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Willkommen in Rottach/Egern! Wir möchten Sie recht herzlich unter uns Bessergestellten begrüßen und laden Sie ein, morgen an der Strandpromenade am Musikpavillion unserer Blasmusi zu lauschen. Wie Sie vielleicht wissen, gehört zu einer angemessenen Assimilierung an diesen unseren wunderschönen Urlaubsort auch eine entsprechende Bekleidung. Wir bitten unsere Neuankömmlinge daher dringend, einem unserer Trachtengeschäfte vor Ort einen finanzkräftigen Besuch abzustatten.

Zum Beispiel freut sich das Dirndl-Maßatelier über Aufträge von gut betuchten Urlaubsgästen. Dieser festlich funkelnde Alptraum in Eiter wird Sie zum vielbestaunten Mittelpunkt einer jeden Abendgesellschaft werden lassen. Dazu paßt zwar keine vorn gebundene Schürzenschleife in Fuchsia, aber auch keine bunt geblümte Schürze mit regenbogenfarbig irisierenden Pailletten, insofern ist es auch schon wieder egal. Denn wie unverantwortlich Ihre Wunschkombination auch ausfällt, unsere farbenblinden Näherinnen realisieren jede Monstrosität ohne Widerspruch und in Windeseile.

Ebenfalls eine farbliche Herausforderung für die mutige Dame ist diese voluminöse Kombination in Moos und Rosé. Einen faltigen Hals ganz zauberhaft kaschiert ein grünes Gekröse im Frisierumhanglook, und gestärkte Puffärmel gelten geradezu als optische Wundermittel gegen die gefürchteten Bingoarme. Die leidige Devise No waving after forty ist Vergangenheit mit diesem floral inspirierten Ensemble aus verheißungsvoll knisternder Seide.

Doch auch für unsere Besucherinnen diesseits der fünfzig ist gesorgt mit diesem Mieder in raubtierhafter Eleganz. Alpenblumenstickerei auf Leopardendruck sind die ideale Dirndlkombination für die selbsternannte Femme Fatale. Damit uns keiner vorwerfen kann, wir hätten eine Geschmacklosigkeit ausgelassen, haben wir noch ein paar Glitzersteinchen draufgenäht. Verrenkte Hälse und Auffahrunfälle sind vermutlich noch die harmloseren Folgen dieser unglückseligen Marriage á la Mode.

Ein Dauerbrenner seit zwanzig Jahren ist die dekonstruierte Tracht. Rüschen und Riemen, Schnallen und Münzen, Knöpfe und Gardinenborten werden auf grobem Leinenstoff und Leder in Schlammtönen möglichst sinnfrei arrangiert. Beliebte wiederkehrende Motive sind dabei der Hirschhornknopf oder das Edelweiß, die dem fragmentierten Gebilde trachtenhafte Anmutung verleihen. Besonders beliebt beim burschikoseren Frauentyp und gern kombiniert mit dem sogenannten frechen Fransenschnitt in Auberginetönung passt dieser Look perfekt ins rustikalere Ambiente und ist damit die ideale Lösung für alle, die sich kein anständiges Hotel leisten können.

Auch für unsere protestantischen Jutebeutel-Liebhaberinnen haben wir etwas im Angebot. Fast wie selbstgefilzt präsentiert sich diese schlichte Kombination mit Blockstreifen, die im alternativen Sackschnitt den unförmigen Leib umschmeichelt. Für das süddeutsche Flair sorgen die beiden Knöpfe, die originellerweise unterschiedlich ausfallen. Wir behaupten, das sei Design, und meistens kommen wir damit durch. Perfekt kombiniert zum aschblonden Pagenschnitt und orthopädischem Schuhwerk für die Pfarrerstochter auf alpinen Abwegen.

Sehr jugendlich wirkt dieses klassische Almhüttengardinendirndl. Weil es so wirkt, wird es vor allem von Trachtenfreundinnen jenseits der Fünfzig bevorzugt, die an seiner Wirkung partizipieren möchten. Das geht meistens schrecklich daneben. Wer dennoch den wellnessgestählten Leib in diesen rosa Infantilismus klemmen möchte, dem wünschen wir an dieser Stelle viel Glück. Die Blume ist natürlich nur als Dekoration gedacht, es empfiehlt sich jedoch in der Regel, sie aus Rücksicht auf die soziale Umwelt an Ort und Stelle zu belassen.

Besucherinnen, die den eigenen angeheirateten Neureichtum mit einer Aura von Altadel veredeln möchten, empfehlen wir gern diesen schlichten Jagdrock. Wer so etwas trägt, kann die Reproduktionsbemühungen der Vorfahren bis in die Bronzezeit zurückverfolgen, denn das dezente Grau entfaltet den unwiderstehlichen Flair von Stammbaum und hektarweise Grundbesitz. Dazu passen Gummistiefel und Geländewagen.

Anton Maximilian und Anna-Lena Sophie Leonie müssen natürlich auch nicht in profaner Freizeitkleidung durch die liebevoll bepflanzten Rabatten der Uferpromenade marodieren. Die Lederhose, ein unverwüstlicher Klassiker, und das Dirndl weisen die gut betuchte neokonservative Familie aus, die sich die Kleidung für den Nachwuchs etwas kosten läßt. Man soll ja, besagt eine alte Regel, niemals an den Accessoires sparen.

Für die spritzige Münchnerin hätten wir diese edle Couture-Trachtenkombination im Angebot. Die urbane Farbwahl macht dieses Set stadttauglich – wichtig für Besucher mit schmalem Portemonnaie, die ihre Urlaubskleidung im Alltag auftragen müssen. Natürlich wünschen wir das niemandem, aber auch solche bedauernswerten Randgruppenvertreter finden mitunter den Weg an unseren herrlichen See.

Für die ganz schlimmen Sozialfälle hätten wir auch das Massendirndl aus fernöstlicher Kinderproduktion. Was die kleinen Bengel dort dilettantisch zusammenheften, ist natürlich keine richtige Tracht. Ein Dirndl aus profaner Baumwolle. Ohne Leopardenmuster, ohne Enzianstickerei, kein Hirschhornknopf und keine wogenden Rüschenkonglomerate. Natürlich ist so etwas nicht gern gesehen hier bei uns und wird bestenfalls als Notlösung akzeptiert.

Denn so wollen wir das haben! Komplett mit Hut und Haferlschuh. So eine richtige bayerische Seepromenadenidylle bekommt man eben nicht umsonst und auch nicht bei Aldi. Und wenn morgen die Blasmusi im Pavillion spielt, sehen wir alle miteinander recht zünftig aus.

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Herrlich! Selten so gelacht. Vielen Dank aus der Nachtschicht, Frau Diener.

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Bitteschön, gern geschehn. Es war mir ein inneres Bedürfnis.

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Wieder da hin gegangen, wo's weh tut. Kann ich mir das Blättern in den diesjährigen Fotos aus dem Käferzelt des Oktoberfestes geich sparen.

(Aber am innigsten möchte ich Sie für den korrekten Einsatz des Begriffs "dekonstruiert" herzen - habe ich seit Jahren nicht mehr erlebt.)

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Das, was im Käferzelt herumsitzt, entspricht oft einem Typus, den man in Rottach kaum findet, nämlich das sexy Minidirndl, gern auch aus Polyester.

Das schlimmste Schaufenster des schlimmsten Geschäfts war leider zugehängt, daher bleibt Euch das Ärgste erspart.

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Arrgh!!! Schmerz!
Aber es ist schon ein eindeutiger Zweck hinter dieser Sache. Wenn man den Zuagroasten schon per Neureichenabzocke das Urig-Trächtige näher bringen will, dann doch bitte so hässlich, dass man sie weiter von den Ureinwohnern mit BajuwAriernachweis (10 Generationen mindestens) auf einen Blick unterscheiden kann.

Dabei sind echte Trachten so schön - auch wenn die im Grunde auch nur eine Erfindung des 19. Jahrhunderts sind, als Max II und später der Prinzregent "was eigenes" für ihr Land haben wollte, sozusagen als USP; und das Jodeldiplom war eben noch nicht erfunden.

Ich habe noch sooo ein schönes echtes Drindl im Schrank. Schade, dass es 5 Kleidergrößen zu klein ist.

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Hm. Ich halte Deine Theorie für gar nicht so abwegig: Rassentrennung durch Geschmacklosigkeit. Wobei man dann genaugenommen ganz Rottach abspalten müßte, das wird nämlich an keiner Stelle so richtig schön.

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'einen hab ich noch'


hi,hi; kleiner Witz!wo geht's denn hier nachKönnen! , vor LACHEN!Übrigens mein Physiklehrer hatte noch den Witz auf Lager:Kunst kommt von Können und nicht von Wollen,sonst würde es Wulscht heißen! heiß, heiß, heiß...Ich wünsch Dir noch einen schönen Tag, Andrea.Bis denne,Hans  ...
[hadephy am 29.01.17 23:39]

For the (holy) sake of Fun! (or: just for Fun)


Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
[hadephy am 01.01.17 20:24]

American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


And I would conclude with some wisdom of my own, "well": 'Life isn't That complicated!'The most important goal then would be to have an appreciable agenda over the daytime!First a ball ( or what did Ms. Sanchez-Vicario say? :-) )... ...
[hadephy am 10.12.16 16:05]

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Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
[EinGedanke am 13.09.14 11:27]



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