IMPRESSUM                     AKTUELL                      SUCHST DU WAS?                       THEMEN                     





                                           







Je länger ich diesen, ähm, Erguß von Ulf Poschardt einsickern lasse, desto schlimmer finde ich ihn. Behauptung reiht sich an Behauptung, und daraus wird eine Gartenlaube gezimmert, die besagt, daß diese jungen CDU-Typen alle nach oben gespült wurden, weil sie in ihrer Jugend die linke Kulturhegemonie gar so arg durch Anpassung und Poppertum provoziert haben, daß man nun gar nicht anders kann, als sie auf ein Ministeramt zu befördern.

Und weil Poschardt eben Poschardt ist, der ja nun leider überhaupt nicht schreiben kann, produziert er Sätze wie diesen: Die postheroische Eleganz ist bei den jüngeren Politikern mit einem Hauch Populismus versetzt, um das Zeitgenössische wählbar werden zu lassen. Der aufgeklärte Populismus eines Florian Illies etwa, der vor ein paar Sätzen übrigens noch Provokation war, aber ist ja auch egal und sowieso das Gleiche: Die Provokation der Rolle des Rebellen war die eigentliche Provokation – was wohl heißen soll, daß die, die rebellenhaft tun, eigentlich nur doofe Spießer sind, während die Spießer, also die Popper, also alles was nicht links ist, eben irgendwie schon immer unspießig waren, was er auch in einem Absatz formuliert, den aber leider derart in den Graben fährt, daß man nur noch die Einzelteile zusammenklauben kann: Illies bedankte sich am Ende seines Buches bei seinem Agenten und bei Helmut Kohl. Das war zur gleichen Zeit romantisch wie provokant. Damit gab Illies jenem Teil der Gesellschaft eine Stimme, der bisher in intellektuellen Debatten nur als stummer Zeuge oder als Feindbild der Spießer und Kleingeister missbraucht wurde. Okay, wer gibt nun wem eine Stimme, und wer nutzt wen als Feindbild? Wer ist denn das Feindbild der Spießer und Kleingeister, der Ausländer an sich, oder? Und der wird in intellektuellen Debatten als stummer Zeuge mißbraucht? Ich kapiere leider überhaupt nicht, was der Poschardt hier von sich läßt.

Aber eigentlich geht es ja um Popliteratur, weshalb der Poschardt nun ausgerechnet zwei sachbuchartige Publikationen ins Feld führt, nämlich "Generation Golf" des bereits erwähnten Florian Illies und "Tristesse Royale", das nun wieder ein Sonderfall ist, denn immerhin einer der jungen Herren, die dort ihre Ansichten zu Protokoll geben, wurde dann ja doch ein ernstzunehmender Schriftsteller: Christian Kracht nämlich. Diese beiden Sachbücher bringen also große neue Literatur in unser Land: Vier Jahre nach Christian Krachts Roman "Faserland", in dem ein Wort wie SPD-Nazi in die Gegenwartsliteratur eingeführt wurde, und ein Jahr nach Benjamin von Stuckrad-Barres Debüt "Soloalbum" wurde dem Kulturestablishment klar, dass diese neue, ziemlich angelsächsische Denk- und Lebensart bleiben und eine Leserschaft finden würde, die nicht länger Walser, Grass und Böll lesen wollte.

Endlich, Ende der Neunziger, wurde also in Poschardtscher Zeitrechnung die bis dato ungebrochene Einflußmacht der Gruppe 47 gebrochen – Literaturhistoriker aufgemerkt! – und die Leser von Walser, Grass und Böll wie eine Schafherde auf eine andere Weide getrieben. Ich bin mir nicht sicher, ob Poschardt bewußt ist, daß es bereits damals eine Gegenwartsliteratur gab, die mit der Nachkriegsliteratur nicht mehr allzuviel zu tun hatte. Es gab Feridun Zaimoglu, Judith Hermann, Karen Duve, Helmut Krausser, Matthias Politycki, Ingo Schulze, Thomas Brussig und so weiter, das war ja eine interessante Zeit für die deutsche Literatur, und ziemlich viele von den damaligen Debütanten sind uns auch bis heute erhalten geblieben. Soll das die linksintellektuelle Hegemonialmacht sein, und ab wann ist man das überhaupt?

Interessanterweise geht es Poschard eigentlich kaum um die Texte selbst. Die bewusst flüchtig hingeworfenen Beobachtungen und Schnellurteile erweisen sich rückblickend als zum Teil überraschend weise und vorausschauend, beschreibt er den literarischen Verdienst des Tristesse-Quintetts. Sonst nichts? Literarisch irgendein Verdienst? Ästhetisch? Inhaltlich? Nein? Es scheint wirklich nur ein gemeinsamer Feind zu sein, auf den man einstochern kann, ohne ihn beim Namen nennen zu müssen, der das Unternehmen Popliteratur ausmacht. Denn offensichtlich schafft es Poschard nicht, der Popliteratur und ihrem Dunstkreis viel mehr zu attestieren als das Herumschlagen auf längst toten Pferden, was mich fast dazu bringt, diese nahezu ausgestorbene Gattung gegen ihre Bewunderer verteidigen zu wollen. Vielleicht deshalb bauscht er die Autoren zu Märtyrern auf, die der bösen Kritik anheimfielen, weil die sich lieber mit dem extremistischen Gestammel der Gegenwartsliteratur aufhielt, was auch immer das gewesen sein soll. Präzision ist nicht gefragt, wenn es reicht, ein Schreckgespenst an die Wand zu malen, das alles und nichts sein kann, jeder und niemand.

Immerhin modisch waren die Jungs laut Poschardt auch ganz vorne: Ihre Anzüge werden so immer noch im Nachtleben und in Werbeagenturen getragen. Und auf Lesungen das Tweedsakko Grass-Style, seit 30 Jahren, angelsächsische Denk- und Lebensart und so, denn angelsächsisch ist ja immer das, was wir in Hunnenland dafür halten. Werberanzüge gehören meiner Meinung nach eher nicht dazu, aber das erklärt uns Poschardt demnächst sicherlich in einer weiteren feuilletonistischen Gemme, wenn er nicht gerade irgendwo ein Magazin an die Wand fährt. "Tristesse Royale" und die Autoren sind demnach besser gealtert als das linksliberale Kulturestablishment und ihre Vertreter behauptet Poschardt mal so in die Gegend, und wieder erklärt er uns nicht, wer das denn nun sein soll. Grass? Der ist in den letzten zehn Jahren fast gar nicht gealtert, was vor allem daran liegt, daß er damals schon alt war. Walser? Der sieht doch auch schon seit zwanzig Jahren gleich aus. Gut, Kracht vermutlich auch. Aber besser gealtert? Wirklich? Der Illies hat's im Feuilleton zu was gebracht, aber sonst ist die Bilanz eher traurig.

Der Illies mit seinem Identifikationsbuch für die Bürgerkinder, der hat also die ganzen Jungunionisten in die Regierung gehievt. Da hat auch Kristina Köhler was dazu zu sagen, wie dolle sie das beeinflußt hat: Auch in meiner Kindheit waren Nutella, ,Wetten, dass ..?' und Pelikan-Füller bestimmende Themen - mit entsprechender Genau-so-war-es-Begeisterung habe ich ,Generation Golf' gelesen. Ach, wie ist die Welt doch kuschelig, und wie böse sind die, die einem das kaputtreden wollen. Wie recht haben Illies und die fünf von Tristesse Royale, das Ende der linksintellektuellen Kulturmacht einzuläuten, um endlich über das zu reden, was wirklich zählt: Anzüge, Ikea, Nutella. Manchmal auch der Papst. Und wenn die doofe Krise erst rum ist, die auch die Linken verbockt haben oder wahlweise die 68er, dann wird alles wieder gut, versprochen. Das machen der Karl-Theodor und die Kristina, die sind nämlich welche von uns.

... comment

 

Da spricht hauptsächlich die Sehnsucht vom rechten Wohlstandsrand, auch mal Revoluzzer sein zu können und so wird dann Helmut Kohl zur Ikone. Das ist genauso wie christliche Rockmusik eher peinlich aber die Vertreter, wie zum Beispiel die aktuelle Gedönsministerin Köhler, finden das unheimlich subversiv und mutig.

Die Großeltern hatten den Krieg, die Eltern evtl. 68 und Kristina und ihre Spießgesellen eben Nutella und "Wetten, dass?". Wenn man nun daraus unbedingt ein Generationsprofil stricken will, kommt zwangsläufig nur heiße Luft bei raus. Falls jemand fragt, wird auf Pop verwiesen, als kulturelles Gegengewicht gleichsam, sonst gibt's ja nix. Der Mainstream ist natürlich links, wo soll sonst das Feindbild herkommen, wenn der SS-Onkel schon lange Geschichte ist.

Poschardt verteilt im Grunde genommen nur ein paar Labels und nennt das Kritik, da ist es auch nur logisch, dass der reaktionäre Papst als "Che Guevara"-Ersatz herhalten muß. Man findet ähnliches Gebaren bei trotzigen Kleinkindern.

... link  

 

Ich finde das sehr seltsam, wie einer so unwidersprochen von der linksintellektuellen Kulturhegemonie faseln kann. (Man könnte ja beispielsweise auch mal umgekehrt fragen, warum viele Konservative so furchtbar kulturlos sind.)
Nunja, solche Kultur entsteht wohl, wenn die lieben Kinderchen aus dem Neubauviertel unter sich bleiben. In meiner Grundschulklasse war das etwas anders. Da hat man mit dem großen Bruder schonmal übelste Horrorreißer geguckt, wenn man überhaupt deutsch konnte. Und kein Nutella.

... link  

 

Dietmar Dath kann sich ja nicht um jeden Pfurz auf zwei Beinen kümmern.

Wer sollte denn widersprechen, die ausgedachte Linke Kulturhegemonie?

... link  

 

Ach, ich nehme das ja immer persönlich, wenn Menschen Sülz schreiben und das dann auch noch abgedruckt wird. Vor allem nehme ich persönlich, daß der Poschardt ja nun wirklich gar nichts kann außer Anzüge tragen, aber irgendwie spült es ihn und sein verquastes Gestammel immer wieder irgendwohin, wo Menschen bereit sind, ihm Geld dafür zu zahlen.

... link  

 

Ui, das ist sicher nicht einfach.

Zum Ausgleich hätte das Netz Stephen Fry im Angebot:
bigthink.com

Der liest übrigens seit 15 Jahren keine Zeitung mehr.

Bezüglich Poschard: Der Typ schreibt halt für JUler und setzt ab und an ein Blatt vor die Wand, er hat keine intellektuelle Fallhöhe also passiert da auch nichts. Wollen Sie ernsthaft Illies debattieren? Wenn sowas wie Kristina Köhler einem Bundeskabinett angehören kann, dann darf sowas geistarmes wie Poschard auch öffentlich sülzen. Er erinnert ein wenig an den JungCDUler mit dem Balkon der sich auf Hasenschauen an ehemalige V-Minister ranwanzt. (Es war doch Jung bei den Karnickeln?)

... link  

 

eriktheodor, so ähnlich sagte der Gastgeber gestern beim Abendmahl: Der Poschardt will intellektueller Vordenker dieser Regierung werden, und bis jetzt klappt das ganz gut.
Hmja. Jeder Regierung den Vordenker, den sie verdient.
(Das war Jung bei den Karnickeln, richtig.)

Jaja, der Qualitätsjournalismus der Welt. Fast so prima wie der Internetauftritt der SZ.

... link  

 

Auch wenn ich die Begriffe Denken und Intellekt in diesem Zusammenhang sehr gewagt finde, der packt das bestimmt. Er bedient die Pofalten, Klaedens und Mißfelders. Die Schmiere ums Maul ist auch nicht mehr Nutella. Also wohlan: Für eine Zukunft mit Zukunft!

www.youtube.com (Rocko Schamonis Beitrag zur linken Kulturhegemonie)

... link  

 

Inländer außer sich

Mächt ees vll. sosein, dass die linken Kulturspießer, von denen P. spricht, in Wahrheit diejenigen Linken ist, die einem wie P in Politik und Zeitgeschichte (also auf Augenhöhe) wiederbegegnen, und nicht etwa diejenigen Linken, die einem wie P. immamawieda mit einer einzigen Nachfrage ebendiesen monströöösen Minderwertigkeitskomplex verschafft haben, an dem sich P. und alle, die so wie P. sind, immer noch abarbeiten?
Eine Frage, erlauben Sie?

... link  

 

Ich bin mir gerade nicht ganz sicher, ob ich die Andeutung mit der einzigen Nachfrage verstanden habe. (Ich hätte ja viele Fragen an Herrn P.)

... link  

 

Wenn ich solche Artikel lese, denke ich immer, meine Güte, in welchem gefühlten Gulag müssen manche Altersgenossen von mir gelebt haben, die ganzen seitengescheitelten Pullunderträger, die auf dem Schulhof nichts zu lachen hatten, weil sie nicht zu den coolen Jungs gehörten und überdies auch noch vom aus Moskau ferngesteuerten Lehrkörper (iiih, 68er!) zur Lektüre von Böll und Grass genötigt wurden.

Fast könnte man Mitleid empfinden.

... link  

 

...aber wirklich nur fast.

... link  

 

Mein Schulhof war voller Pullunderträger. Wahrscheinlich war ich zur falschen Zeit an der falschen Schule, ich hab jedenfalls bis heute ein Trauma, was das angeht. Wenn ich einen sehe, muß ich ihm sofort erklären, warum er unrecht hat.

... link  

 

@Andrea:

Tja, da hätte sich ein Wechsel an die Gesamtschule angeboten, die ich ab der neuten Klasse zu besuchen das Vergnügen hatte: deutliches Übergewicht an Palitüchern, schlunzigen Jeans oder gar Latzhosen, Pullunder eher in Minderzahl.

Vielleicht könnte man sogar tatsächlich von linker Kulturhegemonie an dieser Schule sprechen: Bis auf den Direx, einen strammen CDUler, war der Großteil des recht jungen Lehrerkollegiums einigermaßen linksliberal unterwegs. Es würde mich nicht mal wundern, wenn die Schülerzeitung, die hauptsächlich von SDAJlern und erklärten Commies gemacht wurde, zum Teil aus der Ostzone bezuschusst worden wäre, keine Ahnung. Meine Welt waren diese Zirkel nicht, aber für ein massives Trauma haben bei mir nicht mal die ewigen Projekttage zum Nationalsozialismus und das ganze extensive Rauf und Runter über diese unseligen zwölf Jahre Geschichte gesorgt. Es war halt eine Geschwister-Scholl-Schule, und da wurde das Aufarbeitungs-Plansoll zum Teil deutlich übererfüllt. Klar gab es welche, die auch dagegen irgendwie rebelliert haben, aber die wurden dann gleich rechtsradikal und xenophob.

Ich war damals (wie heute auch, wenn ichs recht bedenke) nicht unbedingt ein Linker, trotzdem waren "Rock gegen Rechts" und "Stoppt Strauß" schon so was wie Pflichtprogramm. Die Pullunderträger waren aber nie mein erklärtes Feindbild, da habe ich mich von Extremisten sowohl von rechts als auch von links mehr herausgefordert gefühlt. Und an Schülern mit extremen poltischen Ansichten herrscht an dieser Schule wirklich kein Mangel. Hach ja...

... link  

 

Den Wechsel hab ich dann zur Oberstufe hin vollzogen, das war auch gut so. Junge Lehrer, alle wahnsinnig engagiert, viel weniger Frontalunterricht, alles deutlich menschlicher im Umgang, viel weniger autoritär. Rebelliert hat keiner außerhalb des normalen Maßes, alles sehr friedlich. Und statt Nationalsozialismus waren auch mal die Kolonien dran (war ja Kolumbusjahr) oder wir haben vor den Ferien mittelalterlich gekocht. Großartige Schule. Mentale Rettung.

... link  


... comment
 

@andrea

Na wenn eine Weltsicht auf falschen Prämissen fußt, kann der klug Fragende mit einer einzigen Nachfrage alles kaputt machen. Da ist der Tafelwischer und Lehrertaschenträger dann enttäuscht, kricht´n Komplex und wird Politiker.
Glasklarer Zusammenhang, n´est pas?

... link  

 

Wenn man sich so eine Realität erstmal ein paar Jahrzehnte lang zurechtgebogen hat, dann braucht es wohl ein bißchen mehr als nur eine Nachfrage. In einem Universum, in dem Florian Illies als geistreich gilt, da muß man an die Fundamente ran. Mit dem Vorschlaghammer.

... link  

 

Frage eines nicht Palituch tragenden, bekennenden Commies

Lieber mark793,

ich darf Dich wie folgt zitieren:

"Meine Welt waren diese Zirkel nicht, aber für ein massives Trauma haben bei mir nicht mal die ewigen Projekttage zum Nationalsozialismus und das ganze extensive Rauf und Runter über diese unseligen zwölf Jahre Geschichte gesorgt. Es war halt eine Geschwister-Scholl-Schule, und da wurde das Aufarbeitungs-Plansoll zum Teil deutlich übererfüllt. Klar gab es welche, die auch dagegen irgendwie rebelliert haben, aber die wurden dann gleich rechtsradikal und xenophob."

Darf ich Dich also so verstehen, dass, wer an Deiner Schule rechtsradikal und xenophob wurde, dies aus Rebellion gegen ein zu intensives Aufklären über "diese unseligen zwölf Jahre" wurde?
Und darf ich weiter annehmen, dass sich das unter vergleichbaren Umständen überall, an allen Schulen so verhält?
Und darf ich also feststellen, dass Du der Ansich bist, ein wichtiger (wenn nicht der) Grund für rechtsradikales und xenophobes Gedankengut sei die Aufklärung über die Shoah, den Vernichtungskrieg, den größenwahnsinnigen Weltbeherrschungs-Chauvinismus, die Exekution aller Vernünftigen diese unseligen zwölf Jahre?

Ist nur so eine Frage.

... link  

 

Bevor es zu Kollisionen kommt, darf ich kurz erklärend einwerfen, daß es an deutschen Schulen Zeiten gab, in denen in ungefähr jedem Fach mindestens einmal im Jahr Nationalsozialismus dranwar? Mitunter in mehreren Fächern gleichzeitig (gab es vor 1933 eigentlich auch Geschichte?). Und die anwesenden Herren eventuell auf den Altersunterschied aufmerksam machen und darauf hinweisen, daß sich die Zeiten wohl geändert haben?

(Ansonsten gilt hier die Annahme, daß, egal wie man die Scheiße nennt, wir uns alle einig sind, daß das eine fürchterliche Katastrophe war. Gesinnungskorrekte Sprachregelungen bitte woanders ausfechten. Danke.)

... link  

 

@ozmataz:

Darf ich Dich also so verstehen, dass, wer an Deiner Schule rechtsradikal und xenophob wurde, dies aus Rebellion gegen ein zu intensives Aufklären über "diese unseligen zwölf Jahre" wurde?

Ich würde das nicht pauschal oder gar monokausal von allen behaupten wollen, die in diese Richtung abdrifteten. Aber bei einigen spielte das durchaus eine nicht unwichtige Rolle, sich gegen den linken und antifaschistischen Mainstream abzugrenzen, um vermeintliche Distinktionsgewinne zu erzielen. Andere fanden das dann irgendwie auch cool. Es jetzt zu detailliert aufzudröseln, wie es sich bei welchem Vorturner und Mitläufer dieser Bewegung genau verhielt, würde wohl diesen Thread sprengen.

Und darf ich weiter annehmen, dass sich das unter vergleichbaren Umständen überall, an allen Schulen so verhält?

Diese Annahme ist Dein Privatvergnügen, ich würde mich dahingehend nicht verallgemeinernd aus dem Fenster lehnen. Ich denke auch eher nicht, dass die spezifische Mixtur an Faktoren an dieser Schule (und nicht zuletzt in einigen Elternhäusern) vor 30-25 Jahren andernorts so reproduzierbar ist, dass eine vergleichbare Entwicklung Einzelner oder bestimmter Gruppen einigermaßen zwingend zu erwarten wäre.

Und darf ich also feststellen, dass Du der Ansich bist, ein wichtiger (wenn nicht der) Grund für rechtsradikales und xenophobes Gedankengut sei die Aufklärung über die Shoah, den Vernichtungskrieg, den größenwahnsinnigen Weltbeherrschungs-Chauvinismus, die Exekution aller Vernünftigen diese unseligen zwölf Jahre?

Nein, durchaus nicht. Ich stellte damals lediglich fest, dass die dann noch gesteigerten Anstrengungen in Sachen Aufklärung über die Shoah, den Vernichtungskrieg, den größenwahnsinnigen Weltbeherrschungs-Chauvinismus, die Exekution aller Vernünftigen diese unseligen zwölf Jahre nicht einen dieser politischen Querschläger zurück auf den Pfad der politischen Tugend gebracht hätte - dafür aber bei denen, denen man dergleichen eigentlich nicht mehr permanent hätte predigen müssen, zunehmend Reaktanz produzierte.

Wie gesagt, das alles ist eine zeitlich und lokal begrenzte Episode gewesen, aus der ich nicht auf Biegen und Brechen irgendwelche Allgemeingültigkeiten deduzieren wollte. Meine sehr verkürzte Darstellung mag zu Fehlannahmen in die Richtung verleitet haben, aber wie gesagt, intendiert ist das nicht gewesen.

... link  


... comment

                                        
seit 6406 Tagen sitz ich hier
letzte Bestellung: 29.01.17 23:39



Suche und finde






... antville home




'einen hab ich noch'


hi,hi; kleiner Witz!wo geht's denn hier nachKönnen! , vor LACHEN!Übrigens mein Physiklehrer hatte noch den Witz auf Lager:Kunst kommt von Können und nicht von Wollen,sonst würde es Wulscht heißen! heiß, heiß, heiß...Ich wünsch Dir noch einen schönen Tag, Andrea.Bis denne,Hans  ...
[hadephy am 29.01.17 23:39]

For the (holy) sake of Fun! (or: just for Fun)


Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
[hadephy am 01.01.17 20:24]

American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


And I would conclude with some wisdom of my own, "well": 'Life isn't That complicated!'The most important goal then would be to have an appreciable agenda over the daytime!First a ball ( or what did Ms. Sanchez-Vicario say? :-) )... ...
[hadephy am 10.12.16 16:05]

...
Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
[EinGedanke am 13.09.14 11:27]

ich war schon wieder in china


 ...
[andreaffm am 12.08.14 17:04]

Ich erzähle was über den Mekong


 ...
[andreaffm am 04.06.14 23:06]

...
Ich erzähle was über Wien. flattr.com  ...
[andreaffm am 27.04.14 13:39]

...
Ist hier : www.wrint.de  ...
[andreaffm am 07.03.14 21:53]

...
DA freu ich mich drauf! :-)  ...
[m8 am 07.03.14 21:42]

...
Ich erzähle was über Burundi.  ...
[andreaffm am 06.03.14 21:34]



Juni 2019
MoDiMiDoFrSaSo
12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
August



Made with Antville
powered by
Helma Object Publisher

ALVORADA POWERED


and made on a

RSS Feed
RSS gibts auch.