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„Die Höflichkeit gebietet, aussteigen zu lassen. Der Verstand gebietet, alle freien Türen zum Einsteigen zu benutzen“, sagte gestern der Stationsaufseher am Hauptbahnhof ins Mikrophon, als die S-Bahn auf Gleis 103 hielt. Was Höflichkeit und Verstand gebieten, klappt schon bei so simplen Alltagshandlungen wie Rolltreppefahren und Schlangestehen nur selten. Richtig schlimm wird‘s aber, wenns demokratisch zugehen soll. Inzwischen, das gebe ich gerne zu, verläßt mich die Höflichkeit zeitweilig zugunsten eines ätzenden Sarkasmus.

Ja was ist denn nun genau passiert?
Das war so: Am Dienstag wurde ein „Antrag vom an das Studierendenparlament zur Sitzung am 29.6.2004:“ [sic!] als ToP 10 neu eingebracht. Unter der Überschrift stehen die „AntragstellerInnen: Fraktion attac/is, Fraktion Jusos HSG, Fraktion Giraffen, Fraktion Demokratische Linke Liste, Fraktion Linke Liste“ und darunter wiederum: „Das Studierendenparlament möge beschließen: Konsequenzen für Kulturzentrum wegen Veranstaltung mit Thor Kunkel“. Darum geht es nämlich, daß wir Konsequenzen ziehen müssen. Nun folgt ein Text, der beschlossen werden muß, und darauf wiederum, auf anderthalb eng bedruckten Seiten, die Begründung. Teile der Begründung kommen mir aus dem FAZ-Artikel bekannt vor, andere Teile eher aus den AStA-Zeitungs-Artikeln. Aber fangen wir mit dem Antragstext selbst an:

<zitat>
„Aufgrund der Art und Weise der Durchführung der, sowie der Geschehnisse während und der Reaktionen auf Kritik an der Veranstaltung der studentischen Initiative „Kulturzentrum“ (KUZ) mit Thor Kunkel am 20. April 2004 im IG-Farben-Haus sieht das Studierendenparlament den Status des KUZ als vom AStA geförderte studentische Initiative massiv gefärdet. [Das sieht das Kulturzentrum genauso. Immerhin haben wir ja schon einen Abmahnbrief bekommen, der uns mit sofortiger Wirkung und ohne Begründung Raum und Gelder streicht und von den drei Vorständen Gianfrancesco, Dankert und Trenkel digital unterschrieben ist. Das geht so natürlich nicht, weil uns nur das StuPa irgendwas streichen kann, und unbegründet schon gar nicht. Das mit dem StuPa müßten wir uns halt dazudenken, sagt Christoph Dankert sinngemäß auf Nachfrage.] Das Verhalten der Verantwortlichen auf Seiten des KUZ im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung ist für das Studierendenparlament nicht hinnehmbar. [Daß für mich das Verhalten des AStA nicht hinnehmbar ist, spielt ja leider keine so große Rolle.]

Das Studierendenparlament fordert den AStA auf, die im Haushalt eingestellten Mittel für das KUZ mit sofortiger Wirkung einzufrieren und den Haushaltstitel zu sperren. Jenseits dessen wird das KUZ dazu aufgefordert binnen einer Frist von zwei Wochen alle geschichtsrevisionistischen Inhalte [d.h. unseren Ankündigungstext für die Lesung] von der Homepage zu nehmen, schriftlich zuzusichern zukünftig auf jede Form geschichtsrevisionistischer Äußerungen zu verzichten [was ich bisher nicht getan habe, werde ich bestimmt nicht zusichern, künftig nicht mehr zu tun. Das wäre ja ein Eingeständnis, daß ich‘s getan habe. Und das hab ich nicht.], sich also öffentlich von Form und Inhalt dieser Veranstaltung zu distanzieren sowie personelle Konsequenzen aus dem Vorfall zu ziehen und den für die Veranstaltung verantwortlichen Personen das Vertrauen zu entziehen. Die verantwortlichen Personen werden zum Rücktritt aufgefordert. [Das ist nun der Teil, der meinen rollensollenden Kopf betrifft. Das Kuz muß: personelle Konsequenzen ziehen, Vertrauen entziehen und Leute müssen zurücktreten. Gleich drei Wünsche auf einmal, hätte eins davon nicht gereicht?]

Nach erkennbarem Einlenken [bei einem derartig erkenntnisbefreiten AStA als einlenkend erkannt zu werden dürfte ein hartes Stück Arbeit werden] der Verantwortlichen [ich dachte, die müßten zurück/aus/wegtreten - und nicht einlenken. Oder meint einlenken weglenken? Aber ich lenke ab.] empfielt das Studierendenparlament dringend dem AStA, erneut Gespräche zur Wiederbewilligung von studentischen Mitteln mit dem Kulturzentrum aufzunehmen. Wird innerhalb der genannten Frist kein glaubhaftes Entgegenkommen [oh Ungläubige! wie weit müssen wir glaubhaft entgegenkommen, um erkennbar einzulenken? Erst wenn der Abtrünnige austritt, der Weggetretene abgelenkt ist?] der KUZ-Verantwortlichen wahrgenommen werden Haushaltstitel „KUZ“ gestrichen und dem Projekt der Status „Institutionelles Projekt der Verfassten Studierendenschaft“ aufgehoben. Ferner wird der AStA beauftragt eine Veranstaltung zum Thema Gedenkkultur in Zusammenarbeit mit dem Fritz Bauer Institut und der Initiative Studierender am IG Farben durchzuführen.“ [Beim letzten Gespräch am 2.6. wurde noch das KUZ mit einer solchen Veranstaltung beauftragt. Inzwischen ist man wohl zu der Erkenntnis gelangt, daß man solche Revisionistensäcke wie uns mit einem solch sensiblen Thema nicht alleinlassen kann. Vielleicht haben sie ja recht damit. Aber bei dem Gedanken, den AStA damit alleinzulassen, fühle ich mich auch nicht ganz wohl. - By the way: Hat Herr Gianfrancesco den Herrn Brumlik schon angerufen?]
</zitat>

So sieht das also aus, und das ist nur die erste Seite, bei der jemand den Zeilendurchschuß-Regler ziemlich weit aufgedreht hat. Unter der Überschrift „Begründung:“ folgt nun eine ausführliche welche. Der erste Abschnitt heißt: „Die Kunkel-Lesung und ihr Kontext. Daraus nur der letzte Satz:

<zitat>
„Bedacht oder unbedacht, fügte sich die Veranstaltung samt Ankündigung, Datum und Örtlichkeit als ein weiterer Mosaikstein in einen Diskurs, einen Schlussstrich unter die öffentliche Debatte und Auseinandersetzung mit der Shoa zu ziehen, bzw. sie zu entproblematisieren.“
</zitat>

Wie sie darauf kommen? Sie können nicht lesen. So einfach ist das manchmal. Sie haben meinen Blogtext überflogen aber nicht verstanden. Oder wollen ihn nicht verstehen. Was weiß ich. Ich hab mir den Mund fusslig geredet, ich hab‘s ihnen im Parlament zu erklären versucht, aber nichts hat‘s genutzt. Ich hätt‘s genausogut dem Betonpoller vorm Haus erklären können. So kommt es also zu ihrer Sicht der Dinge:

<zitat>
„Da das KUZ bis zu diesem Zeitpunkt nicht mit (politisch mehr als fragwürdigen) Veranstaltungen dieser Art aufgefallen war, war man seitens der Studierendenvertretung reichlich entsetzt, als man davon erfuhr. [Nö, war man nicht. Ganz einfach deshalb, weil zu diesem Zeitpunkt die Studierendenvertretung auf dem Podium saß und die Veranstaltung moderierte. Das war nämlich euer Vorgänger. Damals wart ihr noch gar nicht im Amt. Und als ihr dann ins Amt kamt, war die Veranstaltung gelaufen, ohne daß einer von euch dagewesen wäre. Dafür beißt ihr euch jetzt in den Hintern, ich weiß. Ist ein echtes Glaubwürdigkeitsproblem.] Auch in den Medien fiel die Reaktion einhellig und heftig aus. [<ironie>Jaja, und wie. Die Feuilleton-Aufmacher waren voll damit. Schirrmacher in persona traktierte mich tagelang mit Telefonanrufen. Vor meiner Haustür patroullierten die Personenschützer. Tilman Jens stand eines nachts in meinem Badezimmer. </ironie> Leut, ihr spinnt ja wohl - zwei kleine Rezensiönchen in der Seitenspalte. Von zwei gelangweilten Kulturredakteuren des Lokalfeuilletons.]

Der AStA entschied sich daraufhin zu allererst, eine inhaltliche Stellungnahme von den Organisatoren des Kulturzentrum zu fordern. Es kam schließlich zu einem gemeinsamen Gespräch [Bitte? Wir haben mal so ein lockeres Meet&Greet vereinbart, bis plötzlich diese Gruppe Schwarzgekleideter mit gezücktem Schreibzeug in den Raum platzte, sich uns gegenüber aufreihte und gespannt unsere Stellungnahme zum „Fall KUZ“ erwartete. Bis dato hielten wir uns immer für eine studentische Initiative, nicht für einen „Fall“.] Aber auch dieses blieb ergebnislos. [Bis auf die Tatsache, daß wir euren Vorschlag einer Diskussionsveranstaltung für gar nicht übel hielten und ihr uns gefragt habt, ob wir euch nicht was hübsches zum AStA-Sommerfest beisteuern könnten. Ich nehme mal an, zweiteres ist hiermit gestorben.] Das Kulturzentrum sah keinen Grund, sich von der Kunkel-Veranstaltung zu distanzieren, noch sich für den gewählten Veranstaltungsort und -tag in Zusammenhang mit dem Thema zu entschuldigen. Zwar räumten die Veranstalter schließlich ein [da ist es wieder: dieses „schliesslich“, das immer so danach klingt, als hätten wir erst nach Daumenschraubenbehandlung und drei Tagen Streckbank zugegeben:], dass das Datum ein unabsichtlicher Fehlgriff gewesen sei[das steht auch deutlich in meinem Blog, das ihr ja alle gelesen habt.]. Dennoch spricht das KUZ weiterhin von einer „bösartigen Verleumdung“ und sieht in der Reaktion des AStA und der Medien allein den Versuch, die Diskussion um Kunkels umstrittenes Buch am IG-Farben-Haus aus der „Öffentlichkeit zu verdrängen“, obwohl gerade die Universität „ein Ort des kommunikativen Handelns“ sein müsse. Weiterhin stand das KuZ zu seiner veröffentlichten Intention [diese „veröffentlichte Intention“ ist immer noch mein Blog - also wie nun: gelesen oder nicht?] der Veranstaltung: „diesen Ort und diesen Tag neu zu besetzen mit einem anderen, kritischerem Umgang, denn hier und heute darf keine Bühne geboten werden für Denkverweigerer, die nichts aufbieten können als ihre ewig-gestrigen eingeübten Dumpfreflexe.“[Daß ihr euch diesen Schuh anzieht, finde ich beachtlich. Ich frage mich nur, wie die rechten Schuhe an zwei linke Füße passen sollen.]
</zitat>

Der nächste Abschnitt heißt „Ausbleibende Distanzierung“, da heißt es:

<zitat>
„(...) Ohne eine deutliche Distanzierung der verantwortlichen Organisatoren und deren Eingeständnis einen folgenschweren Fehler begannen [sic! überall sic! ich kann gar nicht soviel siccen wie ich möchte, dann wär der Text unleserlich] zu haben, kann die Studierendenvertretung es nicht ausschließen, dass weitere Veranstaltungen dieser Art mit ähnlich verheerenden (geschichtsrelativierenden) Folgen als finanzieller Unterstützer bzw. Mitveranstalter folgten. [Also bisher haben wir immer alles getreulich beim AStA angemeldet. Natürlich können wir nicht immer alles bei allen bisherigen und zukünftigen ASten anmelden, denn so eine Zeit, die ist ganz schön linear und Interaktion ausschließlich in einem schmalen Fenster namens Gegenwart möglich. Mal so prinzipiell.]
(...)
Trotz zahlreicher Bedenken auf der Seite des AStA, damit eine Fortsetzung der in vielerlei Hinsicht durchaus lobenswerten kulturellen Arbeit des KuZ zu gefährden, sah die Studierendenvertretung keine Alternative zu dieser Entscheidung, nachdem das KuZ nachhaltig und in gemeinsamen Gesprächen [wieviele Gespräche sollen das denn gewesen sein? Ich kann mich an eins erinnern - dann kam der Horst-Mahler-Artikel auch schon ins Haus geflattert] ohne Erfolg aufgefordert worden war, sich von der Veranstaltung mit Kunkel zu distanzieren. Ebenso wurde eine Entschuldigung gegenüber den Opfern des Holocaust strikt zurückgewiesen. [Kann mir da mal bitte jemand die Gesprächsnotiz vorlegen?]
</zitat>

Die nächste Abteilung heißt nun „Vorwürfe der Opposition“.

<zitat>
„Die Vorwürfe der Opposition, es handele sich seitens des AStA um ein „Meinungsdiktat“ gegenüber „kritischen Stimmen“ (Pressemitteilung der Grünen-Hochschulgruppe) [Hurrah! eine Quellenangabe! Und ich hab gedacht, der AStA wüßte gar nicht, was das ist] oder parteipolitisch motivierten Kürzungen, sind wie sich zeigt gegenstandslos. [Wie sich zeigt, vielleicht. Aber wie sich sagt, hörte es sich aus dem Munde Herrn Gianfrancescos gegenüber Frau Nicole „die Furie“ Hohmann anders an. Etwa so: „Ihr seid doch selber schuld an dem Ärger, wenn ihr dem Falk (Ex-Asta-Vorsitzender) Tür und Tor öffnet.“ Falk ist nämlich Herrn G.s Intimfeind und macht leider bei uns mit.]
(...)
Der AStA bedauert die Entwicklung. Er hat sich deutlich um eine einvernehmliche Lösung bemüht [erkennbares Einlenken? glaubhaftes Entgegenkommen? Wenn das so aussieht, dann können wir das auch. Davon bin ich überzeugt. Ich denk mir schonmal nen schönen Nazi-Vergleich für euch aus, Herr Vorsitzender, Herr Referent. Und in der dritten April-Ausgabe gibt‘s dann Saures auf zwei Doppelseiten. Damit man auch wirklich sieht, daß wir uns Mühe geben.] - leider ohne Erfolg [Ihr seid jetzt in den Medien - ist das nix?]. Darüber hinaus möchte sich der AStA als finanzieller Unterstützer der Lesung von Thor Kunkel bei denen entschuldigen, die diese Veranstaltung als Verletzung empfunden haben. Insbesondere vor dem Opfern des Nationalsozialismus würden wir eine derartige Veranstaltung an dem gegebenen Tag und Ort gerne ungeschehen machen. Da dies leider nicht möglich ist [ich weiß, die Linearität der Zeit. Ist blöd, ich kenn das.], klärt der AStA zur Zeit Möglichkeiten einer symbolischen Unterstützung ehemaliger ZwangsarbeiterInnen. Wir hoffen aber alles in unseren Kräften unternommen zu haben, damit sie sich nicht mit Geldern der Studierendenschaft wiederholt.“
</zitat>

Und noch eine schöne Stilblüte am Ende, das Sprachwerk bekränzend. Meine Güte, das suggeriert ja, als schließe das KUZ die Luftschutztür seines Hauptquartiers vor den andrängenden Massen wütender ehemaliger ZwangsarbeiterInnen, die aufgebracht eine Entschuldigung verlangen. Wenn einer käme, ich würde mich entschuldigen. Bei ihm. Persönlich. Und nicht beim AStA oder Costantino Gianfrancesco oder Alexander Witzig oder sonstwem, der sich hinstellt und sich zum ZwangsarbeiterInnen-Sprachrohr und Stellvertreter auf Erden erklärt. So ist das. Freßt es oder verschluckt euch dran.

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Wie alt sind diese Leute?

Wissen Sie, so eine Art hab ich das letzte Mal 1988 erlebt, von einem altstalinistischen Schuldirektor, dem aber dann Leute von der Uni entgegengetreten sind. Damals ging es sogar ein bissl um meine Zukunft, aber selbst damals war deren Zeit mehr oder minder abgelaufen. Jetzt sowas, es kommt mir wie eine Parallelwelt vor.

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die sind so

ich glaub 23 bis 25. Richtig viel Altstalinismus dürften die also nicht mitbekommen haben. Ich zwar auch nicht, aber ich hab so eine Vorstellung davon, und die gefällt mir gar nicht.

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Also zwei von diesen Leuten sind so etwa im 40. Semester.

Allerdings sitzen beide nicht im AStA.
Einer sitzt vielmehr seit Jahren in der Jura-Klausuren-und-Hausarbeiten-Sammlung.

Ein paar von diesen Leuten sind sogar nur 20-22 Jahre alt.

Stalinismus ist das eigentlich auch nicht. Ich denke da mittlerweile eher an eine Art "frühen Robbespierrismus" [VOR der terreur-Verherrlichung].

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Vielleicht sollten wir hier den BEgriff des Jung- oder Nachwuchsstalinisten prägen? Falsch wäre es wahrscheinlich nicht.

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...

Zum Benehmen der AStA-Nomenklatura selbst gibt es kaum etwas zu sagen. Das ist schlechtester Stil und hier kann man ihnen nur ausreichend Durchhaltevermögen wünschen. Ich selbst weiß einmal die Arbeit des KuZ zu schätzen, dann stehe ich aber auch (das Malheur des Zeitpunkts ausgenommen) hinter dem Konzept solcher Konfrontationsevents. Diese Augen zu und in die Ecke scheißen Mentalität einiger Teile der Linken war mir stets zuwider und in dem Versuch des KuZ die offene Auseinandersetzung und Konfrontation mit solchen Kulturwarenproduzenten zu suchen, die sich in fragwürdiger, unkritischer und verherrlichender Form auf die dunkelsten Tage deutscher Geschichte beziehen, sehe ich um Längen mehr Mut und demokratisches Grundverständnis als in den Verbots- und Fahneneidsschreiereien plus wohlfeiler Lippenbekenntnisse von Gianfrancesco & Co.

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Der "Ihr seid doch selber schuld..."-Rechtfertigungs-Trick

„Ihr seid doch selber schuld an dem Ärger, wenn ihr dem Falk (Ex-Asta-Vorsitzender) Tür und Tor öffnet.“

Hm, während der Michel Friedmann-Debatte letztes Jahr hatte ich gelernt, dass Sätze mit diesem Tenor ("Die Juden sind ja selber schuld, wenn...") antisemitisch sind.

Dank dieser ganzen Diskussion weiß ich jetzt, dass es ein Buch namens "Endstufe" gibt. Immerhin etwas. Sind eigentlich Naturwissenschaftler im Studentenparlament?

Marc

(Eigentlich wollte ich ja meinen (echten) Namen verwenden, aber die Registrierung scheint nicht zwischen Usernamen und Login-Namen unterscheiden zu können.)

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Könnte mir jemand

erklären worauf der Asta da hinaus will. Ruhm und Ehre? Geht es um Geld? Sex?
Oder weiß das schon niemand merh so genau?
Danke
Bye Helmut

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Fachbereichsanteile im StuPa

Gesamt (Koalitionsfraktionen): 21 (11) / 20 (10) stv. Mitglieder [ein Koa-stv. hat im Frühjahr sein Mandat niedergelegt; damit ist ein stv. offen] ,

Fb 1 JuristInnen: 4 (3) / 7 (4)
Fb 2 WirtschaftswissenschaftlerInnen: 1 (0) / 0 (0)
Fb 3 GesellschaftswissenschaftlerInnen: 3 (3) / 5 (3)
Fb 4 ErziehungswissenschaftlerInnen: 1 (0) / 1 (0)
Fb 5 Psychologie/Sport: 2 (0) / 0 (0)
Fb 6 Ev. Theologie: 0 / 0
Fb 7 Kath. Theologie: 0 / 0
Fb 8 Philos./Gesch.: 1 (1) / 1 (0)
Fb 9 Sprach-/Kulturwiss.: 2 (1) / 0 (0)
FB 10 Neuere Philol.: 2 (1) / 1 (1)
Fb 11 Geowiss./Geogr.: 0 (0) / 0 (0)
Fb 12 Mathe: 0 (0) / 0 (0)
Fb 13 Physik: 1 (0) / 1 (0)
Fb 14 Chemie/Pharmazie: 0 (0) / 1 (0)
Fb 15 Bio/Informatik: 2 (1) / 2 (1)
Fb 16 MedizinerInnen: 2 (1) / 1 (1)

... proudly presented by the Politik-Statistikfreak of the StuPa

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Was der AStA will?

Gute Frage. Dem Antrag nach in erster Linie wohl einen Kopf. Eventuell mehrere. Der Rest ist wohl mehr oder minder Verhandlungs- oder Auslegungssache.

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"wohlfeil"

Naja... das mit dem "Wohlfeilen" ist so eine Sache... die FR zitierte den werten Vorsitzenden wörtlich mit dem nicht sonderlich wohlfeilen Ausdruck "Scheiße" in einem Artikel aus dem letzten Monat.

Und der Ausdruck ist von ihm nach meiner Erinnerung nicht nur ein Mal und nicht nur in diesem Kontext gefallen.

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offenbar will

der AStA mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Zuallererst mal die Profilierung als Hüter des antifaschistischen Konsens, den sie ja so eisern verteidigen. Diese Profilierung gern auch öffentlich - sie haben ja die erste Pressemeldung zum Thema rausgeschickt. Und da sind wir bei Fliege Nummer zwei: der Öffentlichkeit, sprich: Medien. So wie jede siebzehnjährige Praktikantin später "in die Medien" will, will das auch der Vorstand. Das Selbstbild, das ihnen da vorschwebte, ist eines als Kämpfer auf der Seite des Wahren, Linken, Guten. Das ganze wird dann durchgezogen auf Kosten eines Projektes, das in ihren Augen ein "grünes" ist, sprich: Zu der Zeit gegründet, als die Grünen noch den Vorstand stellten. Das einige von uns in der Grünen Hochschulgruppe sind, macht die Sache nicht besser.

Die eigene Stilisierung als Antifaschisten bringt sie auch immer wieder dazu, auf das "eigentliche Thema" zurückzukommen: Auf das Buch und den Autor. Heißt: Man kann nicht wirklich mit ihnen verhandeln. Kaum bringt man was auf, was aus unserer Sicht ungerechtfertigt ist, kommt die große Keule: "aber ihr habt einem Revisionisten ein Podium gegeben!" - was natürlich viel, viel schlimmer ist als die paar Formfehler, die dem AStA so unterlaufen. Denn sie sind überzeugt davon, in der Sache recht zu haben.

Das sie sich gerade durch ihr eigenes Verhalten vollkommen disqualifizieren, sehen sie nicht oder wollen sie nicht sehen.

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@bornheimer:
Danke. Als Biologe hatte ich (allerdings nur in der Fachschaft an der TH Darmstadt) solche Antifa-Debatten nie erlebt und auch nicht den Eindruck, dass wir solche dogmatischen Studentenvertreter hatten. Deswegen mein Verdacht, dass das eine "Spielwiese" anderer Fachbereiche ist.

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Der Punkt ist - denke ich -

dass es eben gar keine AntiFa-Debatte IST, sondern höchstwahrscheinlich eine persönliche Kiste - wie Andrea schon dargelegt hat.

Für die AStA-Koalition sitzen auf den "Hauptplätzen" zwar drei GesellschaftwissenschaftlerInnen im StuPa und drei GeisteswissenschaftlerInnen. Aber eben auch drei Juristen und zwei Naturwissenschaftler (oder sagen wir mal meinetwegen "Empiriker", da ich da Medizin mit reinrechne).

In der stärksten Fraktion, der Koalition, der Fraktion der "Giraffen", sind ausschließlich Juristen und Mediziner (3+1). Und aus eben jener Fraktion der Giraffen kam vor iirc drei StuPa-Sitzungen die Äußerung, dass sie auf getrennten Listen für die AStA-Zeitung bestünden (obschon es für zwei Plätze auch nur zwei Kandidaten gab, davon ein Grüner für die Opposition), weil eines ihrer Mitglieder mit hochrotem Kopf betonte, dass es "nie wieder einen Grünen wählen müssen" wolle.

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Es ist eine Sauerei, wie diese Leute mit Ihnen umgehen. Aber das ist überall zu beobachten, jeder, der Initiative zeigt, wird bei der ersten Gelegenheit fertiggemacht. Lassen Sie sich bloß nicht entmutigen.

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Hmm...

@bornheimer

Wirklich keine AntiFa-Debatte?

Also ich habe eher den Eindruck das es gerade die typische Form von
"Debatte" ist.
Abkanzel und Niedermachen, aber bloß nicht wieder auf die Füße kommen lassen und beim Schlagen möglichst niedrig halten.
Selbst in Auseinandersetzungen, wo man nun wirklich die besten Argumente für sich verbuchen kann, bzw. wo es wirklich nur um sachliche Themen gehen sollte, ist das doch üblich.

Die Sprache spricht doch recht deutliche Worte.

Gruß chos

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ja, das ist das problem.

wenn ich das gefühl hätte, es ginge wirklich um was. wenn denen echt was dick im magen hängen würde.
aber diese hysterie schon wieder. dieses geschrei, diese unsachlichen vorwürfe. streitkultur ist was anderes. streitkultur war vielleicht mal vor den zeitungsartikeln, danach unrettbar perdu.

und dank an shelog und all die netten wünsche, die ich im eifer des gefechts vielleicht manchmal übergehe.

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@chos

Nicht überall, wo AntiFa als Etikett draufgepappt wird, ist auch AntiFa drin.

Ebenso wie da, wo attac draufsteht, nicht unbedingt basisdemokratische außerparlamentarische Globalisierungskritik drin sein muss.

Unter Antifaschismus verstehe ich persönlich die Gegnerschaft zu Faschisten und ihren Theorien (oder was sie dafür halten). Nicht die persönliche Gegnerschaft gegen jemanden, der einem in einer Sache contra gibt und dem man im Nachhinein dann die Worte zu einer anderen Sache im Mund herum dreht, um dann darauf das Etikett "revisionistisch" draufpappen zu können, weil man irgendeinen Grund (egal welchen - wäre es nicht "revisionistisch" fände sich bestimmt ein anderes Etikett...) für den Einsatz finanzieller Keulen braucht.

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Also ich...

ziehe schon eine deutliche Grenze zwischen "Antifaschistisch" und AntiFa.

Aber ich habe sowieso schon ein deutliches Problem mit dem Begriff "Antifaschistisch", bzw. "Faschistisch" und in der Form, wie er durch die entsprechenden Gruppierungen meistens gebraucht wird.
Denn für mich ist faschistisch und rechtsradikal nicht ein und das selber, zumindestens nicht zwangsläufig.

Aber das ist natürlich eine Definitionsfrage, nur denke ich nicht das, die AntiFa-Bewegung diese dfinieren kann.
AnitFa ist in meinen Augen aber auch schon so ein Art Markenzeichen für ein bestimmte Ideologie.
Vielleicht so etwas wie eine Sekte?!?! ;)

In der Wikipedia steht übrigens eine sehr schöne Beschreibung von Faschismus.

de.wikipedia.org

Gruß chos

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Heute frisch geklaut...

"...Es gibt auch eine andere Seite: Traditionell mischen die Asten lieber in der großen Politik mit, als sich um die kleinen Sorgen und Nöte der Studenten im Campus-Alltag zu kümmern. Gern reiben die studentischen Parlamentarier sich in Grabenkämpfen auf, schachern um Pöstchen, brauchen oft Monate, um überhaupt einen Asta zu bilden. Wenn sie dann noch das Geld ihrer Zwangsmitglieder mit vollen Händen verprassen, ist die Glaubwürdigkeit vollends im Eimer.

"Basisnähe", von der gerade linke Studentenvertreter in der Theorie schwärmen, sieht anders aus. Und fehlt es am Rückhalt aus der Studentenschaft, dann haben Landesregierungen auch mit den abstrusesten Ideen leichtes Spiel - nennenswerter Widerstand ist ja nicht zu erwarten..."

Das paßt so gut, dachte ich so bei mir das mußt Du koppieren.

Ach ja, Quellenangabe:

www.spiegel.de

Gruß Chos

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Der AStA bedauert die Entwicklung...

...Er hat sich deutlich um eine einvernehmliche Lösung bemüht" wenn ich mir die Vorgeschichte so ansehe, dann muß dieser Satz ironisch gemeint sein.

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Vielleicht ist das auch nur Zeugnissprache?

Da hat "bemühte sich" ja eine ganz besondere Bedeutung.

In dem Fall wäre es allerdings eine so bewundernswerte Selbsterkenntnis, dass ich sie mir bei diesem AStA nicht wirklich vorstellen kann...

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und das

"deutlich" bedeutet dann, daß er's jedem penetranterweise auf die Nase binden muß, wie sehr er sich bemüht.

Wenn die Herrschaften sich später mal ihre Arbeitszeugnisse selbst schreiben müssen, dann gut' Nacht. Da helfen auch die Textbausteine für Revolutionsflugblätter nicht weiter.

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[hadephy am 29.01.17 23:39]

For the (holy) sake of Fun! (or: just for Fun)


Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
[hadephy am 01.01.17 20:24]

American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


And I would conclude with some wisdom of my own, "well": 'Life isn't That complicated!'The most important goal then would be to have an appreciable agenda over the daytime!First a ball ( or what did Ms. Sanchez-Vicario say? :-) )... ...
[hadephy am 10.12.16 16:05]

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Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
[EinGedanke am 13.09.14 11:27]



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