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Am Buchmessedonnerstag-Morgen erstmal zu einer Veranstaltung mit dem schönen Wort eKundenbindung im Titel. Da soll erörtert werden, wie man mit Blogs & Co näher an den Leser rankommt. Die Keynote, so nennen die das, hält Jennifer Nikodem von Lovelybooks. Naja, sie stellt halt ihre tolle Firma vor und zeigt dazu lauter bunte Powerpointfolien. Sowas darf sich dann Keynote nennen.

Das Prinzip Lovelybooks funktioniert so wie andere Communities, immer wieder fällt der Begriff StudiVZ, mit denen die auch zusammenarbeiten. Was mich alles schonmal eher abschreckt. Nur halt scheinbar nicht mit User- und Partyfotos, sondern eher mit: Ich find Fäntäsi total klasse, Du findest Fäntäsi auch total klasse, komm lass uns gruscheln oder so. Bei Lovelybooks drückt man das natürlich vornehmer aus: Zeig mir Dein Buchregal, und ich sag Dir, wer du bist. Warum hab ich nur das Gefühl, daß die meisten Menschen das von mir eher nicht hören wollen?

Nun gut, angeblich machen das schon Tausende, Bücher taggen und rezensieren, was die halt so rezensieren nennen, und dadurch Freunde finden, mit denen man sich wirklich versteht und Bücher finden, die wirklich zu einem passen und kommunizieren und nicht mit seiem Lesestoff allein sein.

Ersteres ist ja ganz nett, aber ich finde meine Freunde schon alleine, danke. Zweiters finde ich eher weniger erstrebensert, den ich lese Bücher auch, weil ich gerade nicht zu ihnen passe und sie nicht zu mir, das nennt man Reibungsenergie. Und mit meinem Lesestoff will ich nun wirklich definitiv allein sein. Wär ja noch schöner, wenn da dauernd jemand reinquatscht. Ich kann ja hinterher was im Blog darüber schreiben, wenn ich will, aber oft will ich einfach nicht. Schon gar nicht, bevor ich nicht länger darüber nachgedacht habe.

Dann eine neue Powerpoint-Folie, und zwei Autoren, die ich nicht kenne (Felix Bernhard und Mark Petzold) tun etwas, was man wohl committen nennt. Weil nämlich tollerweise auch echte Autoren in der Community drin sind, mit denen man über ihre Bücher reden kann. Da gibt es sogenannte Autorendiskussionsgruppen zu einzelnen Autoren, und die machen da mitunter echt selbst mit. Man kann sie Sachen fragen. Ist das nicht toll? Und tolle Widgets gibt es auch, die kann man in sein Blog tun und bald auch auf seine Myspace-Seite. Die veranstalten da ganz tolle Sachen, sagt Frau Nikodem wieder, und es sei eine echt tolle Athmosphäre in der Community.

Alles so schön bunt hier und alle haben sich lieb.

Hinterher gibt es noch eine Diskussion, da kommen noch Klaus Eck und Franziska Bluhm von Opinio (RP Online) und Mirza Hayit von einem Wssenschaftsverlag dazu. Herr Hayit scheint mir der bodenständigste in der Runde: Das ist total anstrengend, seufzt er, man müsse das ja alles pflegen. Lovelybooks hingegen hat einen Prakti-Anteil von 50% und Holtzbrinck im Rücken, da geht das natürlich alles ganz toll.

Ich will dann noch von der Opinio-Dame wissen, inwieweit da redigiert wird, wenn die tollen Opinio-Autoren ihre tollen Bilder und Texte rüberschicken, die dann ja auch teilweise in der Printausgabe landen. Ich meine, ich redigier ja den halben Tag an Texten herum, und die meisten Photos sind nicht brauchbar. Auch von Leuten, die seit einem Jahr nichts anderes machen, als für die Zeitung zu berichten. Bei Opinio würde ein bißchen gekürzt und es werden die Rechtschreibfehler rausgenommen, sagt Frau Bluhm. Ich bin mir nicht sicher, ob ich solche Artikel lesen will.

Ich will überhaupt Kunde sein, ohne mich festbinden zu lassen. Ich will mich nicht committen. Ich will nicht mit Autoren reden, deren Bücher ich lese, jedenfalls nicht über ihre Bücher, oder nur sehr selten. Mit Frau Zeh würde ich zum Beispiel über ihr Frisurproblem reden wollen und mit Frau Hacker vielleicht über Espressomaschinen. Und die Autoren, die mich wirklich interessieren, nutzen ihre Zeit, um Bücher zu schreiben und nicht, um in irgendwelchen Communities herumzugruscheln.

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Als ich mich später wieder in die Stadt begab, hatte sich die Signalstörung zu einer Großstörung ausgeweitet. Ich hatte ja erst überlegt, mit dem Fahrrad zu fahren, dann überlegt, das Taxi zu nehmen und mich schließlich einigermaßen mutlos an den Bahnsteig gestellt. Da kam dann keine fünfzehn Minuten später eine S-Bahn, die mich zwecks Rowohlt-Party in die Innenstadt transportierte. Ich war auf die Minute pünktlich.

Die Rowohlt-Party war innen luftig und rauchfrei, draußen luftig und trotzdem nicht verqualmt. Es trug natürlich enorm zum Wohlbefinden der Gäste bei, daß es nicht sonderlich kalt war. So konnte man neben dem üblichen Rundendrehen um die ovale Bar in der Mitte auch noch zwischen innen und außen wechseln, wofür man an der Tür erstmals abgestempelt wurde.

Drinnen war es fast gar nicht eng, vor der Bar hätte man stellenweise Walzer tanzen können. Nur um den Eingang herum kam es mitunter zu unfreiwilligem Körperkontakt. Ich zum Beispiel mit meiner ehemaligen Dozentin, die mir im letzten Semester Kulturmanagement beibringen sollte.
Ich grüße freundlich.
Sie: "Ich weiß jetzt gerade gar nicht, wo ich sie hinstecken soll."
Ich: "Ich war eine Studentin von Ihnen."
Sie: "Ja, aber welches Semester?"
Ich: "Das letzte."
Nunja, in meinem Zeugnis steht zwar etwas von reger Beteiligung, aber ich bin ja so klein und schüchtern, daß man mich schonmal übersehen kann. Zumal nach drei Monaten.

Da hat es mich fast gar nicht mehr gestört, daß ein Freund, der ebenfalls auf der Party war, irgendwann später kam und meinte, er habe mich ja ganz vergessen. Ja, man kann mich schon auch mal vergessen.

Vielleicht lag es daran, daß ich am Ende zuviel Wein trank und mich irgendwie um Kopf und Kragen redete. Vielleicht war es aber auch der wenig erbauliche Anblick von Matthias Matussek, der einer Blondine mit Dekolleté erklärte, sie sei die ssscchhönste Frau hier. Bei der nächsten Runde hatte er dann eine Brünette im Arm. Keine Ahnung, was er der erklärte. Irgendwie war er auch dauernd von Damen umringt.

Auf dem Heimweg erwischte ich einen Taxifahrer, der ein lautstarkes und sehr emotionales Plädoyer für den Lokführerstreik hielt: Ist Scheißjob! So viele Selbstmörder! Wir fahren viel Lokführer, weil Bahn zahlt Taxi. Eine mir gesagt, hat schon fünf Selbstmörder. Und verdienen nix. Tausendfünfhundert. Jetzt zehn Prozent. Was sind zehn Prozent? Sollen kriegen dreißig. Für Scheißjob.

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Premieren gibt es immer wieder, auch im 16. Jahr Buchmesse. Dieses Jahr kommt erstmals ein Presseausweis meinerseits zum Einsatz, den die Akkrediteuse (oder Akkrediteurin?) eines kurzen Blickes würdigt und mir sofort eine Pressekarte rüberschiebt. Da bloggt man sich jahrelang die Finger wund und es nutzt nix, aber sobald man fürs Lokalblättchen schreibt, ist alles kein Problem mehr.

Der erste Promi ist immer ein Politiker.
"Herr Fischer, ein Foto bitte!", und Joschka bleibt stehen, laechelt geduldig, waehrend die Menge um ihn herum weiterstroemt durch den Rowohlt-Stand, das Haendi gibt artifizielles Verschlussklacken von sich und ich sehe das pixelige Bild auf dem kleinen Display.

Bei Schoeffling sitzt Juli Zeh. Ich versuche gerade, ein Buch von ihr zu Ende zu lesen, daher bin ich gerade persoenlich ein bisschen stinkig auf sie. Frau Zeh sagt, sie wolle Suspense in ihren Buechern und die Leser nicht ausschliessen, weil sie selbst gerne Buecher lese, ueber die man alles vergessen kann. Ich gucke unauffaellig, Burkhard Spinnen, der daneben sitzt, guckt schon auffaelliger. Ich blaettere in Margit Schreiner herum. Da steht, dass alle Schriftsteller immer so produktiv seien und so selbstbewusst mit dem was sie machen, nur Margit Schreiners Erzaehler-Ich nicht. Ich muss weg von Juli Zeh, die gerade Dostojewskis Schuld und Suehne lobt.

Ein Stand weiter: Suhrkamp. Beim Juedischen Verlag sitzt eine kuenstlerisch angehauchte Dame mittleren Alters mit wallendem grauen Haar und einer riesigen Gladiole in der Brusttasche ihres schwarzen Samtblazers, die ihr am Hals entlang ins Gesicht ragt. Ich muss leider auch sofort weg von ihr. Sowas ist sicher ansteckend.

FAZ-Covergirl: Julia Franck. Gibt es wirklich ueberhaupt keine Ueberraschungen dieses Jahr? Obwohl: Diese Massierung ist auch schon wieder ueberraschend.

Das Gewimmel in den Messehallen wirkt gegen das Chaos auf den Bahnsteigen geradezu gepflegt an. Nichts geht, Signalstörung, den ganzen Tag fahren die S-Bahnen nur unregelmäßig. Und ab morgen soll gestreikt werden, dann geht noch weniger. Elendes Gezuckel mit der Straßenbahn. Es bleibt spannend.

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"Die Frankfurter Buchmesse geht in wenigen Minuten zuende", sagt die freundliche Damenstimme wie jedes Jahr ganz zum Schluß, und daß man sich freut, uns nächsts Jahr wiederzusehen. Das schöne Ritual verlangt es, dann aufzustehen und zu klatschen. Man applaudiert der Orga, den Autoren, dem halbkranken Standpersonal und irgendwie auch sich selbst, weil man das mal wieder durchgehalten hat.

Meine Füße sind im Moment das Einzige, was nicht wehtut. Ansonsten trieft die Nase, die Muskeln schmerzen fast alle und in der Küche kocht schon wieder das Wasser für den nächsten Salbeitee. Morgen früh bin ich in der Redaktion, viel zu früh natürlich, keine Ahnung, wie das enden soll. Gleich mach ich jedenfalls noch einen Uferspaziergang durch die Herbstsonne, das hilft hoffentlich.

Ansonsten fühl ich mich wie nach der fünftägigen Kunstgeschichtsexkursion, nach der man meistens erstmal keine Kirchen mehr sehen kann. Im Moment kann ich kein Papier mehr sehen, Menschen auch nur sehr bedingt. Es müssen schon sehr nette Menschen sein. Am liebsten aber habe ich gerade Pflanzen, die sind so schön ruhig und stehen nur ganz selten blöd im Weg herum.


Photo: Wolfgang Tischer von literaturcafe.de (oder war's doch der Robert Basic?) mit der Kamera von Jürgen Matthes

Jedenfalls geht es bloggenderweise wieder hier weiter.

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