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Liebe Frankfurter Rundschau, lieber Harald Keller, das ist ja schön, daß Sie das Buch "Die Alpha-Journalisten 2.0" besprechen. Aber in der Besprechung gibt es einen Absatz, den ich einfach nicht verstehe. Auch beim dritten Durchlesen nicht.

Also, der Rezensent wendet zuerst einmal ein, daß viele Blogger sich nur gegenseitig lesen, weil sie vorrangig Techkram verbreiten, und auch nur dann eine größere Reichweite erlangen, wenn Printmedien sie aufgreifen. "Einige der vorgestellten Meinungsführer", so geht es etwas ansatzlos weiter, "besitzen eine journalistische Ausbildung, arbeiten parallel für herkömmliche Medien und zehren vorrangig von dieser Tätigkeit." Gut, das stimmt, da gibt es einige Beispiele, und man mag sich nun fragen, warum die dann noch nebenher ganz für umsonst bloggen. Können die da eventuell etwas tun, was ihr Arbeitgeber ihnen nicht ermöglicht? fragt sich der Laie. Aber der Rezensent Harald Keller biegt nun in eine ganz andere Richtung ab, und jetzt kommt der Absatz, den ich wirklich nicht verstehe:

"Andere Berühmtheiten der Internet-Gemeinde bloggen nebenberuflich, das heißt mit anderweitigem finanziellen Standbein, denn die Blog-Wartung rentiert sich selten. Sie deckt auch nicht die Kosten, die durch aufwändige Recherchen entstehen. Es erscheint somit als entweder gedankenlose Gleichsetzung oder aber verkaufsstrategisch motivierte Toleranz, wenn Herausgeber und Autoren neben gehaltvolleren Äußerungen auch subjektive Betrachtungen und sprachliches Larifari mit dem hochtrabenden Terminus "Alpha-Journalismus" belegen."

Kann mir bitte irgendjemand erklären, wie da plötzlich inmitten der wirtschaftlichen Problematik das sprachliche Larifari auftaucht wie ein Flaschenteufelchen? Bis "Recherchen entstehen" hab ich das ja verstanden, ist klar, Finanzerungsproblematik, da beutet man sich halt aus, ist ein Problem, wissen wir alle. Aber "somit" sei das nun irgendwie fragwürdig, wenn auch inhaltlicher Blödsinn als Alpha-Journalismus erscheint? Wieso nur "somit"? Sprachliches Larifari ist sprachliches Larifari, ob das nun refinanziert ist oder nicht.

Oder möchte der Rezensent Harald Keller etwa insinuieren, es gebe da einen Zusammenhang, etwa dergestalt, daß Texte, die sich finanziell nicht unmittelbar auszahlen, auch irgendwie nichts taugen können? Daß man als nebenberuflicher Blogger ohne Jodeldiplom doch bitteschön einfach ruhig sein soll?

Ich weiß ja, daß das für die Kollegen vom Qualitätsjournalismus wirklich schwer vorzustellen ist, aber es gibt tatsächlich so etwas wie eine Lust am Schreiben, die auch mit dem offiziellen abendlichen Ablegen des Redaktionsbleistiftes im modernsten Newsroom Deutschlands noch nicht restlos versiegt. Man hört ja nicht auf, sich Fragen zu stellen, man schaltet ja nicht das Hirn ab, wenn man nach Hause kommt. Man stolpert zum Beispiel über Absätze wie den dort oben und fragt sich, wie solche subjektiven Betrachtungen und inhaltliches Larifari es immer wieder schaffen, gedruckt zu werden.

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Liebe Andrea,

wooorüber wunderst Du Dich denn eigentlich?
Das kam mit Sicherheit so: Der Herr Keller hatte eine Zeichenvorgabe. An die hat er sich gehalten. Dann merkte der Redakteur, dass er das Bild etwas größer haben wollte. Zieht es größer. Dann hat er natürlich weniger Platz für Text. Kürzt einen Absatz raus. Dann merkt er, dass es so optisch nicht gut aussieht wg. Umbrüchen. Nimmt einen Absatz-Umbruch raus. Und deshalb sieht es nun so aus, als ob hier eine Sinneinheit besteht, die es gar nicht gibt. Merkt er aber nicht mehr, es drängt zur Abgabe. Ein Korrektorat gibt es nicht. Am nächsten Morgen steht ein weiterer komplett sinnfreier Abschnitt in der FR. Wäre das eine Möglichkeit?
Natürlich bleibt Deine Kritik richtig: ALLE mir bekannten Autoren der FR wissen zuerst wie das Ergebnis ihres Denkens aussehen soll und fangen danach mit dem Denken an.
Aber sich darüber überhaupt zu wundern? Im FR-"Feuilleton"? Immer noch?

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Ich muß leider zugeben, daß das nach einem allzu realistischen Szenario klingt. Aber manchmal bringe ich immer noch die Naivität auf, nach inhaltlicher Stringenz zu suchen.

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Au ja. FR Bashing. Da mache ich gerne und wohlmotiviert mit.

Wenn man von vorn herein schon immer alles besser weiß, ergibt sich kein Anlass, Neues staunend oder einfach nur neugierig und offen zu recherchieren. Und dann schreibt man eben immer nur das Gleiche, nämlich das, was man schon immer besser gewusst hat.

Man schreibt für sich selbst.
Und wundert sich über die Absatzahlen. (Böse, böse Leser. Und blöde, blöde Blogger. Oder umgekehrt.)

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Ach, auch angenervt von der Lokalpostille, die so gern eine überregionale Tageszeitung wär? Wie so ungefähr 90 Prozent aller FR-Leser derzeit?

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Alpha, Führer, Wölfe

Das Werk heißt in voller Länge "Die Alpha-Journalisten 2.0. Deutschlands neue Wortführer im Porträt".

Was einen Verriss angeht, finde ich ja die Website zum Buch einladender als den mäkeligen FR-Artikel:

www.alpha-journalisten.de

Dort kann man in den Kurzporträts blättern und sich über die Phantasietitel wundern. Seltsames Konzept jedenfalls.

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Hm, seltsam. Ich denke auch, daß man das Buch lesen und sich viele naheliegende und sinnvolle Fragen dazu stellen kann. Vielleicht wird man sogar klüger, wenn man das Buch liest.

Aber diese Besprechung hier sieht aus wie ein typischer Fall von: Naja, lesen wir mal so halb drüber und referieren dann ein bißchen von dem, was wir halt so halb wissen und halb reflexartig ausschwitzen. Hauptsache es gibt Geld dafür, denn das ist immer noch das, was uns hier oben von denen da unten in erster Linie unterscheidet.

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Ich habe das Gefühl, die Herausgeber wollen mich nötigen, von den Alphas angemessen beeindruckt zu sein. Sowas mag ich ja gar nicht, und drum bin ich nicht motiviert, das Buch zu beschaffen. Obwohl es natürlich sein kann, dass Lesenswertes drin steht.

Eines kann man schon vorab fragen: Wenn das wichtige Wolfsrudel nur zwei Frauen enthält und beide die gleiche Frisur haben (ordentliche glatte Haare und strengen Pferdeschwanz), bedeutet das dann was, oder ist das statistisch nicht signifikant?

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Meine Güte! Sind die alle jung. Also so rein nach Jahren. Die sind ja nur halb so alt wie ich! Müssten die nicht viel progressiver sein als ich?
Ach. Die Jugend von heute...

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Ju, das ist ja praktisch meine Altersklasse, und ich war noch nie Chefredakteurin von irgendwas. Ich weiß auch nicht, ob ich mich jetzt schämen muß.
(Andererseits, wer braucht schon Karriere? Am Ende noch mit ständiger Anwesenheitspflicht in Büros mit halbtoten Zimmerpflanzen, schlechter Luft und regelmäßigen Meetings. Ach nee, dann lieber so.)

Irene, ich hab die Frauenquote auch bemerkt. Aber, ganz ehrlich: Viel mehr wären mir aus dem Stegreif auch nicht eingefallen. Und die Bunz hätte man von mir aus auch noch weglassen können.

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Irgendwie vermisse ich Lobo - ich dachte, er sei "der bekannteste Blogger Deutschlands" ;-)

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Gekränkt, dass Ihr nicht drin seid?

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Virtualmono, das dachte ich auch schon. Irgendwie hat man sich so an die sinnlose Präsenz des Hahnenkamms gewöhnt, daß man sich immer wundert, wenn er nicht irgendwie herbehauptet wird.

Gauss, gewiß nicht. Ich möchte kein Wortführer sein und auch sonst kein Führer. Ich laufe lieber hinterher und sammle den Müll auf.

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Tja

hier liegt IMHO ein Missverständnis vor. Alpha-Journalisten leitet sich von Alpha-Bloggern ab und bezieht sich auf die Aufmerksamkeitsökonomie. Im klassischen Journalismus waren das die Edelfedern, hier bezog es sich auf die Qualität der Texte. Der Rezensent der FR denkt in den alten Bahnen, sucht und findet Labbrigkeit. Erinnert mich an eine FR-Rezension über Sprechchöre der Weimarer Republik, wo sich der Autor wundert, dass nicht gesungen wird.

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Strick-Blogs, Rezepte-Blogs, Windel-Blogs - alle zur Machtübernahme angetreten. Was ein Käse.

Von welcher Macht reden wir?

Sie unterschätzen die Hausfrauen. Hier gehts z.B. darum, Babies zu stillen, bis sie anfangen, nach Kartoffeln und Brotkanten zu greifen. Für Hipp und Milupa ist da kein Platz mehr, und der ein oder andere Nestle-Boykottaufruf fügt sich auch recht harmonisch ein.

Was (nicht nur) im Internet im Bereich Gesundheit und Selbsthilfe passiert, hat viel mit Eigenmacht-Übernahme zu tun, worauf Ärzte noch weniger vorbereitet sind als Chefredakteure:

Lesen Sie nicht so viel im Internet, das verunsichert Sie nur!

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Von welcher Macht reden wir?

Nein, nein. Das Verunglimpfen von Themen-Blogs überlasse ich anderen. Ich beanstandete die Tendenz, allen Bloggern (inkl. Häkel-Bloggern) einen Hang zum Journalismus unterzuschieben.

(Langsam werde ich doch bisschen neidisch, ich würde nämlich auch gern mal einen Buchbeitrag übers Internet schreiben, und zwar über Selbsthilfe.)

Ran ans Futter.

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Ich beanstandete die Tendenz, allen Bloggern (inkl. Häkel-Bloggern) einen Hang zum Journalismus unterzuschieben.

Das kann man allmählich als feste Tradition gelten lassen. Die ersten Artikel über Blogs vor sieben, acht Jahren hatten Überschriften wie "Jeder sein eigener Chefredakteur", und seitdem hat sich anscheinend nicht viel geändert.

Manche kennen nur ihre eigene Art von Macht innerhalb von Hierarchien. Top-Down.

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Ich war ja schon immer der Meinung, Blogs kommt man am besten mit dem Instrumentarium der Kulturwissenschaften bei. Daher, und daran glaube ich fest, werden Blogs nochmal das wichtigste Standbein, wenn es darum geht, die frühen Nuller Jahre des 21. Jahrhunderts zu erforschen.

Aber, klar: Man mißt alles erstmal an seiner eigenen Meßlatte, auch die Journalisten tun das. Die messen jetzt, und es werden andere kommen, die auch messen, und die kommen vielleicht zu völlig anderen Ergebnissen. Ganz bestimmt sogar.

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Meine Güte! Sind die alle jung.

Hörfunkredakteurin, öffentlich-rechtliches "Jugendradio", ca. 25 Jahre alt: "... also, dass da jeder einfach so seine Meinung rausbläst... das geht ja auch nicht..." (im Sinne von: das gehört nicht so)

Drei weitere Redakteurinnen, kaum älter, ebenfalls ö-r "Jugendradio": (zustimmend nickend) "hmhm... ja, echtjetzmal..."

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Alpha-Journalisten

Ich kann die Kritik der FR totz der Verstümmelung nachvollziehen. Die Tendenz äußert im Buch ja auch der Blogger Stefan Niggemeier auf die Frage, ob Blogger Journalisten sind: "Manche ja, die meisten nicht." (S. 210) Na, und das Buch heißt doch gerade "Die Alpha-Journalisten". Also Thema verfehlt. Oder so. By the way: Warum Niggemeier ein "Crashtest Dummy" sein soll, so nämlich ist der Beitrag im Buch überschrieben, müsste mir auch mal jemand erklären.

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[hadephy am 29.01.17 23:39]

For the (holy) sake of Fun! (or: just for Fun)


Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
[hadephy am 01.01.17 20:24]

American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


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[hadephy am 10.12.16 16:05]

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Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
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