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Gibt es etwas trashigeres als Möbelhauswerbung? Ich habe ja eine Vorliebe für Trash, und das, was da ins Haus kam, ließ mein Herz höher schlagen. Zwei Hefte in Tageszeitungsformat, großzügig A1, den gesamten Frühstückstisch abdeckend. Das kann man sich nur noch am Boden knieend anschauen, so ein Lappen ist das. Guckt doch ein bißchen mit. Dann zeig ich Euch, was ich so faszinierend an Möbelhausprospekten finde, daß ich sie mir stundenlang anschauen kann.

Das grüne Heft titelt: "Der Möbelgigant! Endlich auch im Rhein/Main-Gebiet! Das Einkaufsparadies für die ganze Familie! Der neue Segmüller!" Die Fußzeile läßt gleich noch einmal verlauten, als könne man das nicht oft genug festhalten: "Der Möbelgigant! Endlich auch im Rhein/Main-Gebiet!" Ja, das wissen wir jetzt schon, danke.

Der Rest der Seite ist mit zwei Anfahrtsskizzen (grobe und feine) bedeckt, ferner mit Bildchen der umliegenden Städte (das potentielle Einzugsgebiet). Die Städte werden jeweils durch eine Sehenswürdigkeit repräsentiert (Alte Oper, Mainzer Dom, irgendein Fachwerkhaus in Groß-Gerau ... naja, das bekannteste in Groß-Gerau ist der Starkenburgring, und den würd ich auch nicht abbilden wollen), darunter vermelden alarmrote Balken die Entfernung zum Möbelgiganten (nicht Möbelhaus, nicht Möbelmarkt, nein: Möbelgigant) in ungefähren Autominuten.

Ich fühle mich natürlich wieder mal nicht angesprochen. Nicht, daß ich etwas gegen Möbel hätte, durchaus nicht, aber ich fahre nunmal ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Welche S-Bahn-Haltestelle sich an der A5 bzw. der B42 befinden, wird mir aus diesen Skizzen nicht ersichtlich - obwohl großmundig von "wenigen Fahrminuten" die Rede ist. Vermutlich sind nur Autofahrerfamilien ganze Familien, für die es sich Einkaufsparadies zu sein lohnt.

Das rote Heft titelt noch ein bißchen größer als das grüne, nämlich in bis zu 13cm hohen Lettern. "Der neue Segmüller" titelt es, aber der Schriftzug in solidem Messing mit Glanzsternchen wurde nicht einfach kopiert. Der wurde nochmal extra neu gebaut für das rote Heft, denn die perspektivische Verzerrung ist eine etwas andere, und die Glazsternchen, die dem ganzen wohl eine gewisse Festlichkeit verleihen sollen, sitzen auch an unterschiedlichen Positionen. Das ist noch echte Handarbeit, hier.

Offenbar war für das rote Heft auch ein anderer Texter zuständig, denn es kommt fast ganz ohne Ausrufezeichen aus. Man gibt sich auch sonst ein bißchen bescheidener: "Endlich - Das Einrichtungshaus der Extraklasse für das Rhein-Main-Gebiet". Man beachte: Hier hat jemand Rhein und Main ordentlich per Bindestrich zusammengeführt, anstatt sie mit rohen Schrägstrichen aneinanderzunageln. Das ist Feingefühl. Eins zu Null für das rote Heft.

Wirft man nun einen Blick auf die aufgeschlagene Pracht der ersten Doppelseite im roten Heft, quillt einem barocke Fülle entgegen. "Die Weltstadt-Auswahl für das Rhein-Main-Gebiet! Neueröffnung! Der Möbelgigant in Weiterstadt". Gut, die Informationen beginnen sich allmählich zu wiederholen.
Optisch aber macht diese Doppelseite richtig was her. Über die ganze Breite der schneeweiße Möbelgigant unter ultramarinblauem Himmel, die Sonne bricht sich in Linsenreflexen in der gläsernen Eingangsfront. Fahnen stehen starr i der Gegend herum, und das steifleinerne Textil kündet halbdutzendfach den Familiennamen des Giganten in alle Welt, zumindest aber bis nach Weiterstadt: Segmüller, Segmüller, Segmüller, Segmüller, Segmüller, Segmüller. Über dem Eingang: Segmüller. Fußzeile: Segmüller. Wer sich von sowas nicht hirnerweichen läßt, der hat keins.

Die Attraktionen der Doppelseite bieten nun ein munteres fotografisches Potpourri nie dagewesener Attraktionen, die den Besucher dort erwarten. Unter zwei etwas zu grobgepixelten Posaunisten mit Gamsbarthüten steht: "Hier spielt die Musik!"

Zwei Luftballons weiter, die zu einem anderen Bild gehören aber nichtsdestotrotz hier mal in die Szenerie ragen, ein von einer Tuba etwas verdeckter Clown mit wurstförmigen Extremitäten. "Hüpfburg!" steht daneben, das ist gut, das hätte ich sonst vermutlich nicht identifizieren können. Falls ich nicht wüßte, was eine Hüpfburg ist, hätte ich auch noch folgende Erklärung lesen können: "Der Renner bei den Kleinen: Rumtollen in der Hüpfburg". Aber ich weiß ja, was eine Hüpfburg ist.

Die Luftballons gehören übrigens zu einem Kind, das auf Papas Schultern reitet. Ihm sitzt ein grobzackiger gelber Stern im Nacken, der "Kostenloses Vergnügen im Freien!" verspricht. Ein schöner Satz. Kostenloses Vergnügen im Freien. Hat so einen Hauch von Ungebundenheit und Abenteuer, von Laissez-faire und Libertinage. Wird aber gleich wieder spezifiziert: "Das Riesen-Fest für die ganze Familie, da kommt Spaß und Freude auf!". Mist. Ich bin ja nun eher nicht soo groß, und richtig viel Familie hab ich auch nicht. Außerdem drückt es das Gegenteil von untenstehender Zeile "Viel Spaß für Groß und Klein!" aus. Aber was haben die dauernd mit ihren Größenangaben? Größe ist ja nun nicht alles.

Dann hätten wir da noch ein "Doppelstöckiges Etagen-Pracht-Karussell", das jemand "im Stil der Jahrhundertwende liebevoll restauriert" hat. Ganz klar wird mir nicht, ob es sich hier um ein echtes Jahrhundertwendekarussell handelt oder lediglich um eines, das mit völlig veralteten Methoden, eben denen von vor hundert Jahren, wiederhergestellt wurde. Die Grammatik legt zweiteres nahe, die Logik ersteres.

Das alles für die Kleinen. Die Großen dürfen fressen und saufen, und zwar so richtig maßlos, denn es ist billig. Dicke Fleischbrocken mit Pampe geben sich als "Schwenkbraten mit Kartoffelsalat" aus und kosten zwei Euro. Für die Kleinen hat's "Bratwurst mit Semmel" und Bayernserviette. Im "Fest-Zelt" oder "Festzelt", da ist man sich nicht so ganz einig bei Segmüllers, gibt's "Jede Menge Unterhaltung, Spaß und kulinarische Angebote!" - die müssen tatsächlich die Fleischbrocken meinen.

Gleich daneben werden Autos verlost. So ein Schwachsinn. Die, die es bis Weiterstadt geschafft haben, haben doch eh alle ein Auto, die brauchen doch keins mehr. Die hätten Geld verlosen müssen, das hätten die Segmüllers nullkommanix wieder zurückbekommen, zumindest einen Teil davon. Und dann auch noch einen Mercedes Zweisitzer Cabrio. Der hat nicht mal nen vernünftigen Kofferraum. Wie soll ein Mensch damit shoppen fahren? Damit kriegt man nicht mal nen Billy um die vier Ecken.

Auf den nächsten Doppelseiten sehen wir noch ein paarmal das tolle, schneeweiße Segmüller-Gebäude, darunter akkumulieren sich Angebote. An jedem Objekt pappt ein Sternchen, jedes in einer anderen Farbe, darin stehen Zahlen, auch immer wieder in anderen Farben. Die Farben sind dann jeweils mit unterschiedlichen Farben eingerahmt, manchmal hat auch das Sternchen noch einen kontrastierenden Rahmen oder wirft Schatten. Durch diese Kombinationstechnik wird der Eindruck maximaler Buntheit erzeugt, der diese Angebotsseiten optisch so augenprickelnd macht. Wenn man dann noch unterschiedliche Farben oder gar Muster hinterlegt und unterschiedliche Rahmen verwendet, hat man es geschafft, daß ich vor lauter Angeboten keine Möbel mehr sehe. Aber der Horror Vacui der Segmüllers kennt keine Grenzen: Erbarmungslos wird jedes sich auftuende Lückchen, wird jede noch so verlegen gähnende Leere mit Parolen zugeklotzt, die der Grafiker in unterschiedlichen Fonts in unterschiedlichen Kästen unterschiedlicher Farbgebung gestaltet hat. In diesen Kästen liest man nun (Wiederholungen laß ich weg):

Seiten 4/5 (Wohnbereich)
Sensationelle Eröffnungspreise!!!
Das gab's ja wohl noch nie!
Top-Preis!
Extreme Preishammer!
Das Mega-Angebot!
Segmüller Extrem-Niedrigpreis!
Mega-Tiefpreis!
Die Preishämmer des Jahres!
Der Sensations-Preis!
Mega-Eröffnungsknaller!
Eröffnungs-Preis!
Alles Abholpreise Gerne liefern wir gegen geringen Aufpreis!
Die gigantische Auswahl zu Niedrigpreisen!
Warum woanders mehr bezahlen?

Seiten 6/7 (Schlafbereich)
Set-Preis komplett!
Da muß man unbedingt hin!
DIE WELTSTADT-AUSWAHL auch bei Schlafzimmern
Über 10 000 Artikel zu sensationellen Eröffnungspreisen!
Wer kann da noch mithalten?
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Ab Seite 8 erlahmt der Wortschatz dann ein wenig. Dabei war ich ehrlich gespannt, was die sich noch alles ausdenken. Ich bin zugegebenermaßen etwas enttäuscht. Dafür werde ich auf Seite 11 mit einem wunderschönen Deppen-Apostroph entlohnt, der tatsächlich hier in freier Wildbahn beobachtet werden kann: "Deutschland's große Badabteilung! jetzt auch für's Rhein-Main-Gebiet!"
Ja wer wird denn für sowas bezahlt? Alex meint, daß das nur eine Ingolstädter Werbeagentur verbrochen haben kann, stimmt aber nicht, die sind irgendwo aus dem Hintertaunus. Auch nicht besser.

Ich überspringe jetzt mal die Rückseite, obwohl es dort "Einfach unglaubliche Eröffnungspreise!" und eine "Einfach unglaubliche Auswahl!" in Sachen Teppichen gibt. Gegen die "reine Naturseide mit feinem Flor und wertvollem Seidenglanz" kann ich mit den ollen Urlaubssouvenirs meines ägyptenreisenden Großonkels ohnehin nicht mithalten und nehme mir nun das grüne Heft vor, das sich eher an meine Altersstufe richtet. Hinter der Titelseite mit den Anfahrtsskizzen findet nämlich die ultimative Hipness statt: MEGA STORE. "Junges Wohnen zum Mitnehmen oder Liefern lassen!" Das ist "Total Trendy!" Hier sind "Millionenwerte zig-fach bevorratet!"

Das sieht so aus, daß sich junge, nicht allzu keusch verhüllte Damen sich auf Sofas und Sitzsäcken räkeln oder gerade ihre Brille zurechtrücken. Die Möbel sind rot oder blau mit Stahlrohr. Junge Menschen lieben Stahlrohr. Junge Menschen blicken heutzutage unsicher in die Zukunft, daher benötigen junge Menschen zum Ausstaffieren ihres mobiliaren Umfeldes dringend zukunftsoptimistische Möbel. Und da kommt nur Stahlrohr infrage.

Neben der Rundung des knatschblauen Sitzsacks bekommt der Neugierige auch gleich einen Einblick in das Innere des Möbelgiganten. Aber wer da Möbel erwartet, der verlangt ein bißchen viel. Vor allem gibt es da Steine. Die bilden, zusammen mit ein paar Pflanzen der tropischen Zone und etwas Wasser den Vordergrund für ein "Bistro", das mit albernem Neonschriftzug als solches gekennzeichnet ist. Na gut, ein paar Möbel sieht man doch, nämlich die Tische und Stühle, auf und an denen die von der ganzen Latscherei ermüdeten Frauen (dort sitzen nur dauergewellte Mittvierzigerinnen) sich ausruhen können. Der Rest ist scheußliche Möbelhausarchitektur.

Wer die Angebote des MEGA STORE überblättert, findet sich in der ganz anderen Abteilung wieder: "Die besondere Art sich einzurichten" zeichnet sich vor allem durch mangelnde Farbigkeit in der Hintergrundgestaltung aus. Alles in Schwarzweißgrau, dafür hat die Schrift Serifen. Denn hier hat es "Erstklassige Marken zu super Eröffnungspreisen!" Auf das Ausrufezeichen hat man dann doch nicht ganz verzichten können, trotz aller Distinktion.

In der Mitte befinden sich vier Kästchen mit Bildern von etwas, das unter Kataloggestaltern ganz bestimmt "Wohnsituation" heißt. Also so ein Einblick in ein Zimmereckchen, und da stehen dann Möbel und ein paar Leute, die dafür bezahlt werden, tun so, als ob sie sich da wohlfühlen, während das kalte Studiolicht jedes Fältchen ausleuchtet.

Toll ist das Bild, das schwungvoll "Schlafen Exclusiv" untertitelt ist. Man weiß ja, daß es da, wo "exklusiv" mit ceh geschrieben wird, richtig teuer wird. Je mehr ceh, desto teurer. Chices ist teurer als einfach nur schickes. Aber zurück zur Wohnsituation: Eine Frau sitzt auf einem Bett und starrt einen nackten Hintern an. Einen Männerhintern. Man sieht auch was vom Rücken und von den Beinen. Und, daß er dunkelhaarig ist, sieht man auch. Am Hinterkopf! Was denkt ihr denn. Um die Szene noch etwas lebendiger zu machen, liegen die Kleidungsstücke von dem Mann um das Bett herum verteilt, die Frau ist jedoch komplett bekleidet, bis hin zu den hochhackigen Schuhen. Andersrum ginge das nicht. Nicht in dem Preissegment. Nachte Frauen sind billig, nackte Männer sind exclusiv. Wobei man die Unterzeile "Schlafen Exclusiv" in diesem Bildzusammenhang auch ganz anders interpretieren könnte, wörtlich nämlich.

Auf, noch eine Doppelseite, dann haben wir's geschafft. Hier gibt es nochmal ein paar Schnäppchen aus dem MEGA STORE, zum Beispiel "Preis-Hits aus unserer Bilder-Abteilung!" Michelangelo, Stein oder Blüte in den Größen OVERSIZED! und RIESIG! Auch toll: Moderne Klassiker mit verschiedenen Motiven und schwarzem oder blauem Rahmen. Ich sehe da zwar nicht nur verschiedene Motive, sondern durchaus auch verschiedene Stile und Künstler, etwa Kandinsky und Macke, aber ich muß das ja auch, sonst studier ich das falsche.

Mein Liebling nun befindet sich ganz unten auf der Seite. Die "Colonial Style Sonderschau". Da stehen also klotzige Ledersofas herum, wie sich irgendwer offenbar vorstellt, daß der Generalgouverneur von Tahiti mal eins hatte oder der Verwalter von Belgisch-Kongo. Allein diese Bezeichnung "Kolonialstil" führt ja ins moralische Abseits. Das Sofa heißt nun "3-Sitzer mit Rundung" und hat "massive Holzfüße kolonialfarbig", wobei man sich ja schon fragen kann, ob eine Kolonie eine andere Farbe hat als als ein Kolonialherr oder irgendein x-beliebiger Schurkenstaat. Wie kommt man dazu, etwas als kolonialfarbig zu bezeichnen?
Großartig dazu das Bild der exotischen Schönheit mit dschungelfeuchtem Haar. Was soll die da? Soll die zeigen, daß auch Opfervölker Spaß am Kolonialstil haben? Oder soll die den kleinen privaten Traum vom Kolonialherren veranschaulichen, den man sich mittels Kauf dieser Möbel erfüllen kann? Ich warte auf die protestierenden Massen, die gegen diese offensichtliche Verharmlosung des Kolonialismus vorgehen. Wo seid ihr, Massen? Kein Interesse?

Das war mein kleiner Rundgang durch die Möbelwerbung. Ich hoffe, es war für Euch genauso faszinierend wie für mich. Mir hat es sehr gefallen. Wenn ich da schon nicht mit der S-Bahn hinkomme und selbst kostenloses Vergnügen im Freien haben kann, so hab ich mich doch wenigstens auf diesem Wege ein bißchen beteiligt.

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off topic: Starkenburgring.

1.) Der heißt jetzt anders. Schon länger sogar. (So, wie Raider auch schon ziemlich lange Twix heißt. Ehm... Es heißt doch noch Twix und ist nicht wieder in irgendwas anderes umbenannt worden?)
2.) Der war nicht in GG, sondern in Dietzenbach, wenn du DEN Starkenburgring meinst, wo es Eigentumswohnungen mit 100 qm für < 30.000 DEM zu kaufen gab, weil in diesen hässlichen Hochhausblöcken eine Zeit lang kein Mensch wohnen wollte, der nicht auch einen Waffenschein und eine Nahkampfausbildung hatte...

(Ich habe mal iirc einen Teil von diesen Häusern in Vertretung bearbeitet, als ich noch für das Wohnungsamt anderer Leute Fehbelegungsabgabe festgesetzt habe... und ein Kollege von mir hatte da mal eine ETW... und das war definitiv beides in Dietzenbach... daher nehme ich mir hier mal ein wenig versuchsweises Klugscheißen heraus...)

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Ogott, Du hast natürlich recht. Dietzenbach. Herrje, diese Käffer sehen von Frankfurt aus alle gleich aus.

Womit ich zu dem erschreckenden Ergebnis komme, daß ich nichts, aber auch gar nichts in Groß-Gerau kenne.

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da gibt es doch die Südzucker und diese Lutschbonbonfabrik,
und die Südzucker stinkt jetzt bald wieder zum Himmel

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Aarrrggghhh. Danke, Andrea, köstliche Beschreibung einer Kampagne der Werbeagentur aus der Stadt der Literaten-Luden. Oder dann doch nicht und nur Taunus.

Eine derart penetrante Werbeaktion ist mir hier Frankfurt noch nie begegnet. So aufdringlich, dass ich unlängst gar meinen Blick weg von der vor mir radelnden Dame und dieser kleinen Fläche weißen Fleisches oberhalb ihres Hip-Jeans-Bundes hin zu diesem Segmüller-Plakat richtete, das an einer Bushalte unweit der Arena zum Großen Fressen prangte. Das Taxi, mit dem ich kurz darauf fast kollidiert wäre, hatte auch ein schickes, eher kommunismusfarbiges Poster auf seine Flanken geklebt.
Das Blättchen mit der ökologiefarbigen Wortmarke (oder ists der Balken darunter?) und dem massakerfarbigen Mehrheitseignern und Bilanzen wertete Segmüllers Griff nach der regionalen Möbelhegemonie als frontalen Angriff auf die Schweden, die nun nach Wallau und Hanau (prima mit ÖPNV zu erreichen, 2 h jede Strecke) eine dritte Front im Norden errichten wollen. Das ließe Schlimmes befürchten.

Im übrigen: Müßte es nicht kolonialfarben, statt -farbig heißen? Die neue Rechtschreibung, im Zweifel, läßt mich dumm fragen.
Warum eigentlich nicht direkt-imperialismusfarben?

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"Kolonialfarbig" klingt einfach noch ein bißchen mehr nach people who are smaller and darker than you, wie man so schön sagt. Was auch immer das Unterbewußtsein dem zuständigen Werbetexter eingeflüstert hat (bei vollem Bewußtsein kann man sowas vermutlich gar nicht machen): es verrät nix gutes über seinen Charakter.

Wußte gar nicht, daß der Schwede jetzt auch im rheinmainischen Norden plant. Weißt Du, wo genau?

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Die Tilly-Eiche steht zwar auf dem Schwanheimer Ufer, dort wo man sich für 40 Cent mit der Fähre nach Höchst übersetzen lassen kann. Ikea will sich wohl nicht hinter der Stadtmauer dieses einst fast schon mondänen, nun mehr und mehr trashigem Städtchens verschanzen. Man will vielmehr dem Verteibungsopfer der Europäischen Zentralbank, der Großmarkthalle, nach Nieder-Eschbach folgen. (Habe mich mit der Zeitung vertan: Es war die mit der Platz-an-der-Sonne-/Old-Times-Fraktura-Schrift. Obwohl: auch die FR schrieb was darüber)

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Schööööön!
Ich hatte leider diese Werbung nicht bekommen, hatte mich nur Über den Einsatz von Willy Astor bei der Radiowerbung gewundert. So ungemein bayerisch fürs hessische Weiterstadt. Habe vor 20 Jahren oder so W. Astor mal live gesehen, in einer ländlichen Kleinkunstbühne nördlich von München. Der Verdienst für die bajuwarischen Werbeschnaderhüpferln sei ihm gegönnt - naja, vielleicht nicht der Verdienst, aber immerhin das Geld. Ich habe auch früher auf bayerischen Kleinkunstbühnen gesungen und darf trotzdem immer noch nicht für Weiterstädtsche Möbelgigianten schnaderhüpfeln. Schade. Was habe ich auch immer son' komisches ausländisches Zeug gesungen! Obwohl, für den Kolonialstil könnt's ja vielleicht grade noch passen.
Aber im Ernst. Ich hab ein Auto. Wenn du dir das Drama von Nahem besehen willst, fahren wir einfach hin. Ich liebe Möbelgeschäfte. Beinahe nirgendwo sonst kann man so schön lästern.

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ähm, oute ich mich als sehr unwissend, wenn ich doof nachfragen muß, was Schnaderhüpfeln ist?
Ich hör ja keine Radiosender, die Werbung bringen, deshalb ist mit der Herr Astor entgangen. Da kann ich vermutlich froh sein, wenn die Werbung akustisch genauso aufdringlich war wie optisch. Akustisch bin ich nämlich viel empfindlicher. Ich halte ja schon normale Radiowerbung nicht aus.

Und sobald ich die demnächst verliehene Digicam wiederhab, können wir gerne mal eine Exkursion in den Möbeldschungel wagen. Außer Ikea und Wesner kenn ich noch nicht viel. Weil kaufen würd ich da eh nie was. Also fahr ich üblicherweise auch nicht hin, und auch sonst niemand, den ich kenne.
Aber so zum Besichtigen ist das natürlich was vollkommen anderes. For scientific purpose, sozusagen.

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Schnaderhüpferl.
Eine Lexikon-Definition muss ich schuldig bleiben. Das Online- Lexikon, das ich verwende, weiß auch nicht, was ein Schnaderhüpferl ist. Hier meine aus den Fingern gesogene und nicht wissenschaftlich überprüfte Definition:

Das Schnaderhüpferl:

Zwei bis vierzeiliger (Spott)-Vers
Gesungen zu einfacher, eingängiger Melodie
Text meist in Mundart
(Holladiriah Holladio oder jodelodel ist optional.)
Könner (auch die sterben aus) dichten und singen Schnaderhüpferl impromtu aus dem Stegreif - eventuell auch um die Wette oder gegeneinander.

Und wann da Mundart-Dichter koane Schnaderhipfal
Mehr dichtn tuat kenna,
Muaß der Ethnologe und der Philologe
Woanderst hi-renna.

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Da fehlen die Kunstpausen, die die Spannung erst erzeugen.

Und wann da ---- Mundart-Dichter koane ---- Schnaderhipfal
Mehr dichtn ----- tuat ---- kenna,
Muaß der ---- Ethnologe und der ---- Philologe
Wo ---- anderst hi ---- renna.

Und die jeweils erste Silbe nach dem ----- muss schnell ausgesprochen werden.

Ja. ich komme aus Bayern. Und seitdem ich Berlin kenne, bin ich auch stolz darauf.

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Danke für die Kunstpausen!!! Ohne die hat wirklich was gefehlt. Bin offenbar auch schon zu lange weg aus Bayern.

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...déjà vu
:)
und schon wieder vorbei.

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Die Segmeullersaurus-Exkursion

Oh ja der Segmeullersaurus giganteus bedarf dringend einer wissenschaftlichen Untersuchung und Artbeschreibung! Eigentlich treibt mich ja wenig in das Gewerbegebiet Weiterstadt, auch wenn es (gewerbesteuertechnisch frecherweise) direkt vor Darmstadt liegt. Aber bei einer Exkursion bin ich gerne dabei.

Marc

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Saurier-Forschung

Mein Beitrag zum Thema: Patriarchal-autoritäre Unternehmensunkultur. Jedenfalls in den Achtzigern, als mein Vater für eine Matratzenfabrik LKW gefahren ist und von den Lagerarbeitern hörte, dass der Segmüller gern mal mit Rausschmiss drohte für den Fall, dass es jemand wagen sollte, mit Gewerkschaft oder Betriebsrat oder sowas anzukommen.

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Segmüller hat seinen Stammsitz irgendwo in einer kleinen bayrischen Gemeinde. Dort gilt der Spruch: "Wenn Wahlen für Segmüller etwas ändern würden wären sie längst verboten" , wenn ich meinem "Hörensagen2-Informanten" glauben darf.

Marc

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Klasse Beschreibung des Prospekts...

den ich auch in der Zeitung hatte, und wegen des Überformats bald ins Altpapier getan habe. Als Einwohner von Arheilgen wohne ich nur ca. 5 km von Segmüller entfernt, habe es mir in den ersten Wochen angesichts der Staus aber tunlichst verkniffen, dorthin zu fahren. Übrigens liegt Segmüller ziemlich weit entfernt von allen S-Bahn-Stationen, aber inzwischen ist eine neue Straßenbahnlinie nach Weiterstadt geplant, die genau an dem Möbelhaus vorbeiführen soll. So ab 2010 kannst du also mit der Straßenbahn dort vorbeifahren :-)

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Achtung!

Nicht nüchtern hinfahren. Und nie allein!

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Segmüller-Update

Auch der Münte hat genau hingesehen.
(von hier)

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'einen hab ich noch'


hi,hi; kleiner Witz!wo geht's denn hier nachKönnen! , vor LACHEN!Übrigens mein Physiklehrer hatte noch den Witz auf Lager:Kunst kommt von Können und nicht von Wollen,sonst würde es Wulscht heißen! heiß, heiß, heiß...Ich wünsch Dir noch einen schönen Tag, Andrea.Bis denne,Hans  ...
[hadephy am 29.01.17 23:39]

For the (holy) sake of Fun! (or: just for Fun)


Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
[hadephy am 01.01.17 20:24]

American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


And I would conclude with some wisdom of my own, "well": 'Life isn't That complicated!'The most important goal then would be to have an appreciable agenda over the daytime!First a ball ( or what did Ms. Sanchez-Vicario say? :-) )... ...
[hadephy am 10.12.16 16:05]

...
Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
[EinGedanke am 13.09.14 11:27]

ich war schon wieder in china


 ...
[andreaffm am 12.08.14 17:04]

Ich erzähle was über den Mekong


 ...
[andreaffm am 04.06.14 23:06]

...
Ich erzähle was über Wien. flattr.com  ...
[andreaffm am 27.04.14 13:39]

...
Ist hier : www.wrint.de  ...
[andreaffm am 07.03.14 21:53]

...
DA freu ich mich drauf! :-)  ...
[m8 am 07.03.14 21:42]

...
Ich erzähle was über Burundi.  ...
[andreaffm am 06.03.14 21:34]



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