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Heute begeben wir uns an einen Ort, wo die Welt noch in Ordnung ist, wo Männer noch richtige Männer sind und weibliche Anhängsel am Arm ihres Freundes noch richtige weibliche Anhängsel am Arm ihres Freundes. Heute begeben wir uns auf die IAA, die Internationale Automobilausstellung. Doch zunächst einmal besteht kein großer Unterschied zur Buchmesse, man geht durch den Eingang, und dort stehen schon viele Verzweifelte irgendwelcher obskurer Kleinunternehmen, die einem ihre Zettel aufdrücken wollen.



Aber dann wird es sehr schnell sehr anders. Pro Halle nur eine Handvoll Aussteller, wenn überhaupt. Die Festhalle hat nämlich Mercedes komplett gemietet und das Forum gleich dazu. Im Forum stehen immer paarweise alte und neue Modelle, die demonstrieren sollen, wie Mercedes der Tradition treu bleibt. Hier steht auch das Rennding, mit dem Mercedes bei der Mille Miglia beschissen hat, indem sie damit über die Autobahn gefahren sind.



Die Mercedes-Halle ist groß, protzig und voller staunender Männer, aber irgendwie langweilen mich diese Autos. Überall riesige Klötze, daneben riesige Motoren, die ungefähr drei- bis fünfmal so groß sind wie das kleine Ding, das meine Barchetta antreibt. Es gibt viele interaktive Informationen über technische Details. Und dauernd kommt jemand und feudelt und poliert.



In der nächsten Halle stehen erst einmal die Ingolstädter. Man hat einen düsteren Souvenirshop aufgebaut, darin gibt es entsetzlich häßliche Dinge zu kaufen, davor stehen Autos in einer seltsamen Farbe, die unangenehm an Diarrhoe erinnert. Ein tätowiertes Mädchen mit violetten Haaren erklärt einem der herumstehenden Schlipsträger, daß ihr Papa sowas hat und deutet dabei auf den TT. Wahrscheinlich ist ihr Papa ein Kreativer oder macht was mit Medien (es lebe das Vorurteil).



Unvernünftiges gibt es auch bei Audi: Eine Rennflunder und ein silberglänzender R8, wo Mutti vermutlich ständig mit dem Poliertuch daneben stehen muß, sonst gibt es Fingerabdrücke. Auf solche bescheuerten Ideen können auch wieder nur Männer kommen. Ich dachte ja, dieser praktische Mattlack hat sich jetzt für die üblichen Protzkarren gehobener Angestellter und Arbeitgeber im horizontalen Gewerbe durchgesetzt.



Zumindest gegenüber bei Lambortschini, wie die Menge staunend raunt, steht was Kantiges in Mattsilber und guckt böse. Und drumherum stehen Kerle und gucken ehrfürchtig zurück, manchmal darf sich auch einer reinsetzen, das muß ein besonders heiliger Moment sein. Von hinten sehen die aus wie Raumschiffe, von vorn wie nichteuklidische Plattfische. Aber immer erkennt man sie auf den ersten Blick, und man hört sie aus zwei Kilometern Entfernung finster grollen wie ein Sommergewitter im Gebirge. Schön wäre das falsche Wort dafür, konsequent trifft es besser. Immerhin gibt es hier sehr geschmackvolle Souvenirs, diskret bestickte Polohemden in gedeckten Farben und edle Füllfederhalter. Noble Zurückhaltung auch bei Bentley, ein Zaun zwischen Menge und Auto garantiert Abstand und Seidenkrawatten mit zart angedeutetem B-Logo Distinktion.



Ausgerechnet nebenan hat sich Skoda eingemietet, wo Rentner in beigefarbenen Übergangsjacken Probe sitzen, da will man weg und marschiert daher die lange Reihe der Volkswagen ab, die sich recht volkstümlich geben, pädagogisch wertvoll lassen sich die Motoren betatschen und ins Beetle Cabrio darf man auch einsteigen und die Blumenvase bewundern, in der zur Feier des Tages eine weiße Orchidee steckt. Dieses Detail bleibt das einzig Kapriziöse an diesem grundvernünftigen, grundsoliden und grundlangweiligen Stand, der irgendwie Fahrschulatmosphäre atmet.



Eine Halle weiter geht es wieder etwas bunter zu. Hier steht der Honecker-Gedächtnis-Porsche, so ein Bewunderer neben mir über den alten Melkus. Eine unfaßbar flacher silberner Keil, in dem man fast liegt, Flügeltüren, das Heckfenster mit schwarzen Lamellen vergattert, innen komplett mit rotem Leder ausgeschlagen. Daneben steht die Neuauflage, längst nicht so bestaunt wie das Museumsstück, aber durchaus formschön: Heck und Flügeltüren wurden in ihrer Grundform so belassen, aber innen ist alles neu, und von vorne herrscht leider auch zeitgenössische Bulligkeit, das hat man jetzt so.

Ich befinde mich scheinbar in der Exotenecke, denn daneben hat Lotus seinen Stand mit Autos, die irgendwie aussehen wie aus Plastik gegossen. Und dann geht es bilderlos weiter mit Aston Martin, die es für nötig hielten, einen Sichtschutzwall aufzubauen. Die abgeschirmte Zone dahinter darf man nur betreten, wenn man einen halben Tag Schlange steht, oder auf persönliche Einladung. Anfragen werden unfreundlich abgewimmelt. Das ist mir ehrlich gesagt zu blöd. Ich dachte, das sei hier eine Ausstellung? Und dann bauen die da eine Mauer drum, damit bloß nicht zu viele Leute gucken können? Was für ein elitaristisches Gehabe ist das denn? Das unterstützen wir nicht, James Bond Car my ass, meine gesamte Sympathie ist hiermit verspielt.

Wenden wir uns erfreulicherem zu. Hinter dem großen Poschestand, bei dem Autos stehen, die eben aussehen wie Porsches immer aussehen und daneben noch Haßkarosse Nummer eins, der Cayenne, der allein Grund dafür ist, daß ich diesem Konzern niemals, auch im Falle plötzlichen Reichtums nicht, Geld in den Rachen werfen würde, hinter diesem Stand also geht es weiter mit dem einzigen Sportwagen dieser Messe, der ständig von bewundernden Frauen umlagert ist. Kein Wunder.



Ist das nicht großartig, wenn man in einen Neuwagen einsteigt, und es stinkt nicht nach Plastik, sondern riecht nach Leder? Gegen soviel Noblesse bei Wiesmann können auch die Angeber-Zondas einen Stand weiter nicht anstinken.



Aber einer doch, der ist eigentlich eher unscheinbar und auch ein bißchen bescheiden, wie er da herumsteht an seinem kleinen, schlecht ausgeleuchteten Stand. Aber man schaut ihn an in dem Bewußtsein, daß er vermutlich die Zukunft ist, der Tesla. So also sehen Elektroautos aus? Nicht übel, das hatte man sich langweiliger vorgestellt. Wenn das die Zukunft ist, dann möge sie kommen und, wenn es geht, noch ein bißchen im Preis sinken. Ich wähle nämlich nur ungern zwischen meiner Zukunft und der des Weltklimas, weil ich fürchte, daß das Weltklima dann den kürzeren zieht.



Gleich um die Ecke steht übrigens auch das wirklich und mit großem Abstand häßlichste Auto der Messe. Ich hörte Vorübergehende verächtlich "boah, voll Paris Hilton" sagen, nur Sekunden später stöckelte eine vollbemalte toupierte Blondine heran, die begann zu quietschen und ihren Freund aufzufordern, er möge doch bitte mit seinem überinstrumentierten Telefon ein Bild davon machen. Wer oder was dieses Mansory ist, die so eine Zumutung herstellen und ob es das in jeder Wunschnagellackfarbe gibt, möge bitte jeder selbst recherchieren. Ich sehe meine berichterstatterische Pflicht hiermit erfüllt und nehme aus Rücksicht vor der Leserschaft Abstand von einer Vertiefung des Themas.

Auch für die ganzen Opels und was es da noch alles gibt fühle ich mich nicht zuständig. Ich gehe dann lieber noch in die Halle mit den Italienern und bewundere den sehr verspielten Stand von Lancia, die sich mit Traummotiven schmücken und Gedichtfragmenten in Kreideschriftanmutung. Das hebt sich so wunderbar von dem üblichen Technikgedöns ab, daß es eine wahre Freude ist.



Daneben wird es dann sehr bunt, denn da stehen die Cinquecentos, die es jetzt auch mit Faltdach gibt. Alle fingern am Dach herum: Und das ist wirklich Stoff? Wie putzig, wie retro! Hier sehen auch die Messehostessen ganz anders aus als anderswo, die tragen nämlich kurze Karoröckchen und rote Converse dazu, also eher das Gegenteil von seriös. Dafür müssen sie sich dauernd mit irgendwelchen Asiaten fotografieren lassen, die Armen.

Neben der bonbonbunten Putzigkeit dann alles in blutrot. Alfa baut auch Fahrräder, wer hätte das gedacht? Das würd ich mitnehmen, wie es hier so steht, sagt der Nebenmann und deutet, richtig, auf das Fahrrad. Und der Mito ist für einen Kleinwagen wirklich sehr hübsch.



Was bleibt dann noch? Ferrari bleibt. Hier tummelt sich alles, was reich und nicht mehr ganz taufrisch ist. Diese Art Sportwagenkundschaft, die immer eine leichte Verzweiflung ausstrahlt, etwas irgendwie unlockeres. Vermutlich darf man sich an so ein Ding nichtmal dranlehnen, wenn man nicht ein Tüchelchen unterlegt. Man paßt durch keine Engstellen, bleibt an der nächsten Speedhump hängen und muß dauernd tanken. Ich stelle mir das sehr, sehr schrecklich vor, mit so etwas wirklich herumzufahren. Und dann ständig dieser Lärm. Das berühmte Ferrari-Rot wird übrigens im Industriepark Höchst hergestellt. Wenn man das weiß, schwindet der Glamourfaktor rapide.

Draußen vor der Tür gibt es einen Einparkparcours von Mercedes. Mit fürchterlichen Klötzen von Autos, ich glaube, sie nennen das A-Klasse, muß man sich in die Lücken zwischen den hübschesten Modellen der fünfziger, sechziger und siebziger Jahre quetschen und kann dabei die tolle, neue Einparkhilfe testen. So richtig interessant findet die Einparkhilfe aber kaum jemand, weil alle die alten, bunten, geschwungenen Formen angucken wollen. So sind die Leute: Undankbar. All die schöne Forschung. Dann bewundern sie den unvernünftigen Mist und kaufen sich am Ende einen Skoda.

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Irgendwie sind sie auf der Veranstaltung genau richtig. Sie können ja erzählen, sie hätten ihren Roadster lieber einen neuen Motor gegönnt, als ihn zu verschrotten und verschweigen Sie einfach, dass es sich um einen Fiat handelt.

Wiesmann sieht man ja recht selten, aber wenn, dann siegt auch wieder Noblesse: Anstatt im Chor mit den Porsche- und Audifahrern auf den Führer des landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugs zu schimpfen, zog der Wiesmann-Pilot es vor, rechts ranzufahren und die Thermoskanne herauszuholen.

Das eine Firma mit dem Tunen von Bentleys überleben kann, ist erstaunlich.

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Ah, Thermoskanne. Bei schönem Wetter ist so ein Roadster auch nichts anderes als ein rollender Balkon.

Viel mehr als ehrlich arbeitende Menschen ärgere ich mich über Wohnmobilfahrer, die sind ja nur zum Spaß unterwegs.

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Sehr fein geschrieben, wie immer. :-)

Mir müsste mal jemand glaubwürdig und vernünftig erklären, warum ein Auto mehr als hundert PS braucht.

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Da fragen Sie doch einfach mal Jeremy Clarkson. Und anschließend erklären Sie ihm, das man sich mit 100 PS fortbewegen kann, das glaubt der nie.

"We all know that small cars are good for us. But so is cod liver oil. And jogging."

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Mehr als hundert PS braucht man, um die Überholangst des Fahrschülers zu besiegen, die sich immer dann einstellt, wenn von hinten ein Xenon-Scheinwerferpaar nach dem nächsten ranrast und der Fahrlehrer brüllt: Jetzt überhol doch! Überhol doch! Und die paar Pferdestärken des Polo sich nur mühsam in Bewegung setzen lassen, um hinter dem Schwerlastzug hervorzukriechen und der Rest ist Panik. Nie wieder.

Mehr als hundert Pferdestärken braucht man auch dann, wenn man mit vollbeladenem Auto, weil der Begleiter wieder einen Kaufrausch nach dem nächsten durchlitten hat inklusive Anschaffung einer Espressomaschine für die Frau Mama, über die Alpen will und nicht die Autobahn nehmen möchte, sondern den Jaufenpaß. (Dafür braucht man auch andere Bremsen, als BMW üblicherweise verbaut, die fangen nämlich auf halber Strecke an zu überhitzen und stinken ganz erbärmlich. Italienische Qualität aus den Neunzigern beispielsweise.)

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Wer fahren lernen will sollte 43 PS nehmen. Und schalten.

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Das ist sicherlich, äh, herausfordernder.

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@schwarzmaler:
Das klingt leider irgendwie nach, wer ein Auto noch richtig starten will, soll gefälligst die Anlasserkurbel drehen.

An sich würde ich remington recht geben, dass man mit 100 PS im Normalfall schon ganz gut unterwegs ist. Sowohl mein Darkmobil als auch der A 3 meiner Frau haben 75 kW, und um ins Büro zu fahren, Eltern oder Schwiegereltern zu besuchen oder in Urlaub zu fahren reicht das völlig aus, ohne sich untermotorisiert zu fühlen.

Es sei denn, und da muss ich den Barchetta-Piloten recht geben, man fährt regelmäßig Alpenpässe. Das fühlt sich mit unseren vernünftigen Flachländer-Autos mit 102 PS dann doch ziemlich mühselig an.

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Arbeiten und Einkaufen geht bei mir ja zu Fuß und weitestgehend mit den Öffentlichen, wenn ich nicht gerade für die kleine Zeitung unterwegs bin. Die meisten Kilometer waren wirklich die Reisen. Und mit dem Cinquecento hätt ich nicht nach Rom fahren wollen. (Aber mehr als 150 PS braucht man dann auch wirklich nicht.)

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Das ist alles sehr relativ!
ich bin mit 34 Käfer PS gut über Brenner und Cisa-Pass und auch mit 177 Lancia PS!
Meine Erfahrung ist, daß man nie genug PS bzw eigentlich NM haben kann !

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Es kommt auch drauf an, wie schwer das ist, was drumherum ist. Meine Frau Mama schaffte es ja auch mit dem Simca über den Jaufenpaß, der hatte, wie ich gerade nachgelesen habe, etwa 40 PS. Der einzige Luxus an dem Ding waren die bordeauxroten Ledersitze, sonst war da ja nichts dran. Und vorne die Koffer. Das hat sich ja alles ein wenig geändert.

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Der Einser-BMW
- um es mal an einem konkreten Beispiel aufzuzeigen - ist ein Anderthalbtonner und schon 200 Kilo schwerer als mein kompakter 3er aus den 90ern. Vor 25 oder 30 Jahren waren in dieser Gewichtsklasse vielleicht 7er-BMWs, Mercedes-S-Klasse oder vergleichbare Dickschiffe unterwegs. Die hatten in der Regel aber auch nicht nur einen 2-Liter-Diesel oder 1,8-l-Einspritzer unter der Haube. Mit anderen Worten: Ein gut Teil der PS-Zuwächse in den neueren Modellreihen geht dafür drauf, erhebliches Mehrgewicht durch die Landschaft zu wuchten.

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Wiederholung: Wieder sehr fein geschrieben.

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Und ganz ohne Zahlen :)

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ich mag den wagen ja auch nicht sonderlich, aber das allgemeine gezicke rund um den stigmatisierten cayenne [als sinnbild für ein menge andere autos die auch keine sparwunder sind] finde ich langsam etwas kurzsichtig. ich habe irgendwann irgendwo mal seriös quergerechnet wie sich ein cayenne gegenüber einem mallorca wochenendflug so rein co2-karmatechnisch darstellt*. für zwei mal im jahr in den urlaub fliegen kann ich das ding 8 jahre mit ruhigem gewissen fahren. ich sehe da auch keinen unterschied bzw. da finde ich den urlaub schlimmer. das einen ist für ein paar tage, das andere fast für ein jahrzehnt.

* wo wir schon mal beim thema sind. in der herstellung von elektrofahrzeugen rummst es ganz übel bei der produktion der akkus. das zieht die dinger auch für viele jahre auf die dunkle seite des co2. was nicht davon ablenken soll, dass es natürlich insgesamt langfristig hirnloser schwachsinn ist mit fossilen brennstoffen mobilität zu erzeugen ...

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Ich habe eine ganz persönliche Fehde mit dem Cayenne. Die Scheinwerfer sind sehr, sehr hell und genau so hoch, daß sie mir durchs Heckfenster scheinen und den gesamten Innenraum ausleuchten. Fährt ein Cayenne hinter mir, sehe ich bei Dunkelheit praktisch nichts mehr. Und Abstand halten gehört bei den Cayenne-Fahrern scheinbar nicht zu den Kardinaltugenden.

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nachvollziehbar. am wochenende fuhr ich den zweisitzer meiner angebeteten und sie fuhr mir mit meinem wagen hinterher ...

seit heute kann ich wieder eingermaßen scharf sehen. ich betrachte das als reminiszens an meine 10-jährige mini karriere.

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Sehr richtig ...
Ganz meine Meinung, der Tenor Deines Artikels. — Im Stoffglobus bei Aston Martin haste aber was versäumt, von dem ich angesichts so mancher Flohmarkt-, Bayern/Italien- oder Schuhgeschichte hier in den Reisenotizen annehmen muss, dass es Dich interessiert hätte.

Der ausgestellte Wagen war nämlich ganz anders. Vor allen Dingen im Kofferraum. Ich habe darüber vor ein paar Tagen eine Geschichte geschrieben. Sogar mit (ansatzweise erkennbarem) Bild vom Bondmobil. Auch Geheimagenten werden irgendwann Familienväter … =:o)

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Ogott, die Köfferchen! Putzig.

Ich sah scheinbar nicht nach Geld aus, trotz der bewährten britischen Trias aus Tweedjackett, Church's-Schuhen und Billingham-Tasche. Insofern bin ich jetzt beleidigt. Jawohl.

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Die Kirchenschuhe waren der Fehler!
Sie hätten Ihre schönen Möwe-Schuhe aus Bern anziehen sollen !!

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Sie kennen meine schönen Church's nicht. Dunkelbraun-weiße Full-Brogues mit geschlossener Schnürung und etwas Absatz. Die machen ganz schön was her. Aber vermutlich war der Einlaß zu banausig besetzt. (Wer mich nicht durchläßt, ist natürlich banausig, sag ich mal.)

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Ich gebe zu:
Ich hab es ja auch nur deshalb bis zum Aston geschafft, weil mich der Sohn 2.0 im Schlepptau hatte. Seinem in jeder Hinsicht strahlenden Blick konnte der Türsteher Absperrkordelsteher einfach nicht widerstehen.

Kein Grund also, beleidigt zu sein. (Ich bin sicher, dass Deine Garderobe dem Interieur des Messestandes weit gerechter geworden wäre als die unsere.)

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Für das nächste Mal leih ich mir irgendwo einen Sohn aus. Guter Tip, danke.

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Irgendein Sohn ...
tut es nicht. Es müsste schon Sohn 2.0 mit dem strahlendsten aller Lächelblicke sein … =;o]

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Ach, Andrea, Sie sind mein Star, wenn Sie ihrem Affen Zucker geben. Wissen Sie, woran ich zuerst dachte? "Trafic" von Jacques Tati. Es ist bald 40 Jahre her und scheinbar hat sich nichts verändert. Als notorischer Autoabstinenzler ist für mich der Kuriositätsfaktor natürlich noch ein bißchen größer. 100 PS zu wenig? Meine Güte! Der Trabant hatte 24 und schaffte das Erzgebirge mit Rückenwind durchaus. In die Verlegenheit mit den Alpen kam man ja weniger...
Melkus war übrigens zu DDR-Zeiten ein Held. Ich hatte selbstverständlich ein Spielzeugauto von ihm. Der Melkus-Wartburg war das sichtliche Zeichen, daß man hierzulande tatsächlich auch Autos bauen könne, wenn man nur wollte.
Da ja in letzter Zeit die Diskussion über das Buch, das Sie selbst und wir alle lesen wollen, wieder auflebte: vielleicht gibt es irgendwo eine Möglichkeit, bei einer Stadtschreiberstelle oder einem Literaturstipendium eine Petition einzureichen. Sachdienliche Hinweise werden von mir (und ich glaube auch von der restlichen Lesergemeinde) mit Dankbarkeit entgegengenommen.

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Savall, gab es in der DDR eigentlich Autoquartett? Wartburg sticht Lada sticht Trabant? Das würde mich wirklich interessieren.

Nessie, den Bonbonbentley oder den intergalaktischen Zerstörer?

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Für ein Autoquartett hätte es nicht genug unterschiedliche Modelle gegeben. :-)
Wir spielten natürlich Autoquartett von der Westoma. Ich kann mich auch an eins mit Motorrädern erinnern. Aber natürlich gab es unter den Ost-Autotypen auch eine klar zementierte Hierarchie. Die Distinktionsliste war ungefähr so: Saporoshez-Trabant-Wartburg-Lada/Polski Fiat-Dacia-Skoda. Außer Wettbewerb: Wolga und Tatra, weil für Privatpersonen eigentlich nicht zu bekommen. Danach kamen die importierten Westautos mit Volvo 750 als feuchtem Traum jedes Autofahrers.

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"Hasskarosse"
Welch herrschaftlicher Hammerschlag!
Ein Wort wie auf dem Amboss geschmiedet.
Ein Nagel mit Kopf.
Respekt!

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Danke. Es war mir ein Bedürfnis.

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Wunderbar
wie sie über Autos schreiben. Es ist nur bedauernswert, dass sie nicht zu den Maseratis vorgelassen wurden.
Ich glaube die Passage hätte das Zeug zum Sahnehäubchen auf ihrem Text gehabt.

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Ich stand auch kurz bei den Maseratis. Da am Eck stand so eine Limousine in samtigem dunkelrot, und daneben stand ein Vater, der seinem Sohn erklärte, warum diese Farbe angeblich scheußlich sei. Vermutlich hat er einen silbernen Golf. Ich bin deshalb schnell wieder weg, bevor das ansteckt und habe mich vermutlich ungerechtfertigterweise den Maseratis nicht weiter gewidmet.

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fauxpass meinerseits... ich war wohl zu irritiert von der Kraft ihrer Worte. Ich meinte natürlich Aston Martin :)

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Ja, das wurde mir schon zart angedeutet. Ich war in dem Moment allerdings ein wenig angefressen von dem Betongesicht, das da Wache hielt und es nicht einmal für nötig befand, sich zu einer Antwort herabzulassen. Dann eben nicht, hab ich gedacht. Man hat ja auch seinen kindischen Trotz.

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Bürgerlichkeit
Ich fände es interessant, das einmal etwas näher zu beleuchten. Das Wort findet häufig Verwendung, aber was damit gemeint ist bleibt doch unklar. Im Ausgangstext wird Bürger und Bürgerlichkeit m.E. stark im Sinne des Staatsbürgers, des Citoyen, verwendet. Das ist selbstverständlich... ...
[metepsilonema am 2010.03.22, 12:35]

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... doch, genau das habe ich gemeint. nicht den beitrag hier , sondern die ergüsse zum thema - schon bevor die völlig unwichtige plagiatsdiskussion ihren verlauf nahm. unwichtig, weil schon vorher soviel heiße luft gepumpt wurde, dass einem bereits zu... ...
[timanfaya_ am 2010.03.22, 10:42]

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Ich erwarte von Literaturwissenschaftlern da ein bißchen mehr Textverständnis. Aber das stimmt wohl, Diskurs ist das keiner. Eher eine Art von Verbarrikadierung. ...
[andreaffm am 2010.03.21, 14:08]

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Ich glaube, Frau Auffermann hat bis heute nicht verstanden, woher die Entrüstung über Hegemann tatsächlich kam bzw. sie sieht diese monokausal im Plagiats"vorwurf". Diese Hilflosigkeit teilt sie mit den Kaninchen-Fragern in diversen Talkrunden (wie gestern in 3sat). Der richtige Diskurs... ...
[gregor keuschnig am 2010.03.21, 11:15]

...
Ja, das halbjährliche Auftauchen vermeintlicher literarischer Wunderfeen ist so altherrenhaft abgeschmackt, das ich immer hoffe, es geht irgendwann vorbei. Aber auch die jüngere Kritikergeneration ist nicht davor gefeit, und nicht einmal die Damen. Es ist mir ein Rätsel und ein... ...
[andreaffm am 2010.03.21, 10:48]

...
Ja. Ich habe nichts anderes eingepackt diesmal. Ist direkt erleichternd. ...
[andreaffm am 2010.03.21, 09:44]

...
Du zeigst mit dem Finger auf die Wunde. Sie ist deutlich sichtbar, aber sie tun noch so, als könnten sie ihre Wunde zum Schönheitsmal erklären. Dazu bedarf es manch kreativer Um- und Zuschreibung. Ihre eigene Aufmerksamkeit in den Feuilletons hängt doch... ...
[claudiakilian am 2010.03.21, 08:59]

...
Sind das alles M9 Photographien ?? ...
[Don Ferrando am 2010.03.21, 08:17]

...
Nur ab und an Schmelzwasserpfützen. Es sei denn, Sie gehen die höheren Pässe an, dann würd ichs schon empfehlen. Der Schnee liegt da noch recht weit unten. ...
[andreaffm am 2010.03.20, 22:16]

...
Braucht man noch Winterreifen? ...
[saxana am 2010.03.20, 21:22]



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