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Der Herbst ist grau und trübe, der Kreislauf schwankt dem Winterschlaf entgegen, wenig bloggenswertes ereignet sich und die Tante von George W. Bush hab ich auch nicht getroffen. Aber beinahe. Und weil ja sonst nichts passiert, kann ich ja wenigstens erzählen, wie ich fast einmal eine Stunde mit George W. Bushs Tante verbracht hätte.

Diese Geschichte spielt vollständig in der hiesigen Wohnung und beginnt mit einem Telefonanruf. Ich soll mir einen Stuhl holen, Notfall, morgen früh, Besuchsprogramm, geheimgeheim, und außer mir ist wieder keiner da, der Englisch kann. Also darf ich die Fremde führen, wie Fremdenführerinnen das eben so tun.

Wichtige Leute bin ich ja gewohnt. Bankmanager. Regierungsbeamte. Gattinnen jeglicher Coleur, von pretty in pink bis seriösdunkelgrau. Gibt's alles, muß man alle herumführen, und alle sind meistens nett, bedanken sich artig und geben Trinkgeld. Aber George W. Bushs Tante ist dann doch nochmal ein anderes Kaliber.

Da saß ich also und überlegte: Was zieh ich an? Ich fürchte, es ist wirklich so: Als allererstes überlegen Frauen, was sie anziehen, um sich damit von anderen Fragen abzulenken. Männer sind einfach nur so nervös, haben Angst, sich peinlich zu versprechen oder einen irgendwie blöden Eindruck zu machen, verkrampfen sich und verhaspeln sich am Ende tatsächlich noch. Ich konzentriere mich bei sowas immer darauf, in meinen Schuhen stolperfrei gehen zu können, weshalb das mit dem Reden dann von ganz alleine klappt.

Also was zieh ich an? Ich meine, für diese Dame bin ich ja eine Abtrünnige aus der Nation, die ihren Neffen einfach so hat hängenlassen, iraktechnisch. Drücke ich in meiner Kleidung aus, daß ich mich den traditionellen europäischen Werten verbunden fühle oder gebe ich mich neuweltlich-lässig? Zweiteres ist immer ein bißchen schwierig, ich besitze aus Prinzip keine Jeans. Ich müßte dann was von dem Zeug anziehen, was ich nur dann anhabe, wenn ich in der Wohnung herumgammle.

Das lässigste Outdoor-Kleidungsstück, das ich besitze, ist eine schöne, bequeme Strickjacke. Die wäre toll, unglücklicherweise sind da zwei Buttons dran: Ein Full-Metal-Jacket-Peacebutton, wie es sie bei der Stanley-Kubrick-Ausstellung zum Mitnehmen gab, und einer mit dem Text "Befehl von oben". Keine Ahnung, ob Tante Bush Deutsch kann, aber den Peace-Button versteht sie in jedem Fall. Den abzumachen käme mir wie ein Zugeständnis vor, aber ihn dranzulassen wäre auch ungut, weil das dann so aussieht, als trüge ich den demonstrativ extra nur für sie.

Also nicht lässig, also doch lieber formaleuropäisch, Tweedkostüm vielleicht oder Brokatjacke? Und muß ich mir Mühe geben, wenigstens ein bißchen amerikanisch zu klingen? Viele Leute, die in amerikanischen Büros arbeiten, pflegen ihr Büroamerikanisch. Wenn ich zu britisch klinge, mögen das viele Amerikaner nicht, aber andererseits ist das besser, als Deutsch zu klingen, weil Tony ihren Neffen ja nicht hat hängenlassen, iraktechnisch.

Und dann das Wissen, daß alles geheimgeheim ist. In gewissen Griesheimer Hinterhöfen könnt ich mit der Info vermutlich einiges an Kohle lockermachen. Müßte man "he, Osama!" rufend die Gass runter. Käme schon irgendwer und tät fragen. Tät man paar Tips geben. Würde eine Nummer in der Schweiz bekommen. Wär reich. Nur Scheiß-Gewissen.

Ich hab mich eh schon gewundert, daß Anfang der Woche wieder die Militärhubschrauber übers Viertel brettern. Flugbewegungen eindeutig nichtziviler Natur, die müssen einfach nur die A5 hoch, dann sind die mitten in der Stadt, und wenn man an der A5 wohnt, bekommt man alles mit. Hab mich schon gefragt, was das ist, für nen Krieg ist das zu wenig, jedenfalls, wenn man vorhat, sich ein größeres Land als sagenwirmal Andorra vorzunehmen. Und für einfach nur Irakheimkehrer waren die zu hektisch unterwegs. Das war schon was gröberes. Tantentransport also.

Alex überlegt derweil, daß ich - angesichts der Lage und gemäß den Marktgesetzen für Angebot und Nachfrage in Sachen Fremdenführung - ja ruhig auch mal ein bißchen mehr Geld verlangen könnte als nur den üblichen Stundensatz. Ihm ist das Verkaufen der Info in Griesheimer Hinterhöfen nicht geheuer, aber er denkt zu merkantil, als daß er nicht wüßte, daß man aus so einer Situation Geld schlagen kann.
"Und wenn Du jetzt einfach 1000 Euro verlangst?"
"Bin ich morgen den Job los. Da muß ich schon mehr verlangen, daß das eine Weile reicht."

Während ich also noch überlege, ob ich mein weibliches Selbstverständnis der Tante gegenüber besser mittels Rock oder Hose ausdrücken soll, klingelt wieder das Telefon. Die Tante hat einen zu engen Terminplan und sagt dankend ab. Ich bin irgendwie ein kleines bißchen enttäuscht, weil ich die Tante gern kennengelernt hätte. Und ich hätte was für das Land tun können, imagemäßig, denn ältere Tanten mögen mich in der Regel.

Und heute kann ich in der Sofaz nachlesen, was sie hier eigentlich gemacht hat: Nancy Bush Ellis, 78, wollte die hiesigen amerikanischen Expats zum Wahlgang ermuntern. Natürlich für den "kleinen George". Denn, wie sie sagt: "Es war doch sooo knapp beim letzten Mal" und "er würde es hassen, zu verlieren.".

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Nun ja...

"er würde es hassen, zu verlieren."

wenn ich ein gehässiger Mensch wäre,
dann würde ich darauf antworten,
das er in dem Fall doch besser die Finger vom Irak hätte lassen sollen.

Gruß D.

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"er würde es hassen, .... wieder... zu verlieren."

Schade, dass du non doch nicht den Clan kennengelernt hast.

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ja, find ich auch. es ist immer gut, leute in solchen positionen zu kennen. und wer weiß, wen aus der family die noch alles zum präsidenten machen. da ist noch viel potential.

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