt.

Das seelenlose Hupen und Rauschen der Großstadt drang von unten hoch. – Und auf einmal fühlte sie sich klein, entblößt, linkisch, verloren, hatte Sehnsucht, diesem Mann die Arme um den Hals zu schlingen und ihn zu küssen.

Doch am nächsten Morgen ist der Katzenjammer groß:

"Ich hab halt Scheiße gebaut!", würgte sie hervor, während die Tränen anfingen, über ihre Wangen zu kullern. "Ich hab mich auf dieser Scheißparty in einen … Typen verknallt. Einfach so, ohne Vorwarnung. Peng." Sie schluchzte und wischte sich die Tränen von den Wangen. Einen Augenblick lang konnte sie nicht weitersprechen. Sie spürte, wie ihr Sophie die Hand auf die Schulter legte. "Es war total schön. Mir sind alle Sicherungen rausgeknallt."

Leider hat der reiche, gutaussehende Reeder eine Verlobte, die Immobilienmaklerin Jaqueline Reifenstein, eine schöne, aber sehr kaltherzige Frau, weshalb er Lissie zunächst abserviert, dann jedoch nicht aufhören kann, an sie zu denken.

Und dann dieses verrückte Mädchen an seinem Tisch. Er hatte sich zu ihr hingezogen gefühlt in der Sekunde, in der sie sich setzte. Das wollte er gar nicht abstreiten. War es ihre tollpatschige Art? Die unfrisierte Art zu reden? War er in einem Lebensabschitt angekommen, wo er nach Austern und Kaviar für einen Abend Bockwurst brauchte?

Doch oh Schreck, die Bockwurst ist schwanger. Beide zieren sich noch ein bißchen und es gibt ein paar Verwicklungen, aber natürlich kriegen sie sich am Ende.

"Ich glaub, ich bin ganz doll verliebt."

sagt Lissie zu Sophie, und nach einer Krise sieht auch Paul ein, daß er ohne seinen schwangeren One-Night-Stand nicht mehr leben kann:

Mit Tränen hatte er's eigentlich nicht so. Aber irgendwie wollten Paul Ingwersen die Augen heute Abend nicht gehorchen. Er lauschte dem alten Elvis-Song im Autoradio, beobachtete den voll beladenen Tanker, der sich, gezogen von zwei Schleppern, die dunkle Elbe hochschob. Umfasste das Lenkrad mit beiden Händen. Ließ die Stirn gegen das kühle Leder sinken. Stellte fest, dass er noch nicht mal angeschnallt war und dass es ihm auch egal war. Und weinte.

Neben Paul und einem Kind bekommt Lissi außerdem eine Festanstellung bei ihrem Trashmagazin, um auf immer und ewig die Badewannenbeichten abgehalfterter Modemacherinnen entgegenzunehmen. Und überhaupt alles. Nur die kaltherzige Jaqueline wird mit Auto und Bargeld abgespeist.

Wirklich schlimm ist, daß neben der Erzählebene eine zweite eingefügt ist, die in infantilen Kritzelbuchstaben die Gedanken von Lissie wiedergibt. Lissie denkt Sachen wie

Wenn ich's mir recht überlege, vielleicht ist es auch ganz gut, wenn ich nichts dabeihabe. Sophie hat an aktuellen Bildern eh nur Ursula Andress, Ivana Trump und Jerry Hall zutage gefördert. Und, ach ja, Heidi Klum und Seal im Partnerlook beim Weihnachtsurlaub auf den Seychellen vor sechs Monaten. Das gibt den Mega-Anschiss.

oder

Oah, bibber, ist das kalt! … nein, bimmel dich tot. Ist mir scheißegal.

Diese Frau soll zweiunddreißig sein und hat die sittliche Reife einer Achtjährigen. Dauernd kullert und plumpst und bimmelt es überall um sie herum, daß es nur so kracht. Wenn sie dann am Ende den reichen Reeder dingfest macht, möchte man ihn furchtbar gerne warnen, daß er nach der kalten Jaqueline nicht ins andere Extrem kippen soll und es sich besser nochmal überlegt, ob Lissie mit ihrem Diddlmaus-Adreßbuch wirklich die Richtige für ihn ist.

Aber genau das findet er dann süß und vermutlich will mir die Autorin damit verkaufen, daß ich mir keine Sorgen machen muß um meine kleinen Fehlerchen, weil Männer das toll finden und ich doch noch einen abkriege, solange ich ein gutes Herz hab. Und irgendwann wird auch meine unbarmherzige Chefin noch erkennen, daß ich mir ganz dolle Mühe gebe und mir eine Festanstellung anbieten, obwohl ich ihr sage, daß ich schwanger bin. Wovon träumt die eigentlich nachts?

Das Ganze dauert auch noch 413 unbarmherzige Seiten. Jetzt fragt man sich natürlich, warum erscheint sowas nicht als Cora-Heftchen, sondern als Hardcover im Diana-Verlag für ehemals 19,95 Euro mit der Lobhudelei eines gestandenen Literaturkritikers hintendrauf? Weil die Autorin Dr. Katja Kessler heißt. Und wer könnte der Gattin des Bild-Chefredakteurs schon einen Wunsch abschlagen?

Die Leser. Die wollen den Dreck einfach nicht lesen. Deshalb stapelt sich das auf den Ramschtischen der Nation und sammelt Ein-Punkt-Bewertungen bei Amazon. Und alles ist wieder in Ordnung im Universum.

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Okay, ich gebe zu, mich dem Hype gebeugt zu haben. Es gibt ja nur ganz selten richtige Literaturhypes, also nicht bloß Skandälchen um Nazizeugs oder sich gegenseitig beschimpfende alte Leute, sondern Hypes, und der um Charlotte Roches Feuchtgebiete ist ja wohl einer. Das merkt man daran, wenn man zum dritten Mal in den Buchladen kommt und schon wieder ist alles wegverkauft.

Der Hype, soviel ich weiß, besteht darin, daß eine bei Fotzenrockern hippen jungen Großstadtmenschen beliebte TV-Ansagerin mit tolerablem Aussehen und tolerablem Musikgeschmack ein Buch geschrieben hat, und zwar richtig selbst geschrieben und zwar einen Roman über weibliche Geschlechts- und sonstige Körperteile und ihre mit Flüssigkeitsauswurf verbundenen Funktionen. Das kann man schonmal interessant finden, denke ich und lese das.

Und lese das und lese das und finde es irgendwann nicht mehr so wahnsinnig interessant. Eine Menge der im Buch beschriebenen Phänomene des Flüssigkeitsauswurfs kenne ich ja auch von mir selber, aber ich bin bei weitem nicht so fasziniert davon wie die Protagonistin. Bei der hat sich der oft beklagte grassierende Hygienewahn und die Entfremdung von den eigenen Körperfunktionen umgedreht zu einem Schmuddelwahn und einer manischen Beschäftigung mit den eigenen Säften und Bröckchen und Sekreten, daß es auch schon wieder hinreichend unerfreulich ist.

Nun ist es ja leider so, daß Frau Roche nicht einfach nur ein Buch geschrieben hat, nein, sie hat eine Mission. Sie sitzt in Talkshows und gibt lauter Interviews, in denen sie etwas mitteilen will. Es ist ein bißchen schwierig, das Buch von dem vielen Gerede darüber zu trennen, das trübt vielleicht auch das literarische Urteil und vielleicht nimmt man dann auch nicht mehr das Buch selbst wahr, sondern das, was man wahrnehmen soll. Aber gut, man kann ja mal anhören, was die Autorin so zu sagen hat:

Es hatte erst ein Sachbuch werden sollen: Charlotte Roche empfiehlt Frauen, wie sie mit ihrem Körper umzugehen haben. Das kam mir dann aber zu plump vor. Eine Romanfigur war schon deshalb besser, weil sie sich grotesker aufführen kann als die Privatperson Charlotte Roche.

Vor allem, möchte ich einwenden, bleibt die Privatperson dann erst einmal unberührt. Aber gut, wir haben es also mit einem Roman zu tun, der deshalb ein Roman ist, weil die Autorin da eher die Sau rauslassen kann. Zuerst aber war da das Thema, die These. Und die These ist folgende:

Ich kann diesen ganzen Reinlichkeitswahn nicht nachvollziehen. Man ist so entfremdet, dass man Parfüm als gut riechend empfindet und Schweiß als stinkend.

Ich kann ja ehrlich gesagt diesen ganzen Entfremdungswahn nicht nachvollziehen. Diese Vorstellung, die Moderne sei eine Zeit, in der man sich von einem gesunden Umgang mit Tod, Verderben, Körperlichkeit und wasweißich entfernt habe, kommt mir reichlich romantisch vor. Da muß man sich ja eine Zeit denken, so eine Art goldenes Zeitalter, in der die Menschen in schönstem Einklang mit sich und ihren Exkrementen über die Wiesen gehüpft sind und ganz natürlich umgegangen sind mit den düsteren und schleimigen Ecken ihres Daseins.

Ich bin mir nicht sicher, ob es das in den letzten fünftausend Jahren gegeben hat. Ich glaube, wenn die Menschen die Wahl gehabt hätten, dann hätten sie dreimal täglich in Eselsmilch gebadet und sich mit Rosenwasser überschüttet. Die meisten Völker haben früher oder später eine Bade- und Kosmetikkultur entwickelt, weil Reinlichkeit ja auch ein Statussymbol ist. Und weil Kultur immer Entfremdung vom vermeintlich Natürlichen bedeutet.

Es ist unnatürlich, Auto oder Zug zu fahren, in Häusern zu wohnen und in Betten zu schlafen. Es ist unnatürlich, Pizza zu essen und Elektropunk zu hören und die Schriftkultur ist natürlich auch unnatürlich, weil da die ganze orale Tradition bei verloren geht, die dem Menschen ja viel näher ist als das stille Lesen von Buchstaben, das uns zu autistischen, vereinzelten Rezeptoren gemacht hat statt wie früher das Geschichtenerzählen die Menschen am Feuer zu verbinden. Muß man das jetzt auch alles anprangern?

Ich will damit zeigen, dass diese Idee, Gerüche müsse man immer wegmachen, schlecht ist. Es gibt Körperteile, die müssen riechen und Schleim haben und der Kampf dagegen ist falsch.

Und es gibt Menschen, die halten ihren Körpergeruch auch aus Rücksicht auf andere Mitmenschen, in der S-Bahn beispielsweise, so dezent zurück, daß man ihn erst dann riecht, wenn man mit der Nase drauf gestoßen wird, und zwar wörtlich. Ich glaube, es ist durchaus angebracht, sich regelmäßig zu duschen und die Kleidung zu wechseln, gerade dann, wenn man eng mit anderen zusammenlebt. Das ist eine Frage der Höflichkeit. Denn mindestens genauso tabubesetzt wie Körpergerüche selbst ist das Hinweisen anderer Menschen auf deren Geruch. Wem fällt es schon leicht, seinen Büronachbarn auf die Existenz von Dusch- und Waschmöglichkeiten aufmerksam machen zu müssen? Und wer hört sich das schon gerne an? Diese Peinlichkeit sollte man möglichst beiden Seiten ersparen.

Was man dann zu Hause auslebt, hat damit nichts zu tun. Denn die Moderne bringt es nun einmal auch mit sich, zwischen öffentlicher und privater Sphäre zu trennen. Diese Trennung versucht Roche, im Buch wie auch in Interviews zu nivellieren und als unnatürlich anzuprangern:

Als Menschen sind wir ursprünglich darauf angelegt, im Geruch des anderen den potentiellen Sexualpartner zu suchen und zu erkennen. Indem wir uns künstlich parfümieren, nehmen wir uns eine Quelle der Lust. Ich möchte das Geschlechtsteil des Mannes durch seine Hose hindurch riechen.

Ja, aber doch nicht das Geschlechtsteil des Sitznachbarn im Bus! Die Protgonistin des Buches, Helen, geht vor allem deshalb so auf die Nerven, weil sie nicht nur sich selbst, sondern auch anderen Menschen ständig ungefragt ihre Körperausscheidungen zumutet. Das mag bei einem jungen hübschen Ding auch noch irgendwie durchgehen, aber was, wenn Helen erst einmal fünfzig ist? Schmiert sie sich dann immer noch mit ihren Vaginalsekreten voll? Ich wage ja zu behaupten, daß das Buch vor allem deshalb viele so fasziniert, weil es mit einer jungen, gutaussehenden Heldin und einer jungen, gutaussehenden Autorin gesegnet ist. Alles andere würde wirklich verstören, und das wollen wir ja nicht.

Aber weg von der Hygiene, hin zur Heldin und ihren Motivationen. Warum verteilt Helen blutige Tampons im Fahrstuhl und läßt sich von wildfremden Typen intimrasieren? Weil sie ein Scheidungskind ist und Liebe mit wahlloser Sexualität verwechselt. Außerdem ist sie traumatisiert, weil ihre Mutter sich und den kleinen Bruder umzubringen versucht hat und Helen beide in letzter Minute retten konnte, darüber aber nie geredet wurde. So einfach ist das, leider.

Die Lebensaspekte im Buch, die nichts mit dem eigenen Körper zu tun haben, kommen dabei ziemlich kurz. So kurz, daß sich mir da ein Glaubwürdigkeitsproblem aufdrängt. Die rettende Liebe zu Pfleger Robin etwa, der Helen am Ende des Buches einfach mit nach Hause nimmt und damit vor ihrer schrecklichen, sprachlosen Restfamilie schützt. Woraus diese wiederum besteht, wird nicht besonders deutlich, denn die Eltern, wenn ich das richtig verstanden habe, haben nach der Scheidung durchaus wieder Partner gefunden. Erwähnt werden diese allerdings nicht näher, überhaupt werden den Eltern eigentlich kaum eigene körperliche Bedürfnisse zugestanden. Die stehen so als Neutren herum mit der alleinigen Aufgabe, sich um das Kind kümmern zu müssen. Erst gegen Ende des Buches versteht Helen, daß sie ihre Eltern nicht ändern kann – na immerhin das. Und auch so ein bißchen, daß Menschen eigene Leben haben.

Das macht mich langsam wahnsinnig. Ich bin hier eingesperrt, und die kommen und gehen alle, wann sie wollen. Und machen da draußen bestimmt auch noch Sachen, von denen ich nichts weiß. Ich würde gerne mitmachen, denke ich kurz. Aber Quatsch. Da draußen sind wir als Familie noch weiter auseinandergerissen, jeder für sich. Weil ich hier mit meinem Arsch ans Bett gefesselt bin, kreuzen sich die Wege meiner Verwandten ab und zu mit meinem.

Dann bastelt sie noch so gestaltungstherapeutisch ihre Traumasituation nach und geht einem neuen Leben in den Armen ihres Krankenpflegers entgegen. Und da verläßt es mich. Nicht, weil Helen offenbar ein selbstbezogenes, regressives und einigermaßen gestörtes Wesen ist, das sich dauernd vor lauter Unsicherheit an irgendwelche Leute klammert. Das darf sie ja, sie ist ja eine Romanfigur. Sondern, weil die Autorin den Ausdruck dessen, diese Pipikaka-Manie ihrer Protagonistin, mir als die eigentlich viel gesündere Lebenseinstellung verkaufen will. Da wünsche ich mir, sie hätte die Klappe gehalten und nicht dauernd in irgendwelchen Interviews erklärt, wie ich das Buch zu verstehen habe. Und ihre eigene Mission mal zurückgehalten zugunsten ihrer Geschichte, die auch ganz gut ohne den antihygienischen Privatfeldzug der Frau Roche zurechtkommt.

Viel verstörender als all die Körpersäfte ist übrigens der erste kurze Abschnitt des Buches, der viel verspricht, was dann nicht so richtig eingelöst wird. Diesen ersten Absatz sollte man kennen:

Ich halte sehr viel von der Altenpflege im Kreise der Familie. Als Scheidungskind wünsche ich mir wie fast alle Scheidungskinder meine Eltern wieder zusammen. Wenn sie pflegebedürftig werden, muss ich nur ihre neuen Partner ins Altersheim stecken, dann pflege ich meine geschiedenen Eltern zu Hause, wo ich sie in ein und dasselbe Ehebett reinlege, bis sie sterben. Das ist für mich die größte Vorstellung von Glück. Irgendwann, ich muss nur geduldig warten, liegt es in meiner Hand.

Das ist so wunderbar trostlos, daß es über den Ratschlag an junge Mädchen, sich doch auch mal schlecht riechen zu trauen, weit hinausgeht. Vermutlich läßt sich das Buch, das daraus hätte werden können, aber nicht so gut in Talkshows verkaufen.

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Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt’s im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen!
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.

Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:

Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürd’ger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,

Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!

(Ostern 1808 – 2008: 200 Jahre Faust)

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[hadephy am 29.01.17 23:39]

For the (holy) sake of Fun! (or: just for Fun)


Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
[hadephy am 01.01.17 20:24]

American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


And I would conclude with some wisdom of my own, "well": 'Life isn't That complicated!'The most important goal then would be to have an appreciable agenda over the daytime!First a ball ( or what did Ms. Sanchez-Vicario say? :-) )... ...
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Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
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