IMPRESSUM                     AKTUELL                      SUCHST DU WAS?                       THEMEN                     





                                           







Entschuldigung, was für ein Zufall? Humanglobaler Zufall? Und ich dachte immer, Zeitschriften müßten kurz und prägnant heißen und möglichst international, so wie Neon oder Dummy oder so. Wie kann man eine Zeitschrift nun ausgerechnet Humanglobaler Zufall nennen?

Gut, man kann Springer sein und eine halbe Million Euro zuviel haben und einen Wettbewerb veranstalten, wo Zeitschriftenkonzepte auf einer A4-Seite eingereicht werden und das beste bekommt ein Budget und wird echt produziert. Und man kann ein Prakti sein, der für nicht mehr als eine A4-Seite Zeit hat und was einreicht und tatsächlich gewinnt und heraus kommt dann der, ja, Humanglobale Zufall. Wenn sich diese Zeitschrift etabliert, wird man sich auf eine Abkürzung wie HGZ einigen müssen.

Vom Format her sieht das Ganze etwa so aus wie Der Freund, das letzte Springersche Prestigeprojekt. Nur bunter und mit Werbung, aber dafür hat HGZ ein Lesebändchen. Mich kann man mit Lesebändchen ja sofort ködern. Das Lesebändchen wird hier allerding nicht Lesebändchen, sondern roter Faden genannt, das ist also fast schon Konzeptkunst, auf jeden Fall aber schwer konzeptuell das alles. (Liest man das Feuilleton seines Vertrauens, erfährt man auch, daß allein das Einkleben der Lesebändchen per Hand unglaubliche 10 000 Euro gekostet hat.)

Denn der Titel, der sagt, worum es geht: Man fängt bei jemandem an und macht eine Geschichte über den, also, sagen wir mal, ein deutscher Entwicklungshelfer in Ecuador. Der nennt dann einen Freund irgendwo auf der anderen Seite des Globus und man macht eine Geschichte über den und so weiter und hofft, nicht in der Sackgasse einer total langweiligen Existenz ohne Freunde zu landen. Aber gut, bis dahin schon mal nicht schlecht. Es kann ja ziemlich interessant sein, sich nicht von redaktioneller Auswahl leiten zu lassen sondern eben wirklich vom Zufall, sich zu beschränken auf das, was man vorfindet aufgrund der Regeln, die man sich selbst auferlegt hat.

Sechs Reportagen und 200 Fotos enthält das Heft. Was dem Freund die Askese, ist dem HGZ die Bilderflut, und die schwallt auch manchmal über den Text drüber. Mehrseitig drängt sie sich einfach mitten in den Satz. Dann muß man gucken, wo es weitergeht und hat den halben Satz noch im Kopf und blättert und blättert und denkt, Mensch, hätte man das nicht irgendwie auseinandersortieren können? Aber gut, prinzipiell habe ich dagegen nichts einzuwenden, es sind ja wenigstens gute Fotos, wenn auch mitunter etwas zu beliebig für meinen Geschmack. Ich kann da vieles nicht mehr sehen, was moderne Fotografie-Ästhetik angeht, aber vielleicht auch mein Problem.

Etwas zu beliebig sind auch die Texte. Die sind solide runtergeschrieben, aber leider nichts besonderes, alles ein bißchen arg konventionell, zu musterschülerhaft, da hat man doch schon viel, viel besseres gelesen. Die Fotografen werden auch alle groß erwähnt, mit Bild, aber die Schreiber stehen nur so verschämt namentlich unterm Text. Ja, aber so geht das doch nicht! Interessieren die sich einfach nicht dafür? Sehen die das Potential nicht?

Ein bißchen aus der Bahn werfen mich die Bits and Pieces des Magazinteils, der da vorne und hinten auf rosa Papier an die Zeitschrift drangeklatscht ist. Warum, wozu? Um sich an herkömmliche Lesegewohnheiten anzubiedern? Das Heft wäre viel schöner und konsequenter, wenn es nur aus den sechs großen Reportagen bestünde. Denn die werfen ohnehin genug Kleinkram und Seitengeschichtchen ab, die nicht in den Fließtext passen und daher konsequenterweise in Seitenspalten untergebracht werden.

Dann zur Optik. Das Layout hat Mirko Borsche entwickelt, der auch schon Neon und das SZ-Magazin mitentwickelt hat. Für HGZ wurde das Null-Layout von Neon ein wenig aufgestylt, so mit Linien, die Verbindungen symbolisieren sollen und Avatarbildchen von den wichtigsten Personen zwischen den beiden Textspalten, damit man sieht, wer wer ist, aber nur ganz klein. Ansonsten sind die Fotos ziemlich poppig über die Seiten geklotzt und manchmal auch gekleckert, wenn die über Eck sich noch so klein links oben reindrängen. Gut, das ist jetzt natürlich gegen die Sehgewohnheiten gebürstet, aber ich bin mir nicht sicher, wie übel das manchen Fotos mitspielt, die man dann doch gerne etwas besser, sprich: größer als vier mal vier Zentimeter, betrachtet hätte.

Vielleicht war ich aber auch nur vom Titel geblendet, der macht auf Volledel mit gestanzten Goldlettern und einem runden Guckloch durchs Schwarze auf eine bizarre Szenerie mit Kettenkarussell. Wirklich schön. Die Geschichte des Fotos erfährt man dann ganz hinten in der Rubrik "Das Ende vom Anfang". Die Geschichte der Zeitung kenne ich jetzt auch und die Geschichte der Leute darin. Jetzt üben wir das mit dem Geschichtenerzählen nochmal, bevor Heft Nummer 2 herauskommt.

... comment

 

Hmm... Nun bin ich gar auf die Inhalte gespannt.
Ich mag sperrige Titel, übrigens.

... link  

 

Ich auch. Sowas kann ich mir komischerweise auch besser merken.

... link  


... comment
 

Habe ich das richtig verstanden: der jetzige global editor hat seine Idee auf eine Anzeige hin eingereicht und die wurde genommen?! Chapeau!

... link  

 

Nicht ganz Anzeige. Das ist ein Wettbewerb der Axel-Springer-Akademie namens "Scoop", da werden Konzepte eingereicht und bewertet und der erste Preis ist eine Realisierung mit einem Budget von einer halben Million. Und das hat der Prakti gewonnen, ja. Und ist jetzt Chef da.

... link  

 

Ich will ja immer was mit Hämoglobin lesen im Titel. Vorhin habe ich drin blättern können. Für die 5 Euro nicht genug Fleisch dran.

... link  


... comment

                                        
seit 6430 Tagen sitz ich hier
letzte Bestellung: 29.01.17 23:39



Suche und finde






... antville home




'einen hab ich noch'


hi,hi; kleiner Witz!wo geht's denn hier nachKönnen! , vor LACHEN!Übrigens mein Physiklehrer hatte noch den Witz auf Lager:Kunst kommt von Können und nicht von Wollen,sonst würde es Wulscht heißen! heiß, heiß, heiß...Ich wünsch Dir noch einen schönen Tag, Andrea.Bis denne,Hans  ...
[hadephy am 29.01.17 23:39]

For the (holy) sake of Fun! (or: just for Fun)


Mir is was zur Aufheiterung eingefallen, das ich Dir nicht vorenthalten möchte.Das Wär mal angebracht (Ne: nicht der Griff zum Wegschmeißen, Außer: Rofl!, he, he)(echt Der Bringer!, respektive the Burner! on three Cookies!, he, he)(kurz gesagt:J.oke W.ith A.nnouncement!):Das fragsch Du... ...
[hadephy am 01.01.17 20:24]

American Standard wisdom: "I don't feel sorry For you"


And I would conclude with some wisdom of my own, "well": 'Life isn't That complicated!'The most important goal then would be to have an appreciable agenda over the daytime!First a ball ( or what did Ms. Sanchez-Vicario say? :-) )... ...
[hadephy am 10.12.16 16:05]

...
Schreiben ist kein Hobby, es ist die Zeit in der uns unsere Gedanken nicht zufrieden stellen können. Es ist der Moment in dem wir nach unserem Glück Ausschau halten und versuchen, den Steckbrief unserer Wünsche zu formen. Und geben wir... ...
[EinGedanke am 13.09.14 11:27]

ich war schon wieder in china


 ...
[andreaffm am 12.08.14 17:04]

Ich erzähle was über den Mekong


 ...
[andreaffm am 04.06.14 23:06]

...
Ich erzähle was über Wien. flattr.com  ...
[andreaffm am 27.04.14 13:39]

...
Ist hier : www.wrint.de  ...
[andreaffm am 07.03.14 21:53]

...
DA freu ich mich drauf! :-)  ...
[m8 am 07.03.14 21:42]

...
Ich erzähle was über Burundi.  ...
[andreaffm am 06.03.14 21:34]



Juli 2019
MoDiMiDoFrSaSo
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031
August



Made with Antville
powered by
Helma Object Publisher

ALVORADA POWERED


and made on a

RSS Feed
RSS gibts auch.