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Und da saßen sie wieder an diesem schönen sonnigen Sonntagmorgen, der zufällig ein Literaturland-Hessen-Sonntag war, auf einem Podium im Literaturhaus in Frankfurt und diskutierten. Weil alle weggehen, Suhrkamp jedenfalls, fühlt sich Frankfurt ein bißchen alleingelassen von der Literatur und fragt nun in regelmäßigen Abständen, was es denn tun könne, daß nicht so viele weggehen und auch noch ein paar dableiben. Soviel Selbstkritik war nie.

In Berlin seien immer alle beisammen, man treffe dauernd überall Kollegen, berichtet Daniela Seel, Kookbooks-Verlegerin aus Idstein und Berlin. Hier dagegen ist mal wieder keine Sau, das übliche Kulturpublikum, aber keine Verleger, keine Buchhändler interessiert das. Man trifft sich nicht.

Zäh wie ein eingelegter Handkäs sei der Frankfurter, sagt Moderator Holger Ehling. Er hat im Literaturhaus die Verlegergespräche initiiert, und alle Versuche, das zu einem Branchentreffen werden zu lassen, scheiterten. Mürrisch, aber dienstbereit sei der Frankfurter, sagt Axel Dielmann, Verleger und einer der wenigen echten Netzwerker der lokalen Branche. Und vielleicht ist es ja doch eher eine Finanzstadt, mutmaßt Torsten Casimir vom Böbla.

Eigentlich sollten auch Vertreter der Wirtschaftsförderung auf dem Podium sitzen, die haben auf die Einladung aber nicht geantwortet. Ist auch eine Antwort, sagt Ehling. Der Kulturdezernent hat abgesagt, keine Zeit. Immerhin die Literaturreferentin sitzt im Publikum, die darf dann auch nach oben kommen und Neuigkeiten verkünden aus der Welt der städtischen Kulturförderung: Ja, ein Arbeitsstipendium für Schriftsteller sei in Planung. Und das Haus im Großen Hirschgraben, aus dem der Börsenverein bald auszieht, soll zu einem Haus der Buchkultur werden, so der Arbeitstitel. Ein Think Tank und so, auch offen für die digitale Bohäm.

Ich krieg ja immer so ein nervöses Zucken, wenn ich dieses Wort höre, und erst recht, wenn ich das aus dem Mund von städtischen Kulturfunktionären höre. Ich frag mich, was wollen die damit, außer sich selbst auf der Höhe der Zeit verorten? Und müssen die wirklich immer alle Buzzwords nachplappern?

Ach, das wird doch eh nix, sagt dann ein Gesprächspartner nach dem offiziellen Teil. Das glaubt doch keiner, daß die Stadt so ein Filetstück an Grundstück nicht an irgendeine Bank verkauft. Wenn nicht der Kämmerer Einspruch erhebt, dann der Rechnungshof. Der Gesprächspartner wollte in Frankfurt einen antiquarischen Markt etablieren, da winkten alle ab und verwiesen darauf, daß das Grünflächenamt bestimmt nicht mitmacht. Jetzt macht er das halt in einer anderen Stadt. In der anderen Stadt hat auch das Grünflächenamt nichts dagegen, o Wunder.

Ja, Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit, das scheut der handkäszähe Frankfurter. Landebahnen sind einfacher zu bauen und bringen mehr Geld. Und mehr Bedeutung, die man auch wirklich sieht und nachrechnen kann. Und das wiederum ist etwas, was die in sich selbst köchelnde Kulturszene nun gar nicht gern sieht und hört, man hat es gern schön wattig und ohne häßliche Zahlen drin.

Und so leben sie aneinander vorbei, die Kultur in ihrem Berliner Kuschelbiotop und die eckige Wirtschaftswelt mit ihren Fortschrittsvokabeln und reden nicht miteinander und haben sich nichts zu sagen. Die einen hocken in ewiger Jugend in einer Hauptstadtsimulation herum, die eine Blase von Wichtigkeit generiert, die außerhalb der Stadtgrenzen kein Mensch nachvollziehen kann. Mit Betonung auf hocken herum, denn bewegt wird sich nicht, man wartet lieber darauf, daß die wahnsinnig spannende Stadt etwas in einem bewegt. Und die anderen hetzen herum, ständig getrieben von den Konkurrenten in Asien und in Dubai, die ihnen das Futter wegschnappen könnten und größer und wichtiger werden könnten, weshalb man keinen Moment stehenbleiben darf und bloß um Himmels Willen nicht darüber nachdenken, wo man eigentlich hinhetzt, Hauptsache, man bleibt nicht stehen, dann hat man schon verloren, und verlieren darf man nicht, auf keinen Fall, weil sonst alles untergeht, mindestens die Wirtschaftsnation Deutschland und die Exportnation Deutschland gleich mit und gibt es sonst noch irgendwelche deutschen Nationen? Vermutlich nicht.

Und diese beiden Blasen glauben tatsächlich, sie könnten da einfach nebeneinander herexistieren in ihren Paralleluniversen und sich in ihren Kreisen nicht stören. Und keinen Einfluß nehmen. Und keine Bedeutung haben, jedenfalls keine gesamtgesellschaftliche, sondern eine hübsch partikuläre für die eigene Peergroup. Und die Stadt Frankfurt, die an der Schaltstelle dieser beiden Universen sitzt, die eine echte Chance hat, hier eine Vermittlerfunktion einzunehmen, die sitzt herum, träumt von digitaler Bohäm und verweist aufs Grünflächenamt. Es wäre zum Verzweifeln, wenn es nicht so ein schöner sonniger Tag wäre, den wir auf der Terrasse des Literaturhaus-Cafés verbringen, obwohl sich keiner mehr als einen Kaffee leistet, weil das Preisniveau nicht für Kulturleute gemacht ist sondern für Bänker.

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Da hätten die Bänker gestaunt wenn die Seel wegen 5000 Euro Subvention für ihren Verlag eine Benefiz-Party gegeben hätte, wie in der Haupstadt-Simulation (ein herrliches Wort) geschehen.

Ich versuche mir das gerade vorzustellen. Seid doch froh und dankbar, dem Adenauer, sonst wärt ihr da auch noch Hauptstadt simuliert.

Ihr habt doch die FAZ, oder? ;-)

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Jaha, die haben wir. Und Hauptstadt wollten wir ja immer gern werden, wir haben ja sogar schon einen Bundestag gebaut, aber dann haben wir wieder eine Bank als Trostpreis bekommen und den HR, der kam dann ins Bundestagsgebäude rein.
Aber vermutlich sähe Frankfurt heute anders aus als Hauptstadt, und wer weiß, ob besser. Vielleicht wie Bonn. Dann doch lieber Banken.

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Die F.A.Z. wird den Frankfurtern auch bleiben.

Wie klänge das denn auch: B.A.Z. ?!?!!

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Nach der Sonntags-VA gibt es wohl neuen Gesprächsstoff im Frankfurter Literaturbetrieb:

  • Die Abwahl von Herrn Weiss in seiner Funktion Vorstand/
    Literaturhaus - man hat nun Herrn Unseld in seiner Abwesenheit
    gewählt.
  • Der Verbleib des Suhrkamp-Archiv ist unsicher bzw. überlegt
    Frau B. wohl, diesen zu verkaufen.

Naja und die Lit.runde urteilt scheinbar: Probleme im Frankfurter Literaturbetrieb - gibt's nicht. Erstaunlich, oder?

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Ach was, Unseld für Weiss? Was sind das denn wieder für seltsame Frontverläufe? Und: Gibt es eigentlich noch irgendeine kulturelle Zuckung in Frankfurt, die nicht irgendwie mit Suhrkamp zu tun hätte?

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Es geht ja eigentlich noch weiter... die freien Kulturveranstalter
"bejammern" ja schon seit einiger Zeit die "Vormachtstellung" der mmg bzw. des Kalenders des Frankfurt Journals....
(die hiesigen Zeitungen werden ja alle darüber bedient).
Was macht das Kulturamt mit den Veranstaltungen auf seinem Kulturportal - es gibt nun eine Koop. mit dem Journal.
Erstaunt war ich auch darüber, dass die Lesung von Frau Zeh scheinbar keinerlei Medienresonanz erhalten hat - wo es doch als TOP-Tipp war. Es wurde beim boersenblatt nur etwas von einem ausverkauften Haus gesprochen.
( Btw. das neue Programm von Frau Z. heißt jetzt words and sounds)

Noch ein paar Insider-Geschichten? Ach, ich dem gegenwärtig eigentlich zu müde

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Wenn ich wieder da bin. Dann will ich alle blutigen Details über Frau Z. und ihre Schergen.

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Ach, das Corpus Delicti heißt nun Schallnovelle.
Angeblich war Frau Z. von der Bezeichnung Roman nie so sonderlich angetan. Vielleicht hat sie endlich gemerkt, dass ihr Romankonzept nicht aufgegangen ist...

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Ein sehr schöner Text.

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