IMPRESSUM                     AKTUELL                      SUCHST DU WAS?                       THEMEN                     





                                           







Wenn die akademische Klasse über das Internet debattiert, kann es einem mitunter so vorkommen, als säße man in einer Bischofskonferenz zum Thema "Geschlechtsverkehr – pro und contra". Man kennt sich zwar nicht so richtig aus, aber ist sich sicher, daß das alles irgendwie dämonisch sein muß und "der Kultur", also der hohen, überhaupt abträglich.

Gestern traf man sich im Frankfurter Literaturhaus also zu einer Tagung über das Urheberrecht in digitaler Zeit, Veranstalter war das Institut für Textkritik an der Uni Heidelberg und der Verlag Vittorio Klostermann, Schirmherr war die FAZ. Und weil der Herausgeber Schirrmacher verhindert war, übernahm Hannes Hintermeier die Begrüßung der noch morgenmüden, aber zahlreichen Teilnehmer und hatte das zweifelhafte Vergnügen, in die "brachiale Methode" der "turbokapitalistischen Suchmaschine" Google einzuleiten, "Millionen Bücher ungefragt zu digitalisieren", um damit die "Abschaffung und Aushöhlung des Urheberrechts" voranzutreiben.

Es ging viel um Google, dazwischen auch ein bißchen über Open Access, das auch hier alle aussprechen wie "Open Exzess" – ein Blick in das wissenschaftliche Standardwerk Ihres Vertrauens, etwa das OED, würde allen zeigen, daß es sich [ˈæk.sɛs] spricht, aber der Wissenschaftler von heute schwadroniert offenbar lieber über technische Termini, anstatt sie nachzuschlagen oder überhaupt nur richtig auszusprechen. So kommt es, daß wild alles durcheinandergeworfen wird, Digitalisierung, Datenbanken, Veröffentlichungen auf Uniservern und freier Zugang im Netz, und so kommt es leider auch, daß die Stellvertreterin von Google erst ganz zum Schluß zu Wort kommt und das Halbwissen, die Aufbauschungen und die Vermutungen fröhliche Urständ feiern dürfen.

Der erste Redebeitrag an diesem Morgen stammt von Roland Reuß, dem Initiator des Heidelberger Appells. Seine Hauptargumentation besteht darin, alle englischen Begriffe, die irgendwie mit Internet zu tun haben, mit so viel Ekel in der Stimme auszusprechen, wie es ihm nur irgend möglich ist. Inhaltlich beschäftigt ihn vor allem das Persönlichkeitsrecht als Autor, oder, in seinem Metaphernfeld: Texturheberschaft als Mutterschaft. Ja, richtig gelesen, es geht um "den spirituellen Wert des Werks selbst", um das "geistige und sittliche Band" zwischen Autor und Werk, das höher stehe als jegliche Verwertung, um "Hingabe", um die sich langsam entfaltende Wirkung, gleich der Erziehung eines Kindes, bei der ein Verlag eine andere Rolle spiele als das "undurchsichtige Ranking einer Suchmaschine". Das Aufspielen einer Dissertation auf einen Uniserver sei wie das Abgeben eines Kindes im nächsten Stadion, wo es unter vielen eingepfercht werde. Reuß stellt kalte Maschinenästhetik der heimeligen und kuscheligen Atmosphäre eines engagiert geführten Verlagshauses gegenüber, bei dem man noch seinen Lektor nachts anrufen kann, wenn gerade mal ein Knoten im spirituellen Band ist.

Wenn eine Plattform, auf der ein Text steht, werbefinanziert sei, dann habe das per se schon etwas Herabsenkendes. Autoren würden ja heutzutage geradezu gezwungen, im Netz zu publizieren. Es sei jedenfalls unverantwortlich, die Autoren schutzlos den Plagiatoren im Internet (Google, Youtube) zu überlassen. Ehrlich gesagt würde mich schon interessieren, wie Reußens Hölderlin-Promotion verfilmt auf Youtube aussieht. Das wäre doch einmal ein innovativer Ansatz.

Dazu kommt seine Kritik an der Berliner Erklärung, die die freie Verbreitung und Bearbeitung von wissenschaftlichen Texten erlaubt. Dann kann da ja jeder drin herumschmieren! Nein, kann er nicht. Es ist ja nicht so, daß plötzlich, weil ein Text jetzt digital vorliegt, alle wissenschaftlichen Standards über Bord geworfen werden. Aber wenn ein Text digital vorliegt, dann sieht Reuß einen wilden Mob aus dem Netz, der alles immer umsonst haben will, darüber herfallen und ihn in der Luft zerreißen oder noch Schlimmeres. Der wilde Mob aus dem Netz ist ein Teufel, der an diesem Tag noch oft an die Wand gemalt werden sollte.

Nach dem Vortrag meldet sich Anja Lipp von der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu Wort und meint, niemand zwingt die Autoren, auf Uni-Servern zu publizieren. Reuß daraufhin: "Wollen Sie etwa sagen, daß vier Fünftel aller Verlage, die unseren Appell unterzeichnet haben, das nicht verstanden haben?" (Ehrlich gesagt, ich glaube das, ja.) Man einigt sich schließlich darauf, daß die DFG ihre Richtlinien künftig klarer formulieren soll, damit auch Reuß sie versteht.

Als nächster Redner kommt Hans-Dieter Beck zu Wort, der als Verleger bei C.H.Beck ganz ordentlich Geld mit juristischen Datenbanken verdient. Er wünscht sich eine langsame, evolutionäre Entwicklung des Vertreibs im Netz, und die sollen die Verleger selbst in die Hand nehmen. Das ist zwar ein bißchen Lobbyarbeit, was Beck hier betreibt, in seiner ruhigen Sachlichkeit aber dermaßen wohltuend nach dem alarmistischen Reuß, daß man sich sofort in die Hände eines solchen Verlegers begeben möchte. Und all die digitalen Wörter haben aus seinem Mund plötzlich gar nichts Bedrohliches mehr.

Danach Mittagspause. Ich hab schon in der Kaffeepause keinen Kaffee mehr bekommen, und nach den Häppchen gibt es auch keinen. Erst um drei wieder, sagt der Caterer. Bis dahin bin ich tot. Ich folge also einem guten Rat und verschwinde nach gegenüber ins Steigenberger Hotel, um mich für weitere Stunden im heißen, schlecht gelüfteten Saal koffeinmäßig zu wappnen, komme zu spät zum Vortrag von Volker Rieble und quetsche mich nun nicht mehr in die Sitzreihe, sondern lasse mich in die letzte Reihe hinten an der Wand fallen. Das ist sowas wie die Internet-Sünderbank, ich sitze nun zwischen Wolfgang Tischer vom Literaturcafé und Thierry Chervel vom Perlentaucher. Dort herrscht kollektives Kopfschütteln über Rieble, in das ich bald einstimme.

Die Vorteile des Online-Publzierens würden kanonisch dahergebetet, jetzt komme er mal zu den Nachteilen. In welcher Medienwelt lebt der denn? frag ich mich. In meiner werden jedenfalls nur Nachteile dahergebetet und Untergangsszenarien ausgemalt. Und solche malt nun auch Rieble aus: Da scannen Studenten in der Bibliothek Bücher ein und drucken sie aus! Ogott, hoffentlich erklärt dem niemand, daß auch ein Fotokopierer nichts anderes als ein Scanner mit integriertem Drucker ist, sonst will er die glatt auch noch verbieten.

Natürlich führt all das zur Verflachung der Lesekompetenz bei den Studenten. Und was ist mit der Publikationspflicht, wenn der Server abstürzt und der Text ist weg? Übernehmen Online-Verleger dann die Verantwortung? Oder muß der Urheber den Text ein zweites Mal vorhalten? Und dann schmiert, Stichwort Berliner Erklärung, jeder darin herum? Und man muß sich am Ende mit dem Mob aus dem Internet darüber austauschen? "Es kann keine Zwangskommunikation mit Krethi und Plethi geben!" fordert er.

Der Autor müsse jederzeit die Kontrolle darüber haben, wo und in welchem Umfeld und in welcher Typografie er erscheint, jedenfalls bitte nicht neben Viagra-Werbung. (Das ist eine gute Anregung, denke ich mir. Wenn ich mal wieder was für die Zeitung schreibe, rufe ich vorher die Anzeigenabteilung an, daß da auch niemand neben meinem Text inseriert, der mir nicht paßt. Fraport oder so.)

Und genau wie Reuß wehrt er sich gegen das Recht auf digitale Zweitverwertung, das dem Autor eingeräumt wird. Das "ist in Wirklichkeit keine Erweiterung der Rechte des Autors, sondern beraubt ihn des Rechtes, einen ausschließlichen Vertrag einzugehen." Ich verstehe das nicht. Mit der gleichen Logik könnte man doch auch argumentieren, die Abschaffung der Sklaverei beraube die Sklaven des Rechts, sich als Sklaven zu verdingen. Die Digitale Zweitverwertung eines wissenschaftlichen Textes erlaubt dem Autor doch, wenn ich das richtig verstanden habe, ihn beispielsweise auf der Institutshomepage zugänglich zu machen. Wer kann denn etwas dagegen haben?

Professor Burkhard Hess erklärt jetzt erst einmal etwas genauer, was es eigentlich mit dem Google Book Settlement auf sich hat. Also: Alle Bücher werden gescannt, was viele so aufregt, aber nur beschränkt zugänglich gemacht. Gemeinfreie Werke sind komplett zugänglich. Bei Texten, an denen jemand Rechte hält, sieht das anders aus: Mit Zustimmung des Verlages können bis zu 20 Prozent einsehbar sein, das gilt es im Einzelfall auszuhandeln. Wenn der Verlag die Zustimmung nicht gibt, sind nur sogenannte Snippets, also wenige Zeilen einsehbar. Den ganzen Vorgang erklärt er nochmal hier.

Alexander Peukert, Juraprofessor an der Uni Frankfurt, sieht das etwas gelassener. Zunächst beträfe es ja nur Bücher, keine Periodika, die FAZ könne sich also beruhigt zurücklehnen. Dann seien deutsche Rechteinhaber auch in den USA nicht rechtslos, aber ohnehin sei das deutsche Gericht zuständig, sobald die Bücher hier abrufbar seien, das heißt, der Rechtsverstoß auf deutschem Boden geschehe.

Kritischer sieht er allerdings den "Meinungskampf der digitalen Nutzung" bei dem die Autoren zwischen Google, den Verlagen und den Wissenschaftsorganisationen und deren Interessen aufgerieben werden könnten. Die Frage sei, wer am Ende den Urheber am effektivsten vereinnahmen werde. Das Instrument dafür ist das sogenannte Leistungsschutzrecht, das ist das alleinige Distributionsrecht eines Textes, ganz ähnlich wie es in der Musikindustrie gang und gebe ist.

Die wissenschaftlichen Verlage wie auch der Börsenverein beeilen sich daraufhin zu beteuern, kein Leistungsschutzrecht zu wollen, und mit dieser Nachricht geht es nun in die Podiumsdiskussion. Den Anfang macht hier Jonathan Landgrebe vom Suhrkamp-Verlag, der sich optimistisch gibt: Die Kompetenz der Verlage könne Google so schnell nicht ersetzen. Ähnlich äußerte sich auch Matthias Ulmer, der allerdings um seine Orchideenfächer bangt: Als einzig verbliebener Verleger, der sich um die Forstwirtschaft kümmert, ist er auf Verkäufe an Bibliotheken angewiesen. Wenn die Bibliotheken seine Publikationen digital tauschen könnten, wäre das das Ende der deutschsprachigen Forstwirtschaftspublikation.

Apokalyptisch sieht Gunther Nickel vom Darmstädter Literaturfonds die Digitalisierung, sie könne zu einer Entprofessionalisierung der schriftstellerischen Produktion führen. Es "gibt Forderungen", daß Schriftsteller ihre Romane gleich kostenlos ins Netz stellen sollten. Nun, Forderungen gibt es ja viele auf der Welt, aber wo wird das denn gefordert? Im Internet, "in Blogs". Nun, soviel kann ich versichern: In diesem Blog so schnell nicht, da müssen Sie sich schon in dunklere Ecken des Netzes begeben.

In Burkhard Spinnens Brust wohnen ach zwei Seelen, denn er benutzt ja auch dauernd Google. Andererseits sieht er in der Piratenpartei, deren Mitglieder auch dauernd alles umsonst wollen, die Partei des "entfesselten Konsumenten", während die Grünen die Partei des aufgeklärten Konsumenten waren. Aber übertragen auf die Literatur, "wollen wir da eine Google- oder Youtube-Ästhetik?" fragt er. Ich würde ja gern erstmal wissen, was das eigentlich bedeutet, googleästhetische Literatur.

Das Book-Settlement sei die Möglichkeit, mit vergriffenen Titeln Geld zu verdienen, sagt Anabella Weisl von Google, die dann am Ende auch nochmal was sagen darf. Sie wehrt sich tapfer gegen den Vorwurf, Google trete praktisch als Verleger auf, aber niemand glaubt ihr. "Die Buchsuche steht und fällt mit den Inhalten", und daher sei es im Interesse von Google, daß deren Produzenten auch dafür entlohnt werden, um gute Inhalte zu gewährleisten. Der Inhalt des Heidelberger Appells und Google liegen gar nicht so weit auseinander, meint sie und sorgt für Gelächter. "Wir haben an der Uni gelernt, daß the medium is the mesasage, und jetzt sagt Google, wir präsentieren doch nur Inhalte!" meint Burkhard Spinnen dazu.

Was bleibt als Fazit? Ja, es gibt eine Gefahr, vor allem für Nischenanbieter, aber es hilft nicht sonderlich, das Internet in all seiner Gesamtheit hysterisch als Feindbild aufzubauschen. Es hilft auch nicht, die Urheberschaft am Text in bester Heidelbergischer Romantiktradition als Mutterschaft zu verklären. Wenn die Forscher dort oben um ihren Text bangen, sitzt man als Journalist im Publikum und wundert sich nur über derartige Luxusprobleme. Helfen kann es hingegen, in der Diskussion nicht immer alles vermeintlich Schlimme (Open Access, Netzcommunity, User) unterschiedslos durcheinanderzuwerfen. Helfen kann es vermutlich auch, miteinander zu reden. Auch mit Google, besonders mit Google.

Leider nicht verordnen kann man den werten Herren aus der wissenschaftlichen Abteilung, doch ab und an mal die Chancen zu sehen, die das Netz ja auch bietet. Aber es scheint sich unter Forschern die Mode durchgesetzt zu haben, ein gewisser Ekel vor dem Pöbel, der vor allem im Netz verortet wird, gehöre halt dazu und stehe einem Universitätsangehörigen gut zu Gesicht. Und so eine anonyme Pöbelmasse ist ja auch etwas praktisches, wenn man mal irgendwoher eine Volksmeinung nehmen muß, deren Gegenteil es zu beweisen gilt. Kann man einfach sagen: "die Blogs", und keine Quellenangabe ist mehr nötig. Das erleichtert das wissenschaftliche Arbeiten ungemein und spart einen Haufen Fußnoten.

... comment

 

off topic: Welcher Akademiker sagt mir

was ich bei IE 8 einstellen muß, damit er Zeilenumbruch darstellt und zB Ihr Blog nicht immer in Tapetenquerformat angezeigt wird? Das liest sich so mühsam.
Aber Sie können nichts dafür!

... link  

 

Hm, vielleicht muß ich ja was einstellen? Das Problem ist mir allerdings neu, und Rat wird dankbar entgegengenommen.

... link  

 

@schmerles: IE 8 Anzeige von »Reisenotizen«

Hatte das Problem auch gerade, Andreas schöne Absätze als eine lange Zeile präsentiert zu bekommen.

Dann einfach rechts von der URL-Zeile das Knöpfchen ›Kompatibilittsansicht‹ drücken.

... link  

 

Also der IE8 auf meiner (zwangsverordneten) Büro-DOSe macht diesen Unfug nicht (läuft allerdings auch auf Vista Business mit sämtlichen verfügbaren Patches - vielleicht ist MS da ja mal wieder nicht zu sich selbst kompatibel, mich wundert bei dem Kram irgendwie gar nichts mehr...).

... link  

 

ja danke! das wirkt.

... link  


... comment
 

Volker Rieble

hab ich nun damit heute schon zum zweiten Mal nachgeschlagen. Ob der auch zu irgendwas mal eine von Fakten belastete Meinung hat? www.tagesspiegel.de

... link  

 

Riebele, ein obskurantistischer Jurist?

Dass gerade (ausgerechnet (was denn auch sonst)) ein Jurist darauf beharrt, dass nicht jeder ›dahergelaufene‹ Nicht-Initiierte seine Publikationen so leicht findet, ist ein enormes Stück Veranschaulichung zum Zustand gewisser (leider auch, für mein normalbürgerliches Empfinden, dominanter) Aspekte des hiesigen Rechtssystems.

... link  

 

Immerhin ist der Rieble ziemlich unterhaltsam. Man langweilt sich bei seinen Vorträgen nicht. Mehr positives fällt mir aber auch nicht ein. Ach so, und er hatte eine lustige Fliege an.

... link  

 

Rieble

Da könnt ja jeder einfach daherkommen und verstehen, was die Schwarzmagier so zuhause alles machen. Wo, bitte, bleibt denn da die Mystik, wenn das plötzlich jeder verstehen kann oder zumindest verstehen können will?
Das sind Aussagen von Leuten, die ihre Fensterscheiben von innen mit einem TippEx-Stilleben verzieren - Transparenz, nein danke.
Da stehe ich mit Freuden auf der Gegenseite; lieber habe ich Angst und weiß, warum (wenn es etwas gibt, vor dem ich Angst haben muß) als das ich mich in kuschlige Unbedarftheit hülle und es den Hohepriestern überlasse, ihre kultischen Handlungen orts- und zweckgerecht abzuwickeln. Wenn's mich trifft, dann bin ich einer von denen, die wissen wollen, was sie getroffen hat und warum. Ob ich mich präventiv über etwas aufregen will oder nicht, das soll [MAN/FRAU] doch bittesehr mir überlassen.

Freundliche Grüße,
der Schwarzwälder

... link  


... comment
 

Schade, dass ich noch kein Rentner bin. Dann könnte ich mich in Heidelberg immatrikulieren. Germanistik. Das scheint dort lustig zu sein.
Kabarett der Extraklasse. Eine Vorlesung bei dieser Professorenschaft muss ja äußerst kurzweilig sein.

Mich ärgert bei diesem ganzen Zirkus am meisten, dass diese Pfeffersäcke auf ihren Professorenstühlen mit ihrem Geschwafel das tatsächlich existierende Problem lächerlich machen.

... link  

 

@mikelbower:

Ich weiß nicht, ob man da wirklich viel verpasst. Ich habe bereits Ende der 80er zuviel gekriegt von zum Teil sehr weltfremden Lehrinhalten im Germanistischen Institut zu Heidelberg. Vor allem die Mediävistik wurde dort mit geradezu kultischer Inbrunst betrieben. Klar: Der Forschungsgegenstand kann sich ja auch nicht mehr wehren.

Ach ja, wenn man höflich anfragt und die Veranstaltung nicht zu überfüllt ist, lässt man Sie auch ohne Matrikelnummer eventuell mal reinhören.

... link  

 

@mark793

Ich hatte damals in Mannheim so die Nase voll, dass ich abbrach.. ;-)

Ich dachte auch nicht an Wissenserweiterung, sondern an Recherche für eine Art "Feuerzangenbowle"... Satire pur, live vom Katheder

... link  


... comment
 

Huya...Dich möchte ich nicht als Gegnerin haben.

... link  

 

Interessant in dem Zusammenhang ist übrigens auch, dass Herr Rieble viele seiner Publikationen auch frei im Netz zur Verfügung stellt, wo sie der Pöbel lesen kann! www.zaar.uni-muenchen.de

... link  

 

Remington, ich kann Dich beruhigen: Es braucht eine Menge, um mich als Gegnerin zu haben. Meistens bin ich sehr friedlich.

Singaraja, was ist DAS denn? Oder ist meine PDF-Vorschau kaputt?

... link  


... comment
 

Liebe Andrea,

Microsoft hier.

Das Tapetenquerformat im IE8 rührt von Ihrem HTML-Quelltext, Zeile 44 her:

TD vAlign=top width=420 nowrap

Damit teilen Sie dem Browser mit, daß Sie zwar einerseits eine Textbreite von 420 Pixel wünschen, andererseits aber auch KEINE Zeilenumbrüche zulassen möchten: eben "nowrap".

Nun verhält es sich so: der IE7 ignoriert das "nowrap", wenn er gleichzeitig eine Breitenangabe findet. Das ist ein bekannter, dokumentierter Bug im IE7. Deswegen stellt der IE7 oder der IE8 im "Kompatibilitätsmodus" TapetenHOCHformat dar.

Der IE8 hingegen klammert sich an die HTML-Spezifikation und denkt: da ist ein "nowrap", also mache ich jetzt keine Zeilenumbrüche, da bin ich stur wie ein alter Esel auf Kuba und folglich macht er TapetenQUERformat, jeden Absatz in eine einzige Zeile.

Das "nowrap" muss also weg. Nur wie kommt es überhaupt dorthin? Es könnte sein, daß es automatisch von antville.org eingesetzt wird, es könnte jedoch auch sein, daß es durch die Software generiert wird, mit der Sie Ihre Beiträge schreiben. In beiden Fällen hätten Sie gar keinen Einfluß darauf. Ich weiß es leider nicht.

Eine einfache Lösung das Problems bestünde jedoch darin, daß Sie Ihre Style-Datei (gig.antville.org) um einen kleinen Eintrag erweitern. Sie müssten nur in der Definition einer Tabellenzelle folgenden Code hinzufügen:

white-space: normal;

Zum Schluss sollte das so aussehen:

body,td { background-color:#ffffff;
font-family:georgia, garamond;
font-size:13px;
color:#404040;
text-align:justify;
line-height:21px;
white-space: normal;
}

So tut es. Es wäre doch schade, wenn IE8-Benutzer Ihr schönes Blog nicht richtig angezeigt bekämen.

Herzliche Grüße

Arne

(der einst in Heidelberg Philosophie und Germanistik studiert hat, in einer staubigen Institutsbibliothek sitzen und in philosophieprofessoralem Packpapierdeutsch gelehrte Stuben- und Lampenbücher über Hegelsche Geschichtsphilosophie schreiben könnte, wie sich das für behördlich approbierte Philosophen gehört, jedoch abseits der breitausgetretenen "Karrierepfade" gewandelt ist und sich über die "akademische Klasse" ebenso wundert wie Sie.)

... link  

 

Aha! Was hab ich doch wieder kluge Leser. Ich habe die Zeile in die Style-Datei gebastelt und hoffe, daß das Problem jetzt beseitigt ist.

Verstanden habe ich es auch. Danke für die Erklärung.

... link  

 

Tadellöser&Wolff

... link  

 

@andreaffm:

Ich habe die Zeile in die Style-Datei
gebastelt und hoffe, daß das Problem
jetzt beseitigt ist.

Bestätige: Problem ist beseitigt. Schön, daß ich helfen konnte.

... link  


... comment
 

Einrede

Vielen Dank für Ihr Referat der Diskussionsveranstaltung in Frankfurt wie auch für Ihre anderen Beobachtungen vor allem der Literaturlandschaft! Daß es - wie mehr oder weniger jede Darstellung - von Ihren persönlichen Voreinstellungen gefärbt ist, ist ja bis zu einem gewissen Grad unvermeidlich und zumal auf Ihrem persönlichen Blog mehr als Ihr gutes Recht. Will man ein umfassenderes Bild bekommen, liest man halt noch Eindrücke anderer Teilnehmer; die aber weichen teilweise doch recht erheblich von Ihren Wahrnehmungen ab.
So fand ich z.B. zu dem Vortrag von Herrn Reuß folgende Zusammenfassung: “Reuß wies auch darauf hin, dass das Urheberrecht nicht nur eine vermögensrechtliche Dimension hat - Verwertung, finanzielle Beteiligung (das sei die Dimension, die das amerikanische Copyright in den Vordergrund stelle). Das europäische/deutsche Urheberrecht habe darüber hinaus - stärker als das amerikanische - auch eine persönlichkeitsrechtliche Dimension. Der Autor, der ein Interesse daran hat, wie und in welchem Kontext sein Werk publiziert wird, ist frei, sich diesen Kontext auszusuchen oder unerwünschte Kontexte zu meiden. Er hat ein Recht darauf, sich bei der Gestaltung der Veröffentlichung Helfer zu suchen - z.B. den Verlag, der, zusammen mit dem Autor, das Werk in seine »Obhut« nimmt. So gesehen, richtet sich der Rechtsbruch, den Google begeht, nicht nur gegen die materiellen Interessen des Autors bei der Verwertung seines Werkes, sondern auch gegen seine Freiheit, den Auftritt seines Werkes im öffentlichen Raum selbst zu gestalten. Eine nicht genehmigte Publikation im Internet, wie bei Google (auch dort, wo nur Schnipsel herausgegeben werden), läuft in dieser Beziehung auf den gleichen Punkt hinaus wie eine »Zwangspublikation« im Internet, wie die DFG sie für von ihr geförderte Projekte verlangt - oder zu verlangen scheint. In beiden Fällen wird gegen die Freiheit des Urhebers eklatant verstoßen, den Kommunikationsakt, den seine Veröffentlichung darstellt, selbst nach seinem Gutdünken zu gestalten. Einleuchtend, würde ich sagen.” - Ja, das hört sich in meinen Ohren jedenfalls plausibler an als das, was Sie aus Reuß‘ Referat teils recht polemisch herausstellen.
Andere Akzente hat “mein” Zeuge auch bei Volker Rieble herausgehört: “Der sehr gewitzte Beitrag von Volker Rieble zielte auf den gleichen Punkt. Er bestand im Grunde aus lauter Variationen auf den einen klaren Verfassungsgrundsatz: Forschung und Lehre sind frei. Das bedeutet auch: Art und Stil der Präsentation eines Werkes liegen ganz allein in der Entscheidung des Urhebers. Unerwünschte Nachbarschaft zu anderen Inhalten (Reklame, politische Propaganda, was auch immer) kann einen Text in seiner Wirkung drastisch verändern. Es gilt auch: Der Wissenschaftler darf selbst entscheiden, an welches Publikum er sich mit seinem Beitrag wendet. Statt dessen wird er per Zwangpublikation im Internet auf ein Weltpublikum
verpflichtet. - Das ist nicht trivial: Für ein Publikum von Fachleuten schreibt man höchst wahrscheinlich anders, als für ein breites Publikum.”

Auch hier kann man natürlich schulterzuckend sagen, jede(r) hört eben, was er hören will. Ärgerlich fand ich allerdings Ihr Fazit der ganzen Veranstaltung, wo Sie sich m.E. auf ein journalistisch ziemlich hohes Roß setzen und das Anliegen von Herrn Reuß, der immerhin stellvertretend für einige Zigtausend Unterzeichner des Heidelberger Appells spricht, als “Luxusprobleme” bezeichnen. Ich habe natürlich nicht die leiseste Ahnung, wie Sie ihre Brötchen verdienen. Für Menschen aber (nicht wenige von ihnen etwa im Verlagswesen gegen ihren Willen “freigesetzt” und ins Freiberuflertum gedrängt), die derart grottenschlecht honorierte kreative Arbeit leisten, daß sie sie mit eigenen Nebenjobs oder besser verdienenden Lebenspartnern subventionieren müssen, ist es wahrlich kein “Luxusproblem”, wenn ein so mächtiger Konzern, daß er sich in abertausenden Fällen systematisch über geltendes Recht hinwegsetzen zu können glaubt, sie dabei ihres gesetzlich geschützten Urheberrechts beraubt, kraft dessen sie wenigstens ein Anrecht auf ihre Zustimmung zu dieser Art von Verwertung ihrer eigenen Produkte und auf Beteiligung an den Erlösen fordern könnten. Sofern Sie (was ich nach Äußerungen in Ihrem Referat einmal vermute) als Journalistin arbeiten, würden Sie es wohl kaum als unwichtiges “Luxusproblem” abtun, wenn Sie eines Tages einen Ihrer Artikel in einem gänzlich anderen Publikationsorgan finden würden, ohne daß Sie jemand nach Ihrer Einwilligung gefragt noch Ihnen gar ein Honorar für die Abdruckgenehmigung gezahlt hätte. Genau durch zahlreiche solcher Fälle ist die Öffentlichkeit aber erst auf die skandalösen, ja kriminellen Praktiken von Google aufmerksam geworden. Durch einen sogenannten Vergleich vor einem nachrangigen amerikanischen Gericht soll ihnen nun ein für allemal jede Möglichkeit genommen werden, sich gegen diese Enteignung verwahren und ggf. wehren zu können. Nur zu verständlich, finde ich, wenn sie sich nun im letzten Moment noch wehren wollen, ehe es zu spät ist.

... link  

 

Lieber Einwender, ohne jetzt in der Sache detailliert zu antworten, dazu fehlt mir gerade ein wenig die Zeit, nur soviel: Ich habe Herrn Reuß in seinen eigenen Metaphern zitiert, ihr "Zeuge" eher frei interpretiert. Insofern polemisiere ich nicht, ich gebe Polemik wieder.

Ähnliches gilt auch für den Riebel-Beitrag. Was bei mir als wörtliche Rede markiert ist, sind Zitate. Und mich interessiert hier auch die Rhetorik, die, so scheint mir, in der ganzen Debatte nicht ganz unwichtig ist, da mitunter (eben bei Reuß) gnadenlos überzogen.

Und: Was kriminell ist und gegen das Urheberrecht verstößt, ist natürlich nicht legal. Da sind wir uns ja völlig einig. Da verstößt Google, wenn es Werke ohne Genehmigung veröffentlicht, gegen geltendes Recht. Aber leider Gottes werden bei solchen Gelegenheiten immer gern alle möglichen Vermutungen und Annahmen und Befürchtungen durcheinandergeworfen, und das ist halt nicht sonderlich sachdienlich. (Bei Herrn Reuß kommt scheinbar noch eine Privatfehde mit der DFG hinzu, was die Sache nicht besser macht.)

... link  


... comment
 

"Da sitzen die alternden Pferdehändler und verteufeln die Eisenbahn"

Das war das Bild, dass sich mir aufdrängte als ich deinen Bericht las.

Ich bin froh, dass ich über deinen Blog gestolpert bin und werde auch dein anderes Projekt mit Spannung verfolgen. Es macht viel Freude deine Beiträge zu lesen

... link  

 

Das freut mich, so soll es sein.

... link  


... comment

                                        
seit 5373 Tagen sitz ich hier
letzte Bestellung: 11.10.14 01:47



Suche und finde






... antville home




...
Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
[EinGedanke am 13.09.14 11:27]

ich war schon wieder in china


 ...
[andreaffm am 12.08.14 17:04]

Ich erzähle was über den Mekong


 ...
[andreaffm am 04.06.14 23:06]

...
Ich erzähle was über Wien. flattr.com  ...
[andreaffm am 27.04.14 13:39]

...
Ist hier : www.wrint.de  ...
[andreaffm am 07.03.14 21:53]

...
DA freu ich mich drauf! :-)  ...
[m8 am 07.03.14 21:42]

...
Ich erzähle was über Burundi.  ...
[andreaffm am 06.03.14 21:34]

...
ihre seite ist eine wohltat für augen und seele. dankeschön.  ...
[allamaralla am 24.11.13 08:55]

der weg ist das ziel


aber ich finde Sie haben doch sehr viele Zuhörer mit ihren schönen Zeilen, ich mache Kunst und freue mich auf Ausstellungen jedesmal sehr wenn ich ein, zwei wirklich aufmerksame, interessierte Zuschauer finde die mir etwas mitzuteilen haben. Der rest hat... ...
[John J. Tortuga am 24.11.13 08:40]

...
Alle paar Tage schaue ich ganz gespannt, ob es wieder einen neuen Eintrag gibt... wo bleiben sie, die Texte? Sie fehlen mir...  ...
[*Hanna* am 06.09.13 15:48]



August 2016
MoDiMiDoFrSaSo
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031
August



Made with Antville
powered by
Helma Object Publisher

ALVORADA POWERED


and made on a

RSS Feed
RSS gibts auch.