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Sofagäste mag ich besonders gern, wenn sie was zu essen mitbringen. Ja, tschuldigung, ich bin verfressen. Aber ich sehe es wirklich mit Freude, wenn der Gast vor lauter Tortenpackungen nicht mehr durch die Tür paßt und dann zweimal laufen muß, weil die Hälfte noch im Auto ist. Weil außer den Torten (Othello, Tegernsee) und Kuchen (Apfel, Erdbeer, Käse) ja Plätzchensaison ist und weil Frankfurt ja praktisch Entwicklungsland ist was das angeht – von Süden aus gesehen. Von Norden aus gesehen sind wir vermutlich Schlaraffia mit unseren Bethmännchen und Brenten und Lebkuchen und den wahnwitzigen Zimtsternen meines Konditors und was es alles gibt.

Frau Dieners Kühlschrank mit schlimmem Tortenbefall

Ich bin bei der unweigerlich folgenden Tortenorgie verdammt froh, gerade zwei Kaffeegeschirrsets bekommen zu haben. Jetzt müssen wir nicht mehr alle zwei Stunden spülen, jetzt kann der Gast auch mal einen Tag länger bleiben, ohne daß uns die Teller ausgehen. Nur mit Gabeln ist es noch ein wenig knapp hier im Haushalt. Ich hab ja nur ein Familiensilber. Und nur einen Kühlschrank, in dem der Platz auch langsam knapp wird. Weil ja auch noch Käse hermuß und weil der Sofagast erspürt haben muß, daß mir gerade die Brombeermarmelade ausgegangen ist. Eingelagert werden muß auch noch was. Fazit: Ich brauche einen Gästekühlschrank.

Zustand des Küchentischs am Nikolaustag

Da sitze ich also vor einem Berg Süßkram, komme gerade vom Zahnarzt zwecks jährlicher Prophylaxe und darf eine Stunde lang nichts essen. Um die Zeit zu überbrücken, mach ich wenigstens schonmal ein paar Photos von der Pracht. Also gut, sichten wir mal: wir haben Plätzchen aus Bayern und aus Franken. Einmal vom Bäcker Ullmann aus der Provinzstadt, die hatte ich schon, die sind gigantisch. Schwarzweißgebäck, gar nicht hart, Spritzgebäck, teils mit Schokolade, Kipferln, Nußplätzchen und Makronen. Dann die fränkischen vom Bäcker beim Schloß Pommersfelden, der diese riesigen Wagenräder an Apfel- und Käsekuchen produziert. Der versucht sich mit allerlei Schokoglasiertem und Marmeladefüllungen.

Und ich soll jetzt testen, wer die besseren Plätzchen kann, die Bayern oder die Franken. Als Frankfurterin gebe ich dann mal die Unparteiische und fange neugierdehalber mit den fränkischen Plätzchen an.

Plätzchen aus Franken

Zuerst die gute Nachricht: Freunde des Anisplätzchens werden hier glücklich. Das sind die vermutlich anisigsten Anisplätzchen, die ich je gegessen habe. Mit Anissamen drin. Ich bin ja eigentlich kein so großer Anisplätzchenesser, aber die sind wirklich klasse. Klein aber oho.

Links Franken, rechts Bayern

Die Makronen hingegen sind eine Enttäuschung. Außen hart und innen weich und irgendwie völlig geruchsneutral. Die Kokosmakronen vom Ullmann hingegen riechen nach Kokosmakronen. Wie man Kokosmakronen produzieren kann, die nicht nach Kokosmakronen riechen, ist mir ein Rätsel. Auch die Oblaten, die unten dran sind, riechen nach nichts. Geschmacklich geht das leider genauso weiter. Team Franken: Langweilig. Team Bayern: Sieg nach Punkten.

Wobei Bayern mich vor allem auch durch die ausgewogene Konsistenz einzunehmen vermag, weil die Makronen natürlich erstmal hart sind, im Mund aber sofort eine einheitliche kokosflockige Masse bilden, während Franken sich ißt wie Krustenbrot, das innen nicht ganz durch ist. Die typische Kokosflockenkonsistenz, die bei den bayerischen Plätzchen sofort da ist, kommt bei den Franken erst ganz zum Schluß und irgendwie enttäuschend mickrig. Ja, man muß das leider so sagen.

Butterplätzchen aus Franken (links) und Bayern (rechts)

Vielleicht nicht gerade die Königsdisziplin der Feinbäckerei ist das gemeine Butterplätzchen. Aber gerade, wenn man keine Fehler mehr überglasieren und zupudern kann, so denke ich mir, zeigt sich wahre Qualität, die ja im Teig liegt und nicht beim Schnickschnack.

Was sich bei der Makrone schon angedeutet hat, setzt sich beim Butterplätzchen leider konsequent fort. Franken kommt herzförmig daher und schmeckt vor allem nach Mehl und Puderzucker. Tja, da könnt ihr dreimal eine Holzofenbäckerei und ein Treffpunkt netter Leute sein, eure Butterplätzchen schmecken nicht nach Butter und eure Kokosmakronen riechen nicht nach Kokosmakronen. Und das ist nicht bloß ein bißchen gepfuscht, das geht dem Plätzchen existenziell an die Definition.

Beim Bayern, dem quadratisch eingefaßten Vierpaß, merkt man zuerst an der Konsistenz, daß an Butter nicht gespart wurde (was sich bei einem Butterplätzchen ja auch anbietet). Dann merkt man, daß die Leute da ein Gespür für feine Geschmacksnuancen haben und ein wenig Zimt dazugegeben haben und auch mit dem Salz etwas großzügiger waren. Vermutlich ist überhaupt der angemessene, niemals übertriebene aber immer ausgewogene Einsatz des gemeinen Kochsalzes das Geheimnis der Ullmann-Plätzchen. Weil die dadurch nie babbisch süß werden, egal wieviel Zucker drin ist, und vor allem nach etwas schmecken.

Plätzchen aus Bayern

Was den Rest der Plätzchen angeht, setzt sich dieser Trend leider genau so fort. Franken stinkt gnadenlos ab. Die machen großartige Erdbeercremeschnitten in herrlich tantigem rosa und die anisigsten Anisplätzchen, aber der Rest kann einfach nicht mithalten. Wahrscheinlich geht es den Franken darin genauso wie den Frankfurtern, daß sie durch zuviel interessante Kultur vom Essen abgelenkt werden.

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Wenn Frankfurt Entwicklungsland in Sachen Plätzchen ist - wie wär's mit Selberbacken? Aber eigentlich scheinen jetzt die Vorräte reichlich vorhanden;-)

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Das ist bestimmt toll, wenn man das kann. Ich kann das nicht wirklich gut, jedenfalls nicht meinen Ansprüchen genügend, und bislang gab es auch immer noch meine Mutter, die mindestens fünf Sorten auf Lager hatte.
Aber für dieses Jahr bin ich ja versorgt. Eventuelle Knappheiten werden mit Konditors Zimtsternen kompensiert.

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Oh, wunderbare Idee, ein Plätzchenvergleichstest. Selbst bin ich ja schon durch ein Detail zu lenken: Oblaten sind was für Feiglinge (unter den Bäckerinnen).

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Makronen ohne Oblaten? Das geht?

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Ja: Dafür hat der Herrgott das Backpapier erfunden.

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Boah!

Ein Trost, dass der Gast nicht auch noch Tierfutter dabei hatte. Sonst könnten wir unsere Viecher jetzt vermutlich rollen. ;-)

Ich staune auch immer noch, was in so ne kleine Barke alles reinpasst.

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Du staunst genau solange, bis Du mit dem Ding in Urlaub fährst. Glaub mir.

(Welche Viecher? Staubmilben, Wollmäuse?)

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Zu zweit stelle ich es mir in der Barke auch bisschen beengt vor. Hängt aber auch immer davon ab, für wie lange man wieviel Gepäck veranschlagt. Ich hätte mein kompaktes Darkmobil ja zwischenzeitlich auch lieber gegen die Kombiversion dieser Modellreihe getauscht. Aber jetzt, wo der Kinderwagen nicht mehr unbedingt mit muss, entspannt sich das wieder ein wenig.

(@Viecher: Irgendwo lag auch eine Katze auf der Besuchsroute unseres Gastes, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Und die hatte ich dann wohl etwas voreilig in Frankfurt vermutet.)

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Da wir just kugelrund aus Ostfriesland zurückgekullert sind: Auch nördlich des Mains gibt es zumindest eine Region, in der man sich auf Plätzchen versteht, und auf Torten und Schmalzgebackenem in jedweder Gestalt. Ganz zu schweigen von den famosen Neujahrskuchen.

Während die fettigeren Sachen von diversen Reisekonditoreien auf Volksfesten hochgehalten werden, finden Plätzchen allerdings nach wie vor im privaten Rahmen statt. Wobei sich für letzteres eine Erklärung aus der Geschichte herleiten lässt: Es gab in Ostfriesland einst viele verhältnismäßig reiche Bauern mit a) viel totzuschlagender Zeit im dunklen Winter (= zum Backen nutzbar), b) reichlich zum Eigenverbrauch bestimmten Vorräten und c) ausgeprägter Kultur des Gegenseitig-mal-eben-Besuchens. Und so ist das subsistente Plätzchenwesen nie so richtig in die (verhasste) städtische Krämerkultur hinübergewandert, will sagen: zu kaufen gibt's das alles nicht.

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Plätzchenbacken als Kapitalismuskritik? Interessant.

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American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


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Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
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