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Den Automatische Literaturkritikpreis der Riesenmaschine hat schon um elf Uhr Linus Reichlin bekommen. Eine halbe Stunde später wird es für den Rest ernst, dann schreitet die hochehrwürdige Jury zur Preisvergabe.

Auf der Shortlist: Bußmann, Geltinger, Haderlap, Klupp, Popp, Rabinovich, Randt. So weit, so vorhersehrbar.

Bachmannpreis (25.000 Euro): Je zwei Stimmen für Popp, Haderlap und Randt, nur eine für Bußmann. Also komplizierte Stichwahlrunden. Haderlapp hat drei Stimmen, es muß nun zwischen Popp und Randt abgestimmt werden, da siegt Popp, dann tritt Popp gegen Haderlap an, und Maja Haderlap siegt mit der Geschichte "Im Kessel".

Kelag-Preis (10.000 Euro): Je zwei Stimmen für Bußmann, Popp und Randt plus eine für Rabinovich. Stichwahl Bußmann gegen Popp, und es gewinnt: Steffen Popp!

Der Dreisat-Preis (7500 Euro) geht glatt durch an Nina Bußmann und den Text "Große Ferien", Jandl laudatiert und sagt, sie sei "radikal wie David Lynch. Ich versteh den Vergleich nicht. Dann der Dreisat-Mann: "Das Geld werden Sie brauchen können."

Ernst-Willner-Preis (7000 Euro): Stichwahl Randt, Rabinovich, und Leif Randt gewinnt!

Bleibt der Villi-Publikumspreis (7000 Euro), "die User haben heftig abgestimmt", sagt Frau Stadler, und zwar für Thomas Klupp.

[edit] gerade gemerkt: ich feiere dieses Jahr 10 Jahre bachmannbloggen. Bitte setzen sie hier eine Kinnerswiediezeitvergeht-Platitüde der Wahl ein.

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Leif Randt komma siebenundzwanzig hat ein eigenes Portrait gestaltet, das so ein bißchen selbstbezüglich ist und mit dem Bild einer schwarzen Katze endet. Geboren in Frankfurt, jetzt natürlich Tollehauptstadt. Ist aber entschuldigt, der hat in Gießen studiert, danach ist man zu allem fähig. "Schimmernder Dunst über Coby County" heißt der Text, es beginnt mit dem fünfundsechzigsten Geburtstag der Mutter, die in Amerika lebt und lauter Künstlerfreunde hat und den Sohn, der sich wundert über diese Kreise, die so feiern, als gäbe es kein Alter und die in einer wohlhabenden Wohlfühlblase leben, gut erzogen, mit kreativer Freiheit, aber doch leichter Irritation, ob das jetzt wirklich das Leben sei. Ein plausibler Text, der erst so ein bißchen glatt daherkommt, aber gerade dadurch immer unheimlicher wird, je länger die shiny happy people durch ihr glückliches Leben laufen. Leif Randt liest so wie jemand, der mal ein Austauschsemester in Amerika gemacht hat und das jedem demonstrieren muß indem er sagt: Sweääät-schrrrd. Eingeladen wurde er von Sulzer.

Winkels lobt: Ein schöner, gelungener Auftakt des Tages. Ein Text über eine Welt, in der alle Höhen und Tiefen wegoperiert sind, das ist sehr nah an der Wirklichkeit, daher sei der satirische Teil auch sehr gelungen, er treffe ja wirklich was. Und die All-Age-Wellnness-Sache sei sprachlich umgesetzt Winkels hat verstanden, ich trau dem Frieden ja nicht. Strigl hat auch verstanden und vergleicht mit der Truman-Show, findet das auch sprachlich angemessen: Es finde eine ständige Selbsthistorisierung und Selbstbeobachtung statt, und der Text habe etwas sehr erschreckendes. Frau Feßmann sagt, der Hedonismus der 68er sei mittlerweile mit dem Marketing kurzgeschlossen, und das sei so ähnlich wie der Text von Antonia Baum. Aha? Aber jeder springe halt auf das Generationenthema an, dadurch demontiere der Text sich selbst. Da solle man nicht so freundlich drauf anspringen. Jandl verweist auf die Zitate im Text und fragt, wo denn jetzt eigentlich das Authentische sei, sucht den ontologischen Kern. Daran liegt doch die Pointe an der Sache, sagt Frau Keller ganz richtig. (Jandl ist dieses Jahr ein bißchen der Grantler.) Aber dann ist der Text doch nur Oberfläche, sagt Jandl. Ja, sagt Frau Keller. Das ist Sekundärleben. Winkels: Naja irgendwo seien ja unten die Galeerensklaven, die arbeiten, damit die oben so ein Wellnessgefühl haben. Das müsse man bei einem Film oder einem Roman zeigen, aber nicht bei so einer kurzen Erzählung. Sulzer erklärt nun, was ihm gefallen hat: Der Ton, die sedierte Gesellschaft, der bevorstehende Zusammenbruch. Wo denn? sagt Jandl. Natürlich kommt der, sagt Spinnen, das wissen wir doch aus dem Film, ganz klassische Angelegenheit, und durch und durch ironisch. Da steige ja einer mit seiner Professorin in die Badewanne, die auch noch Caulfield heiße, wie der berühmteste Jugendliche der amerikanischen Literatur, der hätte das nie gemacht, der wäre daran gestorben. Das sei lustig und unterhaltsam und das sei das Problem. Nee, sagt Strigl, man muß ironisch sein dürfen, und man darf superior sein dürfen. Und diese Welt aus zweiter Hand, da fürchte sie sich schon. ich fürchte mich nciht, ich lache, sagt Spinnen. Ich fürchte mich UND lache, sagt Strigl, das sei das Schöne, und da hat sie wieder einmal recht und bekommt Applaus.

Anne Richter, früher Jena, jetzt Heidelberg. Heidelberg! Kann man da überhaupt schreiben! Ja, denn sie hat in Jena, Oxford und Bologna studiert, arbeitet als Sprachlehrerin und gewinnt dadurch Einblick in andere Realitäten. (Himmel! Wer denkt sich sowas aus!) "Geschwister" heißt der Text, und er will und will nicht anfangen, mich zu interessieren. Eine Familiengeschichte aus der Gls- und Porzellangegend Thüringen, der ich nur mühsam folgen kann, es geht um ein Grab und lauter Namen, die ich nur schwer in Beziehung setzen kann. Ab und zu blutet jemand, was vermutlich die Auffassung der Autorin von Radikalität ist. Alles sehr brav und fleißig, sie bemühte sich redlich. Eingeladen von Frau Keller. (Blick ins Publikum: leidende Gesichter in Großaufnahme.)

Eine klassische Ausgangslage, sagt Sulzer, da kommt jemand zurück in ein Dorf, aber man weiß leider nicht was los ist, es geht um Geschwisterliebe, es gibt viele Scherben, gut gemacht bis auf einige klischierte Figuren, brav gemacht, es interessierte ihn aber auch nicht wirklich. Frau Strigl meint, da habe man mehr draus machen müssen, damit das Fahrt gewinnt, ausgesprochen dünnflüssige, dünnblutige Geschichte, und so viel Blut da vorkommt, so blutleer ist der Text. Die Muffigkeit der Familie diffundiere in den Text. Feßmann meint, die Geschichte sei eher naiv erzählt und merke nicht, welche Klippen die Dorfgeschichte hat, will aber trotzdem eine Lanze brechen. Denn der Text habe viele Qualitäten, sei gut erzählt. Winkler: Da sieht man, was passiert, wenn man die Kunst der Auslassung nciht beherrscht, da passiert ein erzählerisches Unglück, und das sei hier zu besichtigen. Keller wundert sich über die verschiedenen Auffassungen, die mit 20 Jahren Soli zu tun haben könnten und lobt ihre Autorin, die erzählen könne. Spinnen: Wenn in der Literatur gestorben wird, dann nicht einfach so, sondern immer für etwas. Hier habe man das Sterben einer Region gespiegelt in einem individuellen Sterben. Mit der Glas- und Porzellanherstellung verbinde man Schönheit. Er habe der Autorin hoch angerechnet, daß sie das diskret behandelt hat, aber vielfach zu sehr auseinander gedriftet, er habe die Beziehungen nicht mehr erkennen können. Die Anstrengung verlangt einen Gewissen Respekt ab, sei aber nicht ganz gelungen. Jandl bemängelt auch, der Verknüpfungspunkt werde nicht ganz deutlich. Alles bedeute so im Kleinen was und dann im Großen wieder nix. Läßt einen unbefriedigt zurück.

Aber in der Pause gibt es einen schönen Bergfilm, also Sibylle Berg in den Bergen. Und Klaus Schöffling, zu dem ich jetzt nix sage, der Maja Haderlap lobt.

Michel Božiković aus der Schweiz, eingeladen von Hildegard Keller, liest nach der Mittagspause einen Text mit dem Titel "Wespe". Er hat irgendwas Exekutives in Yale studiert, kann Karate. Der Vorstellungsfilm macht den Eindruck, als wolle er sich für irgendwas bewerben. Das ganze ist so ein Männer-Muskel-Kriegs-Gewaltt-Kriegstext, bei dem ich mich schon dauernd frage, mit wem sie das hinterher vergleichen: Hemingway, nur halt schlechter? Franz Josef Wagner, nur halt Prosa?

Winkels: Um mit etwas positivem anzufangen, lobt er die Erzählperspektive des "man" plus kurze Sätze, die Tempo ergeben plus einem gewissen "Drive". Aber man müßte da anfangen, wo Tarantino aufhört. Hier aber eins zu eins als spannende Männerunterhaltungsstory, wie Hemingway, permanent auf dem Höhepunkt. Aha! Hemingway also. Na das ist ja überraschend. Sulzer vermutet Imagination eines Ex-Jugoslawen, der über eine Schweizer Autobahn rast. "Ein ausgesprochen kühner Ansatz", meint Strigl. Würde in Kroatien verorten, spürt aber Anklänge an Südamerika. "Diese Sprache macht all meine Bemühungen, sich den Text freundschaftlich zu nähern, zunichte." Jandl sorgt sich um das Intelligenzniveau der Figur. Keller klärt: Die Versatzstücke mit Hölle, Teufel, fucking sei ja eine Maske, hinter der wenig übrig geblieben ist, eine entpersonifizierte Figur. Bemüht Tradition des Spanischen Bürgerkriegs, Hemingway, klar. Es ist klar das Jahr der Hemingway-Vergleiche. Feßmann versteht die Motivation nicht: "Der zieht in den Krieg, und dann hat er kein anderes Ziel, als sich umbringen zu wollen?" Böse: Nimmt Jugoslawienkrieg zum Vorwand, eine Abenteuergeschichte erzählen zu wollen. Sulzer findet "der junge Mann und die Wespe" ganz hübsch. Spinnen meint, der Autor habe vielleicht einen Fehler gemacht, diesen Ausschnitt zu wählen. Hier seien viele lose Fäden, habe sich von diesem freischwebend-maskulinem überwältigen lassen müssen. Keller müht sich um Verteidigung, zusehends vergeblich. "Wir können vermuten, daß er zu Hause eine desperate Situation hatte, die nicht viel besser war." Aber man kann ja nicht nur rumvermuten, wendet Winkels zu Recht ein. Strigl will nicht vermuten, erinnert aber daran, daß Karl-May-Filme in dieser Landschaft gedreht wurden.

Thomas Klupp im Streichelzoo im Görlitzer Park, und "sucht die Nähe der unaufgeregten Vierbeiner". Seine Lieblingstiere sind die Esel, die haben etwas fast poetologisches für ihn. Ich hege Ironieverdacht. Der Text heißt "9to5 Hardcore", und darum geht es: "Wir, Uschi Seidel und ich, sitzen täglich Minimum acht Stunden vor unseren Rechnern in Raum 101 des Instituts für Kulturwissenschaften der Uni Potsdam und erforschen ‚Inszenierungsstrategien des Expliziten in Onlineangeboten westlicher Mainstreampornographie’."Genau. Eingeladen von Winkels.

Feßmann beginnt: In der Tat ein sehr witziger Text, der uns zumindest am Anfang zum Lachen gebracht hat, eine Persiflaasche auf den Wissenschaftsbetrieb ... und dann erklärt sie uns, was wir gerade gehört haben, weil wir Kinder das alle ja nicht verstanden haben. Aber allein Frau Feßmann mit diesem schwäbischen Dialekt "Porno" sagen zu hören ist es wert. Keller: Ein witziger Text, ein hybrider Text, raffiniert gemacht. Aber so ab Seite elf ist ein Bruch da, das letzte Drittel gehört in eine andere Gattung hinein, nämlich eher eine Systemstudie. Jandl sagt, was viele denken: Irgendwann wird er langweilig, und zwar sehr bald. Strigl findet den Text nicht langweilig, da ergibt sich ein Zusammenprall aus hehrem und gemeinem. Hätte eher Bedenken, wie das weitergeht, "aber das ist ja nicht unser Problem", meint sie und kann als Universitätsangestellte sagen: "Die Universitätssatire, also die ist ja nicht sehr übertrieben." Aber für einen Schelmenroman müßte er mehr subversive Energie entwickeln. Spinnen zitiert Karl Kraus, daß das größte Problem der Satire sei, wenn die Gegenstände sie überboten. Er erzählt von den Herren der FSK, damals, wahrscheinlich auch wieder in seiner Jugend, das sei sehr rührend gewesen. Findet die Struktur dieses Textes auch toll (überhaupt neigt Spinnen zum Adjektiv "toll"), gut gemacht. Und wie etwas gemacht ist, das sieht man wie bei der Suppe: an einem Loffel voll. Aber das Warten beim Text wurde nicht unbedingt belohnt. Feßmann meint, das Problem des Textes sei, daß die Figur nur diesen Wissenschaftsjargon sprechen kann. Sulzer findet den Text erstmal sehr komisch, aber eben auch nur begrenzt komisch und lektoriert noch ein bißchen herum. Winkels wähnt einen Systemzusammenhang, denn die Figur wolle sich ja entpersonalisieren. Winkels erklärt überhaupt gerade sehr viel. Jandl: Alles was satirisch verwertbar wäre, wird satirisch verwertet, eins nach dem anderen, und das wird langweilig. Und wahrscheinlich gehe es im Internet viel schlimmer zu. Keller sieht verschiedene Sprachebenen und Brüche. Aber literarisch eine Petitesse, sagt Jandl. Strigl hebt zum Schluß nochmal zu einem großen Plädoyer an, daß wir nämlich heuer viele Satiren haben, auch viele gelungene (Applaus vom Publikum). "Noch mehr freut mich, daß auch aus Deutschland einige Satiren gekommen sind." (Lachen und noch mehr Applaus). Und man solle sich nicht schämen, wenn man Texte komisch findet. Man sollte aufhören, Texte zu charakterisieren, in dem man sagt sehr komisch, aber bis zu einer gewissen Grenze. Spinnen sagt nichts dazu, er habe in Klagenfurt zu viele schlimme Dinge erlebt. Er sagt lieber was abstrakt zur Satire und zitiert seinen Doktorvater: Satire sei immer Utopie ex negativo. Das habe er in diesem Text nicht sehen können.

Und das war der Jahrgang 2011. Ich gehe davon aus, daß folgende Autoren weiterkommen: Haderlap, Popp, Bußmann, Randt, Steinbeis. Randt bekommt den Publikumspreis. Haderlap den Bachmannpreis. Der Rest den Rest. Ich bin gespannt.

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Der zweite Lesetag beginnt mit Linus Reichlin, eingeladen von Meike Feßmann, er lebt in Ehklarberlin. Im Video steht er am See, der Weite wegen. „Linus Reichlin arbeitet gern mit dem Rätselhaften“, sagt es dazu aus dem Off. Der Text heißt „Weltgegend“ und ist wohl das, was man welthaltig nennt und was man gut findet. Ein deutscher Arzt im Krieg in irgendeiner Weltgegend am Hindukusch, eine Bombe, und wie er da so liegt, und später wieder ins Lager fährt, bemüht er sich, das Geschehene zu rekonstruieren. Das Thema kann man ein bisschen bemüht aktuell finden, aber das ist schön erzählt, wenn auch sprachlich jetzt nicht sonderlich einfallsreich. Gefällt mir gut, weil schonmal Geschichte mit Personen und Handlung. Gefällt der Jury sicher nicht.

Für Winkels wirkt das jedenfalls schonmal wie Fernsehfilm mit kleinem Budget. Von der ganzen großen Weltgegend spürt er zuwenig. Und ist grantig, wenn er nicht fertigreden darf: "Dann können wir das hier auch sein lassen." Sulzer findet den Text klar und unverschwurbelt, aber Jandl ist gar nicht einverstanden: Kolportagehaft sei das. Da muß Feßmann natürlich verteidigen und tut das mit einigem Eifer. Frau Strigl dagegen denkt an Hemingway, der ja auch kolportagehaft sei, aber mehr Lehrstellen aufweise. Hier werde man an die Hand genommen, das sei erzählerisch ohne Risiko. Herr Spinnen erzählt aus der eigenen Wehrvergangenheit und wie traumatisch das für ihn gewesen sei, anscheinend findet er den Text dagegen ein bißchen läppisch. Feßmann, an Spinnen gerichtet: "Man kann doch einem Erzähler keine Souveränität vorwerfen!" Da entstehe ein Raum eine Geschichte. Frau Feßmann voller Verve für Reichlin, aber Spinnen ist überhaupt nicht überzeugt: So sei Krieg ja schon oft dargestellt worden, das sei ja nichts neues. Sulzer hält zugute, daß es der Beginn eines Romans ist. Frau Stadler würgt ab, und so werden wir nie erfahren, ob Sulzer den Roman lesen würde, aber ich vermute eigentlich schon.

Maja Haderlap wurde von Daniela Strigl eingeladen, sie ist eine echte Kärtnerin slowenischer Abstammung und lebt in Klagenfurt. Dort bewegt sich auch die Geschichte, nämlich in den dichten Wäldern irgendwo im Ortstaferlminderheitengebiet im Zweiten Weltkrieg. Ein Mädchen (ich habe erst gar nicht kapiert, welches Geschlecht das Kind hat) geht mit seinem Vater jagen. Das Problem ist: Irgendwann im Text wird die Mozgan-Bäuerin erwähnt, die die beste Schützin des Dorfes gewesen sein soll und immer auf dem Ansitz saß und strickte. Ich hätte gern gehabt, daß die Geschichte da abzweigt und bitte fürderhin nur noch von der Mozgan-Bäuerin handelt, deren Lebensgeschichte mich sehr interessiert hätte. Leider kann man nicht alles haben. Und vermutlich wird die Jury gleich was von Abgründigkeit murmeln.

Frau Stadler mahnt gleich mal "zeitökonomische Statements" an.Die Frau hat eine Prosa am Leib, daß es einen graust. Frau Keller beginnt: Ein unspektakulärer Text, der in die Tiefe führt. Also die des Waldes und noch so einige andere. Hat ihr gut gefallen. Sulzer findet ihn gar makellos. Jandl liefert historischen Background für Nichtkärntner und attestiert feine sprachliche und poetische Nuancen. Feßman hat zwar Respekt, würde die Angelegenheit aber ein paar Etagen tiefer ansetzen. Außerdem erwähnt sie Handke. Frau Strigl braucht gar nicht groß zu verteidigen: Der Wald öffne in großartiger Schlichtheit einen Erzähraum (mal wieder), und überwuchere am Ende alles. Winkels lobt, und Spinnen führt irgendwas aus, was ich nicht ganz verstehe. Gut, wir haben eine Preisträgerin.

An Julya Rabinovich hat einen unfaßbaren, schwarzlackirten Frisurhelm, malte früher, schreibt jetzt. "Erdfresserin" heißt der Text einer seltsamen Abhängigkeit, ein kranker Leo, eine Frau, die ihn pflegt, die hofft, einmal zu erben vermutlich. Die sich dafür so mehr oder minder prostituiert. Naja. Interessiert mich leider nicht so.

Winkels beschriebt erstmal, um nicht mit Kritik anzufangen. Sulzer findet den Text schwierig. Feßmann erklärt, was passiert, das sei so eine osteuropäische Pflegerin, das sei doch klar, aber leider ist nichts so klar, wie Frau Feßmann denkt. Das sei so ein weiblicher Intensivtext, den sie sonst nicht so schätzt, mit sozialem Hintergrund aufgeladen. Strigl findet den Text nun nicht schwierig, sondern sehr sinnlich und intensiv. Frau Strigl und ich gehen gerade nicht konform, aber sie muß das sagen, sie hat die Autorin ja eingeladen. Was ich auch nicht verstehe. Strigl klärt außerdem Metaphern: Diese Frau habe Sehnsucht, wieder rein und unbefleckt zu sein. Gut, das mag stimmen, aber deshalb interessiert es mich noch lange nicht. Spinnen vergleicht mit Schnitzler. Das sei als Plot wirklich gut, aber, und es komme immer ein aber, leider so hochinstrumentalisiert. Vielleicht finde die Autorin ihren Text zu toll. (Da mag er recht haben. Vermutlich ist sich die Autorin auch ihres Frauseins sehr bewußt.) Feßmann meint, das habe mit Schnitzler ncihts zu tun, das sei ein Ekeltext. Frau Strigl: Schnitzler ist keine schlechte Spur.

Auch die nächste Autorin plätschert ein bißchen an mit vorbei: Nina Bußmann liest "Große Ferien". Ein Lehrer-Schüler-Text. Juli-Zeh-Gedenkprosa, nur ohne diese ostentativ ausgestellte pseudoschlaue Pseudohärte.

Feßmann findet den Text genau gedacht, da (Achtung! wunderbarer Klischeesatz:) setze sich eine Autorin schreibend ins Verhältnis zur Welt (na, hab ich zuviel versprochen?). Winkels hat es gut gefallen und lobt das zwangsneurotische Unkrautzupfen zu Anfang. Da löse sich ein unterschwelliges erotisches Drama auf. Feßmann meint, da sollte man jetzt keinen Zangsneurotiker draus machen. Sulzer findet auch, Unkrautrupfen ist wichtig, und er habe sogar einen Flammenapparat, um das wegzuflammen, und er sei kein Zwangsneurotiker. (Manchmal hat er schon was Brutales.) Es schließt sich eine Diskussion an, ob der Lehrer schwul ist. "Der ist schwul", sagt Sulzer. "Und wenn er es nicht ist, dann ist er halt verklemmt." Spinnen konstatiert eine Reihe von Klischees, was aber kein Wunder sei, denn die Schule sei ja ein Schattenspiel mit vorgeprägten Rollen. Frau Keller möchte auf die sprachliche Dimension hinweisen. Das sei ja eine Meisterin der Mikrowelten, das sei ein Kriechen im Biologischen, im Botanischen, sehr viel Animalisches. Strigl sagt, der Text habe einen fahlen Glanz, den er absichtlich kultiviere, und Jandl lobt die genaue Sprache, die ja genau wisse, und da schalte ich nun innerlich ab, was vermutlich eine Art Selbstschutzmechanismus ist.

Es folgt Steffen Popp, der ja eigentlich Lyriker ist, aber als einer der wenigen nicht vorliest wie ein Lyriker, der jede Silbe zuendelutscht. Eingeladen wurde er von Frau Feßmann, und er leist "Spur einer Dorfgeschichte", was auch genau das ist: Eine kleine Gruppe fährt in ein Dorf ins Thüringische und macht sich auf Spurensuche. Das ist zwar handlungsfrei, beschreibt aber das Dorf auf phänomenologische Art, und es gibt darin sehr schöne Sätze wie "Unsere Winterjacken leuchteten touristisch, aber das war okay, wenn man auch nicht wußte, warum."

Es gehe um historische Spuren, auch um die Verwertbarkeit von Spuren, sagt Frau Strigl. Ein erzählerisch sehr reicher Text, der versuche, das EEG eines Dorfes zu zeichnen, poetisch und sozial. Winkels findet das eher unfertig, Sulzer bemängelt den Vortrag in litaneiartigem Ton, dadurch habe sich ihm der Text nicht mehr erschlossen. Man spüre die Absicht einer umfassenden Weltabbildung, sagt Frau Keller. Da sei alles drin, außer vielleicht Anschela Merkel. Frau Feßmann hat Shakespeare gelesen und weiß deshalb, warum die eine Figur Cordelia heißt. Bilder findet sie auch viele. Herr Spinnen verspürt eine große rhythmische Sicherheit wie bei einem Jazzmusiker, das könnte so weitergehen, er hat aber eine blöde prosaische Frage: Ja und? Thüringen? (Ja, Herr Spinnen, Thüringen. Fahren Sie da mal hin. Ich bin auch bald wieder da. Es ist großartig. Auf Thüringen laß ich nichts kommen.) Herr Jandl kann den Text wie einen gewebten Teppich lange betrachten, und ich gebe Jandl ja selten recht, diesmal aber schon. Frau Strigl ist froh, daß der Text weggeht vom Dorf der Mütter, der Debilen und Labilen. Der Leser könne sich ja mal ein bißchen bemühen, und es müßten ja nicht immer lauter Hemingways von Thüringen erzählen.

Dennoch der allgemeine Eindruck, Popps Text habe gefallen, vielleicht der beste dieses zweiten Lesetages, der nun zu Ende geht. Haderlap ist große Favoritin bei der Jury. Bußmann bekommt vielleicht auch irgendeinen Preis. Morgen geht es weiter, Thomas Klupp liest ganz zum Ende. Wir werden sehen, ob der zum Schluß noch den Laden rockt.

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Am ersten Klagenfurt-Tag haben wir keinen Siegertext gehört. Allerhöchstens einen Trostpreisträger, der nach drei Stichwahlen irgendwie so durchrutscht. Allerhöchstens. Man könnte auch sagen: Das war nix. Aber ich bin noch ziemlich entspannt, denn das gehört zum ersten Tag dazu, man sitzt da und ist fassungslos ob des Verharrens der Gegenwartsliteratur im Historizistischen / Simplizistischen / Intimistischen. Diesmal mitunter im Fäkalistischen. Aber es wird alles gut, ich bin mir sicher, am zweiten Tag erste Texte mit Potential, die vermutlich gnadenlos abgewatscht werden, dann wieder ganz schreckliches, die abgewatschten Texte werden kollektiv rehabilitiert und dann kommt kurz vor Schluß ein Knaller. So wird es auch diesmal ablaufen, ich kenn das doch. Das ist die erste gute Nachricht. Die zweite besteht in der Anwesenheit von Daniela Strigl.

Der erste Lesende ist Gunther Geltinger, der sein Hemddekolleté weit offen stehen hat mit Blickfreigabe aufs Unterhemd. Herrje, so läuft man doch nicht herum. Außerdem sagt er in seinem Videoportrait Sätze wie: Die Leere ist ein genauso unaushaltsamer Zustand wie die Überfülle. Der Text, Auszug aus einem Roman, ist so eine Geschichte über eine verwahrlosende, tablettenabhängige Künstlermutter irgendwo in der platten, moorigen Weite nördlich von Hannover, oder wo Deutschland auch immer aufhört, so etwas wie eine anständige Landschaft aufzuweisen. Das Ganze erzählt aus der Perspektive des Sohnes, der übrigens stottert, was er mit dem Autor gemeinsam hat. Reiner Zufall, wahrscheinlich. Na, jedenfalls ist das Kind ordentlich traumatisiert, und wenn ich böse wäre, würde ich dem Autor Traumaverarbeitungsbedarf vorwerfen. Ich bin aber nicht böse. Mir ist nur langweilig.

Frau Strigl meldet sich gleich zu Wort und meint, tristes Landleben im Norden Deutschlands sei ja auch schon ein eigenes Genre. Und überhaupt: Blut und Kotze statt Blut und Boden, und Radikalität durch Körpersäfte. Dennoch: Im Scheitern des Kleinen sehe man schon das Scheitern des Großen. Frau Strigl geht es, kurz gesagt, wie mir und hört nur noch Pissekotzescheiße. Ich hab nicht mitgezählt, es waren aber volumenmäßig ein paar Eimer voll. Der Herr Winkels stimmt im Großen und Ganzen zu, fragt sich aber manchmal schon, ob das nicht Karikatur sei. Zugunsten des Autoren. Ich befürchte aber nicht. Und, so Winkels wieder, mit ein paar Drehungen hätte man da prima Trash draus machen können. Frau Keller bemüht sich erst einmal um die Deutung der Metaphern, das ist ja sehr redlich, bringt uns aber auch nicht weiter hier. Herr Jandl stützt die Striglsche Genretheorie und ergänzt, die Antiidylle habe sich von den Bergtälern nach Norddeutschland verschoben, wo selbst die Heidschnucken auf der Weide noch melancholisch verschattet seien. Er sieht aber ein Problem mit der Erzählhaltung zwischen Literatur und Rollenprosa. Herr Sulzer hat den Autor ja eingeladen, und nun muß er erst einmal den Trashverdacht von sich weisen. Herr Spinnen hat auch kein Trash gelesen, eher Methode des 19. Jahrhunderts, und sei dem widerstrebend, aber gebannt gefolgt.

Nummer zwei des Vormittags ist Maximilian Steinbeis, der Jurist und Bayer ist und beides mit einiger Überzeugung. Er wurde von Burkhard Spinnen eingeladen und liest "Einen Schatz vergraben". Das ist ein schlauer, machmal bißchen überschlauer Text in Form einer Gebrauchsanweisung, wie es anzustellen sei, alles Hab und Gut in Gold umzutauschen, um es dann, der Crash (hier nur "Katastrophe" oder "Tag der Abrechnug" genannt) kommt ja bald, zu vergraben. Das geht nicht ohne Opfer. Bestimmt bekommt Steinbeis einen Preis, aber nicht den Bachmannpreis.

Eine Schnurre oder Posse sei das, sagt Herr Sulzer, eine witzige Geschichte, das habe eine Pointe und das funktioniere nur beim ersten Mal Lesen. Daß es keine Personen im traditionellen Sinn gibt, hält er für ein Problem. Jandl fand den Text nicht einmal witzig. Winkels war eher angetan und hält ein Kurzreferat über Geldwirtschaft und klassische Schatzmotive, bei denen immer ein Schädel in der Nähe sei. Applaus. Frau Keller ist auch als Schweizerin über die Euro-Krise erschüttert. Frau Strigl sieht eine Persiflage von Ratgeberliteratur, kein Brüller, aber witzig. Mit seiner Moral, die Rückkehr zu alten Werten funktioniere nur mit der Entwertung menschlicher Werte, sei er ein antihimanistischer Text. Dann kommt ein längerer kluger Exkurs, wie ihn nur Frau Strigl halten kann mit dieser Brille und dieser Frisur und dieser ganzen Striglhaftigheit, und schließt: Also mir hat's gefallen. Frau Feßmann bringt dann noch mit der Rolle des Ratgebers als Mephisto auf und meint, gerade beim zweiten Lesen sei der Text gut. Aber warum Spinnen dieser Text gefällt und letztes Jahr Aleks Scholz nicht, will ihr gerade nicht in den Kopf. Das erklärt Spinnen dann einigermaßen ausweichend, aber warum ihm dieser Text gefällt, das erklärt er dann ziemlich genau. Die Griechen stünden vor ihrem Parlament und bewerfen die Abgeordneten mit Steinen, aus genau diesem Grund.

Daniel Wisser sorgt nun als Nummer drei für eine Antiklimax. Allein schon das Videoportrait läßt Übles ahnen, und auch wenn der Morgen schon fäkal genug war, so muß man das wohl als Kunstkacke bezeichnen. "Standby" heißt der Text, und irgendwo bei der Wortkette Vater - Morphin - Heim - Stuhlgang schalte ich innerlich ab. Der gesamte Text ist im Passiv geschrieben und trudelt von Belanglosigkeit zu Belanglosigkeit. Anfang gefällig? "Die Stirn wird betastet. Es wird ein Wort gedacht: Augenkopfschmerz. So wird dieser Kopfschmerz von ihm bezeichnet. Sieben oder acht verschiedene Arten von Kopfschmerzen können unterschieden werden. Von der Frau wird behauptet, er sei dauernd krank, ständig erkältet." So geht das ewig weiter und es passiert ungefähr null, abgesehen von ein paar scheiternden Sozialkontakten. Eingebrockt wurde uns das von Paul Jandl.

Winkels sieht auch hier wieder satirische Überzeichnung, nämlich die eines zwangsneurotischen Kleinbürgers mit apokalyptischer Grundtendenz. Aber Probleme gebe es, nämlich inkonsistente Personen und die Darstellung von Monotonie mit monotonen Mitteln. Strigl: Man kenne ja viele Sonderlinge in der Literatur, der Passiv bringt einen neuen Ton hinein, und unheimlich sei der Kerl hier ja auch. Die Gemeinheiten seien sehr unterschwellig, und daher habe der Text sie überzeugt. Der Einwand sei: Vorfahren sind Genazino und Houellebecq, und die könne der Text nicht ganz abschütteln. Frau Keller stimmt zu und fühlt sich nicht behaglich. Spinnen hat so viele Texte dieser Art gelesen, daß er sich wundert, daß es überhaupt zu Fortpflanzung zwischen Männern und Frauen kommt. Abgesehen vom Callcenter sei in diesem Text wenig Heute, und der Passiv sorgt für etwas maschinenmäßiges. Die falschen Konjunktive haben ihn dann völlig rausgehauen. Sulzer sagt das B-Wort und wähnt ein Bernhard-Imitat. Strigl: "Jemand, der sich so in das Innenleben einer Waschmaschine vertiefen kann, verdient genau diese Sprache, die er hier bekommt." Spinnen hält dien Autor anscheinend für ein One-Trick-Pony: "Das kann man Leuten in der Schule geben und sagen: Machma anständig." Und sagt dann schon wieder das B-Wort.

Es folgt Anna Maria Praßler, Dehbuchautorin aus Natürlichberlin. "Das Andere" heißt der Text. Es geht um eine Frau, eine angehende Wissenschaftlerin, die das Grab ihres Ex-Freundes demonstrativ nicht besucht. Und da wird dann die ganze Beziehungsgeschichte erzählt, die labile Denkerin, der lebenstüchtige Tontechniker, wie sie zueinander finden und wieder auseinander geraten. Eingeladen von Burkhard Spinnen.

Naja. Viele große Themen seien das ja, sagt Frau Feßmann, aber es entstehe nicht wirklich ein Erzählraum. Das sei eher wie ein Storyboard. Sulzer hat gar das ungute Gefühl, etwas eigentlich Triviales zu lesen. Herrn Winkels wiederum ist das alles zu deutlich, man erkenne gleich die Absicht und sei verstimmt. Klug durchgespielt, ja, aber eben nur das. Herr Sulzer mußte nirgends so viel anstreichen wie hier. Herr Jandl moniert Schlagersätze: "Zu zweit, ich und er. Wer auch immer er war, wer auch immer ich." Winkels bemüht sich um Exegese der Negationen. Herrn Spinnen muß jetzt mal zur Verteidigung schreiten: Ihm habe die Figurendarstellung imponiert, das sei natürlich Rollenprosa und ein ausgesprochen gegenwärtiges Psychogramm einer Frau, die den Mann benützt, damit es ihr besser geht. Herr Jandl findet den Spinnen-Kommentar besser als den Text. Herr Spinnen findet das selbstverständlich, daß Kommentare einem Texte aufschließen, das sei im Seminar auch immer so gewesen. Blickwechsel. Die beiden sind glaub ich nciht so gute Kumpels. Frau Strigl bekennt sich zu einer gewissen Lauheit.

Au Einladung von Hubert Winkels kommt Antonia Baum aus Sowiesoberlin und liest "Vollkommen leblos, bestenfalls tot." Das ist so ein leicht angezürnter Monolog über eine Jugendliche mit Entwicklungspotential. Hm. Immerhin ist sie sehr dekorativ.

Ich hoffe, das soll keine Thomas-Bernhard-Parodie sein, sagt Strigl. Die satirische Verve gefällt ihr stellenweise gut, und zwar immer an den Stellen, wo Thomas B. vergessen wird. Sulzer meint, es findet eine Entwicklung statt. Aber er wundert sich, daß es noch Menschen gibt, die Gelsenkirchener Barock haben, er dachte, alle wohnen in Ikea. (Er würde sich wundern.) Keller: Ein Text mit einem großen Schmollmund. Aber was dann kommt, sei schon etwas schwachbrüstig. Dann Diskussion, ob die Berhardhaftigkeit bewußt ist oder aus dem Schlamm des kulturellen Gedächtnisses emporgeblubbert. Wir werden es wohl nie erfahren. Winkels erklärt jetzt erstmal den Text und seine Stilprinzipien. Und es sei ja ein ganz anderer Zorn, einer, der noch an Liebe glaubt und daran, daß die Welt anders ein könnte. Ein weiblicher Zorn, findet Frau Stadler, die auch mal was sagen will. "Wäre Thomas Bernhard eine Frau und wäre er 18, hätte er so einen Text geschrieben", sagt Jandl. Spinnen macht jetzt eine Analogie auf, man könne ja auch manchmal nicht verstehen, in wen sich Menschen so verlieben. Und so sei das mit Texten auch mitunter. Den B.-Autor wolle er jetzt nicht nennen.

Und so endet der erste Lesetag. Die Jury war weder von schlagender Brillianz noch von schlagender Blödheit, sondern irgendwo dazwischen. Die Autorenausbeute eher unterdurchschnittlich, aber das kann ja noch werden. Morgen kommt ja immerhin die Semiprominenz, und die wird mindestens unterhaltsam, hoffe ich.

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Wir haben einen Doppelgewinner! Peter Wawerzinek gewinnt den Bachmannpreis und den Publikumspreis. Der Kelag-Preis geht an Dorothee Elmiger. Der 3Sat-Preis an Judith Zander. Und der Ernst-Willner-Preis dann schließlich doch noch an Aleks Scholz.

Verena Rossmann kam nicht einmal auf die Auswahlliste, das hätte ich nicht gedacht. Stattdessen Mezger, Janisch, Fries. Janisch, klar, damit hätte ich gerechnet. Aber Fries?

Frau Feßmann freut sich und laudatiert, dann wieder dieses peinliche Gehampel der Stadtoberen, die alles Gute für die Zukunft wünschen. "Ein schöner Tag heute, der schönste wahrscheinlich, ha?" sagen sie wie zu einem Schuljungen zu dem gestandenen Autor, der älter ist als sie.

Alles in allem ein etwas seltsamer Jahrgang, viele Nebenwerke, viel Masse, viele Monologe, die sich ja immer so schön flott runterschreiben.

Ein bißchen lasch auch die Jury, die, da geb ich dem Herrn Kämmerlings im Nachinterview recht, etwas den Humor vermissen ließ. Ich war immer froh, wenn der Spinnen dran war. Und dann die wirklich ärgerliche Kurzaburteilung von Iris Schmidt, die auch Jurorin Keller nicht richtig zu verteidigen wußte. So freundlich Keller sonst immer daherkommt, hier war ihre Freundlichkeit fehl am Platze, hier hätte sie die Jury etwas schärfer angehen müssen. Es war ja ihre Autorin, herrgottnochmal.

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'einen hab ich noch'


hi,hi; kleiner Witz!wo geht's denn hier nachKönnen! , vor LACHEN!Übrigens mein Physiklehrer hatte noch den Witz auf Lager:Kunst kommt von Können und nicht von Wollen,sonst würde es Wulscht heißen! heiß, heiß, heiß...Ich wünsch Dir noch einen schönen Tag, Andrea.Bis denne,Hans  ...
[hadephy am 29.01.17 23:39]

For the (holy) sake of Fun! (or: just for Fun)


Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
[hadephy am 01.01.17 20:24]

American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


And I would conclude with some wisdom of my own, "well": 'Life isn't That complicated!'The most important goal then would be to have an appreciable agenda over the daytime!First a ball ( or what did Ms. Sanchez-Vicario say? :-) )... ...
[hadephy am 10.12.16 16:05]

...
Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
[EinGedanke am 13.09.14 11:27]

ich war schon wieder in china


 ...
[andreaffm am 12.08.14 17:04]

Ich erzähle was über den Mekong


 ...
[andreaffm am 04.06.14 23:06]

...
Ich erzähle was über Wien. flattr.com  ...
[andreaffm am 27.04.14 13:39]

...
Ist hier : www.wrint.de  ...
[andreaffm am 07.03.14 21:53]

...
DA freu ich mich drauf! :-)  ...
[m8 am 07.03.14 21:42]

...
Ich erzähle was über Burundi.  ...
[andreaffm am 06.03.14 21:34]



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