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In Berlin war Modewoche und zeitgleich die Bread&Butter-Modemesse. Zweitere ist aus Barcelona wieder an die Spree zurückgekehrt, was natürlich zum einschlägigen Wirsindwiederwer-Gejubel führen mußte, was hier im tiefen Westen immer noch keine alte Sau interessiert. Mailand ist von hier aus nur 90 Kilometer weiter weg als die kalte Stadt im Nordosten, die legt man gerne drauf und hat dann was Anständiges.

Aber was gab es denn nun zu sehen in Berlin? Man hört ja so viel über die Promis, die sich die Ehre gaben, die scheinen auch wichtiger zu sein als das, weshalb sie überhaupt gekommen sind. Auch ist die Meinung von Modekritikerin Suzy Menkes offenbar wichtiger als die Meinung der hiesigen Modekritiker, vermutlich mangels selbiger. Also schaut man sich als kritische Öffentlichkeit die Fotos an und denkt sich selber was dazu, wenn der Qualitätsjournalismus das nicht zustande bringt.

Und denkt, ja, die Dekonstruktion ist endgültig im Mainstream angekommen. Es flattert und hängt, es beult und steht ab, franst und ist schief, daß es nur so eine Freude ist. Für die Designer, für die Träger eher nicht so.

(Lala Berlin, Je suis Belle)

Sowas sieht an Kleiderständern vielleicht ganz gut aus, nicht aber an lebenden Menschen, die über Körper verfügen. Sowas geht als Experiment, dafür gibt es Kunsthochschulen, sowas geht theoretisch als Auseinandersetzung mit dem Material Stoff. Aber man sollte doch irgendwann mal aus diesem Stadium herauskommen, wenn man als Marke erwachsen werden will, denkt man. Mir drängt sich der Eindruck auf, daß da vieles einfach irgendwie zusammengeschnitten wird, weil unter dem Label Streetwear sowieso erstmal alles geht.

Aber das grundlegende Problem ist: Das ist ja nichtmal wirklich interessant. Das ist doch eigentlich so konventionell wie nur was, das überrascht keine halbe Sekunde lang. Das ist nicht wirklich ein Wagnis, sondern Kleider für Leute, die irgendwie was anderes wollen, aber bitte dabei nicht allzusehr auffallen. Das ist Kreativmainstream. Hach, der Reißverschluß ist schräg! Ja, ganz toll. Ist auch vorher noch keiner drauf gekommen. Wer wirklich das ganz Andere sucht, trägt sowas:

(Black Coffee and Ramirez, Starstyling)

Das Blöde bei künstlerischen Experimenten ist, daß niemand hinterher sagt, ob es schiefgegangen ist oder nicht. Das Experiment ist ein Wert an sich, dem es gefälligst zu huldigen gilt. Dabei riskiert man ja eigentlich nichts, weil es eben nie schiefgeht, und wenn, wird das totgeschwiegen und alle sagen, hach, wie mutig.

Und dann gibt es noch das genaue Gegenteil, nämlich Mode, die sehr tragbar ist, und zwar von Leuten, die sie auch kaufen können, weil sie genug Geld haben. Fußballergattinnen, russische Oligarchengattinnen. Man muß ja in der Krise sehen, wo man bleibt. Leider bleibt dann jeglicher Stil und guter Geschmack auf der Strecke. Oder ist das etwa ironisch gemeint?

(Kaviar Gauche, Guido Maria Kretschmer)

Der grobe Rest: geschätzte 3 Millionen Satinblüschen, ganz nette Sommerkleidchen und enge Hosen bis zum Abwinken. Auch auffällig: Die Abwesenheit von Accessoires. Es geht hier offenbar nicht um Styling oder um eine Vorstellung von Identität, sondern um das Kleid als Work of Art, das man am liebsten vor einer weißen Galeriewand mit Schildchen daneben präsentiert sehen möchte. Aber ohne Kunstkritik, alle sollen jubeln.

Trends? Ja: Schief und glänzend. Also so ungefähr das, was man nie tragen sollte, weil es immer schlecht aussieht, nämlich nach verrutschtem Pyjama. Aber komm mal einer der Avantgarde mit solchen Argumenten, geht nicht, ist ja Kunst.

Und auf diesem Kunstkissen ruht sich die Modewoche noch allzusehr aus, kommt sich aber wahnsinnig wegweisend dabei vor. Leider geht es dabei sehr viel um Eitelkeit und sehr wenig darum, wie Kleider Körper kleiden. Um Körper, um die Vorstellung des Menschen als angezogenes Wesen geht es nur selten. Es geht um eine Vorstellung von Avantgarde, die, wenn man Glück hat, auch jemand kauft und anzieht, aber das ist eher nebensächlich.

Habe ich vielleicht trotzdem etwas gefunden, was ich tragen würde? Aber ja doch.

Das tut mir jetzt ein bißchen leid für die vielen Jungdesigner, aber wenn ich mir was aussuchen dürfte, dann nehm ich diese beiden von Wunderkind.

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In Mantua gibt es schöne Kleider und Frauen mit mehr als nur einem Haufen spitzer Knochen.

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...kein Mensch braucht Frauen mit spitzen Knochen.
So etwas ist niemals gut für die Nerven....

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Sprichwort:

Punk macht dicken Arsch.

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Mantua ist noch ein bißchen weiter weg, mir persönlich aber auch ungefähr zehnmal lieber. (Besonders dieser eine Laden da in der Seitengasse.)

Wobei solche Avantgardebefürworter halt immer ein Problem mit "schön" haben, weil es ja immer gleich sonstwas ausdrücken soll und am besten überhaupt aus alten LKW-Planen. Naja, jedem das seine. Mir dann lieber das, was paßt und was aussieht, die Mitmenschheit muß meinen Anblick ja ertragen und ich das Ganze mit Würde.

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Und ich habe nichtmal was über die große Escada-Retrospektive gesagt!

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Mit dem schwarzweißen Kleid von Wunderkind (oder dem ersten im vorhergehenden Beitrag gezeigten Kleid von Goyagoya) wäre frau für den Besuch dieser Ausstelllung bestens angetan gewesen, nämlich auffällig unauffällig... ;-)

Danke für die erfrischende Be- und Aburteilung der modischen Avantgarde!

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Ah, konkrete Kunst. Die beginne ich langsam zu vermissen, nach all der figurativen Malerei die letzten Jahre.
(Und dadrin möchte man ja eigentlich ein Modeshooting machen. Mit genau solchen Kleidern.)

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Ja, die Konkrete Kunst... Eine Offenbarung in dieser Hinsicht war jene Ausstellung in Würzburg, eine rechte Enttäuschung hingegen neulich der Besuch im »Museum für Konkrete Kunst« in Ingolstadt. Immerhin erlebten wir dort den (durchaus ungeplanten) Zusammenbruch eines Ulmer Hockers unter dem Gewicht eines arglosen Gastes, der sich dann auch noch den Hinterkopf an der Kante des Büchertisches stieß. So konkrete Kunststücke will man allerdings auch nicht unbedingt sehen... ;-)

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Beth Ditto in Domino:
issuu.com

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Kreativmainstream ist langweilig, und erwachsen werden nötig. Und das ohne dabei einzuschlafen. Gerade war hier in Köln der Cologne Catwalk, mit einigen Jungdesignern, und genau das Phänomen war zu beobachten. Zuerst durften die Abschluss-Diplomanden ran, dann eine effektvolle Pause und mit Live Musik und Zipp und Zapp dann Kilian Kerner. 'Warum' hab ich mich gefragt, wird er so gefeatured, bloss weil seine Mode tragbar ist? Die Phantasie der untragbaren Modelle hat mich da mehr inspiriert. Wie man tragbares draus machen kann, erwachsen werden ohne schräge Reissverschlüsse oder Jil Sander/Armani Zitate bis zum Umfallen. ...meine Meinung.

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'einen hab ich noch'


hi,hi; kleiner Witz!wo geht's denn hier nachKönnen! , vor LACHEN!Übrigens mein Physiklehrer hatte noch den Witz auf Lager:Kunst kommt von Können und nicht von Wollen,sonst würde es Wulscht heißen! heiß, heiß, heiß...Ich wünsch Dir noch einen schönen Tag, Andrea.Bis denne,Hans  ...
[hadephy am 29.01.17 23:39]

For the (holy) sake of Fun! (or: just for Fun)


Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
[hadephy am 01.01.17 20:24]

American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


And I would conclude with some wisdom of my own, "well": 'Life isn't That complicated!'The most important goal then would be to have an appreciable agenda over the daytime!First a ball ( or what did Ms. Sanchez-Vicario say? :-) )... ...
[hadephy am 10.12.16 16:05]

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Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
[EinGedanke am 13.09.14 11:27]



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