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Irgendwann vor ein paar Wochen sagte Nicole (mit der zusammen ich die Uni kulturell zu beleben trachte) zu mir, oder sagte ich zu Nicole, ich weiß es nicht mehr: "Hast Du den Skandal mit dem Kunkel-Buch mitbekommen?" Wir hatten beide davon mitbekommen und wunderten uns, was da wohl dahintersteckt. Auch private Recherchen brachten nichts, Befragte stöhnten entnervt aber unwissend, also warteten wir gespannt, auf daß sich die Sache von selbst aufklärt.

Dann war klar: Eichborn verlegt das Buch. Nicole rief dann mal so im Verlag an und fragte an, ob sich da nicht vieleicht eine Lesung arrangieren ließe. Wir vom Kulturzentrum haben ja schon eine Reihe Lesungen gemacht, unter anderem im I.G.-Farben-Mehrzweckraum mit Maike Wetzel. Bei Eichborn zeigte man sich offen, obwohl wir von Anfang an klarstellten, daß wir kein Honorar zahlen können. Wir verabredeten einen Termin auf der Leipziger Buchmesse, wir sollten zur Buchvorstellung kommen und danach könne man ja mal sehen.

Eigentlich, so dachte ich mir, muß man doch auf ein Buch auch anders reagieren können als mit Hysterie und Totschweigen. Eigentlich müßte es doch nochwas dazwischen geben. Kritischer Diskurs, so schwebte mir vor. Als Geisteswissenschaftler steht es einem gut zu Gesicht, bedient man sich der Mittel und Möglichkeiten der Geisteswissenschaft und nicht derer des, sagen wir mal, Borderline-Journalismus.
"Wir machen eine Veranstaltung, und dann laden wir Leute dazu ein, die Pro und Contra sind", sagte Nicole, "vielleicht von den Germanisten. Oder von den Philosophen."
"Nicht nur eine Lesung, sonst heißt es, wir bieten eine Bühne und so. Wir müssen das gut vorbereiten."
"Das wär doch gut, wenn wir das wieder im Mehrzweckraum im IG-Farben machen. Da können wir den Ort neu besetzen. Diskursiv."
Wir hatten tolle Ideen.

Also die Buchvorstellung. Nicht, daß ich das Gefühl hatte, viel von dem Buch mitbekommen zu haben. Da war eigentlich alles noch drin. Aber mehr als mein Sitznachbar Tilman K. hab ich bestimmt mitbekommen, der ging nämlich nach der Hälfte. Und im Gegensatz zu ihm hatte ich am Montag keine Rezension abzuliefern. Ich hatte am Montag nur einen Lesungstermin abzuliefern, denn da hat das Journal Frankfurt Redaktionsschluß, da muß der Termin, der Ende April sein sollte, feststehen.
Die Dame von Eichborn, Nicole und ich stellten uns also mit unseren Terminkalendern zusammen.
"Wie ist der 24.?"
"Schlecht. Da ist in Frankfurt Nacht der Museen."
"Hm. Dann hätte ich noch den Dienstag anzubieten."
"Da kann ich."
"Ich auch."
Wir hielten also den Dienstag fest und fragten auch gleich in Frankfurt an, ob der Mehrzweckraum noch frei ist. Zu dieser Zeit war noch keinem von uns bewußt, daß der Dienstag ja der 20. April war und der Geburtstag von, naja, eh wissen. Das gehört normalerweise nicht zu den Daten, die meine Terminplanung beeinflussen. Ich feiere diesen Tag ja nicht, also hab ich ihn auch nicht das ganze Jahr im Hinterkopf. Das sollte sich noch als Fehler herausstellen. Man sollte den 20. immer im Hinterkopf behalten und aufpassen, was man da macht.

Wir planten also fröhlich vor uns hin. Wir schickten Pressemeldungen, sprachen beim Haustechniker vor, mailten formelle Raumanträge an die CampuService GmbH, die die Räumlichkeiten verwaltet und lasen nebenbei das Buch.
"Das Buch nervt mich!" sagt Nicole.
"Ist ja schon mehr als schlampig lektoriert. Hätten die mich mal ...", sag ich.
"Mein Lieblingsbuch wird das nicht."
"Meins auch nicht. Hat schon seine heftigen Schwächen."
"Aber trotzdem interessant. Ich denke, das ist immer noch die Auseinandersetzung wert."
Eigentlich ist ja fast alles der Auseinandersetzung wert. Ich glaube an die Aufklärung, die heilige Aufklärung, den ästhetischen Diskurs und die Tugenden der humanistischen Bildung. Ich glaube daran, daß am IG-Farben-Haus jetzt Johann-Wolfgang-Goethe-Universität steht und daß das eine mehr als himmelweite Verbesserung darstellt. Und daß man sich dessen als würdig erweisen muß. Auch, wenn's wehtut.

Aber alle Nachfragen beim Germanistik-Institut brachten nur die Erkenntnis, daß sich da Wissenschafter weigern, sich mit ihrem Forschungsgegenstand auseinanderzusetzen. Die wollten sich eigentlich nur distanzieren. Klar, ist ja auch schon bequemer so. Am besten gar nicht anfassen, könnte ja anstecken. Diese glatte Diskursverweigerung zwang uns dazu, es eben selbst machen zu müssen. Wir verpflichteten Falk, den Noch-AStA-Vorstand als Moderator, und ich dachte mir Fragen aus, die ich ihm auf Moderationskärtchen schrieb. Richtig wie im Fernsehen, richtig gut vorbereitet.
Der letzte der absagenden Moderatoren war vom Sigmund-Freud-Institut. Der hätte das sogar gern gemacht, war aber verhindert. Und der fragte: "Wißt ihr eigentlich, was das für ein Tag ist?"

Am Tag vor der Lesung der Anruf von Eichborn: "Himmel, wißt ihr eigentlich, was das für ein Tag ist?"
"Ja, seit Freitag."
"Schlimm, oder?"
"Da müssen wir jetzt durch."
"Ich hab da aber auch nicht dran gedacht. Ich hab dieses Datum ja nicht ständig präsent. Denkt Euch ne gute Begründung aus. Oder erzählt einfach die Wahrheit. Und wir schicken den Programmchef mit, dann könnt ihr mit dem nochmal den Ablauf besprechen."

Nächster Anruf.
"Da kommt so ein Kamerateam vom ZDF. Die müßt ihr abwimmeln. Thor will nicht, daß gefilmt wird. Ich weiß ja nicht, wie das rechtlich ist, aber das schafft ihr doch, oder? Und habt ihr an Sicherheitsleute gedacht?"
Haben wir. Wir haben uns auch rechtlich informiert. Ob gedreht wird oder nicht, das entscheidet der Veranstalter, der ja mit seiner Anmietung des Raumes das Hausrecht erwirbt und ohne seine (also: unsere) Genehmigung bleibt die Kamera aus.

Der Tag der Veranstaltung.
Irgendwann rückt auch das Kamerateam an. "Hallo, wir sind das Kamerateam! Können wir uns irgendwo einstöpseln?"
"Äh, heute darf nicht gedreht werden."
"Ok. Unser Aufnahmeleiter ist eh noch nicht da, und bevor der nicht da ist, machen wir eh nichts."
"Na gut. Der soll das dann mal mit mir besprechen."

Anruf.
"Hallo, hier ist Thor, ich steh jetzt vor diesem Ding, da steht Eisenhower Rotunda, kannst du uns abholen?"
Kann ich. Kaum sind wir im Raum, da rennt das Kamerateam hinter uns her. Offenbar ist der Aufnahmeleiter jetzt da, und offenbar hält er es nicht für nötig, mit einem der Veranstalter zu sprechen.
"Die Kameras bitte aus."
"Aber ich habe eine Drehgenehmigung!" schnappt er ungehalten. Ein korrekt geschniegelter, hochgewachsener Mann in korrektem Anzug und doch so unkorrektem Benehmen. Schrecklich. Er ist mir auf Anhieb unsympathisch.
"Aber nicht von uns. Zeigen sie mal." Ich schau mir den Wisch an.
"Der Verlag hat mich an die Universität verwiesen, und die haben uns eine Drehgenehmigung ausgestellt."
Die Drehgenehmigung bezieht sich auf den richtigen Raum und die richtige Zeit und ist von einem Herrn der CampuService GmbH unterschrieben. Das hätte der nicht unterschreiben dürfen. Der hätte prüfen müssen, ob ein Raumantrag vorliegt und das dann an die Veranstalter weiterleiten müssen. Und der Verlag hätte auch an uns weiterleiten müssen. Wir sind völlig übergangen worden, die Drehgenehmigung ist ungefähr soviel wert wie ein Autogramm vom Pförtner. Aber jetzt muß er ja auf uns hören.
"Also. Bitte. Der Autor möchte nicht, daß gedreht wird, der Verlag bittet uns, daß nicht gedreht wird, und wir als Veranstalter halten uns natürlich daran. Also machen Sie jetzt bitte ihre Kameras aus."
"Kann ich das nicht von ihm selbst hören? Und vom Verlag?"
"Moment." Ich eile. "Ich hab's die ganze Zeit versucht, aber der wills von Ihnen und vom Verlag hören."
"Die Kameras bitte aus. Ich möchte nicht interviewt werden", sagt Thor Kunkel, nochmal für alle zum Mitschreiben.

Der Eichborn-Verleger mischt sich ein.
"Das ist ja nun wirklich nichts ungewöhnliches, daß ein Autor darum bittet, während der Lesung nicht gefilmt zu werden."
"Aber das ist eine öffentliche Veranstaltung! Und wir haben eine Drehgenehmigung."
"Aber sie haben nur eine Drehgenehmigung der Hausverwaltung, nicht des Veranstalters."
"Wer ist denn der Veranstalter?"
"Das Kulturzentrum der Universität Frankfurt."
"Ha!" triumphiert der Mann, der übrigens Kamran Safiarian sein muß, "und das untersteht ja der Universität, und ich habe eine offizielle Drehgenehmigung der Universität!"
"Nein, das Kulturzentrum untersteht dem AStA."
"Und der untersteht der Universität, also lassen Sie uns ... "
"Nein, der untersteht dem AStA-Vorsitzenden, und das ist Herr Hertfelder. Zufällig ist er heute Abend hier. Falk!"
Falk sieht sich die Sache an und zückt das Händi.
Während der Eichborn-Verleger auf seine über zwanzigjährige Berufserfahrung Lesungen betreffend verweist, in der er so etwas noch nie erlebt hat, eilt der Mann von der CampuService GmbH herbei, der den Wisch unterschrieben hat und der allein klären kann, wie es dazu kam.

In der Zwischenzeit:
"Wollen Sie mich herauswerfen?" fragt Herr Safiarian, und die Kameras drängeln aufgeregt näher.
"Nein, Sie können ja ruhig dableiben, wenn Sie die Kameras ausschalten", sagt der Verleger. "Sie können ja ein bißchen die Atmosphäre vor und nach der Lesung einfangen ... "
Er steht lässig ans Fensterbrett gelehnt und holt ein bißchen mit dem linken Arm aus, als wolle er die Atmosphäre beschreiben.
"Wollen Sie mir etwa vorschreiben, wie ich meinen Beitrag zu gestalten habe?" fragt er und ist empört. Eigentlich ist er die ganze Zeit über empört.
"Nein, aber ist es denn so ungewöhnlich, daß ein Autor nicht gefilmt werden will?"
"Hat der etwa was zu verbergen?"
"Nein, aber er wird nicht lesen, wenn Kameras auf ihn gerichtet sind."
"Soll das heißen", er beugt sich vor, "daß er die Lesung platzen lassen wird?"
Sehe ich da tatsächlich einen Geiferfaden im Mundwinkel? Nein? Ich muß mich getäuscht haben.

Der Mann von der CampuService GmbH ist freundlich und sofort zur Stelle.
"Tja. Da haben wir wohl nicht mitbekommen, daß der Raum vermietet war."
"Soll das heißen", die Kameras halten drauf, "daß Sie die Drehgenehmigung zurücknehmen?"
"Wenn der Veranstalter das so will, ja."
"Krieg ich das schriftlich?"
"Klar."

Die Kameras sind aus. Endlich sind die Kameras aus. Sie hätten die ganze Zeit nicht an sein dürfen.
"Sie machen die Kameras aus".
"Die sollen die rausbringen", sagt Thor Kunkel, der die ganze Zeit im Technik-Kabuff gehockt hat. "Ich kenn die Tricks. Die lassen die heimlich weiterlaufen."
Ich halte Herrn Kunkel für leicht paranoid, schließlich sind die Kabel ab, aber man einigt sich darauf, daß die Kameras hinter die Getränketheke kommen und die Sicherheitsleute davor.
"Die Kameras bitte abtransportieren!" sagt Nicole zum Team.
"Abtransportieren! Das ist ja das richtige Kunkel-Wort", sagt Tilmann Jens, der auch irgendwie wichtig beim Team herumspringt.
"Hallo! Das hab ich gesagt, nicht der Kunkel!" sagt Nicole.
Lieber Tilmann Jens, sag ich jetzt: Wenn schon über-politisch-korrekt und harmlose Wörter der Kunkelhaftigkeit verdächtigen, dann aber bitte auch lexikalisch korrekt: deportieren heißt das Wort. Wobei ich eigentlich dachte, daß Kunkel gerade der Absenz jeglicher Deportation in seinem Roman verdächtigt wurde, aber gut, wie sie meinen, Herr Jens.

Das Kamerateam und der Aufnahmeleiter sitzen in der hintersten Reihe. Brav. Es kann losgehen.

Ich stehe noch eine Weile draußen, mir ist ziemlich warm und meine Ohren kann ich als Zigarettenanzünder vermieten. Der Safiarian kommt auch raus, wie alle, die eben noch hitzig diskutierten und sich nun dringend Nikotin zuführen müssen. Er ist immer noch sehr aufgeregt und seine Assistentin versichert mir, daß sie ja beim Verlag angefragt hätten, sie hätten sich ja nicht reinschleichen wollen, man habe ja offiziell angefragt und so. Auch wenn sie nicht versteht, warum der Kunkel sich so ziert, man sei ja schließlich das ZDF und nicht RTL oder so.
"Der hat was zu verbergen!" folgert Safiarian messerscharf. Er hätte natürlich auch einfach in den Raum gehen können und nachschauen, was Kunkel da so eifrig verbirgt, aber das wäre natürlich zu einfach gewesen.

"Sagen Sie mal, mit wem haben Sie denn bei Eichborn gesprochen? Ich will Ihnen ja nicht Ihre Mühe in Abrede stellen, aber ich wundere mich doch, daß die Sie nicht an uns verwiesen wurden", frage ich den Safiarian.
"Ein Kollege aus Berlin", antwortet er knapp. Wieder einer dieser Herren, die Gespräche mit Studentinnen als Zeitverschwendung ansehen und daher sehr ökonomisch angehen. Die kann ich ja grad leiden. Typen mit Hierarchiekomplex.
"Ah, und hat der Kollege vielleicht auch einen Namen?" Ich gebe zu, ich werde langsam mehr als ungehalten.
"Weiß nicht, ich kann Ihnen ja seine Telefonnummer geben. Aber erstmal bekomm ich Ihre Karte."
"Aber natürlich!" Ich eile und fliege und überreiche ihm eine meiner tollen Kulturzentrums-Visitenkarten, von denen ich jetzt weiß, wofür ich sie habe.
Natürlich warte ich vergeblich auf die Nummer des Kollegen.
"Natürlich mache ich trotzdem einen Beitrag. Ich muß ja meiner journalistischen Pflicht nachgehen!" sagt Herr Safiarian. "Ich muß ja schließlich was abliefern!"
"Na, da bin ich ja gespannt, was Sie da abliefern", sag ich. Journalistische Pflicht, wenn ich das schon höre. Und dann steht der noch da rum und drückt Knöpfe auf seinem Händi.
Dann geh ich wieder nach drinnen, die Lesung gucken.

Der Frieden währt nicht lange. Offenbar haben die Kameraleute den Sicherheitsleuten plausibel genug gesagt, daß sie jetzt gehen wollen. Sie traben ab, mitsamt Kamera und Aufnahmeleiter. Endlich sind die weg. Aber zwei Minuten später kommt Nicole angerannt: "Die Vorhänge! Schnell! Die filmen von draußen rein."
Wir machen die Vorhänge zu.
"Das ist ja dreist!" sagt das Mädchen von der Getränketheke kopfschüttelnd.
"Die haben mir zugesagt, daß sie nicht drehen!" Nicole regt sich sichtlich auf.
Wir gehen nach draußen, und jetzt werden die Kameras nochmal abgebaut. Zum letzten Mal. Hoffentlich.

Die Lesung dauert lange. Fast eineinhalb Stunden liest Thor Kunkel, ich kenne das Buch ja schon und bin zugegebenermaßen wenig in Stillsitzlaune. Ich tigere unruhig durch den Saal. Wenigstens die Zeitungsmenschen sind noch da. Bei denen hängt ja auch nicht soviel von Bildern ab, die die Stimme aus dem Off im Fernsehen ja so dringend braucht.
"Was wollten die?" fragt Nicole. "Was haben die davon?"
"Bilder!" sagen Alex und ich wie aus einem Mund. Die wollen Bilder. Wegern der journalistischen Pflicht.

Der Rest des Abends verläuft gut. Falk stellt seine Fragen, Kunkel antwortet, aber viel knapper als er mir am Telefon geantwortet hat. Ich hab gedacht, der redet und redet. Tut er aber nicht.
Natürlich kann reden kein Buch retten, auch wenn der Autor noch so viel richtig macht anschließend. Scheint, man erwartet das. Oder gerade nicht. Jedes Sätzlein wird interpretiert, gründlicher als das Buch selbst, und wird zum Beweis dafür herangezogen, daß mit dem Autor, also dem ganzen Werk ja was nicht stimmen kann. Wobei die wenigsten offenbar das Werk kennen, also: Schwarzlichtterrarium und Hanny Porter gelesen haben.

Auch das Publikum hat Fragen, zum Teil sehr spezifische. Dann steht ein Mann auf, in safrangelbem Sakko, er schlendert zum Mikro und holt in breitestem Frankfurterisch aus: "Also ich verschteh ja nix von dem ganzen Skandaaal un so. Aber eins hab isch glaub isch schon verstanne heud Ahmd: Des ist ne Sadiere uff des Dridde Reisch. Nix anneres alsne Sadiiere! Un da rescht ihr eusch so uff!?" Applaus aus dem Publikum.

Den Eichborn-Verleger frage ich auch noch: "Mit wem aus Ihrem Haus haben denn eigentlich die Kameraleute gesprochen? Der konnte oder wollte mir weder Namen noch Telefonnummern geben."
"Ach was", er winkt ab, "die haben doch mit niemandem bei uns gesprochen."

Hinterher läuft alles locker. Wir räumen auf, verabschieden die letzten Gäste, bedanken uns beim Autor fürs honorarfreie Kommen und taumeln nach Hause.

Startschuß für die mediale Aufarbeitung.

Natürlich hängen sich alle am Datum auf. Natürlich haben es wieder alle gewußt, und dementsprechend wird das Datum so hininterpretiert wie man mag. Natürlich kam keiner auf die Idee, die Veranstalter zu fragen, denn natürlich gehört das nicht zur journalistischen Pflicht. Vielleicht hätte ich erzählt, daß man gerade an diesem Tag den Weg des Diskurses gehen muß, daß man die Diskussion suchen muß und nicht vergessen und verdrängen darf, denn Thor Kunkels Buch zeigt uns besonders aunschaulich, daß dieses Thema virulent ist bis auf den heutigen Tag und die Zugehörigkeit zur Universität zwingt uns ja geradezu, die Herausforderung anzugehen, diesen Ort und diesen Tag neu zu besetzen mit einem anderen, kritischeren Umgang, denn hier und heute darf keine Bühne geboten werden für Denkverweigerer, die nichts aufbieten können als ihre ewig-gestrigen eingeübten Dumpfreflexe.
Aber sie hätten mir vermutlich ohnehin nicht geglaubt.

Auch das ZDF glaubt uns nicht. Ihr Dialog mit uns beschränkte sich ja weitestgehend auf: "Ich hab ne Drehgenehmigung" und "Aber erst bekomme ich ihre Karte."

Uns so sieht es aus, wenn ein Fernsehteam des renommierten TV-Magazins Kulturzeit seiner journalistischen Pflicht nachkommt: Das IG-Farben-Haus schiebt sich drohend ins Bild, untermalt von martialischer Musik. Eine dunkle Stimme dröhnt: "Frankfurt!" Pa-dah! "Thor Kunkel kommt!" Pa-dah! Die Kamera stöbert halblegal in dunkeln Ecken herum, was natürlich gleich einen wahnsinnig investigativen Eindruck macht, und erwischt dabei meinen Hinterkopf. Aus dieser Perspektive habe ich mich zwar noch nicht oft gesehen, aber daß mein Hinterkopf etwas mit Nazi-Skandalen zu tun hat, ist mir neu.
Schnitt.
"Ich hab's die ganze Zeit versucht, aber der wills von Ihnen und vom Verlag hören", höre und sehe ich mich sagen.
"Ich möchte nicht interviewt werden", sagt Thor Kunkel, nochmal für alle zum Mitschreiben.
Schnitt.
Der Wisch von der CampuService GmbH erscheint im Bild, die Betreffzeile dick mit schwarzem Filzstift umkringelt, der handschriftliche Widerruf befindet sich auf der Rückseite und ist nicht zu sehen. Die Stimme aus dem Off klagt an: "Drehverbot trotz Drehgenehmigung!"
Skandal!
Schnitt.
Dann ziemlich viel Sachsenwald-Forschung, Vierziger- oder Fünfzigerjahre, das Make-up, die Brauen, die Fingernagelfarbe, der emeritierte Filmprofessor, der einen schwunghaften Handel mit Schmuddelfilmen betreibt.
Am Ende kommen wir nochmal ins Spiel. "Wenn der Eichborn-Verlag noch einen Funken Anstand besitzt, dann zieht er das Buch zurück - anstatt bei kritischen Nachfragen den Vorhang zu schließen.", sagt die Stimme aus dem Off - und dabei kann ich Nicole dabei zuschauen, wie sie den Vorhang zuzieht. Das ist natürlich symbolisch zu deuten und ein großartiger Kniff des Herrn Jens, der sich für den Beitrag verantwortlich zeichnet. Damit hat man dem Zuschauer gleich präsentiert, daß da was nicht stimmen kann. Da wird ein Mäntelchen über was gelegt, da soll die Öffentlichkeit draußen bleiben.

Die Öffentlichkeit hat Eintritt bezahlt und hört sich die Lesung an. Manche bleiben, manche gehen. Manche klatschen, manche nicht.

Wer ist hier eigentlich paraniod?

Und warum haben Nicole und ich die „Kulturzeit“ eigentlich immer für eine faire und sachliche Oase in der schmuddeligen Medienlandschaft gehalten? Wir fühlen uns desillusioniert, wie Kinder, die begriffen haben, daß es den Weihnachtsmann nicht gibt und sich nun dafür schämen, jemals an ihn geglaubt zu haben.

"Als der Moderator fragte, warum denn dann der Holocaust nicht vorkomme, schwafelte Kunkel etwas von..." schreibt „rik“ von der FAZ, und wenige Zeilen später: "Doch der Abend verging, fern von kritischer Nachfrage, in friedlicher Eintracht."
Äh, war das denn keine kritische Nachfrage? frag ich mal ganz blöd. Was um Himmels Willen muß man denn da noch anstellen? Wäre diese Veranstaltung mehr im Sinne des FAZ-Journalisten gewesen, der ja gewiß auch nur seine Pflicht getan hat, wenn "eine Antifa-Gruppe das Podium besetzt oder ein Feministentrupp sich durch das misogyne Zotengewitter des Autors herausgefordert gefühlt hätte"? Leider sind meine Kontakte zur örtlichen Antifa nicht so gut, als daß ich noch ein paar von denen für Freibier zur Randale hätte anheuern können. Früher, ja, aber man wird ja auch älter. Und zu FeministInnen hatte ich schon immer ein leicht gestörtes Verhältnis, zugegeben. Das nächste Mal aber werde ich auch dafür sorgen, ganz, wie der FAZ-Mann möchte.
"Wenn selbst eine solche Provokation im Saal der Ahnungslosen verhallt, muß Kunkel wohl demnächst zu schärferen Mitteln greifen", so droht die FAZ abschließend. Als Mitglied im Saal der Ahnungslosen frage ich mich, woher der Mensch eigentlich das Recht nimmt, jeden Einzelnen in diesem Raum zu verurteilen: Er hätte ja selbst aufstehen und Rabbatz machen können, wenn das seiner Meinung nach die einzig richtige Haltung darstellt.
"Er schimpfte auf Journalisten." konstatiert der FR-Reporter und fügt an: "Thor Kunkel zeigte sich verletzt."
Bei ersterem bin ich neuerdings voll seiner Meinung.

Am 23.04.2004 um 12:08 schrieb Thor Kunkel:
Liebe Andrea,
[...]
Zu Kulturzeit: Ich hätte niemals gedacht, daß es in Deutschland, in einem aus meiner Sicht freien Land, solche Gralshüter der kulturellen Hegemonie existieren. Vor allem hätte ich niemals mit diesen brutalen Ausgrenzungsmechanismen gerechnet.
Mir tut so leid, daß Ihr jetzt scheinbar auch - wie ich - von den "Gutmenschen" angegriffen und diffamiert werdet. Merken die eigentlich nicht, was sie anrichten?
[...]
Das Gute ist nur, nächste Woche kräht schon niemand mehr nach dem Beitrag, aber der Name Tillman jens steht für mich ab nun für brutalen
Schmuddel-Journalismus.

Für die nächste Folge der Skandal-Chronik hätte ich da noch einen heißen Tip: Schaut Euch doch mal meine Akte beim Bundesverfassungsschutz an. Meines Wissens nach müßte da verzeichnet sein, daß ich vor knapp zehn Jahren mal zwei Bücher über die okkulten Ideologien des Nationalsozialismus aus der Uni-Bibliothek zu Frankfurt ausgeliehen habe. Wenn sich da nicht eine wahnsinnig investigative Story auftut, dann weiß ich auch nicht weiter.

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Der FAZ-Link hakt. Das ist der richtige: In Kunkels Reich.

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ah, danke.

hatte ein paar typographische anführungszeichen eingeschleppt, die funktionieren natürlich nicht.

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Willkommen...

in der deutschen Kulturindustrie. X)

Von der Art und Weise, wie man in Deutschland festlegt, was Kultur ist und entsprechend die Kulturhoheit verteidigt, kann die amerikanische Medienindustrie noch eine ganze Menge lernen.

Wundern darfst Du Dich über die krasse Berichterstattung aber eigentlich nicht.

Wenn man als etwas aufmerksamer und ein bischen objektiver Mensch, der aber eigentlich nicht besonders kulturell gebildet, bzw. interessiert ist, die verschiedenen Feuilletons durchliest, kann man es manchmal wirklich schon mit der Angst zu tun bekommen, wie da mit anderen Menschen umgegangen wird.

Und das von Personen, die sich eigentlich selber als gebildet bezeichnen.
Stichwort Geisteswissenschaften...

Gruß chos

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Lach die Arschlöcher doch einfach aus.

Und besorg Dir beim nächsten Mal so einen Anzug wie in Alexens Zeichnung. Steht Dir.

Im Ernst: Wenn Du irgendetwas tust, was gegen die etablierte Konsenserzählung geht, wird die Story von den Medien wieder zurechtgebogen. Immer. Die Idioten haben weder den eigenständigen Gedanken, noch die Hirnmasse was anderes zu tun. Kulturjournalisten sind oft genug Kreativitätsvampire, die über die Kreativität anderer berichten, weil sie keine eigene haben.

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haha, ja, super gewandung. damit wär ich der star in der vampire-szene.

irgendwie gab es bisher in meiner kleinmädchenwelt sowas wie einen unterschied zwischen rtl2 und 3sat. naja, nicht mehr. die von 3sat machen genauso aus nichts eine nachricht wie die von rtl2, wenn in den dortigen newsmags über den durchfall einer superstar-kandidatin berichtet wird.
das sind nachrichten, die sich selbst generieren: das team hat ja nicht viel mehr getan, als den ärger abzufilmen, den sie selbst verursacht haben. das ist das ekelhafte: daß die typen sich selbst für wichtiger halten als die geschehnisse um sie herum.

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»Ich war dabei«, sagt der Türsteher…

…und Helfer der ich bei besagter Veranstalltung war. Habe die Tv-Team-Wirren nur aus der Ferne beobachtet. Hier ein Link auf eine Rekonstruktion des Eindrucks (Jensoptikbrille), den Andrea auf das Kulturzeit-Team gemacht haben muß.

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Wie man es macht, macht man es falsch ...

Das Dillemma mit Daten. Macht man etwas an einem "okkupierten" Datum, dann wird es zum Kontext des Datum. Macht man es nicht, aus diesem Grund, bleibt das Datum tabu - und der Arm der Geschichte verlängert sich. Drunter zu leiden haben dann auch alles Mitgeborenen Lionel Hampton, Harold Lloyd, Jasmin Wagner (Blümchen), Napoleon III. und angeblich der Prophet Mohammed. Schlimmstenfalls muss man den 20. April zur gebärfreien Zone erklären. Am 20.4.72 landete übrigens auch Apollo 16 auf dem Mond - war wahrscheinlich auch nur eine Hommage der NASA. Weitere Daten unter: de.wikipedia.org

Mich erinnert das an einen Sketch von Matthias Beltz, der während eines Vortrags danach fragte, ob jemand wisse, was am 27. Januar so passierte. Niemand hatte keine Ahnung. "Geburtstag von Wilhem II." - "Und was ist am 20. April?" - Wir Bildungsbürger haben natürlich sofort "Geburtstag von A.H." nach alter Schülermanier gerufen. "Aha", so Beltz, "der hat also mehr Fans." So in etwa war das damals, aus der Erinnerung anno 1991 in Berlin.

Allerdings gebe ich zu, keine Ahnung von Kunkel zu haben - um was für ein Buch geht es da?

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Der Türsteher nochmal.

Oh, mit der Beltz-Anekdote sprechen Sie mir aus dem Knochenmark. Auch Sie haben anscheinend mal bei wissen.de recherchiert, wer alles so am 20. April Geburtstag hat. Da wird Sie vielleicht mein Beitrag: Hitler-Geburtstag als Journallien-Fetisch gefallen.

Es ging übrigens um das ungehörige Nazi-Porno-Buch »Endstufe« von Thor Kunkel. Auch ich als »das Buch ist gut«-Leser gebe zu, daß es im ersten Moment eine böse Überraschung war, festzustellen, daß Gröfaz Schickelgruber dieses Datum eingestunken hat.

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"Journaille" ist ein widerwärtiges Wort.

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Ist zum Aussuchen gedacht

So wie ich mir aussuche kein »Ahnungsloser« zu sein, obwohl im Saal anwesend, können sich Journalisten die eben A.H.-Geburtstag als Fetisch anheulen, dennoch als unangesprochen betrachten. Hängt von der eigenen Einstellung ab, wie man auf ein zugegeben häßliches Wort reagiert.

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Eine Beleidigung bleibt eine Beleidigung, egal wie der Beleidigte darauf reagiert. "Journaille" ist eine Beleidigung.

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Dass es um Kunkels Endstufe ging, das habe ich wohl dem Text entnommen, doch um was es in Kunkels Buch ging, das ist mir bisher unbekannt gewesen.

Im übrigen: zum 20.4. - "Nicht gedacht werden soll seiner (A. Hs.)." Dass sich dennoch Journalisten sich das Ihrige denken und die Situation so verfahren geriet, das auch ist ein Skandälchen. Wie so häufig dann kommt eines zum anderen: Gegenseitiges Überbieten von Verletztheiten. Ein (un)schönes Beispiel dafür, wie Sumpf entsteht.

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Aus Sicht des Fernsehteams

Ich habe einen Punkt nicht verstanden. Eichborn ruft einen Tag vorher an und sagt Euch, dass das ZDF kommt. Woher wusste Eichborn das? Von der CampuService GmbH offensichtlich nicht. Vielleicht hat doch jemand vom ZDF bei Eichborn angerufen, auch wenn der Verleger sich nicht daran erinnert.

Über den ZDF-Menschen schreibst Du: "Eigentlich ist er die ganze Zeit über empört." Aus seiner Sicht heraus kann ich das verstehen - das Drehverbot kommt völlig überraschend. Auf der Suche nach einer Drehgenehmigung ist er an der Uni falsch verwiesen worden auf die CampuService GmbH, die es dann verbockt haben - nicht seine Schuld. Vielleicht hat er auch doch beim Verlag angerufen (siehe oben). Aus seiner Sicht hat er alles getan, um drehen zu dürfen. Dann kommt er da mit Ausrüstung und Team hin und erfährt überraschend, dass er die öffentliche Veranstaltung nicht filmen kann. Ich wäre da auch empört.

Ihr wusstet, dass das ZDF-Fernsehteam kommen will, dass sie nicht drehen werden dürfen - und habt sie auflaufen lassen. Ein klärendes Gespräch von Euch mit denen im Vorhinein hätte allen Beteiligten Ärger ersparen können. Aber das lässt sich nachher wahrscheinlich einfach sagen.

Disclaimer: Dieser Kommentar rechtfertigt nicht den miserablen Kulturzeit-Beitrag. Dieser Kommentar bezweifelt auch nicht, dass die KUZ-Leute aus edlen Motiven gehandelt haben. Dieser Kommentar erweitert lediglich die Diskussion um die mögliche Sichtweise des ZDF-Fernsehteams.

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Vielleicht bin ich ein wenig naiv, aber

wieso sollte die große öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt ZDF, wenn sie partout etwas drehen will, auf ein paar Studentinnen hören, die ihr sagen wollen, dass das vielleicht so, wie sich das ZDF das vorstellt, nicht wirklich gehen wird?

Zumal die Info, dass "so ein Kamerateam vom ZDF" (äußerst präzise...) kommen wird einen Tag - mutmaßlich weniger als 24 Stunden - kommt, bevor dem Dreh sein soll?

Ich bin nun wirklich kein Experte in Mediensachen, aber so aus dem Bauch raus würde ich eher vermuten, dass die besagten Studentinnen bei einem Kommunikationsversuch mit der besagten ö-r Anstalt spätestens von der Redaktionsassistenz, wahrscheinlich sogar schon von der Telefonzentrale daran gehindert würden, mit den zuständigen Leuten zu reden (welche eigentlich?; ich versuche mir gerade vorzustellen, wie so ein Dialog fiktiv abliefe... Studentin: "Ja, guten Tag, bei uns an der Uni soll angeblich ein Fernsehteam von ihnen morgen abend vorbeikommen; leider wissen wir nicht genau welches, das hat aber eigentlich keine Drehgenehmigung - können sie mich da bitte weiter verbinden?" - CallCenter: "An wen denn?" - Studentin: "Vermutlich Kulturredaktion" - CallCenter: "Tut mir leid, die sind schon alle für heute abend gegangen, versuchen sie es doch morgen nachmittag nochmal..." - Studentin: "Aber..." - CallCenter: "Auf Wiederhören!" CLICK) , wenn diese Studentinnen darauf hinzuweisen versuchen würden, dass ein Team - welches auch immer da kommen wird - wohl nicht drehen dürfen wird, jedenfalls nicht auf der Veranstaltung selbst.

Ist aber nur so eine Mutmaßung.

Diese jedoch vorweggeschickt habe ich nicht den Eindruck, dass das kuz jemanden hätte auflaufen lassen wollen. Eher, dass wenn es versucht hätte, da ein Fernsehteam zu stoppen (wie eigentlich?), seinerseits aufgelaufen wäre. Vielleicht sogar mit größerem Schaden für das kuz als dem Schaden, der jetzt auf diesem Weg entstanden ist.

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mir kann das ja

wurscht sein, ob die drehen oder nicht.
aber dem autor war es nicht wurscht und dem verlag auch nicht. warum also hätten wir jemanden auflaufen lassen sollen?
warum hätte der verlag dem team die genehmigung zusagen sollen und uns dann sagen, daß wir sie ihm nicht ausstellen dürfen?
das macht alles recht wenig sinn. tut mir leid.

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Meine Einschätztung...

Der neugewählte ASTA versuchte, mit geringstem Kostenaufwand und größtmöglicher Öffentlichkeit, sich als politisch aktiv im Amt vorzustellen. Sicher hat Kunkels Buch zuvor den Blätterwald "etwas" aus der gesamtdeutschen Literaturlethargie gerissen - daher bot sich die Lesung zur Schaffung eines nachgelagerten Pseudoereignisses bestens an.
Mein Tipp: Wegstecken, durchhalten - und Gruppe D.I.S.S.I.D.E.N.T. ins Stupa wählen ;)
Btw: Ich kann mich noch gut daran erinnern, als MaxGoldt hier in Marburg las und einem mir gut bekannten Mitveranstalter hernach von den Feministinnen des ASTA die Hölle heiß gemacht wurde. So ist die Kunst und die Literatur: die einen kennen sie, die anderen lieben sie (oder hassen sie). Fraglich bleibt daher weniger, welche Attitude wissenschaftlich ist...

Nachtrag: Interessant ist natürlich auch die PR-Strategie des Autor-Verleger-Gespanns :) Künstliche Verknappung der Bilder schafft natürlich Nachfrage. Zudem bekommt die Presse und die Öffentlichkeit etwas geliefert, nämlich kontrahierende Meinungen. Letztlich wollen Thor und der Eichborn-Verlag das Buch unters Volk bringen. Da ist die alte Presseregel "Only bad news are good news" bestens geeignet, um Öffentlichkeit herzustellen. Komisch nur, dass dEr ASTA sich da so instrumentalisieren lässt, fördern sie doch damit indirekt die Publicity des Buch durch diesen Nebenkrieg mit dem KUZ... Btw: ich habe das Buch (noch) nicht gelesen, daher auch keine Texthermeneutik, allenfalls eben die ökonomische Betrachtung der Marketingstrategie!

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Ich denke, für Dissidenz braucht es keine weitere Gruppe...

In einem 21er Parlament 8 Fraktionen (drei davon genau 1 Sitz "stark", wovon aber gleich zwei aber in der AStA-Koalition sitzen) zu haben ist eigentlich so schon anstrengend genug.

Da braucht es nicht auch noch einen Ableger einer Marburger 160-Stimmen-Gruppe.

[Die würde hier übrigens mit dieser Stimmenzahl schlicht scheitern, da hier in FFM i.d.R. > 300 Stimmen für ein Mandat nötig sind.]

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Btw: Ich kann mich noch gut daran erinnern, als MaxGoldt hier in Marburg las und einem mir gut bekannten Mitveranstalter hernach von den Feministinnen des ASTA die Hölle heiß gemacht wurde.

Entschuldigung ... WAS?? Max Goldt? Frauenfeindlich?? Also das muß man mir erst mal erklären.
Abgesehen davon, daß ich selbst auch ab&an zu Frauenfeindlichkeit tendiere, wenn sich meine Geschlechtsgenossinnen wieder mal gar zu zimperlich anstellen.

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... ist sicher, dass nicht Wiglaf Droste gemeint ist?

Bei Max Goldt müsste ich nämlich auch in Sachen "Frauenfeindlichkeit" passen - aber bei Wiglaf Droste erinnere ich mich recht gut, dass dem mal eine Art "Anti-Fanclub" hinterher war...

Addendum: Schau an, es ist WIRKLICH Goldt gemeint!

Hurra: Sexismus-Pokal jetzt bei Max Goldt!
Von Wiglaf Droste.

Und nochmals Asche auf mein Haupt!

Artikel aus der jungle world über Marburg

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Etwas verspätet...

aber irgendwie passt dazu ein Sketch aus "Ladykracher" ("Comedy"-Format bei SAT1 mit Anke Engelke):

[Anke im ich-bin-voll-betroffen-Tonfall] "Also mein Freund meinte neulich, dass die Begriffe Fascho und Nazi in der linken Szene irgendwie inflationär verwendet werden... Die Bemerkung fand ich ja sowas von fascho, dass ich mit ihm Schluss gemacht habe."

Marc

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