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Über die Belgier macht man ja viele Witze, und ihr Land gilt ansonsten als eher langweilig. Bevor ich das erste Mal nach Belgien kam, wußte ich auch nicht recht, was mich erwartet. Vielleicht eine ähnliche Ödnis wie in Schweden. Aber weit gefehlt, Belgien ist wunderbar und die Einwohner ein ganz entspanntes Volk, außer im Stadtverkehr, da lassen sie eher ihre italienische Seite heraushängen. Vor allem die Wallonen geben sich gern südländisch. Ich hab trotz der Huperei hinter mir in Ruhe rückwärts bergauf eingeparkt, was soll ich auch machen? Da war was frei und gleich daneben das Hotel. Sowas gibt man nicht mal eben auf, weil drei Hektiker unbedingt sofort durchmüssen. (Zugegeben, nach den badewannengroßen Schlaglöchern auf der linken Spur der sogenannten "Autobahn", praktischerweise im Brückenschatten versteckt, und der seltsamen Abfahrt nach links, auf die ich auch nicht vorbereitet war, war ich eh einigermaßen abgebrüht und aufs Schlimmste gefaßt.)

Hier in Schaarbeek sind die Häuser nur dreistöckig, mit rostigen Eisenbalkonen und abblätterndem Putz. Davor stehen nackte gestutzte Platanen. Das ganze ist gepflastert mit Döner-Imbissen, ein bißchen wie im Gallus. Aber sobald man unter dem Innenstadtring hindurchgefußgängertunnelt ist, ein paar Bürobauten und eine Kathedrale hinter sich gelassen hat, beginnt schon die Innenstadt. Die Touristendichte steigt immens, aber nicht ganz so schnell wie die Schokoladengeschäftdichte. Was da pro Quadratkilometer geht, da setzt Brüssel wohl einen weltweiten Standard, der kaum zu überbieten ist. Alle drei Meter: Schokoladenosterhasen glotzen dich an. Schokoladenverkäuferinnen greifen mit Zangen nach Pralinen. Schokoladenbrunnen sprudeln.

Uns steht es nach deftigerem, aber weil ich nicht im Stehen Fritjes essen will, setzen wir uns hin und essen Fisk und Mosselen. Es gibt in der Innenstadt zwei Gassen, da gibt es bergeweise Fisk und Mosselen, und das steht auch auf der Straße auf Eis herum, in hübschen Mustern, Kellner stehen am Eingang und belabern einen, die Preise sind teuer und die Asiaten drängen sich. Geht man um die Ecke, ist die Gasse gleich weniger beschaulich, die Kellner weniger aufdringlich, es gibt immer noch Fisk und Mosselen, aber für deutlich weniger Geld. Wir haben das Restaurant praktisch für uns. Der Berg Mosselen ist riesig, der Lachs buttrig zart.

Mitten in der Innenstadt gibt es außerdem eine sehr schöne Einkaufspassage, ein wenig wie die Burlington Arcade in London, nicht ganz so prächtig wie die Galleria Vittorio Emanuele in Mailand. Neben den üblichen schönen Geschäften (Hutladen, Handschuhladen, Schokoladenladen) ist an der nördlichen Ecke der Galerie du Roi auch ein Café, das Café Arcadi. Obwohl noch voll des guten Fisches und der Mosselen, beschließen wir einen Abstecher ins Café, die Tortentheke liegt gar so üppig und breit auf unserem Weg.

Eine gute Entscheidung. Meine Weiße-Schokoladen-Torte mit Aprikosenkonfitüre ist eine echte Bombe, dazu die Heiße Schokolade des Hauses, man gönnt sich ja sonst nichts. Die Kirschtarte scheint auch nicht übel zu sein. Außerdem ist das eins dieser Cafés, bei denen die Besitzer anscheinend den Nerv hatten, über fünfzig, sechzig Jahre lang einfach mal nichts zu ändern. Oder nur wenig. Das hat diese angenehme Angeranztheit, wie man sie von Wiener Kaffeehäusern kennt, diese Patina der Jahrzehnte, dieses dezidiert Unperfekte. Dazu ist der Frankfurter an sich ja scheinbar nicht fähig. Ein Café an einer der wichtigsten Luxuseinkaufspassagen wäre entweder ein Kettenblödsinn mit Konzept oder Minimalismus in Stahl und Leder zu völlig überzogenen Preisen.

Der Heimweg ist dann bestimmt von Ausrufen des Jammers über die Völlerei und das pralle Gefühl um die Körpermitte. Kurz: Wir rollen. Rollen heim ins Hotel. Fallen um. Fertig. Draußen hupen ungeduldig ein paar Autos, vielleicht parkt gerade wieder jemand ein.

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Schoki

Ah Bruxelles...

Ich hätte noch einen Tip, was die Schokolade angeht: Pierre Marcolini

Dort werden die Pralinen mit solcher Ehrfurcht wie beim Juwelier präsentiert. Das hat durchaus großen Unterhaltungswert und weckt auch wiederum Achtung vor den Maßstäben, die dort an die Qualität gelegt werden. Glücklicherweise halten sie den Anspruch.

An Restaurants sehr zu empfehlen: www.tabledemamy.be

Viel Vergnügen in dieser ganz unschwedischen Stadt. Ich wäre gerne mal wieder dort.

Cordialement
Maurice Lagesse

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Danke, Marcolini hatte ich auch im Visier. Ich überlege schon, eine kleine Auswahl mitzubringen und durchzutesten. (Eher die, die man hier nicht unbedingt bekommt.)

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Ich bin bekehrt!

M9 nebst Linse sind jeden Cent wert, das Ergebnis überzeugt selbst auf dem PC-Monitor bei nur 420 Pixeln Breite. Chapeau!

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Oh, danke. Die Tage lad ich noch ein paar perfektionistisch polierte Dateien ins Fotoblog, da kannste dann in voller Breite gucken. (Bisher macht es vor allem nachts Spaß, und in Gebäuden. Je dunkler, desto besser.)

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Da bin ich aber mal gespannt!

Heute oder morgen wird auch meine neue Kamera eintreffen, und ich bin schon ganz zappelig vor Vorfreude auf selektiv-scharfe Lichtspiele bei schummeriger Beleuchtung, die mir die ansonsten praktische Immer-dabei-Kompakt-Knipse leider aus physikalischen Gründen verwehren muß. Eine lesenswerte Geschichte über eine Liebe auf den zweiten Blick mit der M9 und deren lichtstarken Optiken findest Du übrigens hier.

Etwas ängstlicher als Du bin ich freilich hinsichtlich der Veröffentlichung von Fotos mit (erkennbaren) Menschen drauf (siehe hierzu diesen Aufsatz). Aber eben die machen ja einen wesentlichen Reiz aus bei der Reise- und Reportagefotografie...

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So schöne Freistellungen gingen ja früher auch schon, nur ging es mit den ersten Digicams verloren, weil die so kleine Sensoren hatten. Die Physik kann man ohne Vollformatsensor und mit kleinen Blendenöffnungen eben nicht überlisten.

Nachtrag: Das kommt davon, wenn man nebenbei kommentiert und nach 10 Minuten erst fertig ist.

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Eben. Drum kommt ja heute (oder morgen) der Vollformat-Body ins Haus, an dem mein lichtstarker Objektivpark aus analogen Zeiten nach einer Dekade Dornröschenschlafes wieder zu neuem Leben erwachen wird! :-)

Natürlich war schon früher vieles möglich, aber im digitalen Zeitalter kann man sich auch mangels Folgekosten mannigfaltige Experimente erlauben, die man sich früher aufgrund der teuren Filme zumeist verkniffen hat...

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Zonebattler, das mit den Menschen ist ein Problem. Einer der Vorteile der Leica ist, daß einen mit so einem mickrigen Ding niemand richtig ernst nimmt. Ich versuche jedenfalls, die Kamera nicht zu verstecken, sodaß jeder weiß, was ihn erwartet, wenn er mir vor die Linse läuft. Den wenigsten macht es etwas aus, und wer mir zu verstehen gibt, daß er nicht fotografiert werden will, dann wird er eben nicht fotografiert. Eine letztgültige Lösung gibt es aber wohl nicht. Das meiste ist wohl Höflichkeit.

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Unauffällig Leute zu fotografieren kriege ich schon auch hin, dank des Schwenkdisplays gucke ich nämlich u.U. ganz woanders hin als mein Objektiv, auch das erregt im Allgemeinen keine Aufmerksamkeit. Und höfliches Fragen ist auch kein Problem, wenngleich nicht immer praktikabel. Nein, meine Bedenken sind ausschließlich juristischer Natur: Man hat ja heutzutage schnell eine Abmahnung an der Backe, obwohl man sich überhaupt nix Böses beim Knipsen gedacht hat...

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"Kettenblödsinn mit Konzept", merci.

(Und, btw, für Joanna Newsom. War mir unbekannt, besitze seit gestern have one on me. Schön. Danke.)

Grüße,
kalo

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Oh, wieder ein Newsom-Hörer mehr. Schön.

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Wegen Newsom: ich finde ja, das die Platte »Ys« ihr bisher unübertroffenes Meisterwerk ist. »Heave One On Me« ist von den Texten her so gut wie immer, musikalisch aber doch ein wenig unvariant. Bestes Lied bisher für mich: »Good Intentions Paving Company«.

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hi,hi; kleiner Witz!wo geht's denn hier nachKönnen! , vor LACHEN!Übrigens mein Physiklehrer hatte noch den Witz auf Lager:Kunst kommt von Können und nicht von Wollen,sonst würde es Wulscht heißen! heiß, heiß, heiß...Ich wünsch Dir noch einen schönen Tag, Andrea.Bis denne,Hans  ...
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Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
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American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


And I would conclude with some wisdom of my own, "well": 'Life isn't That complicated!'The most important goal then would be to have an appreciable agenda over the daytime!First a ball ( or what did Ms. Sanchez-Vicario say? :-) )... ...
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Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
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