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Könnte es sein, daß die werte Leserschaft die Schokoladenrezensionen vermißt? Mir ist das ja im vorweihnachtlichen Lebkuchenrausch gar nicht so aufgefallen, erst heute, als mir durch einen freundlichen Bloggerkurier ein Care-Paket zugestellt wurde. Ich weiß, man muß ja denken, in Frankfurt herrscht Schokoladenknappheit. Dennoch, das Gegenteil ist der Fall, die Schokolade sprudelt hier gerade aus allen Enden und Enden. Meine Konditorin hat sich sogar einen Schokoladenbrunnen zugelegt, ein Becherchen mit Waffeln steht daneben, und da darf sich die werte Kundschaft nun jeden Sonntag bedienen. Für nächste Woche versprach sie mir Zartbitter. Man kennt ja meine Vorlieben.

Im Care-Paket finden sich zwei mir unbekannte Schokoladen der altehrwürdigen Firma Dallmayr (Seit 1700 steht auf der Packung). Einmal haben wir da eine klassische dunkle Schokolade: Chocolat Grand Amer mit 85 Prozent Kakao. Französische Edelbitterschokolade steht darunter, und laut Packungsaufschrift wurde diese Tafel von einem kleinen Pariser Chocolatier exklusiv für Dallmayr hergestellt. Der hohe Kakaogehalt erschließe dem Genießer die intensive Geschmacksvielfalt der Edelkakaos aus Zentralamerika, Afrika und Java, steht da. Ich bin bei solcherart Lifestyle-Prosa ja immer ein bißchen skeptisch.

In der bisherigen Testreihe ist das außerdem die Tafel mit dem höchsten Kakaogehalt. Ja, ich habe einmal annähernd hundertprozentige Schokolade probiert, ja, es schmeckte nach 300 Jahre nicht geputzter Küche – staubig. Normalerweise finde ich so um die 70 Prozent ideal: Hübsch bitter, aber eben noch mit einer gewissen Geschmeidigkeit. Die Dallmayr mit 85 Prozent riecht erstmal unverdächtig, aber dann reicht schon ein kleines Stückchen, um die Staubgranate zu zünden: Herb und holzig und harzig, ein Geschmack ungefähr so, wie frisch geschnittenes Tropenholz riecht. Nicht so mentholig wie Kiefer, eher in die Sandelholzrichtung. Oder Patschuli. Oder ein mit Kaffee aromatisiertes Räucherstäbchen.

Hat man sich an den Geschmack herangetastet, fällt sie angenehm cremige Konsistenz auf. Das ist schon alles sehr solide verarbeitet, sehr anständig, da kann man nicht meckern. Ich empfehle dennoch, zu der Schokolade etwas zu trinken zu reichen. Heiße Milch mit Honig böte sich da etwa an, oder richtig lulliger Milchkaffee, wie ihn auch Fünfjährige trinken können, ohne Herzrasen zu bekommen. Dazu dann diese Schokolade.

Die zweite Tafel nennt sich Chocolat Grand Cru – Gisalo, der Kakao stammt aus Papua Neuguinea, der Anteil beträgt 64 Prozent. Das, was da hinten drauf steht, ist natürlich schlimmer Schwurbel, aber ich teste hier ja keine Texte, zum Glück, sondern Schokolade. Und da verspricht man mir das Aroma frischer grüner Bananen, kleiner roter Johannisbeeren und zarter Havannablätter. Wir werden sehen.

Und tatsächlich läßt sich diese Schokolade allein vom Geruch her viel lieblicher an. Nicht hölzerne Strenge, vielfältiger. Nicht Sägewerk, eher Kolonialwarenladen. Der Geschmack kommt nicht mit dem Hammer, er muß sich erobert werden, langsam vergeht das auf der Zunge, dann hebt sich der Vorhang, voilá, Geschmackstheater.

Erst ist da diese Waldhonignote, ein bißchen zimtig, bratapfelig, da rummst ein ganzer Weihnachtsmarkt auf einen zu. Man läuft da durch, und an jeder Bude riecht es anders. Von links Karamell, von rechts Kinderpunsch, von hinten heiße Maronen, von vorn geröstete Mandeln, dazu Lebkuchen, Kokosmakronen und Glühwein. Und wenn man alles zusammenwirft, riecht es trotzdem immer nach Weihnachten. So ist diese Schokolade. Das ist so ziemlich die komplexeste, die ich jemals gegessen habe. Und ich muß Dallymayr zugestehen, daß der wirklich sehr schwärmerisch poetelnde Verpackungstext recht hat mit seiner raffinierten Vielschichtigkeit, das stimmt schon, ich vermute da ja eine ganz ausgeklügelte Technologie mit verschiedenen Aromen in Geschmackskapseln, aber das ist wohl wirklich einfach nur der Kakao, guter eben.

Neben der Gisalo aus Papua-Neuguinea gibt s noch zwei weitere Sorten in der Grand Cru-Reihe aus Venezuela (Joropo)und Santo Domingo (Merengue), alle nach traditionellen Tänzen benannt. Gisalo hat es geschafft, mich auf die beiden anderen durchaus neugierig zu machen. Und alles in allem bietet Dallmayr wirklich überzeugende Schokoladenqualität. Sehr fein, sehr subtil, ohne große Extravaganzen (von Meerkatzen vorverdaut, mit steirischem Kernöl angereichert, von kasachischen Bäuerinnen fußgewalkt und von einem belgischen Maestro mit Wacholderbeerengelee veredelt, dabei mindestens eine Indio-Minderheit rettend). Dafür gibt es hier im Detail wirklich was an geschmacklichen Ziselierungen zu entdecken.

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Ich überlege gerade, was das negative Pendant zu dieser so wortfüllig gepriesenen Leckerei wäre...Vielleicht ein Glas Nutella in der Mikrowelle verflüssigen und dann in sich hineingulpen?

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Soll ich mal Alpia Vollmilch testen? Oder Yoghurette? Da könnte ich wortfüllig von abraten.

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Ich gebe zu, ich habe die Schokoladenverkostungen schon vermisst. Immer nur schlechte Bücher. Ich wollte Dich schon bitten, doch einmal ein Buch zu rezensieren, das Dir gefällt.

Was die Chocolat Grand Cru – Gisalo angeht. Ich habe auf der Seite von Dallmayr nachgeschaut. Tanz auf der Zunge! Die ist nicht mal teuer. Anders als manche ihrer Vorgängerinnen hier.

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Schogetten! Schogetten! ich will einen Schogetten-Test! ;-)

Ist die YogHUREtte eigentlich ein Verschreiber, oder Absicht?

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ach ja, die staubbomben sind schon was. ich habe allerdings schon 95% bekommen, die trotzdem cremig war und sehr gut schmeckte. wenn ich nur wüsste welche das war. ich sehe schon, ich werde mich von vorne durch die "schokogalerie" essen müssen.

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Und immer wieder schreibt ihr Kommentare,
in denen ihr, dick unterstrichen, schreibt:
»Frau Diener, wo bleibt das Positive?«
Ja, weiß der Teufel, wo das bleibt.

Es ist halt leider so, daß die meisten Bücher nicht an Schokolade heranreichen. Traurig, aber wahr. Die Joghurette, die wirklich so geschrieben wird, ist wohl sowas wie die Hera Lind unter den Schokoladen. Und die Bücher, bei denen man glauben könnte, sie seien sorgfältig gearbeitet und ein rundherum durchdachtes Produkt, die sind dann oft auch nicht besser. Die sind einfach nur gekünstelter, das ist alles.

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Fühl Dich bitte nicht gedrängelt. Deine Verrisse machen auch Spass.

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Ich hab mir ja auch schon Sorgen um mich gemacht. Unter anderem deshalb die Schokoladenbesprechungen – positiv, immer schön positiv. (Also, wenn sie nicht schmeckt, dann natürlich nicht. Dann gibt es auch einen Verriß.)

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zu den büchern: wie wäre es mit einer rezension zu "wer wem wen" von simon borowiak? ist neu, hat mir persönlich sehr gefallen, schokoladen-konsum kommt auch drin vor (wenn auch nicht so gesittet wie hier :) und vielleicht stimmt sie es ja auch etwas positiver, wenn ein anderer mal ne ladung negatives vom stapel läßt?!

zur schokolade kann ich mich leider nicht aüßern, besagte firma ist mir leider nur aus der gräßlichen tv-werbung bekannt (gibt's die eigentlich noch?), die allein wäre allerdings grund genug für mich nie, aber auch NIE, ein produkt von denen zu kaufen.

p.s.: bisher habe ich stets behauptet dass ich nicht auf werbung reagiere, aber siehe da.

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Vielen Dank für den Tip. In Borowiaks Buch habe ich zumindest schon herumgeblättert und es für potentiell interessant befunden. So: Deutsch und witzig und trotzdem kein Lesebühnenpopcorn. Was ja schonmal eine seltene Kombination an Eigenschaften ist.

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hi,hi; kleiner Witz!wo geht's denn hier nachKönnen! , vor LACHEN!Übrigens mein Physiklehrer hatte noch den Witz auf Lager:Kunst kommt von Können und nicht von Wollen,sonst würde es Wulscht heißen! heiß, heiß, heiß...Ich wünsch Dir noch einen schönen Tag, Andrea.Bis denne,Hans  ...
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