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Auf einem Flohmarkt habe ich einmal ein altes Versteckbuch gefunden. In seinem früheren Leben als Buch enthielt mein Versteckbuch einmal die gesammelten Monthly Reviews des Jahres 1788, ungefähr hundert Jahre später galt der alte Schinken nichts mehr und wurde umgebaut. Die Rezension von "The Nobleman, Gentleman, Land Steward, and Surveyor's Complete Guide" (gleich nach der gewiss sehr lesenswerten Besprechung von "Origin und Progress of Language") ist nun nicht mehr complete.



Das Ding beeindruckte mich einerseits als ungewöhnliches Objekt. Später erst habe ich festgestellt, daß es auch ungemein praktisch ist. Wenn man aus diversen Gründen haufenweise Bargeld hortet, etwa weil man sich überteuerte Technik anschaffen will, ist so ein Versteckbuch ganz prima. Man weiß in der Regel immer, wo es ist, die Momente sprachloser Panik angesichts verlegter Umschläge entfallen, und so ein Versteckbuch fühlt sich ja immer ein wenig nach Versteck an. Man kann dort auch ganz andere Dinge horten. Manchmal braucht man eben Verstecke.

Basteln wir uns also ein Versteckbuch, denn Basteln ist ja immer dann am sinnvollsten, wenn dabei Dinge entstehen, die man nicht irgendwo kaufen kann. Suchen wir uns eine dicke, unlesbare, einigermaßen dekorative Schwarte. Meine Wahl fiel auf eine ganz hübsche, aber ziemlich wertlose Buchclubausgabe der Wikingersaga "Röde Orm", in dem das ganze Personal heißt, als könne man es bei Ikea bestellen. Aber das mag auch an mir liegen, ich ziehe nämlich gerade um. Röde Orm fristete bei mir ein paar traurige Jahre als Türstopper, nun wird er entkernt. Daß ich Gewaltphantasien gegen Bücher auslebe, mag natürlich auch damit zu tun haben, daß ich gerade umziehe.



Malen wir also ein Rechteck. Dann schneiden wir das Rechteck mit einem Skalpell aus. Es muß nicht so wahnsinnig ordentlich sein, denn da wird später, wie auch beim alten Original, Papier hineingeklebt. Und jetzt fängt die Wahnsinnsarbeit an: Mit der Papierfaser schneidet es sich halbwegs gut, gegen die Faser, also der Zeile folgend, eher bescheiden. Ich habe festgestellt, daß es am einfachsten ist, wenn man das Buch quer vor sich legt. Ab und zu sollte man den Buchblock gerade richten, denn dadurch, daß das Ding ja aufgeschlagen vor uns liegt, verschieben sich die Seiten und alles wird schief. Am besten so alle fünfzig Seiten mal kontrollieren.

Besonders schnell kommt man nicht voran, also besser Tee kochen und Musik hören dabei. Aber es geht immer noch schneller als die ganze Saga zu lesen. Ab und zu bleibt man an Wörtern, an Sätzen hängen, es geht irgendwie dauernd um Nonnen, zumindest da, wo ich geschnitten habe.



Irgendwann beschließt man, tief genug zu sein, dann braucht es ein Stück Papier. Ich habe Geschenkpapier mit einer Seekarte drauf, das paßt ja, das wird an den Ecken eingeschnitten und in die Vertiefung hineingefalzt. Ganz einfach. Dann muß man noch die erste Seite schneiden, das wird die Deckseite, und die sollte ordentlich aussehen. Ich schneide die Längskanten mit dem Skalpell und die Querkanten mit der Schere, dann alles ordentlich mit der Schere nach. So, glatt. Soll ja nach was aussehen.



Und bevor alles festgeklebt wird, bleibt das Buch jetzt erstmal eine Nacht liegen und glättet sich. Am nächsten Tag hat man dann nur noch ganz nette Klebearbeit. Das schöne Papier wird in die Vertiefung geklebt, und die oberste, ordentlich geschnittene Seite obendrauf. Und das war's dann auch schon! Fertig ist das Versteckbuch. Man kann natürlich auch was drin verschenken. Oder oder. Denkt Euch halt selbst was aus! (Und hier ist der ganze Adventskalender.)

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Total gut. Nahezu ein Wunder, dass Du das mitten im Umzug geschafft hast. Danke schön.

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Ja, gestern war, äh ... intensiv.

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Frohe Feiertage noch & schöne Anleitung, motiviert zum Nachmachen! Umzug, wohin?

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Dir auch schöne Feiertage!

Ich ->Bockenheim. Und schon gut angekommen in der Schloßstraße.

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Liebe Frau Diener,
FAZ, alles Käse.
Heuern Sie sofort beim Fernsehen an für dSmdM ober Löwenzahn oder ähnliches.
Ihre Bastelarbeit liest sich wirklich toll und könnte auch im TV groß rauskommen.
Mein' ich ehrlich! Kompliment!
Und alles Gute für 2013!
Es grüßt DF

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seit 4510 Tagen sitz ich hier
letzte Bestellung: 07.03.14 21:53



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Ist hier : www.wrint.de ...
[andreaffm am 07.03.14 21:53]

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DA freu ich mich drauf! :-) ...
[m8 am 07.03.14 21:42]

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Ich erzähle was über Burundi.  ...
[andreaffm am 06.03.14 21:34]

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ihre seite ist eine wohltat für augen und seele. dankeschön.  ...
[allamaralla am 24.11.13 08:55]

der weg ist das ziel
aber ich finde Sie haben doch sehr viele Zuhörer mit ihren schönen Zeilen, ich mache Kunst und freue mich auf Ausstellungen jedesmal sehr wenn ich ein, zwei wirklich aufmerksame, interessierte Zuschauer finde die mir etwas mitzuteilen haben. Der rest hat... ...
[John J. Tortuga am 24.11.13 08:40]

...
Alle paar Tage schaue ich ganz gespannt, ob es wieder einen neuen Eintrag gibt... wo bleiben sie, die Texte? Sie fehlen mir... ...
[*Hanna* am 06.09.13 15:48]

...
Ich freue mich, wieder von Ihnen zu lesen, und dies sowohl vor kurzem in der Frankfurter mit Ihren Ausführungen zu Erfolg und Vergeblichkeit des Reisebloggens als auch, wie ich hoffe, erneut an dieser Stelle. Schreiben kann zur Routine werden und eingeübt,... ...
[quisquilia am 22.08.13 08:07]

...
Ja. Definitiv. Wird Zeit. Gruß R. ...
[remington am 16.08.13 13:18]

Schreiben...
...heißt für mich im Moment, eine Linie ziehen, der ich folge, damit ich nicht abstürze. Ähnlich wie das Flamencotanzen, das mir hilft, den Kontakt zum Boden, also zur Realität, nicht zu verlieren, und mir über meine Position im Raum, also... ...
[trippmadam am 14.08.13 17:47]

jahr
Schreiben ist nur mein Hobby, sagt sie. Und ich weiß, daß das nicht stimmt, auch wenn sie es noch nicht weiß. Aber sie ist hier. Sie hat zu uns gefunden, zu den halbabgesoffenen und den sich immer wieder irgendwie rettenden,... ...
[andreaffm am 12.08.13 23:38]



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