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In der Zeit ist ein Interview mit dem Medienwissenschaftler Geert Lovink abgedruckt (und netterweise auch online), der sich anläßlich seines neuen Buches Zero Comments auch mit dem Bloggen (er nennt es Blogging) beschäftigt hat. Lustig und alle meine Vorurteile über Journalisten bestätigend ist die Struktur des Interviews: Die Zeit in Person von Thomas Groß wirft dauernd blogkritische Brocken hin, die Lovink dann relativieren muß. Er schlägt sich aber tapfer:

Blogging ist ein unverstandenes Massenphänomen. In den fünf Jahren seines Aufkommens ist in der akademischen Literatur bislang nur ein einziger Aspekt hervorgehoben worden: die journalistischen, meinungsbildnerischen Blogs. [...] Das Entscheidende im Netz von heute sind nicht Nachrichten und Meinungen, sondern Selbstdarstellung und Selbstreflexion: Wer bin ich? Was mache ich? Wer befindet sich in meiner Gegend?

Blogs fragen nicht mehr nach Alternativen, sie tragen keine Ziele vor sich her, auch keine revolutionären. Sie beschränken sich ganz auf den affektiven Raum, den sie flüchtig besetzen. Medienphilosophisch gesehen, handelt es sich um dekadente Artefakte, die den Schritt von der Wahrheit ins Nichts wagen.

Was haben all diese Leute uns zu sagen? Vielleicht gar nichts. Vielleicht etwas, das wir aus der Gegenwart herauslesen müssen. Das ist das Schöne am Blogging: Es sagt etwas über unsere Zeit aus, nicht über die siebziger Jahre oder darüber, wie es 2030 sein wird. Es ist eine Kulturtechnik des Anfangs des 21. Jahrhunderts, mit allen Inhalten, die dazugehören.


Den beliebtesten Inhalt liefert er dann auch noch: Das Katzenthema ist weltweit die Nummer eins. Ha! Haben wir's nicht immer gewußt? Eat this, Blogbedeutungsmafia!

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Statistisches Phänomen
Was viele der Beobachter des "Verfalls" im Netz übersehen (nicht Loovink), ist ein simples statistisches Phänomen. Je einfacher die Benutzung technischer Möglichkeiten ist, desto mehr (und immer simpler gestrickte) Menschen benutzen sie auch, wenn sie darin einen Mehrwert sehen. Eine Zunahme der Quantität ist so immer mit einer Abnahme der Qualität verbunden. Das ist so beim Fernsehen, an den Unis, eigentlich überall.

Der Verfall gilt aber nur für Durchschnittswerte., An der Anzahl qualitativ hochwertiger Angebote ändert sich hingegen fast nichts, sie steigt in absoluten Zahlen sogar marginal. Und da zur Verbesserung der technischen Möglichkeiten auch die Verbesserung der Möglichkeiten der Suche und der Auswahl gehört, fällt der Vorwurf eigentlich auf die Jammernden zurück - sie selbst sind nicht in der Lage, die bestehenden Möglichkeiten optimal zu nutzen.

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Das hab ich vor kurzem so ähnlich gesagt. Im Grunde ist das ja die reine Menschenfeindlichkeit, wo Menschenkenntnis angebracht wäre. Und Kenntnis von Kultur und deren Entwicklung. Das schützt dann mitunter vor blindem Kulturpessimismus und Verfallsgedanken.

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Das ist wohl eine der goldenen Regeln des Internets: Architekten und Designer haben grundsäzlich unbenutzbare Webseiten. Und Musiker. Aber über die Kleider hätte sich bestimmt auch die Herzkönigin gefreut. "And each of us could quickly lose his head... we're painting the... ...
[eriktheodor am 2009.07.04, 14:54]

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Ja, leider. Ich frag mich auch immer. ...
[andreaffm am 2009.07.04, 14:32]

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Sie mögen ja tolle Mode haben, aber sie habe die bescheuertste Website aller Zeiten. ...
[juyooh am 2009.07.04, 14:16]

zehn jahre goyagoya: rettung in der modischen wüste
In Berlin wird gerade mal wieder die Modewoche hochgehypt, weil unser schönes Land ja eine Modemetropole braucht und nachdem das mit München und Düsseldorf nie richtig was wurde, versucht man es eben mit Berlin. Nun gut, vielleicht wird es ja... ...
[andreaffm am 2009.07.04, 13:33]

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Ja, im Osten geht noch was, stimmt. Ist von mir aus gesehen leider etwas weit weg. Wenn das Mainufer gesperrt ist, so wie gestern, macht man einstündige Odysseen durch, um zur Weseler Werft zu gelangen. Da hätte man gern mal... ...
[andreaffm am 2009.07.04, 11:35]



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