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andreaffm, Mo, 22.Oktober.2012, 19:23 Und dann kommt man an den Punkt, an dem man denkt, man macht sich viel zu viele Sorgen. Ich habe mir um Berufliches nie Sorgen gemacht, ich habe nie etwas geplant, und vielleicht lief es genau deshalb immer gut, aber das Nichtplanen und Nichtsorgen schaffe ich in anderen Bereichen einfach nicht. Ist das nicht, so ein Freund, eine sehr westliche Krankheit? Kann sein, tippe ich in das Fenster des Facebook-Chats. Die wichtigsten Gespräche führe ich im Facebook-Chat, weil man in so ein Fenster alles hineintippen kann, weil man keine Stimme hört und kein Atmen und kein Heulen und auch mal überlegen kann, bevor man antwortet. Kann sein, tippe ich also, und daß wir dauernd von amerikanischen Filmen, in denen Liebe abgehandelt wird wie eine kapitalistische Erfolgsgeschichte, indoktriniert werden, Chancen zu ergreifen und für etwas und jemanden zu kämpfen, und daß das vermutlich genau das Falscheste ist, was wir tun können. Genau, tippt der Freund, mehr Zen! Er hat nämlich ähnliche Probleme, und deshalb heulen wir uns in regelmäßigen Abständen die Ohren voll, entweder im Facebook-Chat oder manchmal auch in Bars, ich mit Single Malt und er mit etwas Buntem mit Glitzerpalme, denn Gendern darf auch beim Alkohol nicht aufhören. Und dann kommt man an den Punkt, an dem man feststellt, wie sehr sich alles verändert hat, weil auf einmal diese dauernde Passivkommunikation aufgekommen ist, diese Streams auf Facebook, diese Streams auf Twitter und all diese Dinge, die man auf sich beziehen kann oder auch nicht, weil sie an alle und keinen gerichtet sind. Und dann kommt man an den Punkt, an dem man feststellt, daß es immer noch nicht die neuen Medien sind, die einen überfordern und auch nicht das Internet, sondern daß es eben immer noch die Menschen sind und das Leben. Was Kulturpessimisten eventuell beunruhigt, weil es ihre Kernthese widerlegen würde, daß es einmal Zeiten gegeben hat, in denen Menschen irgendwie weniger überfordert waren als jetzt, das dem Rest der Menschheit aber herzlich egal sein kann, denn wovon genau man überfordert wird, ist am Ende ja auch wieder Wurscht. Und dann kommt man an den Punkt, an dem man sich ganz kurz vorstellt, wie das wäre, sich keine Sorgen zu machen und keine Gedanken und gar nichts, man denkt an die Preßspanhöllen in den Immobilienanzeigen, an die braunen Kacheln und die Halogenlampen aus dem Baumarkt und die Leben, die darin geführt werden und macht sich dann doch wieder Sorgen, ist vermutlich auch besser so. Ob man damit glücklich wird, ist aber eine ganz andere Frage, die wir demnächst im Facebook-Chat erörtern werden.
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micro_robert,
22. Oktober 2012 22:25:32 MESZ
Schwärme verwirren. Heute haben wir es fast nur noch mit Schwärmen zu tun.
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Don Ferrando,
23. Oktober 2012 08:36:35 MESZ
ich persönlich denke, das ist eine Altersfrage.
Mit jedem Tag, den ich mich von der 50 entfernte, wurde dieses Überforderungsgefühl weniger, etwas Gelassenheit kam und nimmt immer mehr Raum ein. ... link ... comment
wlueg,
29. Oktober 2012 17:13:47 MEZ
wie schön!
Oh wie schön, Frau Diener ist wieder zurück und hat vorzügliche Bilder mitgebracht. Wie nennt man das bei facebook:
...freu! ... link ... comment |
seit 4177 Tagen sitz ich hierletzte Bestellung: 18.05.13 03:09 Suche und finde
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