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Es geht los. Nein, doch nicht. Nein, doch. Oder: Die Leitungen aus Klagenfurt sind unterbrochen. Wir bitten um etwas Geduld. Wie jedes Jahr Phantasien über Praktikanten, die über Kabel stolpern und dabei Kaffee in die Technik schütten. Oder gewittert es wieder irgendwo? Konsequenterweise gibt es dann einen zweiten Versuch, nochmal Vorspann, nochmal begrüßt uns Frau Wannenmacher und stellt Andreas Isenschmidt vor. Deja Vu: Und täglich grüßt Frau Wannenmacher. Isenschmidt bezeichnet die Jury als munteres, vergnügtes Arbeitstier. Dann zickt wieder die Leitung, und ein nie gesehenes Testbild flackert dazwischen mit der Aufschrift Leitung derzeit nicht beschalten. Das ist bestimmt österreichisch für irgendeinen technisch eigentlich plausiblen Vorgang. Was die im Saal immer alles verpassen. Nun aber zum ersten Autor, das ist

Gregor Sander

der in Berlin lebt und das ganz toll findet. Na herzlichen Glückwunsch. Eingeladen wurde er von Frau Keller, sein Text heißt "Winterfisch" und es geht tatsächlich ganz schön viel um Fische. Es geht ansonsten um Ost-West-Geschichten, um einen Ersatzvater für den Erzähler-Sohn und daß der am Ende dann endlich um die Freundin weinen kann, die ihn verlassen hat. Das ist jetzt aber bißchen dicke.

Sulzer findet den Text sehr schön und ruhig und durch und durch ausgewogen. Jandl kommt drauf, daß er seinen Kitschverdacht gegen Petersen gestern revidieren muß, sagt aber auch was zu Sander: Ein Satz wie "sie hat wohl zuviel gefragt" könne im schweigsamen Norden schon ein Todesurteil sein. Ansonsten sei das stimmungsvoll ins Naturpanorama eingefügt. (Äh, ja. Ist das nicht ein Ausschlußkriterium?) Frau Feßmann hat ein großes Problem mit dem Text, und zwar ein handwerkliches, das sei wirklich wahnsinnig schlecht erzählt, wenn man es selbst liest. Vorgelesen gibt die Stimme des Autors aber eine gute Führung durch das Durcheinander. (Bilde ich mir das ein, oder ist Feßmann nach dem katastrophalen ersten Tag irgendwie zur Besinnung gekommen?) Frau Fleischanderl findet den Text handwerklich gut gemacht, gut aufgebaut und die Elemente gut miteinander verzahnt. Das könnte aber auch ein Nachteil sein, daß diese Erzählmaschine so gut geölt ist. (Ja, klar, das macht einen schon mißtrauisch.)

Mangold denkt jetzt lieber über den Stoff nach als über die Form, denn das Sujet sei ja toll. Aber aus den vielen Motiven sei zu wenig gemacht worden. Auch, daß im Osten alle Beziehungen abbrechen, während im Westen das Glück durchkontinuiert, sei ein Problem. Frau Keller war auch mal an der Kieler Förde in einem Boot. Herr Spinnen hält das für punktgenau gelandet zum 20. Mauerfalljubiläum, zweifelt aber, ob der Text den Schritt auf die deutsche Geschichtsebene schafft. Das habe was von einer Kalendergeschichte und zu wenig offene Stellen. Das sei nötig, wendet Keller ein, damit unsere Phantasie nicht ins Kraut schießt. Die Diskussion franst ins Politische aus, dann findet Mangold, die Natur werde hier ideologisiert. Sie haben eine sehr leidenschaftliche und spitzfindige Diskussion ausgelöst verabschiedet Clarissa den Autor und leitet über zu

Andrea Winkler

die mich mit "Aus dem Gras" ins Koma liest: Der Ton, der das Schiff ankündigte, pfiff aus einer Lokomotive aus grauer Vorzeit zu mir hin, in meinen Garten hinein, und öffnete Tor um Tor für dich, als du noch in allerweitester Ferne, weder Wolke noch Schatten warst. Nichts als ein Ton, ein Klang, ein Wirbel zwischen Zug und Schiff, für mich, wenn ich augenblicklich von der Schaukel springe und auf festem Boden zum Zaun laufe, um mit meinen Augen durch ihn hindurch einen Horizont zu malen, auf dem ein Floß auf mich zu treibt. Und so weiter, und so weiter. Wohlfühlvokabel reiht sich an Wohlfühlvokabel, endlos, das ganze bewährte Arsenal der Naturlyrik wird aufgefahren mit Gräsern und Wassertropfen und Himmel. Fürchterlich. Natürlich kann man Texte schreiben, die keine erkennbare Handlung haben, die nur mit Sprache arbeiten, aber, und das ist mein Mindeststandard: Dann müssen sie auch mit Sprache arbeiten. Dieser hier reiht nur fluffige Bildchen aneinander zu einem watteweichen, pastellfarbenen Etwas, das man in seiner hübschen Harmlosigkeit getrost in einem Zahnarztwartezimmer aufhängen könnte.

Was denken die Damen und Herren Experten? Frau Fleischanderl jubiliert: Andrea Winkler dampfe Literatur auf ihr Wesentlichstes ein, ein Subjekt geht und fühlt, das sei eine große Wohltat, eröffne Räume für das Ich, zeige aber auch, daß Literatur eine subjektive Allmachtsphantasie sei. Es sei die höchste Forderung, daß Literatur nicht Welt abbilde, sondern Welt mache. (Ich gründe eines Tages noch einen Verein gegen die Marginalisierung der Weltabbildung.)

Herr Mangold druckst, weil Clarissa ihn drannimmt, er hatte gehofft, als letzter dranzukommen, damit ihm andere erklären, was in dem Text steht. Sei ja klar, daß sich so abgebrühte Poststrukturalisten über den reinen Text freuen, den man vermutlich auch mit großen Worten umschreiben könne (kann man, hat Fleischanderl ja gerade gemacht) ohne ihm näherzukommen. Frau Feßmann hat keine handwerklichen Einwände, ist aber trotzdem nicht glücklich, weil sie keinen Sinn darin sieht, anderen bei ihren narzißtischen Allmachtsphantasien zuzuschauen. Aber sie war dankbar, daß es um eine Liebesverletzung geht, das sei ja etwas, was einen interessieren könne. (Rettungsanker Realität.) So eine Lektüre sei ja immer auch eine Nötigung, weil sie dem Autoren ermögliche, fröhlich mit Sprache zu spielen, während der Leser das dann alles entschlüsseln müsse, wie so ein Trüffelschwein der Fährte hinterhertrotte. (Ja, das ist das Dilemma der Avantgarde, daß sie der Kunst mehr bringt als dem Rezipienten. Frau Feßmann entgeht heute blöden Bemerkungen meinerseits. Vielleicht vorgestern schlimmer Hangover?)

Musikalität! wendet Fleischanderl ein, niemand rede über Musikalität! Endlich ginge es mal nicht um deutsch-deutsche Beziehungen! (Kaum haben die sich abgewöhnt, bei jeder Gelegenheit mit der Welthaltigkeit zu wedeln, schlägt es um ins Extrem. So kraß war ja nichtmal die Rakusa.) Spinnen erklärt länglich, daß er den Text als Musik durchaus verstünde, aber das ist ja nun ein Text, und der benutzt Wörter, die im Duden stehen und üblicherweise der Verständigung dienen, das ist ja semantisches Material, das historisch gewachsen ist. So ein Text dürfe sich daher nicht auf die eine oder andere Seite schlagen. Gut gelöst habe das damals Michael Lentz ("Muttersterben"), bei dem es auch um Sagbarkeit ging. Jandl findet, der Text habe eine Chance verdient. Kafka sagt, sagt Jandl, die erste Tugend des Schriftstellers sei nicht Wachheit, sondern Selbstvergessenheit, und so ein Text sei das. Er beschreibe nicht, sondern erfinde Wirklichkeit und löse das ganz bravourös. Frau Keller ist ambivalent und erzählt daher mal was über die Meditationspraxis von irgendwelchen Mönchen. Sulzer meint, wenn das musikalisch war, dann ein Schlaflied. Dieser Ton ist ganz hoch und ich bin ganz niedrig. In einer Buchhandlung würde er nach einer Seite aufhören, das sei nett und geklöppelt und selbstbezogen, gehe ihn aber nichts an. Manche Kritiker fänden das gut, das könne sicherlich auch Preise gewinnen. (Oho! Jetzt wird es aber fies.) Spinnen sagt jetzt etwas für die, die mitschreiben (also mich): Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, diese literarische Tradition würde weggebürstet. Aber genau wie sich realistische Texte bewähren müssen, müssen sich auch solche Texte bewähren. Er habe den Grad der Hermeneutik als zu hoch empfunden. Herr Mangold will nicht in die dunkle Ecke der Avantgardeverweigerer gestellt werden. Außerdem erscheine der Text hier als Repräsentant eines Genres, und alle stimmen in eine Überbaudiskussion ein, um nicht über den Text reden zu müssen.

In der Pause strenge Worte von Elmar Krekeler und Volker Hage, die ähnlich underwhelmed sind wie ich von der in diesem Jahr dargebotenen Textauswahl. Krekeler vermißt den Humor in der Jury, aber vielleicht müssen die sich noch einfahren. (Aber ob so jemand wie Keller jemals freiwilligen Humor zustandebringt, wage ich dann auch zu bezweifeln.) Es geht dann weiter mit

Katharina Born

die in Paris lebt, Tochter des Schriftstellers Nicolas Born. Ihre früheste Erinnerung: Das Haus brennt ab, und Peter Handke ist auch zufällig gerade zu Besuch. "Fifty Fifty" heißt der Text, und der ist vielleicht gar nicht so schlimm, wie diese fade blasse Person ihn fade und blaß vorliest. Dann so Sätze wie wirkte die Neunzehnjährige auf einmal weniger verschlossen. Schön, daß nebenbei die Information ihres Alters untergebracht wurde, aber geht sowas nicht eleganter? Überhaupt, Eleganz: Scheinbar soll der ganze Duktus Atemlosigkeit und Tempo suggerieren, aber er holpert leider sehr. Es geht übrigens um Schriftsteller, um deren Frauen und Töchter. Na, da kennt die Born sich ja aus, denke ich.

Sulzer fragt zu Beginn, inwieweit die Ansprüche der Geschichte erfüllt werden. Das sei ja ganz interessant, aber auch voller Merkwürdigkeiten, wie die anderthalb überfahrenen Hunde und die 19-jährige Übersetzerin, sowas gebe es einfach nicht. Jandl haben gerade die überfahrenen Hunde gut gefallen, aber er fragt sich, wie in dieser sauberen, adretten Atmosphäre überhaupt jemand schwanger werden kann. Feßmann findet die Hunde auch ok, den Text beweglich und den Unterton erotisch. Herr Jandl meint, das komme darauf an, welche Ansprüche man an erotische Komponenten stelle. Frau Keller zieht ausnahmsweise mal keine Parallelen zu irgendwas mittelalterlichem, sondern findet, die Spannung entstehe durch Aussparung. Wenn Burkhard Spinnen den Text gut liest, dann als Treatment, als Entwurf für eine Geschichte. Das seien ja viele Katastrophen auf kurzer Strecke und alle Figuren haben einen gewaltigen Hintergrund an 68er-Geschichte. Man stopfe daher unwillkürlich die Leerstellen mit zeitlichem Hintergrund und fragt sich, ob das ein Trick ist, die Geschichte auf einer Folie von Klischees zu erzählen. (Ja schwierig. Nicht ganz so eindeutig übel wie Sophie Dannenbergs Machwerk damals, aber schwierig.)

Einsatz Fleischanderl und ihre Abneigung gegen konkrete Handlung: Der Text bleibt an der Oberfläche, meint sie. Herr Mangold meint, das sei kein Trick, wenn die Autorin ihren Figuren einen zeitgenössischen Hintergrund mitgibt. Diese Gewaltgeschichte werde eben in zeitgenössischen Kontext eingeordnet. Clarissa sagt, sie spüre die Gewalt auch (wenn das hier ein Raumschiff ist, dann ist sie Counselor Deanna Troi, frühe Folgen). Frau Fleischanderl spürt garnix. Spinnen meint, die 40 Jahre auf elf Seiten seien irgendwie angewiesen auf eine Szene, die das bündelt. Frau Fleischanderl will konkret sehen, wie in 68er-Künstlerfamilien Macht ausgeübt wird. Keller findet den Hintergrund eigentlich recht dezent aufgespannt. Spinnen: Dezent ist was für Inneneinrichter. Sulzer findet die weibliche Sicht interessant, aber das sei ein Roman, der noch in Arbeit ist. Es wird noch ein bißchen über die 68er diskutiert, dann findet Paul Jandl abschließend die Sprache spießig. Den Abschluß macht

Caterina Satanik

die in einem ganz schlimmen, gefühligen Portrait mit ganz schlimmer, gefühliger PlimPlim-Musik vorgestellt wird und so ganz zart empfundene Sachen sagt, während Hände einen Tonklumpen umfassen und das Element Erde spüren. Oder so. Religionspädagogin und Psychotherapeutin ist sie auch noch. Alle Alarmglocken. Sie liest eine Verlassenheitsgeschichte, so ein Stream mal wieder in Bernhardscher Atemlosigkeit, von einer, die versucht, mit Hilfe esoterischen Blödsinns über ihre Einsamkeit wegzukommen, gar nicht ununterhaltsam. Auch hübsche Austriazismen: Es kann schon vorkommen, dass ich mich bei einem häferl entschuldige, das ich zu schroff in die abwasch stellte. Kleinschreibung, gibt Minuspunkte. Bei mir jedenfalls.

Frau Feßmann macht den Anfang und meint, ihr habe der Text gut gefallen, es sei aber nicht leicht zu sagen, warum. Da gehe eine Frau spielerisch mit ihrer Verlassenheit um. Mangold sieht Leichtigkeit und Liebenswürdigkeit, das sei nah am Plauderton, aber mit allen Gefahren, die damit verbunden sind. Erzählt werden nicht nur Notwendigkeiten, davon kann man sich bezirzen lassen und sich wiedererkennen, vielleicht auch zu leicht. Jandl: Handwerkerei ist fehlgeleitete männliche Zärtlichkeit. (Darf ich mir das auf ein Kissen sticken?) Ein sehr witziger, leichter Text und als Debüt beachtlich. (Die Autorin hat bislang noch nichts veröffentlicht. Gar nichts. Noch weniger als Passig.) Sulzer meint, diesem Mann gestern begegnet zu sein, er war sein Taxifahrer und redete pausenlos in sein Händi. Mit dieser Rollenprosa sei jedenfalls endlich eingelöst, was in den vergangenen Diskussionen lange vermißt worden sei. Seine Begeisterung sei jedenfalls ungeteilt. Frau Keller freut sich, daß sie das österreichische Idiom mit seinen Häferln und Leiberln endlich mal putzig finden kann, weil sonst ja immer alle nur die Schweizer putzig finden. Sie würde die Figur aber gern vor ihrer eigenen Schlichtheit schützen. Sulzer freut sich, daß es endlich mal nicht um deutsch-deutsche Geschichte geht. Fleischanderl ist das Umgangssprachliche zu echt und zu wenig künstlich. Frau Feßmann meint, die Figur sei nicht dümmlich, sondern gespielte Naivität ihr einziger Ausweg. Jandl: Sie sagt so wunderbar philosophische Sätze. Mangold: Aber hochkomplex ist sie auch nicht. Spinnen klärt auf, wenn sich avantgardistische Texte die Sprache zu Eigen machen dürfen, dann darf auch dieser Text aus der Alltagssprache Kapital schlagen. Diese Figur ringe um Naivität, damit ihr nicht das Herz gebrochen werde. Teilweise sei das etwas bemüht sorgfältig, er habe eine sehr große Verletzung gefühlt, die nicht instrumentiert oder inszeniert ist und hat sich (Achtung! Reizwort des letzten Bachmannjahres!) in den Text verknallt. Fleischanderl grantelt wieder an der Spache rum, die eine eins-zu-eins-Reproduktion österreichischen Sprechens sei (so what?). Mangold weist zurecht: Wer Leichtigkeit lobe, könne nicht im nächsten Satz mit Pathosformeln kommen, und Jandl gibt ihm recht.

Frau Stadler moderiert ab, Herr Jandl habe seine verständnisvolle Seite entdeckt, und ich bin und froh, daß Pause ist bis morgen früh.

Darf ich ein paar Wünsche äußern? Erstens: Die drei Lesetage so beibehalten. Nicht wieder straffen. Zweitens: Die Jury um ein paar wortgewandtere Personen erweitern, den Verlust von Sulzer und Keller würde sicher keiner betrauern. Kann ich Nüchtern und Strigl wiederhaben? Oder wenigstens André Vladimir Heiz? Oder Ursula März? Drittens: Clarissa muß gehen. Ernst A. Gradits soll wiederkommen.

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"Wenn man dem Text eines nicht vorwerfen kann,
ist es handwerkliche Perfektion." - Oberstudienrätin Feßmann geht
schon wieder auf die Fleischanderl los und Pfarrerin Keller bewirbt
sich um das Wort zum Sonntag.

"Ich hätte mir ja gewünscht als Letzter zu sprechen, damit mir
die Kollegen erklären können, worum es geht." Danke, Herr Mangold.

Ich kämpfe echt gegen den Schlaf. Bloody hell, jetzt referiert der Spinnen
schon wieder über Musik.

So eine kleine technische Störung wär' jetzt nicht so wild...

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Bin ich froh, daß jetzt eine Pause ist. Diese Winkler hat mich ins Koma gelesen. Und ich bin froh über die Bemerkungen, die Mangold zum Schluß gemacht hat, daß hier nicht ein Text gelobt wird, sondern ein Genre. Dacht ich auch dauernd. Überhaupt bin ich dieses Jahr erstaunlich oft froh über Mangold.

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Jetzt kommt ja Mangolds Platzierung. Nach der Winkler nehm' ich alles. Immerhin scheint Frau Born sowas wie eine Geschichte erzählen zu wollen. Yeah, Handlung!

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wirkte die Neunzehnjährige auf einmal weniger verschlossen. Oje. Er, der wie du weißt, dein Vater ist …

Und Nazicontent.

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Obwohl: Der Landrat, der früh zu einem Termin nach Frankfurt aufbrechen mußte, hatte beim Zurücksetzen mit seinem Opel den Hund überfahren.

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Ich bin nicht mehr wählerisch, da kann jetzt rumvögeln wer will, auch Halbgeschwister. Das mit dem Hund gibt definitiv Punkte.
Natürlich gehört in den Text ein Nazi rein, wenn schon die DDR außen vorbleiben muss. Aber was jetzt mit dem Gertrud los ist, das hab' ich verpaßt. Fr. Feßmann wird's mir aber sicher erklären.

Wer aus der Runde wird dem Text wohl aufgesetzten Realismus vorwerfen?

Edit: Ha, noch eine Schwangerschaft rangeholzt, damit wären dann alle Klischees beisammen. Glückwunsch!

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In den Bergen ist das Wetter mal wieder abscheulich, fast so abscheulich wie die Klagenfurter Literatur. Wir hoffen allerdings auf eine Synergie durch Murenabgang über Klagenfurt, das von da an den Ehrennamen "Jubelfurt" tragen darf.

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Jandl: "Die überfahrenen Hunde sind noch das Beste an dem Text." Nicht nur an dem Text. Der hat aber wenigstens welche.

@Don Alphonso: Bei dem Wetter im Süden gibt's wenigstens eine berechtigte Hoffnung auf Sonnenschein. Es ist halt wie ein Unfall, man fährt langsam vorbei und kann nicht wegsehen.

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Bei Satanik wieder Hunde. Aber die helfen auch nichts mehr. Schlammlawine ab!

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"Auch der Hund war uns so nahe, dass er fespannt wartete, wenn einer von uns aufs Klo ging."

Und die Frau kommt nichtmal aus Berlin, wie gefühlte Dreiviertel vom Rest.

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Aber tolle Austriazismen: Es kann schon vorkommen, dass ich mich bei einem häferl entschuldige, das ich zu schroff in die abwasch stellte.

Ich denk, wir sollten mit den Vernichtungswünschen warten, bis die alle wieder zu Hause sind. Dann Schlammlawine auf Berlin. Gleich zwei Probleme gelöst.

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Schlammlawine auf Berlin wird schwierig, das läuft ja immer umgekehrt.
Was macht eigtl. der Klimawandel? Bzw. wieviel Tonnen Öl auf
die ca. 40 Höhenmeter Berlins brauchen wir noch?

Bei den Austriazismen ist Pfarrerin Keller ja ganz bei dir, so als Schweizerin.
Rettet aber auch nicht.

Müßen die eigtl. einen Sieger ermitteln? Angemessen wäre ja eine Auszahlung an das tapfere Auditorium.

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Randbemerkungen
Erstens:Lieber eriktheodor, es berteitet mir eine irrsinnige Freude, zu welch (kritischen) Dialog-Ulk Sie beitragen hier. Ich hoffe, Sie werden auch in den kommenden Jahren Andreas Protokolle zum BWL (=BachmannWettLesen) versüßen.

Zweitens: Aufgrund meines wiederholten Genörgels hat Frau Diener nun auch die Überschriften ihrer Einträge als Link gestaltet. Nun muss man nicht mehr (manchmal) seitenlang runterschubbern, bis man die Link-URL zu einem einzelnen Eintrag bekommt. — Ich dank mir jetzt einfach mal selber stellvertretend.

Drittens: Früher, vor etwa ein, zwei Jahrhunderten, habe ich auch mit großer Begeisterung das BWL geguckt. Die letzten Jahre musste ich dauernd arbeiten und konnte nicht gucken. Hab aufgrund der verschiedenen Protokolle gedacht, soooo schlimm wie geschildert könne es nicht sein. — Nun stromer ich um Andrea, guck immer wieder mal für zehn Minuten mit, fass es nicht, geh ins Nebenzimmer Zombies ballern, lausche den Sprechblasen aus dem Nebenraum, geh rüber, vergewissere mich, fass es immer noch nicht.

Das ist ja mittlerweile ein schlimmes Schaulaufen der allerlangweiligsten HochLit Prätorianer, was man sich vorstellen kann. Und nicht vergessen: ›Hochliteratur‹ oder ›E-Literatur‹ oder ›engagierte Literatur‹ sind auch auch nur Vermarktungs-Genre-Ettiketchen. — Ach, wie sehr wünsche ich mir, dass noch ein ordentlicher Äktschntext kommt. Muss ja nicht gleich sowas apokalytisch Witziges wie der Text von Herrn Licht aus dem letzten oder vorletzten Jahr sein. Was richtig drastisch Durchgeknallt-Peinliches würde mir ja schon reichen. Bisher aber Fehlanzeige: auf weiter Flur nur entknochenmarktes Gestochere in prosaischer Besinnungseierei.

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@ eriktheodor: Ich fürchte ja, die nehmen den Arzt aus Zürich.

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Jetzt, wo Jandl seinen Kitschverdacht zurückgenommen hat, garantiert. Satanik kriegt auch was. Und Sander. Vielleicht kriegt Krampitz nen Publikumspreis.

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einen title für molosovsky
@molosovsky
Naja, Lob und Dank reichen wir mal besser gleich an die Hausherrin
weiter, da ist's besser aufgehoben.

Anonsten: Stimmt ja, Wendehals Jandl hat einen Abstecher nach Canossa gemacht. Die Goldene Himbeere darf sich aber schonmal die Winkler mitnehmen.
Grundgütiger, erchütternd ist ja, das Krampitz den Publikumspreis sogar verdient hätte. Der oder der Schäfer, mal in Relation betrachtet. Und aus Mitleid. Besonders aus Mitleid. Von Gerechtigkeit brauchen wir wohl nicht zu reden, die fänge ja erst bei nuklearem Erstschlag oder besagter Lawine an.

Der Arzt war Petersen? Tschja, Sterbehilfe als Gewinner liegt ja jetzt so fern nicht.


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Ja, Petersen ist der Arzt. Sehen Sie sich doch noch das grauenvolle Selbstdarstellungsvideo an, wenn Sie umfassend mitlästern wollen :-)

Dem Sander habe ich übrigens sehr gerne zugehört. Hella findet ihn auch angenehm unprätentiös.

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Himmel, das Portrait habe ich bei all dem Technikkampf gestern verpaßt. Das ist ja von ganz besonderer Güte. Und wie er dann noch in sein doofes Angeber-Cabrio steigt. Und natürlich hat er ein MacBook Air.

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@Irene: Ich bitte untertänigst um Verzeihung, das Portrait habe
ich erfolgreich verpaßt, dafür aber Seine Medizinheit im
Pauseninterview ertragen. Elendslustig wie ich bin, hab' ich's nachgeholt und bei allen Göttern, der Mensch ist nicht nur ärgerlich, der ist gefährlich:

"... das Maß an Grenzerfahrung, das man als Arzt erfährt..."

"... braucht ein geistiges Refugium..." - im Saab Cabrio mit MacBook Air. Aber die Innenreichtung seines Unterschlupfs war nicht zu beanstanden. Wer das wohl eingerichtet hat?

Und er weiß auch zu berichten, dass die Medizin die Kreativität unterdrückt und daher mehr externe Struktur des Schreibens in der Medizin Platz finden solle.

Hossa, welch Glück, dass er in der Schweiz praktiziert.

Sander war halt weniger ärgerlich aber auch nix, was den Sprung von der Teppichkante rechtfertigen würde.

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Aarghh...
(Soll keiner sagen, ich könnte mich nicht kurz und knapp äußern...)

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Klagenfurt 2009 oder die Tage, da ich zum Freund des Analphabetismus wurde. Früher, also vor 3 Jahrtausenden, wurde wenigstens noch was erzählt.

Ansonsten kam die Mur bei mir zwischen Rottach und Kreuth runter. Nicht schlecht für den Anfang, aber da geht noch was in Kärnten.

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Na, in Rottach trifft es auch nicht unbedingt die Falschen.

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Winkler-Schreiberei
Winklers Poesie weist Züge auf, welche auch durch renommierte Kritiker nicht aus den Bahnen geworfen werden können. Ihre Prosatexte gleichen unsinkbaren Schiffen, welche als U-Boote am Meeresgrund darauf warten von Forschern entdeckt zu werden.

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Sehr geehrter Straight Chris, im Gegensatz zu Ihnen erlaube ich mir zwischen meinen Behauptungen noch das ein oder andere Argument. Das erleichtert die Verständigung ungemein. Einfach nur so dahermeinen erweist sich meist als eher fruchtlos.

Sicherlich ist noch keine Prosa oder Poesie durch Kritiker aus irgendwelchen Bahnen geworfen worden, auch nicht durch noch so renommierte. Meist erledigt sich das Problem ja von selbst. Ich hoffe dennoch, Frau Winklers poetische Züge gehen nie so fehl wie die, die Sie hier in zwei Sätzen glorios entgleisen lassen. Eine derartige Verkehrsmittelwirrnis muß man auch erstmal hinbekommen.

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Liebe andreaffm! Ich fürchte Sie haben meinen feinen Humor nicht verstanden. Mein Kommentar nimmt direkt Bezug auf Andrea Winklers Text "Aus dem Gras"
Das Schiff, der Zug, der Bahnhof, das Meer, ...

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Oha! Vielleicht ist's zu spät und das Hirn schon abgeschaltet. Jetzt, wo Sie mich drauf hinweisen, seh ich es auch, das Ironie-Hinweisschild.

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seit 2982 Tagen sitz ich hier
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Avantgarde: Danke für den Link zum BR-Artikel, nur dort konnte es passieren, dass Christian Kracht als Provokations-Prolet bezeichnet wird. Das Gegrantl gegen Axtolmkill geht aber in Ordnung und kommt präzise zum Schluß: "Jeder Satz Hegemanns ist produziert und abgeschrieben –... ...
[eriktheodor am 2010.02.09, 22:43]

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Heinz Buttke, das wird ja immer schöner. Danke für den Hinweis. Ich auch, Simon, ich auch. ...
[andreaffm am 2010.02.09, 21:25]

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Nach alledem habe ich Schwierigkeiten, weitergehende Spekulationen aus meinem Kopf wieder zu verbannen ... ...
[simons am 2010.02.09, 19:10]

Beim Film scheint es ja ähnlich zu sein.
Schaut man sich bei youtube den kürzeren der beiden Trailer zu Hegemanns Film an, so wird dort der recht bekannte (über 2 Mio. Klicks) Viralspot mit der jungen Dame, die angeblich nur noch ihre Muschi zum Streicheln hat und deshalb... ...
[Heinz Buttke am 2010.02.09, 18:09]

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Die SZ sieht's auch locker: Und sollten Sie auch demnächst Ihre Blogeinträge in der großen Weltliteratur wiederfinden, trösten Sie sich mit folgendem Zitat des selten erreichten Theodor Fontane: "Über Plagiate sollte man sich nicht ärgern. Sie sind wahrscheinlich die aufrichtigsten aller... ...
[Avantgarde2010 am 2010.02.09, 18:00]



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