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Kaffeetrinken, das ist so weitestgehend das Programm des Donnerstags, denn mein halber ehemaliger Aufbaustudienjahrgang ist auf der Messe. Mit meinem ehemaligen Sitznachbar zur rechten bin ich verabredet, die nächsten zwei (seine Sitznachbarin zur rechten und die Sitznachbarin meines Sitznachbarn zur linken) finden wir am Spiegelstand beim Julia-Franck-Gucken (wo seltsamerweise daurnd Leute in der Wikipedia gucken, wer Doris Lessing ist), dann geht es weiter zu einem ehemaligen Dozenten an den Rundschau-Stand, der gerade Ulrich Tukur interviewt, oder besser: Aufs Schönste mit ihm herumblödelt, wo sich mein Sitzachbar zur Linken plötzlich einfindet und die Fankurve aus der Ecke hinten links komplettiert. Großes Hallo.

Im Verbund ziehen wir weiter, einen Bekannten besuchen, der im Internationalen Zentrum Standdienst hat. Der erzählt von der Buchmesse in China vor einem Monat, wie nichts funktioniert hat, die Hallenpläne nicht stimmten und er erstmal losziehen durfte, mit Leim und Plakaten, von Laternenmast zu Sicherungskasten, weil irgendwie niemand plakatiert hat.

Auch getroffen: Den Feuilletonisten meines Vertrauens. Der erzählt, daß es die Redaktion kalt erwischt habe. Für zehn Nobelpreiskandidaten habe man etwas vorbereitet, aber das habe man wirklich nicht erwartet.
Ich so: Ja wer hat denn jetzt den Nobelpreis?
Er so: Doris Lessing.
Ich so: Die lebt noch?
Er so: Ja, das war auch mein zweiter Gedanke. Mein erster war: Hat die den Nobelpreis nicht schon vor vierzig Jahren bekommen?

Julia Franck ist überall. Egal, wo man hinkommt. Leider liest und spricht sie so monoton, daß ich innerlich immer abschalte, sobald sie den Mund aufmacht. Alex, die übernächste Sitznachbarin zur rechten, die gekünstelte Prosa eigentlich mag und sogar Hacker gar nicht schlecht fand, meint: Wie blutleer!

Franck bemüht sich immer sehr um Präzision, deshalb unterbricht sie sich dauernd, und deshalb stottert ihr Prosa so vor sich hin, und zwar in Zeitlupe, weil sie genau beschreiben muß, wer jetzt wo steht, als der Zug zum fünzigsten Mal ruckt, wer wo wen mit welcher Hand schubst und wer wo welchen Koffer trägt. Das Ergebnis der Bemühung ist erstens eine unerträgliche Dehnung und Verlangsamung eines eigentlich sehr hektischen Gewimmels, und zweitens hat man am Ende keine Ahnung mehr, wer jetzt eigentlich auf dem Zug ist und wer am Gleis steht und was jetzt überhaupt eigentlich passiert. Das Blöde ist, daß bei der ganzen Handlungspräzision die sprachliche Präzision immer wieder auf der Strecke bleibt.

Man muß aber auch mal bemängeln, daß die Interviewer immer dasselbe fragen. Und immer nur auf das Biographische abzielen: Wie kamen sie auf das Buch? Wie haben sie recherchiert? Wie haben Sie von ihrer Großmutter erfahren? Nie fragt einer: Warum beschreiben sie das eigentlich so umständlich, und warum diese seltsam gewählte Sprache? Ich dachte ja immer, daß es bei Literatur darum geht, und erst recht bei einem Buchpreis. Sonst wär es ein Sachbuch: Das Leben meiner Großmutter. Auch schön. Aber warum wird immer Inhalt, nie Form verhandelt? Zumal die Spiegel-Veranstaltung den Titel trug: Wie schwer es ist, modern zu sein. Darum ging es mit keiner Silbe, dafür ganz viel: Ja, und die Frau war ja Krankenschwester, und dann läßt die ihr Kind im Stich – hassen Sie diese Figur? Blah.

Rest des Tages verbummelt. Konditionsschwäche.

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Aber warum wird immer Inhalt, nie Form verhandelt?

Weil wohl die meisten unserer jetzigen sog. Kritiker von jenen Germanisten geprägt sind, die um 1970 an die Schulen und Universitäten und in die Medien drängten, also einer Generation angehören, der alles Formale als bürgerlich verhaßt und Sprache nur eines von vielen Kommunikationsmitteln war. Es komme doch auf den Inhalt an, wurde damals gesagt, und das wurde pseudomarxistisch und mit einem mißverstandenen Brecht begründet. Wichtig war allein der Gebrauchswert eines Werks; natürlich der Gebrauchswert für die Massen. Nun haben wir, was vorauszusehen war. Und gemessen an der Prosa von Judith Hermann ist die von Julia Franck ja sprachlich schon wieder ein echter Fortschritt. Nur eben diese Blutleere ... die Gespenster der 70er Jahre. Wir werden sie nicht mehr los.

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Ja stirbt das denn nie aus?

Naja, wenigstens auf die Blogger ist noch Verlaß.

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For the (holy) sake of Fun! (or: just for Fun)


Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
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American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


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Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
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