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Als ich über die Zeil flanierte, bekam ich Hunger. Von der Konstablerwache her wehte mich ein Duft an, dem ich nur folgen mußte - an den Christenmissionaren vorbei, die Dschisäs ist deine Rrredderrr brüllten - offenbar hatten sie heute einen Gastprediger aus dem anglophonen Sprachraum.

Vochelsberjer Bratwoscht brüllte hingegen der junge Mann vom Bratwoschtstand auf dem Erzeugermarkt, auf den ich derweil zusteuerte. Er stand direkt neben den Missionaren und briet und brüllte. Ich kaufte ihm eine Vochelsberjer Bratwoscht ab, pumpte Senf aufs Brötchen und setzte mich auf ein Mäuerchen, wo bereits einige Bratwoschtesser saßen und aßen.

Dschisäs hat misch Vochelsberjer gerrredded Bratwoscht weil isch meine Leben hausgeschlachdede Dschisäs Bratwoscht anvertraut habe auch du kannst deine Leben Potzjon nuä Dschisäs gebben einsfuffzisch dann wirrd Dschisäs auch deine Braaatwoscht Reddung sain frische Dschisäs Braaatwoscht is meine Leben einsfuffzisch jetzt

so tönten die Soundfragmente hinüber gen Bratwoschtessermäuerchen.
Dann konnt ich mich nicht mehr zurückhalten.

"Sagen 'Se mal, sind Sie nicht bald bekehrt?" frag ich den freundlichen jungen Bratwoschtverkäufer.

"Ach je, mir sin hier alle schon so fromm, mir misse Sonndaachs garnet mehr in die Kersch", sagt der Vochelsberjer und verdreht die Augen.

Er tat mir sehr leid.
Vielleicht kaufe ich ihm nächste Woche wieder eine Bratwoscht ab.

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Die Jesusbratwurst. Toll.
Die brüllenden Christianisierer sind mir ein echter Dorn im Auge. Nicht etwa, weil ich kein Christ bin. Sondern gerade weil ich ein Christ bin. Hauptwache B-Ebene wird auch immer wieder heimgesucht von den fliegenden Jesus-Verkäufern. Da stehen sie mit schiefgelegtem Kopf - das muss irgendwie heilig sein, das mit den schiefgelegten Köpfen, ich frage mich warum. Vielleicht verrutscht ja sonst der Heiligenschein. Sie versammeln sich um eine graue Haupt-Maus und eine graue Nachwuchs -Maus mit Tschibo-Gitarre, und dann geht’s los. Dschises wird hier meist noch formeller angeredet, als Herr Jesus. Nun, die Amis sind ja immer etwas legerer, und deshalb nennen sie ihn beim Vornamen, was vermutlich richtig ist, schließlich reden wir ihn auch nicht mit Sie an. Kommen Sie, Herr Jesus, und seien Sie unser Gast.
Aber ich schweife ab. Die Tschibo-Gitarristin beherrscht fünf Akkorde. OK, für Country braucht man nur drei, aber Herr Jesus mag außer Dur auch noch Moll.
Mit etwas spitzer, da ungeschulter Stimme verkündigt die Hauptmaus die guten Neuigkeiten. Neu sind sie nicht, eher so 2000 Jahre alt, und verstehen kann man sie sowieso nicht, da die Dame keine Stimme hat. Letzteres ist offenbar Grundvoraussetzung für Missionsarbeit in der B-Ebene, wie man spätestens hört, wenn die Mäusetruppe zu singen anhebt.
O Mann.
Den Kirchen laufen doch ohnehin schon genug Leute weg. Da braucht man doch nicht noch so was. Jedes Mal, wenn ich daran vorbeigehe, liegen mir einige Sätze auf den offenbar doch häretischen Lippen. A) Leute, jeder kennt die Botschaft. Man muss sich nur noch entscheiden. Und die Werbung, die ihr macht, ist Scheiße. Da feiert noch der Letzte lieber Knût als Weihnachten. B) Wenn ihr's nicht besser könnt, dann singt lieber nicht. Böse Menschen mögen keine Lieder haben, aber vielleicht ein feines Gehöhr. C) Ich weiß, ihr fühlt euch toll, wenn ihr unter den unbelehrbaren Heiden (und solchen, die es bei eurer Darbietung spontan werden wollen) steht und eure Würde auf dem Altar der Selbstdemütigung zum Opfer bringt. Aber geht es wirklich darum, dass ihr euch toll findet?
Ich weiß. Das ist böse.
Und deshalb verkneif ich mir die Kommentare jedes Mal und geh einfach dran vorbei und fahr heim nach Griesheim.
Haleluja.

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Was hast du gegen Knût?

Ich hatte gerade erst wieder umzugsbedingt eine sehr angenehme IKEA-Erfahrung.

Alles war im Paket, und es ließ sich sogar so kombinieren, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Und ich habe nur etwa drei Personenstunden zum Aufbau eines schön tiefen, sehr stabilen, 2,54 Meter hohen Aufbewahrungsregales gebraucht!!!

Ich GLAUBE an Knût!

[Und ich zweifle daran, dass die Tschibogitarren- oder Dschieses-Christen ähnlichen Nutzen für ihr Leben und das anderer aus ihrer Glaubensshow ziehen... ;-) ]

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Spitze!

Hallo Juyooh, dein Kommentar ist genial! Ich werde ihn in meinem Weblog verlinken. Vor allem die Zeile "Böse Menschen mögen keine Lieder haben, aber ein feines Gehör" findet meine hundertprozentige Zustimmung.

Ich fühlte mich beim Durchlesen an ein uraltes Musikvideo von Genesis erinnert: "Jesus knows me". Wunderbare Satire, kann ich nur empfehlen.

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dieser text ist mit abstand das beste,was ich seit langem gelesen habe!
mein magen bedankt sich für multiple lachkrämpfe und mein gehirn für ausschüttung ganzer lkw-ladungen endorphine!kiitos!

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@spinat: hihi, danke auch.

ju, das sind die anderen christen. die sanften gitarenchristen. bei denen ich immer das gefühl hab, die bezahlen die jungen kerls fürs mitmachen. das ist bestimmt ne arbeitsbeschaffungsmaßnahme, mit den alten schachteln da rumzustehen. die machen das doch nie im leben aus überzeugung. achte mal auf denen ihre quotenmänner.

meine waren diese hardcore-brüll-prediger. irgendwas internationales. die, die manchmal gleich mehrsprachig anrücken.

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Satanisten e.V.

Tja, die sanften wie die lauten Prediger in und um die Frankfurter Hauptwache sind auch mir bekannt. Jedesmal wenn ich bei dennen vorbeigehe, überkommt mich dieses irre Verlangen als Gegenpropagandist tätig zu werden und ich muß mich zurückhalten um nicht anzufangen im namen des humanistischen Satanismus predigend loszulegen.

Da es sich bei den entsprechenden Ecken der Hauptwache nicht annähernd um pluralistische öffentliche Verkündigungsorte handelt, wie es besipeilsweise die berühmte Speakers Corner am Hyde Park in London ist, sind mit die Verlautbarungen der Christen ein Greul. Alleine deshalb möchte ich gerne diesen Rattenfängern meine Meinung entgegenhalten und verkünden, wie sehr der christliche Glaube mit Todesangst und Verantwortungsentlastung die armen Menschleins lockt.

Tu ich aber nicht … weil ich feige bin und mir einrede, daß es die Sache nicht wert ist. Vielleicht hab ich damit auch recht und jede Einlassung ist wirklich zu viel.

Dennoch finde ich mein Unbehagen in Gegenwart solcher Verwirrrter sowohl als beklemmend, als auch fast schon wieder prickelnd.

Naja, wahrscheinlich vermisse ich meine oberbayrischen Kaff-Missionare, und misse meine halbjährlichen An-der-Tür-Diskussionen mit Zeugen Jehovas.

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Die Idee...

....hatte ich auch schon - auf irgendeinen der Missionierer zuzugehen mit den Worten: "Guten Tag! Haben Sie heute schon an Wotan gedacht?" Das entsetzte Gesicht möchte ich sehen.
Oder einfach neben einen Zeugen Jehovas hinstellen und statt des "Wachtturm" die Zeitschrift "Heidenarbeit" hochhalten.

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Super, köstlich (und damit meine ich nicht die Bratwurst).
Wenn Du doch bitte mehr Hochdeutsch und weniger Hessisch schreiben könntest. Ich armer Rheinländer in Berlin verstehe das nämlich nicht so recht.

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da sprichst Du was an. das ist ein echtes problem. leider muß das in hessisch, nur so klingt es für mich "richtig". weniger hessisch ist von meiner seite einfach nicht machbar.
es gibt also mehrere möglichkeiten:

a) google-übersetzungstool hessisch-deutsch (da es schon langelange ein übersetzungstool deutsch-südhessisch gibt, kann das nicht so schwer sein)

b) reisenotizen künftig zweisprachig. so nebeneinander her wie in den roten reclam-heftchen.

c) der HR bringt endlich, was ja sowieso eigentlich nötig ist um hessen als kulturraum ernst zu nehmen, die komplette hesselbach-dvd-edition heraus - im original mit untertiteln. ich wäre der erste käufer (hab ich eigentlich leser beim hr? hallo vorstandsebene!) und würde es dann an alle verleihen, die sich in die sprache einarbeiten müssen. nach zehn, zwanzig folgen dürfte das problem gegessen sein.

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NOCH weniger hessisch?

Nischds fä' unguhd, awwer so in eschd un' in "laif" muss'mer schon schwer uffbasse, dass mer bei dir ma' e bissi heerd, was nedd Hochdeutsch is, mein' isch. Isch kann miä nedd fäggeschewärddische, dass isch disch schonnemol Dialeggd odder aach nuä Aggdsend hedd babbeln heern. Liescht awwer ewwentwell aach am ieblische Umfeld, in dem wo isch disch bisher geheerd hadd.

So e' Unnifäsdäd, des is halt nedd so de preddesdinierde Ordd dodefier.

PS: Im Vergleich mit den Radiofolgen der Hesselbachs waren die Fernsehsendungen wohl noch in ausgesprochen leicht verständlichem Schriftdeutsch gehalten, was man so liest...

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Ach, Herr Bornheimer, das ist wunderbar! Wollen Sie keinen Hessenkanal in ihrem Weblog eröffnen?

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Bässä nedd.

Weil, wenn isch des probiern dähd, dann is mer des Rissigo ze hoch, dass des von erschendsoem obberschlauseinwollende Progrämmsche als "Rechtschreibfehler" rausgeschmisse werdd...

[Außerdem ist meine Schreibweise im Hessischen schauderhaft uneinheitlich, wie ich gerade eben wieder feststellen musste... :o) Ich sollte mich zwischen "mer" und "miä" entscheiden... :o) wobei ich nicht einmal sicher sagen kann, ob nicht sogar im selben Dialekt beides möglich ist, wobei dann aber unterschiedliche Konnotationen möglich sind; das "mer" also als Ersatz für "wir" und "man", das "miä" als "mir"-Ersatz, um besonders zu betonen, dass auf einen selbst Bezug genommen wird, wie besonders deutlich in "DES IS MIÄ!" und ähnlichen Verlautbarungen zum Ausdruck kommt. Und eine Entscheidung zwischen "nedd" und "nischd" wäre sicher auch nicht verkehrt...]

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das tolle ist ja: ich kann hessisch, ich muß aber nicht. auf meinen museumsführungen fragen mich die leute immer, ob ich eigentlich aus norddeutschland komme, weil ich ja so hochdeutsch spreche. hochgeistige inhalte gehen auch besser auf hochdeutsch.

das deftige geht besser auf hessisch. aufregen über dumme leute geht am allerbesten auf hessisch.

und was "ned" und "nischd" angeht: letzteres ist die aussprache eines hessen, der hochdeutsch will, es aber nicht so ganz hinbekommt.

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'einen hab ich noch'


hi,hi; kleiner Witz!wo geht's denn hier nachKönnen! , vor LACHEN!Übrigens mein Physiklehrer hatte noch den Witz auf Lager:Kunst kommt von Können und nicht von Wollen,sonst würde es Wulscht heißen! heiß, heiß, heiß...Ich wünsch Dir noch einen schönen Tag, Andrea.Bis denne,Hans  ...
[hadephy am 29.01.17 23:39]

For the (holy) sake of Fun! (or: just for Fun)


Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
[hadephy am 01.01.17 20:24]

American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


And I would conclude with some wisdom of my own, "well": 'Life isn't That complicated!'The most important goal then would be to have an appreciable agenda over the daytime!First a ball ( or what did Ms. Sanchez-Vicario say? :-) )... ...
[hadephy am 10.12.16 16:05]

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Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
[EinGedanke am 13.09.14 11:27]

ich war schon wieder in china


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[andreaffm am 12.08.14 17:04]

Ich erzähle was über den Mekong


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[andreaffm am 04.06.14 23:06]

...
Ich erzähle was über Wien. flattr.com  ...
[andreaffm am 27.04.14 13:39]

...
Ist hier : www.wrint.de  ...
[andreaffm am 07.03.14 21:53]

...
DA freu ich mich drauf! :-)  ...
[m8 am 07.03.14 21:42]

...
Ich erzähle was über Burundi.  ...
[andreaffm am 06.03.14 21:34]



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