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Wie man so hört, wurde auf der re:publica in Berlin kaum über das Eigentliche und Eingemachte des Bloggens geredet.

So viel übers Rockstar werden und Major Labels und Zielgruppen und Starschnitte und Homestories auf MTV und Imagekampagnen und Marktoptimierung und den fetten Werbedeal. Gleichzeitig aber so wenig über Musik, über rumklimpern und ausprobieren und Harmonie und Dissonanz und kleine finnische Clubs und überhaupt Inhalt und Schönheit und Häßlichkeit von Blogs. Nichts über Geschichten und nichts über Intimität und nichts über Integrität, nichts über Persönlichkeit und Stil und Charme und nichts über die Schattenseiten davon.

Auch auf die Gefahr hin, daß ich klinge wie eine frustrierte Veteranin: mich wundert und enttäuscht das. Denn ehrlich gesagt habe ich Blogs anders kennengelernt. Ich habe gelernt, daß das, was man in ein Blog schreibt, eben nicht nur irgendein Content ist, mit dem man User zieht und diese User wiederum dazu benutzt, Page Impressions zu generieren, die wiederum in Tausenderbündeln zu barer Münze werden. Hab ich vielleicht falsch gelernt, weiß nicht. Oder ich bin zu sehr Old School und hänge einer von mir romantisierten Vergangenheit nach, die es so nicht mehr gibt und womöglich nie gegeben hat.

Es gibt da diesen schönen alten Text vom Praschl, da geht es um die zunehmende Mainstreamisierung der Blogs – oder umgekehrt: Um die Mystifizierung der Vergangenheit, und das Ganze illustriert anhand der Geschichte des Punk. Da kann man natürlich sagen: Blöde Kulturpessimisten, blöde, dauernd geht bei Euch das Abendland unter, dauernd wird was ausverkauft, und guckt doch: Immer noch ist Kultur da, weil sich halt alles ändert.

Ist klar, alle Kultur ändert sich. Aber immer sind da erst die Leute, die in der Garage werkeln und die Ideen haben. Und dann kommen die anderen und wollen partizipieren, und die Garagenbastler fangen an, ihre Ideen zu verteidigen. Zu Recht oder zu Unrecht, das ist vermutlich mehr Stilfrage als sonstwas und hängt vom Einzelfall ab. Aber am Anfang, bevor etwas Verdienstmöglichkeit wird, ist der Idealist. Immer.

In diesem Falle: Blogs sind erstmal authentisch, persönlich, idealistisch und werbefrei. Super. Dann kommen welche, die alles das nicht sind. Die nennen sich aber trotzdem auch Blogs. Sagen die Garagenblogger: "Äh, so war das nicht gemeint." Sagen die Mitmachenwoller: "Wieso? Jeder kann bloggen, es gibt keine Regeln. Also auch nicht für uns."

Wie soll man sich da nun verhalten? Wie sein Unbehagen ausdrücken, ohne als ewiggestriger Vertreter der reinen Bloglehre dazustehen? Denn es ist ja gerade nicht die reine Lehre, die ich vermisse, es ist vielmehr das, was die gerade von der re:publica zurückgekehrte Tine in ihrem Plädoyer für den Dilettantismus als "kulturelle Praxis" bezeichnet. Das Gefühl, daß mir jemand etwas mitteilen will, ohne auf Klickzahlen zu schielen. Die Gewißheit, daß ich es eben mit einer Person zu tun habe und nicht mit einem Medium. Daß mir jemand etwas schenkt, ohne etwas zurückhaben zu wollen. Denn ich verschenke ja auch, ständig.

Überhaupt das, was Bloggen eigentlich bedeutet: Dem Tag etwas bloggenswertes abzuringen, der Blick, mit dem man herumläuft, mit der Kamera im Anschlag, mit dem ersten Satz im Kopf, die Geschichte und der Aufhänger, die Suche nach der passenden Überschrift, die ständige Selbstzensur: Was ist blogbar, was ist unblogbar? Die erotische Beziehung zu den Referrern und Statistiktools, die großen und kleinen Mythen. Dann die im Laufe der Zeit am Wegesrand zurückgebliebenen, an die man sich erinnert, gern oder weniger gern. Die vielen Skandale und Skandälchen, die Berichterstattung in den großen und mittelgroßen Medien, die wirklich legendären Geschichten. Die Kommentatoren. Die Blogger.

Die Blogger. Was wär ich ohne die? Da säße ich ganz akut nicht auf dieser Dachterasse und hätte auch kein Abendessen, was außerordentlich ungut wäre. Außerdem würden mir eine ganze Reihe Erfahrungen fehlen und ziemlich viele Leute, von denen ich sonst nicht wüßte, daß es sie überhaupt gibt. Natürlich ist das jetzt schwer emotional gefärbt, aber genau so ist eben mein Verhältnis zu meinem Blog, emotional und nicht mit Geld zu bezahlen.

Einerseits bin ich froh, daß sich einige Mythen von selbst erledigt haben: Ich muß mich nicht mehr als Exhibitionistin bezeichnen lassen, oder nur noch ganz selten. Ich werde nicht mehr schräg angeguckt. Bloggen ist weitgehend normal, das kommt heute in den besten Haushalten vor. Diese gesamtgesellschaftliche Akzeptanz ist ziemlich entspannend.

Gleichzeitig geht es nun innerhalb der Blogosphäre mit dem gesamten Arsenal der üblichen Abwertungsstrategien los. Wer sich nicht professionalisiert, der ist es nicht wert, der hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt, der ist Tagebuchbloger, Strickblogger, keine A-List, wasweißich. Wert ist, was bezahlt wird. Wert ist: Expertentum, Wissen, investierte Arbeit, tägliches posten, soundsoviele Leser pro Tag. Wert ist, was geklickt wird. Schwanzvergleich: Long Tail oder nicht?

Ich habe durch mein Blog bislang genau 388,88 Euro verdient, plus Spesen und ein paar Freiexemplare, zu was macht mich das? Wo ordnet mich das ein? Bin ich Profi? Bin ich Dilettant? Ist mir das wurscht? Es ist mir wurscht. Im Vergleich zu vielem anderen, was ich oben aufgezählt habe, ist mir das sogar herzlich blunzn. Ich ergötze mich am Bloggen, also bin ich Dilettant, ich liebe mein Blog, also bin ich Amateur, oder Amateuse, was auch immer. Ich möchte es nicht missen, ich möchte aber auch nicht ständig zum Bloggen gezwungen sein.

Ich sitze hier bei Antville seit – gucken wir mal rechts – 1949 Tagen. Davor eine Zeitlang bei blogger.com, davor handgestricktes html. Ich mach das seit knapp sieben Jahren, ich habe Hypes kommen und gehen sehen, man hat mir Meinungen und Eigenschaften übergestülpt und wieder entzogen, Blogs kamen und gingen, Diskurse kamen und gingen. Ich war Egozentriker, Bauchnabelschau, Wichtigmacher, Monolog, Tagebuchblogger, Avantgarde, Netzliteratur, Hype, Massenphänomen, Web 2.0, Kleinbloggersdorf, moderne Kommunikationsstrategie, Long Tail und der Untergang der etablierten Medien.

Kann ich vielleicht auch einfach mal Blogger sein, möglichst ohne Anführungszeichen? Danke, das reicht. Das ist nämlich eine ganze Menge.

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Danke für diesen Eintrag, der weitestgehend dem entspricht, was auch ich zu dieser Thematik empfinde und denke!

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gerne. ich denk, man sollte den loboesken statements etwas entgegenhalten. meinetwegen leidenschaft und hingabe. mir fallen da ja leider immer nur so 19.-jahrhundert-tugenden ein.

soweit kommt's noch, daß da einer aus den rauchenden trümmern seiner an die wand gefahrenen agentur für irgendwas kriecht und mir jetzt erzählen will, was ich die letzten sieben jahre falsch gemacht hab.

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Ich glaub, wir haben die blutleeren Mitmach-Blogger zu lange unterschätzt. Als der 20six-Blogger Klaus E. vor fünf Jahren oder so die Garagenblogger gefragt hat, wie man mit Weblogs Geld verdienen kann, hätte ich nie gedacht, dass der irgendwann bei den Medientagen auf dem Podium hocken und den Besuchern vom Internetz erzählen wird.

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der nostalgische ton hat was: ihr seid quasi die blog-omis

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@irene: 20six-Blogger ist ja schon auch eine Beschimpfung. aber stimmt – wie kamen die alle plötzlich auf die podien? was haben die gemacht, als wir angefangen haben mit bloggen, und wie haben die sich an uns vorbeigedrängelt?
sind wir am ende selbst schuld? hätten wir lauter brüllen müssen, um die krakeeler zu übertönen? mir liegt brüllen ja nicht so.

@tine: veteraninnentreffen hier, super!

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Ihr könnt euch ja zu einem rentnerverein zusammentun. Das hab ich die Tage nämlich auch noch gelernt: die Zukunft gehört der Vernetzung von Blogs zu Themen oder Orten und alles kommt neben dem eigentlichen Blog zentral auf einem eigenen Webserver zusammen. Und das ist schon der unkommerzielle zukunftsentwurf...

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da geh ich lieber ins bett und warte ab, bis eine bessere zukunft kommt. wie sagte george bush so schön: the future will be better tomorrow.

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Der Text macht ja beinahe nostalgisch... Vorsicht, irgendwann gründen diejenigen, die noch deine hangestrickten Seiten (und die Kollision zwischen Burschenschaft und Menstruation) kennen, einen elitären Blogleser-Verein :-)

Wie treffend: Dem Tag etwas bloggenswertes abzuringen, der Blick, mit dem man herumläuft, mit der Kamera im Anschlag.... und dann die kleinen Opfer, die man bringt. Nur für und wegen "meine kleine stadt" habe ich heute auf dem Weg zum Stachus diese komischen Leute fotografiert. Ich habe nämlich ein gestörtes Verhältnis zu Sekten, weil ich ein seltsames Talent darin habe, nette Menschen an die Zeugen Jehovas zu verlieren.

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Du warst ja glaube ich meine erste Leserin, die ich nicht von irgendwoher kannte. Hach ja ... damals hab ich noch jeden mit Handschlag begrüßt.

Ulkige Sekte. Das sind echt keine Liverollenspieler? Aber stimmt, manchmal geht man nur wohin, weil man denkt, das könnte bloggenswert sein. Oder macht Umwege. Oder bleibt länger, als man müßte.

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Ich bin nur so nah hingegangen, wie es für das Bild nötig war, und dann schnell weiter... vielleicht verkaufen sie auch nur Esoterik-Bücher.

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Natürlich teile ich Ihr Unbehagen, aber ich möchte ihm doch ein zweites entgegensetzen; ein begriffliches Unbehagen, das mich befällt, wenn ich die Erzählung vom Idealismus, von der verderblichen Natur des Geldes und von der bedrohten Reinheit einer (mir notorisch unklaren) Tätigkeit namens Bloggen höre. Es handelt sich bei dieser Erzählung, technisch gesehen, um eine Vergötzung.

Die Idee der bedrohten Reinheit und des Ansturms weltlicher Interessen wider die rein-ideelle Motivation der Propheten und Altvorderen, die Ritualisierung und Codifizierung der die Gemeinschaft konstituierenden Handlungen, immer mehr Kommunikation zweiter Ordnung, schließlich die Rede vom nahen Umsturz der Machtverhältnisse und das seltsame Erstarken eines einzelnen, hart umkämpften, weil gemeinschaftsstiftenden Labels -- das Muster ist doch etwas zu vertraut, um sich selbst darin einfach eine Funktion zu suchen.

Ich würde ja dafür plädieren, sich auf diese ganze Struktur nicht einzulassen, auch nicht in Koketterie, und sich erstmal, gehörig, zu wundern.

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Aber diese Struktur ist hoch anschlussfähig – offensichtlich. Vermutlich hat Bloggen der hier gezeigten Art etwas mit der Anfertigung einer Selbstbeschreibung zu tun. Dass man bloggt alleine ist bereits ein Teil der Selbstbeschreibung. Und vielleicht ist die Selbstbeschreibung in Gefahr, wenn die Tätigkeit "Bloggen" mit anderen Bedeutungsstrukturen verknüpft wird. Man könnte die Metakommunikation als Zeichen einer internen Ausdifferenzerierung "der Blogger" (what ever it means) beobachten.

Outch. Das ist doch hier kein Hörsaal :-)

Und dabei wollte ich einfach nur zum Frühstück etwas schönes und ganz gemütliches Lesen. Und dazu eignen sich bestimmte Blogs einfach besser als andere. Persönlich geht es mir aber auch einfach um den ästhetischen Eindruck – die Selbstbeschreibung als/des Blogger ist irgendwie Wurscht. (So lange der gesehene Kuchen nicht größer als der eigene ist ;-) )

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Ich verstehe Spalanzanis Unbehagen, überall vertraute Strukturen. Aber beachten Sie bitte auch die Stelle, an der es heißt, die Sache mit der Vermarktung sei meist eine Stilfrage. Und keine Grundsatzfrage. Geld ist nicht immer und grundsätzlich schlecht.

Überall ist es so, daß die Kulturschaffenden (im weitesten Sinne) Kultur schaffen und irgendwann gliedert sich eine Marketingabteilung an. Viele Blogger aber wollen ihr eigene Marketingabteilung sein. Und plötzlich ist kaum mehr von anderem die Rede als eben davon, sich irgendwie geschickt zu vermarkten. Mit welchen Inhalten, davon hört man wenig.
Und vielleicht differenziert es sich da tatsächlich aus, untereinander, und ich differenzier mich dann davon weg. Weil mich dieser ganze Kram nämlich nicht sonderlich interessiert. Sollen die über Werbekonzepte reden, ich nehme meine Klampfe und geh zurück in die Garage. Das will ich tun, und nix anderes, alles andere ist nicht mein Job, und mein Hobby schon gar nicht.

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.com gerade

vom schwanzvergleich zurück und verstehe Ihre bedenken nicht ganz. bloggen hat auch immer viel mit verletzten eitelkeiten zu tun, mein Sie das vleicht?

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Ja Tschuldigung wegen Schwanzvergleich-Kalauer. Aber was liest man da von Ihnen:

Thomas "Supatyp" Lau meinte dagegen, dass der "strukturelle Individualismus" von Bloggern und ihr Verharren im eigenen "Coolness-Bild" einer Vermarktung der Inhalte entgegenstehe. Die sich gerne als frei von redaktionellen Zwängen und normativen Presseregeln gebenden Betreiber von Webjournalen müssten beim Setzen auf Werbung eine "devote Haltung gegenüber einem Kunden einnehmen", was den wenigsten zupass käme.

Da hammers doch. Was Sie so punkig "Coolness-Bild" und frei von Zwängen und Regeln oder meinetwegen Eitelkeit nennen, das heißt in anderen Branchen "poetische Integrität" und ist erstmal was positives.
Das ist halt das: Bloggen hat noch keine eigene Begriffswelt für sowas, wir helfen uns dauernd mit so Musik- oder Literatur- oder Reklamemetaphern weiter. Die sind dann aber schon behaftet mit allen möglichen Nebengeschmäckern und Nebenbedeutungen und klingen oft schief oder überzogen.
Nur wenn man darüber (also über weitestgehend ästhetisches) nicht spricht, weil man gerade über den Werbedeal verandeln muß, dann entwickelt sich auch keine Sprache dafür.

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Die aus anderen Gebieten übernommene Terminologie erstaunt mich auch regelmäßig. Kann es einen Weblog-Verlag geben? Und was soll man von einem Internet-Verleger halten, der die Polizeiberichte aus Minga bloggt?

(Ich bin ja auch irgendwie Verleger, ich verleg nämlich regelmäßig wichtige Dinge. Hat jemand zufällig meinen USB-Stick gefunden?)

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ach gerdet

wurde nicht nur auf den panels und dort nicht nur das, was auch in blogs steht. geredet wurde auch darüber, dass man niemand auch nur im entferntesten sagen will, was wie zu sein hat. sei es das bloggen oder alles andere.

dinge zu wiederholen, die sich ohnehin vons elbst verstehen, war dank eds anwesenden-mixes teilweise wirklich unnötig (was bei "outsidern" ggf. verwirrung erzeugt haben könnte.)

es war jedenfalls keine großsitzung im todesstern, dei da stattgefunden hat. zumindest hab ich nicht den eindruck gehabt, dass man primär über geld geredet hätte.

sicher hätte man dinge anders mixen können (manche haben eher firmenleute VERMISST weil sich immer alle (oder oft einige) viel zu einig waren (Johnny hatte Kontra wegen adical erwartet und bekam keins ;) ).

Blogs sind erstmal nur Werkzeuge, und es gibt keine Garantie, dass Werkzeuge nur so benutzt werden dürfenb/sollen, wie sie zuerst benutzt wurden. (blödes parallelbeispiel: ich hab auch lange gege HTML-Mail gewettern und merke es jetzt nicht mal mehr wenn ich welche kriege oder gar versende... etc.pp.)

Aber wenn sich Blogs (seit Jharen) verändern, dann kann da ein Eevent in Berlin oder können die Leute da nix dafür ;)

Ach ja, worüber da 'zu viel' geredet wurde (s.o.), davon hab ich nicht zu viel gehört dort. War ich in den falschen Räumen immer?

Naja. Bitte nächstes mal kommen und mitreden. so war es gedacht.

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Was die Dinge sind, die sich von selbst verstehen, wüßte ich schon gern – offensichtlich sind das für jeden andere. Denn Bücher sind natürlich auch nur Papierhaufen und sicher kann man damit auch Nägel in die Wand schlagen, und sicher darf jeder schreiben, was er will. Das ist aber nicht der Punkt.

Das, was mich an Büchern interessiert, das sind nicht so sehr Vertriebswege oder PR oder die Quersubvention eines Verlagsprogrammes – ganz interessant zu wissen, aber doch eher Nebenaspekte.
Interessant ist an einem Buch das, was drinsteht und vielleicht noch der Autor. Interessant ist an einem Blog das, was drinsteht und vielleicht noch der Blogger. Das mit "kann ja eh jeder machen was er will" abzutun, find ich ein bißchen arg beliebig, ums mal vorsichtig auszudrücken. Da könnt man ja auch fragen: Wozu Kunstgeschichte? Kann ja jeder malen was er will. Leinwände sind auch nur Werkzeuge. Wozu Literaturwissenschaft? Wozu überhaupt Kultur erforschen? Kann ja jeder tun, was ihm beliebt.

Und ja: Ausstellungen, Berichte, Preise, Lesungen, Kongresse, eben alles, was Öffentlichkeit bringt, hat Einfluß auf die Rezeption und auf die Produktion. Da kann man sich nicht hinstellen und sagen, das verändert sich ja eh, auch ohne uns, da haben wir keinen Einfluß. Natürlich hat es den. Wie zur Zeit in ziemlich vielen Blogs nachzulesen ist. Leute machen sich Gedanken, formulieren die, produzieren Text, der wird wahrgenommen, verlinkt, gelesen, drüber nachgedacht und so fort. Diskurse entstehen, Diskussionen, Meinungen, Trends. Vielleicht entsteht jetzt die große Catblogger-Pride-Bewegung, wer weiß? (Wenn ja, dann will ich ein T-Shirt.)

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Hm

Also ich hatte nicht den eindruck, dass man über irgendwas nicht hätte reden können oder wollen. (man redet auch nicht auf jeder Literaturkonferenz über die basics. aber auf manch. dazu muss man halt hingehen, oder sich die suchen.

ich hatte danals auf dem Barcamp berlin 3 Sachen angeboten, darunter 2 Basicsthemen zum Thema Bloggen und eins 'Bloggen für Geld', rate zu welchen 2 Themen KEINER kam (und da waren gefühlt prozentual mehr Corporates als bei der re:publica.

Mein Fazit: Ich blogge jetzt nahezu unironisch Katzenbilder ;) Und wenn es nur ist, um mich bei Jan Schmidt zu bedanken ;)

Das mit dem 'jeder kann machen was er will' bezog sich auf den anderswo(?) erhobenen Vorwurf, die re:publica (wer immer das ist) hätte da gesagt, was zu tun sei. das Gegenteil ist der Fall. (z.B. Lobo: "kein Blog braucht Werbung" (aber es sollte eben können wenn es will))

Anders: ich bin dafür, den Diskurs zu führen und keine Religionskriege vom Zaun zu brechen der jeweils dem anderen im Auge steckt. Bzw. dafür nicht dem anderen zu sagen, wie er wahrscheinlich denkt/tickt. Oder so.

Natürlich tickt jeder anders, natürlich verstehen sich für viele verschiedene Dinge von selbst. Und das kam auch zur Sprache. Ich hoffe, dass es auch von den Workshops aufnahmen geben wird. Das war eher der ort des Problematisierens (weswegen ich mir von denen mehr wünsche, cf. mein Kommentar bei Spreeblick).

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Doch. Man muß das mal so sagen. Danke dafür.

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danke

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Von Salinger gibts dieses schöne Vorwort an den Leser von Raise High the Roof-Beam, Carpenters,
"If there is an amateur reader still left in the world - or anybody who just reads and runs - I ask him or her, with untellable affection and gratitude, to split the dedication of this book four ways with my wife and children."

Read and run. Mental note.

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Habe mich eben durch die wöchentliche Bitte, an einer Diplomarbeitsumfrage über Blogs mitzumachen, durchgeklickt. Nur um eine weitere Chance zu nutzen, durch konsequentes "Gar nicht"-Klicken Blogs und Journalismus auseinander zu halten.
Romanautoren und ihre Leser müssen keine Literaturwissenschaftler sein, Blogger und ihre Leser müssen sich nicht mit der Metabloggerwelt befassen. Ebent.

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ich denke...

(und zwar als jemand der sich alle paar tage mal ein weblog durchliest, also jmd mit krassen wissenslücken was das betrifft) das ist das Schicksal des Internets:

  1. Benutzerexplosion
  2. ganz ganz lose Leutchenverbindung über irgendwelche thematischen Schnittstellen (Websites, Weblogs, Foren, Spiele oder irgendsowas)
    führen dazu, dass ein paar dieser Schnittstellen anfangs nur von einer relativ kleinen, idealistischen wenn du so willst, gemeinde unterhalten werden. und irgendwann von der breiteren masse entdeckt, überrant und vereinnahmt werden. und immer beurteilen das viele der alten veteranen in etwa so:
  3. früher war alles besser
  4. man kannte sich, heute is alles so anonym
  5. kommerzialisierung
  6. das niveau der user ist gesunken
  7. die leute, die das ganze aus idealismus aufgebaut haben, werden im regen stehen gelassen, die fühlen sich bei der masse an leuten nicht mehr so richtig heimisch
  8. old school rocks
    plus/minus paar von den punkten.

ich find das nicht so ganz gerecht den "neuen" gegenüber, aber das ist nicht der punkt den ich ausdrücken will, sondern:
diese ganze entwicklung gut und schön, aber welche gründe gibt es, dass du darunter...hmm...leidest?
mir scheint es so, dass du den ganzen weiterentwicklungskram getrost ignorieren kannst wenn er dich nicht interessiert, er wird dich mehr oder weniger ignorieren wenn ihn nur blogger interessieren "die geld verdienen", und ob leute, oder die leute die du haben willst dein blog lesen wird im wesentlichen vom gleichen abhängen wie schon immer: ob du gut und interessant und witzig und so weiter schreibst.
nur dass nicht wie vor 10 jahren 90% der leute von vornherein ausscheiden weil sie kein internet haben.

hmm wollt noch irgendwo reinquetschen, dass die entwickelung in richtung geschäftsorientierung, das kommen von marketingexperten und der ganze kram einfach nicht vermeidbar ist, wenn gewisse größen erreicht werden, das is absolut nix blogspezifisches und vor allem nix dauerhaft aufhaltbares. wusste dann aber nicht so richtig wo.

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Blogger über Blogs

Wer setzt sich so intensiv mit der Gruppe auseinander, von der er sich dann so oft wie möglich distanziert, wie der heutige Blogger?

Wenn ich Rap höre langweiligt mich ein "This is real rap shit, we bring hiphop back to where it belongs, back in the days, my flow is tight, I got hoes and you got nothing". So ist es mit den Weblogs heute. Man schreibt über das bloggen. Das ist hip, trendy und man kann sogar erzählen, dass man das schon vor dem Hype gemacht habe.

Ich mag sehr viele deiner Einträge. Eigentlich alle, ausser die, welche von Bloggen berichten, oder von Blogkonferenzen, oder von Bloggertreffen, von Vorträgen übers Bloggen (in irgendeinem Uni-Kontext glaube ich).

Vieleicht ist der Begriff Weblog einfach schon zu ausgelutscht, und man beginnt wieder, die eigene Website (wenn auch mit sehr einfachem Content Management System in Journalform) als Website zu bezeichnen.

Spätestens seit den Swiss Blogging Awards, die ich mitverfolgt und auch die jeweiligen Blogs mitgelesen habe, weiss ich, dass auch ich nur ein nörgelnder Zeitgenosse bin, der früher alles besser fand als heute. Noch schlimmer als der Begriff Blog sind ja wohl nur noch "Web 2.0", "Ajax" und "Wiki".

Gebt mir eine Tageszeitung, in welcher keiner der Begriffe "Blog", "Google", "MySpace", "Wikipedia" oder "YouTube" vorkommt. In der Schweiz kenne ich keine.

Ein Kommentar ohne Aussage. Ganz wie ein Blog :)

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Ich denke auch, es geht nicht um Oldschool oder A-Liste. Blogschreiber sind auch nur Bodenlebewesen und fangen langsam an, repräsentativ zu werden für das, was man so Gesellschaft nennt.

Auf der Konferenz gab es sicher viele, die ganz besoffen davon sind, dass man endlich "telefonieren" kann. Gemein ist allen wohl ein gewisser Geltungs Mitteilungsdrang und schön, wenn mal wer zuhört. In Zukunft werden sich Blogs weiter inhaltlich verklumpen und nicht deshalb, weil sie einfach Blogs sind.
Schafft zweidreiviele Bloggertreffen, gern, wenn die Leute mir da was zu erzählen haben und nicht nur vom Sprechblasendesign reden. Wär ja noch schöner, wenn jeder mit jedem telefonieren müsste.
(Nein, ich hab noch nix getrunken!)

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da klemm ich mich jetzt doch nochmal drunter, weil ich finde, generator hat das schön gesagt. und weil ich denke, daß floones "kommentar ohne aussage" eben doch eine hat. man weiß ganz genau, wie sinnlos solche diskussionen um the real shit sind, meta langweilt eigentlich, im grunde müßt man die klappe halten und sein ding machen. und doch, und doch ... man wundert sich über sich selbst und seine altsackigkeit angesichts der vermeintlich so schönen neuen blogwelt. und blogger sind auch nicht wirklich prädestiniert dazu, ihre klappe zu halten, so auch ich nicht, ich geb's ja zu. da kommt es dann schomal zu solchen einträgen.

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jetzt noch weiter zu schreiben wäre reine beipflichterei meinerseits. grüsse aus der schweiz

ars.userfriendly.org

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stellt euch vor, sie werben und werben und keine/r geht hin.

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schöner beitrag.

Das mit "kann ja eh jeder machen was er will" abzutun, find ich ein bißchen arg beliebig,<

ja. eine 'scheiß egal' und 'soll doch jeder machen wie er/sie mag'- haltung ist vielleicht mit 16 noch ganz süß – unter toleranz verstehe ich - über 10 jahre später- etwas anderes. (mich wundert, dass du noch nicht als moralemotionsayatollah bezeichnet worden bist – würde irgendwie passen bei den rhetorischen rittbergern die derzeit geschlagen werden). natürlich muss man nicht auf alles eingehen, überall dabeisein und damit immer weitere vorlagen für manipulationspirouetten liefern, aber das resigniert - abgeklärte 'es gibt wichtigeres' und 'ach, übers bloggen bloggen - geh mir weg' ist ein wenig billig. es gibt immer wichtigeres. jeder darf meinen. traurig genug.
erst mal im kleinen die dinge und argumente geschirmt bekommen, bevor man den weltfrieden und die glaubwürdigkeit retten und den straßenkindern in argentinien neue mousepads mit opelemblem schenken will.

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"Toleranz" ist ein Drittel Mitleid, ein Drittel Ekel und ein Drittel Schadenfreude... (hat mal H. Schmidt gesagt, glaub ich). Immer ein fragwürdiges politisches Argument.

Aber Metadiskussionen über die richtige Anwendung neuer (?) Kulturtechniken werden wirklich schnell langweilig. Es ist halt schade, wenn momentane Freiräume nicht genutzt werden, sondern die Leute möglichst schnell dem dümmsten Massengeschmack hinterherrennen. 1990 hätte man in Ostberlin auch viel mehr Häuser besetzen sollen. Wenn man nur gewusst hätte, wie sich das alles entwickelt.

Es geht doch um Aufmerksamkeitsökonomie, weshalb die alten Medien auch eher widerwillig bis ignorant auf verstärkte Bloggerreichweiten (und Kritik vom Longtail der vielen kleinen Blogs) reagieren. Das setzt sich nun untereinander fort, bleibt aber absolut vorhersehbar.

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bussi dafür. aber so was von!

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Metablogging…

…also übers Bloggen bloggen ist gar nicht per se doof, sondern reiht sich ein in die wunderbare Tradition, die der Menschheit schon das Reden übers Gerede, dichten übers Versesticken, fabulieren übers Erzählen, malen über Malerei, usw beschert hat.

Dass man in Berlin kirre werden kann, ist mir bekannt (ich bin buchstäblich allergisch auf die Stadt; hab eine Stunde nach Ankunft erste Ausschläge an Mund- und Augenwinkeln), grad wenn man dort wählen kann zwischen dollen kreativen Für-Nix-Tätigkeiten und dep(p)remierenden »Rädchen in einer Molochmaschine«-Arbeit.
Jeder möchte Mr. Incredible sein, nur wenige der kleine Korinthenkacker-Boss (der im Deutschen von Herbert Feuerstein synchronisiert wurde).

Natürlich stimme ich sofort ein in den Wunschgesang der engagierten (oder sich halt nur erwichtelnden) Blogger, daß es zum Haxn vor Freud ausreissen gigantisch wär, wenn man von dem, was man als Blogger aus Leidenschaft macht, auch leben (oder wenigstens ein Zubrot verdienen) könnt. Doch woher soll das Geld kommen, bzw. wie bringt man denen, dies haben bei, es nicht für neue dröge Werbe/PR- und sonstige Outbound-Leute-Belästigungs-Büttelhackn auszugeben?

Der Einzelfall mag beweisen, daß Werbebanner, Blogger/Firmen-Partnerschaften usw sinnvoll, vielleicht sogar originell sind. Generell halte ich es aber für Schmu, anzunehmen, daß nur weil Werbung über Blogs läuft, Werbung irgendwie besser würde. Das beste, was rauskommen kann ist, dass ein Blogger sich TROTZ Werbung nicht sein Ding versaut. Wahrscheinlicher (bzw. die große Gefahr) aber ist, dass man sich als Werbe (oder Geschäftsblogger) schnell die ›zartesten und einzigartigsten‹ Triebe vor lauter Geschäftsdenke abgewöhnt.

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Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
[EinGedanke am 13.09.14 11:27]

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Ist hier : www.wrint.de  ...
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[andreaffm am 06.03.14 21:34]

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[allamaralla am 24.11.13 08:55]

der weg ist das ziel


aber ich finde Sie haben doch sehr viele Zuhörer mit ihren schönen Zeilen, ich mache Kunst und freue mich auf Ausstellungen jedesmal sehr wenn ich ein, zwei wirklich aufmerksame, interessierte Zuschauer finde die mir etwas mitzuteilen haben. Der rest hat... ...
[John J. Tortuga am 24.11.13 08:40]

...
Alle paar Tage schaue ich ganz gespannt, ob es wieder einen neuen Eintrag gibt... wo bleiben sie, die Texte? Sie fehlen mir...  ...
[*Hanna* am 06.09.13 15:48]



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