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Gestern morgen rief nochmal mein Papa an. Er kann sein Lieblingsspielzeug, die Telekom-Auskunfts-CDROM, nicht starten. Jeder Mensch, den er kennen lernt, wird anhand dieser CD überprüft. Ob er auch wirklich existiert. Nur wer da drin ist, lebt wirklich. Daher ist die Telekom-Auskunfts-CDROM das wichtigste Tool seines Computers, neben dem Kochrezepte-Verwaltungsprogramm Word, natürlich.

"Immer wenn ich des anmach dann kommt so ein Bild und dann geht's nicht mehr. Sag mal, wie rum legt man die CD eigentlich ein?"
"Mit der Schrift nach oben", sag ich.
"Also, dann kommt das Bild mit dem Mann der telefoniert nach unten?"
"Nein, nach unten kommt gar nix."
"Wie?"
"Eine Seite ist bedruckt, die kommt nach oben. Die andere Seite glänzt nur, die kommt nach unten. Zweiseitig bedruckt gibt's nicht."
"Aha. Schrift nach oben. Ja, ich hab das so rum und so rum ausprobiert, aber das ging beides nicht. Da kommt dieses Bild..."
"Welches Bild?"
"Von dem Mann, der telefoniert, und dann kann man so Sachen auswählen und dann bricht er ganz ab und sagt, ich soll die CD einlegen, aber die ist doch schon drin."
"Ich würd dich ja gern mal im Explorer was nachgucken lassen, aber das klappt wohl nicht per Telefon."
"Ja, kannst du nicht mal vorbeikommen? Wir haben ja auch noch den Toaster vom Aldi..."
"Wann paßt's Euch denn?"
"Äh, also, wart, ich geb dir mal die Mama", sagt der Papa. Organisatorisches überläßt er grundsätzlich seiner Frau. Was die Sache meist beträchtlich abkürzt.
"Also, ich hab noch Tomatencremesuppe, mit Ei drin, und Schokoladenpudding, das magst du doch, oder?" begrüßt mich meine Mutter fröhlich.
"Hallo Mama. Wann soll ich denn kommen?"
"Ja, wir fahren noch zum Getränkemarkt, weil der des Wasser im Angebot hat, und zum Elisabethenhof und zum Aldi..."
"...und?"
"Dann tau ich jetzt gleich die Suppe auf. Aber du mußt dann auch da sein, ich will nicht mit dem Essen warten. Dann kann ich dich nachher mit dem Toaster heimbringen."
"Jetzt gleich also? Na gut." Ich breche jegliche Handlung ab und widme mich dem sofortigen Verlassen des Hauses zwecks Tomatensuppe und Computer. Und den Toaster, nicht zu vergessen. Der Toaster.

Natürlich muß ich mir von der Suppe einmal nachschöpfen, damit ich auch sattwerde, aus dem Topf, den meine Mutter mir schräghält, damit das besser geht. Natürlich hält mein Vater auch diesmal einen Vortrag über die Vorzüge des Eierlikörs auf dem Schokopudding, und ich, wie in den letzten 28 Jahren auch, lehne dankend ab. Wie in den letzten 28 Jahren mag ich Tomatencremesuppe am liebsten mit Ei und ziehe Schokopudding seinem vanilleweißen Bruder vor, und jedesmal gibt es für meine Eltern Anlaß zu Diskussionen darüber, was ich nun mag oder nicht. Merkwürdig ist das. Ich kenne jeden kleinen Vorzug, jede Abneigung meiner Eltern, ich hab ja knapp 20 Jahre mit ihnen unter einem Dach verbracht, aber meine Eigenheiten scheinen offenbar mit mir zusammen ausgezogen zu sein.
Übrigens bekomme ich, weil ich keinen Eierlikör will, ein Gebäckröllchen kommentarlos auf den Pudding gesteckt, weil ohne was drauf Pudding einfach zu profan ist.

Nach dem Menü ab in die großzügige, mit Atelierfenster und rollfestem Teppichboden ausgestattete Kochrezept-Verwaltungszentrale unterm Dach. Computer an. CD raus und wieder rein. Wenigstens ist die richtig rum drin. Aber wieder die Meldung: Bitte legen sie die CD in Laufwerk d:/ ein. Ich guck mir die CD mal näher an.
"Äh, Papa, das ist die Installations-CD. Du brauchst die CD mit der Datenbank drauf, sonst läuft da gar nix."
"Ach, ach, ist das die falsche? Welche brauchst du denn?"
"Keine Ahnung, mal probieren. Vielleicht die hier? Hier ist ein Mann drauf, der telefoniert. In magenta. Nehm ich die doch mal." Beide waren in der gleichen Packung. Und mein Vater zielsicher wieder irgendeine rausgenommen und gedacht, es wär die richtige. Und sich gewundert, als nix lief.
Aber al ich die andere CD einlege, erscheint der Mann, der telefoniert, auf dem Monitor und drunter steht: Intranet, Linux, Windows 3.1,T-Online, beenden.
"Das Fenster, das Fenster kommt jedesmal, auch wenn ich Word aufmach, sonst kam das nie! Das kam noch nie sonst!" ruft mein Vater aufgeregt und deutet auf den Mann, der telefoniert.
Ich halte es für das Sicherste, zu beenden. Dann geht trotzdem das Programm auf, nicht, ohne zu fragen, ob ich Quick-Time aktualisieren möchte, und die Meldung (Bitte CD->Laufwerk d:/) wiederholt sich.
"Was ist das denn?"
"Das ist ein Internet-Explorer. Brauchst du nicht. Hast ja das Modem noch nicht angeschlossen."
Ich beschließe hiermit, das Programm nochmal zu installieren. Sicherheitshalber. Wenn sich das so seltsam benimmt. Schieb also alle Komponenten in den Müll und versuch's nochmal mit der Installations-CD, die verfolgt mich wenigstens nicht mit magentafarbenen Männern, die telefonieren. Ich sitze da und versuche mich darauf zu konzentrieren, wie das mit dem Runterwerfen und Installieren bei diesen blöden PCs nochmal geht, während mein Vater mich fragt, was ich da mache. Er schaut abwechselnd stirnrunzelnd auf den Monitor und stirnrunzelnd in die CD-Hülle, immer hin- und herblätternd zwischen der einen Seite, wo die magentafarbene CD mit dem Mann, der telefoniert, drin ist und der leeren Seite, wo die CD drin war, die ich gerade in Gebrauch habe.

Nach erfolgreicher Installation, während der ich mehrmals um den Schreibtisch herumlaufe, denn der Computer steht auf der einen, Monitor und Keybord auf der anderen Seite und mein Vater irgendwo dazwischen im Weg, öffne ich das Programm nochmal. Ein gänzlich in grau gehaltenes Fenster geht auf. Magenta nirgendwo.
"Äh. Papa?"
"Was denn?"
"Das ist die alte Version."
"Was?"
"Du hast doch eine alte und eine neue Version von diesen Telefonauskunfts-CDs. Das hier ist die CD der alten Version. Was macht die in der CD-Hülle der neuen Version?"
"Äh. Ich hab die nicht da reingetan."
"Natürlich nicht. Jetzt bitte, gib mir die Hüllen, und zwar beide, damit ich schaun kann, was es da für CDs gibt."
Widerwillig bricht mein Vater die ausführliche Begutachtung der CDs ab und händigt mir beide Hüllen aus.
Ok. Wir haben in der Packung der neuen Version: Eine CD, schwarz-silber, mit Schrift drauf. Installations-CD der alten Version, wie bereits bemerkt. Dann zwei CDs in magenta mit einem Mann drauf, der telefoniert. Auf der einen, in der neuen Hülle, steht "CD2: Intranet, Linux, Windows 3.1,T-Online-Software".Auf der anderen, die in der Hülle der alten Version liegt, steht "CD1: Das Telefonbuch". Aha. Hätten wir das doch gelöst.
"So. Diese CD brauchst du nicht. Da ist nur Intranet, Linux und so weiter drauf. Und eben die T-Online-Software."
"Und wo dran erkenn ich das?"
"Guck mal, hier steht: CD1, CD2 und das, was drauf ist. Und jetzt legst du bitte diese Hülle mit der alten Version ganz weit weg, daß da nix durcheinander kommt. Und diese Hülle bleibt hier liegen, und du nimmst nur CD1 raus, und niemals die andere. Schau, ich tu die nach hier hinten hin, und da bleibt die auch." Wenn es um Computer geht, kann ich meinem Vater gegenüber immer so schön autoritär werden. Das ist das Beste an diesen sonst etwas quälenden Nachmittagen.

Dann rette ich das T-Auskunfts-Programm aus dem Papierkorb, werf die alte Version weg und teste. Läuft alles einwandfrei.
"Jetzt ist auch das Bild mit dem Mann, der telefoniert, nicht mehr gekommen. Das kam ja jedesmal", sagt mein Vater.
Jetzt nicht mehr. Jetzt ist der magentafarbene Mann, der telefoniert, auf der CD, und zwar obendrauf, wo er hingehört.

Und alles ist in Ordnung. Demnächst kommt das Modem, wenn die Telefonleitung angeschlossen ist, und dann darf ich Internet-Crashkurse machen. Da ist dann aber mindestens ein Wasserkocher für fällig.
Nun aber gingen ich und der Toaster nach Hause. Weil meine Mutter mir noch einen eingefrorenen Quetschekuche mitgegeben hat, konnte ich auch gleich die Auftau-Funktion testen. Der Pflaumenkuchen muß nämlich weg. Die beiden Bäume im Garten hängen schon wieder voll bis obenhin.

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Klingt fasst ein bisschen

wie "Familie Heinz Becker". ;-)

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hmmm.

Das Bezahlsystem muß ich auch mal bei meinen Eltern einführen. Obwohl: Inzwischen bin ich ja schon am überlegen mal eben bis Weihnachten eine Abhandlung "Computer für Eltern" zu schreiben.
Aber erstmal dürfen sie mir jetzt Olivenöl aus ihrem Italienurlaub mitbringen.

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Geil. Und es ist überall dasselbe. "Also da hat der jetzt so ... da bringt der jetzt so eine Meldung ... jedesmal. Mit dem Komprimierungstreiber. Vor dem Windows-Bild. Ja. Davor. Und dann muß ich nochmal auf >Enter< drücken, und dann geht's. Kannst du da nicht mal, wenn du nächstes Mal kommst ... was ich gemacht hab? Gar nix! Wirklich nicht! Und außerdem, der neue ADAC-Routenplaner, der läuft gar nicht. Beim Installieren ... was auf der CD hinten draufsteht? Im Kleingedruckten? Laß mal kucken. Win 98, 98 SE, ME, XP. Wieso, ich hab nur Windows 95? Das Ding ist doch noch keine sechs Jahre alt." Usw. usf. Für meine Mutter ist die Computertechnolgie geschaffen worden, um "Freecell" zu spielen. Jetzt nicht unbedingt, weil sie nicht wüßte, wie man Karten mischt, aber es ist halt praktischer. Ich denke mit Schrecken an das Gelächter der nächsten Generation über mich als Siebzigjährigen.

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Meine Mutter hat schon die Umstellung von der mechanischen auf die elektrische Schreibmaschine im Büro schwer verwunden. Was danach kommt, kann eigentlich nix mehr sein. Sie weigert sich, auch nur die Maus anzufassen oder eine Taste zu drücken, weil sie glaubt, sofort geht alles kaputt. Wenn man ihr was erklären will, geht sie weg und sagt, das ist nichs für sie, das interessiert sie nicht. Überhaupt nichts zu machen. Nicht mal mit Freecell. (Das hat ja übrigens nicht mal mein Vater entdeckt. Er schaut nie in andere Programme als die zwei, die als Icons auf dem Desktop sind: T-Auskunft und Word. Da könnt man Pornos drauf verstecken, die würden nie gefunden, geschweige denn angeklickt.)

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deine eltern...

...scheint es in doppelter ausfertigung zu
geben:jedenfalls habe ich zu hause haargenau das gleiche exemplar!

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Jaaaa! Genau!

Übrigens: Als ich mir die "PC-von-meim-Papa"-Texte eben zwecks wiederholten Genusses ausdrucken wollte, stellte ich fest, dass die Rechtschreibprüfung von Word das Word "Linux" nicht zu kennen vorgibt. Süß, nich?
P.S. Ist das nun eigentlich ein Naturgesetz, dass alle guten Weblogs aufm Mac gemacht werden?

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ja genau,

das issen naturgesetz. oh mann, geh doch nach hause!

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ich fang jetzt keinen religionskrieg an, weil der rezipient mir eigentlich zu sympathisch ist, ums mir mit ihm zu verderben. aber die häufung ist schon da. das mag sein. jeglicher erklärungsversuch endet aber zwangsläufig in platitüden-geschwafel, also fang ich gar nicht erst damit an.

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that's exactly what it is,

ein Religionskrieg, und die enden meist unversöhnlich ;-). but anyway möchte ich trotzdem noch eine spitze hintanfügen, und mich danach sofort erklären. ich würde mal sagen, die mac-user sind im angesicht ihres herrn steve jobs durchaus devoter in ihrem glauben an, ja an was denn? nicht an eine hippie-kommune sondern an ein großindustrielles unternehmen (!) als die ewig (und oft zurecht)schimpfende pc-gemeinde. und warum mich das thema immer so fuchsig macht hat folgenden grund: ich lebe als einziger pc-user in einem ansonsten fabelhaften vierköpfigen mac-user-haushalt. need i say more?

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dann bist du ja fast sowas wie die verfolgte minderheit.

aber darfste denen nicht krumm nehmen, sonst heißt's ja immer: ihr mit euren Spielzeugcomputern, kauft euch mal nen richtigen pc... das kenn ich auch.
also. habt euch lieb.

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Computer-Realität

Hotline: Guten Tag, wie kann ich Ihnen helfen?

Anrufer: Ich hab hier Windows 98...

Hotline: Aha

Anrufer: ... und ein Problem mit meinem Rechner

Hotline: Das sagten Sie schon!

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seit 6647 Tagen sitz ich hier
letzte Bestellung: 18.02.20 12:30



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'einen hab ich noch'


hi,hi; kleiner Witz!wo geht's denn hier nachKönnen! , vor LACHEN!Übrigens mein Physiklehrer hatte noch den Witz auf Lager:Kunst kommt von Können und nicht von Wollen,sonst würde es Wulscht heißen! heiß, heiß, heiß...Ich wünsch Dir noch einen schönen Tag, Andrea.Bis denne,Hans  ...
[hadephy am 29.01.17 23:39]

For the (holy) sake of Fun! (or: just for Fun)


Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
[hadephy am 01.01.17 20:24]

American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


And I would conclude with some wisdom of my own, "well": 'Life isn't That complicated!'The most important goal then would be to have an appreciable agenda over the daytime!First a ball ( or what did Ms. Sanchez-Vicario say? :-) )... ...
[hadephy am 10.12.16 16:05]

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Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
[EinGedanke am 13.09.14 11:27]



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