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Ich habe ein ganz grundsätzliches Problem mit sportiver Ästhetik. Alles, was dazu da ist, vollgeschwitzt zu werden, neigt dazu, mir zu mißfallen. Das liegt daran, daß Dinge, die dazu da sind, vollgeschwitzt zu werden, meist sehr bunt und sehr unförmig sind. Und gerne auch aus Plastik, weil man da den Schweiß besser wegbekommt. Hygienisch mag es da also den ein oder anderen Vorteil geben, das Problem ist nur, daß ich mich mit so etwas buntem, unförmigem nicht sehen lassen kann. Und Sport findet ja üblicherweise zumindest halböffentlich statt.

In regelmäßigen Abständen habe ich halbherzige Versuche sportlicher Betätigung unternommen. Aus einer dieser Experimentalphasen stammen auch meine Turnschuhe. Ich weiß nicht mehr, ob das die Phase war, wo Fabiana und ich uns eingebildet hatten, regelmäßig joggen gehen zu können. Wir hatten manchmal solche Phasen, es gab da auch eine Schwimmphase. Aber aus der Zeit stammen meine Turnschuhe nicht, aus der Zeit stammt meine Schwimmbrille.

Ich hatte dann also diese Turnschuhe. Ich trage so etwas ja nicht, ich mag dieses schwammige Gehgefühl nicht, das einem alles wegpolstert, ich brauche Gefühl für die Straßenlage. Ich trage lieber Ledersohlen. Mehr als eine Korkausballung sollte nicht sein zwischen mir und dem Untergrund.

Und dann hatte ich also diese Turnschuhe, und nichts passendes dazu anzuziehen. Ich trage ja keine Jeans. Ich trage auch keine Trainingsanzüge aus den Siebziger Jahren. Kaum T-Shirts. Selten Hosen. Diese Turnschuhe waren von Anfang an ein Fremdkörper in meiner Garderobe.

Dabei waren sie nicht häßlich. Zu ihrer Zeit waren sie so mit das ansehnlichste, was sich erwerben ließ. Ich bin lange genug herumgelaufen, von Schuhladen zu Sportladen und zurück, und überall gab es dieses vage futuristische, grellweiße Zeugs, das kompliziert konstruiert und kompliziert geschnürt war. Ich war nicht der Meinung, daß meine Füße etwas derart kompliziertes benötigen, um öffentlich herumzurennen. Seit Jahrhunderten rennt die Menschheit in der Gegend herum und hat nie etwas derart kompliziertes benötigt, warum also jetzt damit anfangen?

Und überhaupt diese Farben: Weiß und grellorange, weiß und grau, weiß und weiß. Was soll das denn? Das wird doch wahnsinnig schnell schmutzig, und anständig putzen kann man das auch nicht, und dann sieht das alles noch schlimmer aus als ohnehin schon. Ich nahm die komplizierten, weißen, gummistinkenden, klobigen Dinger mit spitzen Fingern vom Regal und stellte sie ganz schnell wieder dorthin zurück. Und Schweißfüße bekommt man sicher auch.

Die roten Kängurus waren dann der Kompromiß zwischen mir und der Welt des Sports. Immerhin waren sie rot, tomatenrot. Sie waren aus Leder, nicht aus Gummi und angenehm unkompliziert. Sie hatten eine Schnürung, die nicht über fünfzig Laschen und Nebenösen führte und erinnerten in ihrer Form an Schuhe, nicht an Volonenraumschiffe.

Meine roten Kängurus waren, wie sich zeigen sollte, bald ziemlich populär. Immer mehr Firmen begannen, solche schuhähnlichen Turnschuhe zu produzieren. Bald gab es die Kängurus auch in anderen Farben. Alle trugen sie, nur ich nicht. Oder eben nur ziemlich selten. Mal auf Reisen, mal querfeldein.

Als ich nun Anfang diesen Jahres das mit dem Sport noch einmal überdenken mußte, weil mich mein Rücken ziemlich unsanft darauf hinwies, nicht noch einmal 34 unsportliche Jahre durchzustehen, besann ich mich wieder meiner roten Kängurus und trug sie ins Fitness-Studio. Dorthin schleppten wir uns dann ein paar Monate, dann trat ein, was ich schon lange erahnte: Die Kängurus lösten sich von innen her auf. Hinten an der Ferse fetzte die Fütterung, und die Innensohle war eine schwärzlich verfärbte, verzwirbelte Wurst.

Es war nichts zu machen, ich würde mich von den Kängurus trennen müssen und mich nach Ersatz umsehen. Ich befürchtete fürchterliches. Ich hatte wirklich gar keine Lust dazu, durch irgendwelche Sportläden und Schuhläden und wieder zurück zu rennen und mich mit der momentanen Sportschuhmode auseinanderzusetzen. Wer weiß, was da gerade modern ist. Man will es gar nicht wissen. Und am Ende soll man dann wieder einen Haufen Geld für einen Haufen kompliziert verschweißtes Plastik zahlen.

Doch soweit sollte es nicht kommen. Beim zufälligen Vorbeischlendern am Schaufenster der Schuhmanufaktur meines Vertrauens sah ich, daß die Turnschuhe gerade alle heruntergesetzt waren.

Sie sind zwar nicht ganz tomatenrot, aber ein bißchen, und außerdem sind sie aus Leder. Und unkompliziert. Und natürlich passen sie nicht zu meiner Garderobe, aber zu meinen Sportklamotten passen sie allemal. Ich packte also die Kängurus in eine Tüte und die Tüte in einen Altschuhcontainer und gestattete mir nur ein ganz klein wenig Sentimentalität, zu der ich angesichts verschlissener Dinge sonst sehr neige.

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hi,hi; kleiner Witz!wo geht's denn hier nachKönnen! , vor LACHEN!Übrigens mein Physiklehrer hatte noch den Witz auf Lager:Kunst kommt von Können und nicht von Wollen,sonst würde es Wulscht heißen! heiß, heiß, heiß...Ich wünsch Dir noch einen schönen Tag, Andrea.Bis denne,Hans  ...
[hadephy am 29.01.17 23:39]

For the (holy) sake of Fun! (or: just for Fun)


Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
[hadephy am 01.01.17 20:24]

American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


And I would conclude with some wisdom of my own, "well": 'Life isn't That complicated!'The most important goal then would be to have an appreciable agenda over the daytime!First a ball ( or what did Ms. Sanchez-Vicario say? :-) )... ...
[hadephy am 10.12.16 16:05]

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Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
[EinGedanke am 13.09.14 11:27]



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