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andreaffm, Fr, 26.Juni.2009, 11:13 Guten Morgen zum zweiten Tag des Klagenfurter Wettlesens. Clarissa Stadler hat sich immer noch nicht über den Papieresser von gestern beruhigt: Wer in die Kulturschlagzeilen kommen will, muß sich anstrengen. Michael Jackson ist verstorben. Gestern habe ich noch bis spät geschrieben, um den Donnerstag abzutragen, man geht ja nicht gern mit Altlasten in den jungen Morgen. So beginnen wir heute mit frischem Kaffee und den Teekuchenresten von gestern den Freitag mit
Linda Stift einer österreichischen Autorin und Feuilletonistin (wie kann man sich nur so nennen und warum? Um zu zeigen, daß man was besseres als ein popeliger Journalist ist?) auf Einladung von Frau Fleischanderl und mit einem Text, der "Die Welt der schönen Dinge" heißt. Es geht darin um Flüchtlingsschmuggel, ein breiiges Wir erzählt aus der Innenwelt des Schlepper-Transporters. Da will aber eine voll relevant sein, drängt sich mir auf, das ist alles auf so eine ungute Weise engagiert. Ijoma Manold meldet sich auch gleich und gibt kund, er finde den Text sehr ärgerlich und unlauter und fühle sich politmoralisch unter Druck gesetzt. Auch stehe das unbestimmte wir im Gegensatz zu der sehr konkreten, geradezu kreatürlichen Gegenwartshandlung. Das Thema sei toll, aber in dieser Form müsse er es ästhetisch zurückweisen. Jandl wendet ein, das wir sei ja gerade das, was den Text ausmache, das sei ja schließlich eine Parabel. Frau Feßmann findet den Text sehr ehrenwert, aber die Autorin setze zu sehr darauf, daß das funktioniert. Man dürfe das Thema nicht so unpräzise behandeln, vor allem sprachlich: Da seien viele unpassende Poetisierungen drin. Frau Fleischanderl verteidigt ihre Autorin, sie schätze deren Fähigkeit, Alltägliches auf eine andere Ebene zu heben (ja – aber auf welche?) und gerade im Nicht-Realismus liege der große Verdienst. Das Wir habe etwas Erhabenes und Chorales. Feßmann bemängelt die Aneignung durch die Autorin, Stadler mischt sich ein: Das sei doch keine Reportage. Spinnen wirft einen Rettungsring zu, das sei hier eine Art universal refugee, eine allegorische Figur, die alle Flüchtlingsschicksale in sich vereint. Das sei ja ehrenwert, aber er muß Mangold leider recht geben. Frau Keller lobt die mutige thematische Entscheidung und kennt das wir als vergemeintschaftlichendes Element aus der, was sonst: mittelalterlichen Literatur (die Frau ist doch nicht echt, das ist eine ganz perfide Satire, das ist doch wieder so ein U-Boot von der Titanic). Frau Fleischanderl echauffiert sich ein bißchen, man könne hier nicht die Kriterien eines realistischen Textes anlegen. Sulzer hatte zuerst die Theorie, daß das Europäer sind, die nach der Wirtschaftkrise irgendwohin gebracht werden, weil die ja reden wie Europäer. Frau Feßmann meint, zumindest die Autorin müsse wissen, wovon sie spricht, auch wenn sie den Leser im Unklaren läßt. Jandl sieht Ironien, wo Sulzer nur Inkonsistenz sieht. Spinnen: Eine Parabel braucht Kübel. Kann das mal jemand aufschreiben? (Done.) Ralf Bönt sieht Schreiben als Gegenmodell zur Wissenschaft und liest den Beginn einer Novelle: "Der Fotoeffekt". Bönt ist Physiker und drum geht es auch in seinem Text, um Physik und um Nicolas Faraday und die Hertzens. Ich hab ja schon Daths Dirac eher minderbegeistert gelesen, ich finde diese biographischen Nacherzählungen vom Leben großer Geister schnell ein bißchen langweilig und ziehe jedes Rowohlt-Monographiebändchen vor. Frau Keller ordnet ein, ein Kamikaze der Wissenschaft des 19. Jahrhunderts sei das, Herr Jandl ist von einem Drehschwindel erfaßt und Frau Fleischanderl meint, die Sprache operiere mit falschen Behauptungen. Die Sätze glänzten an der Oberfläche, halten aber näherer Prüfung nicht stand. Frau Feßmann möchte Ordnung schaffen und erklärt uns den Text: Der Drehschwindel resultiere aus der Quecksilbervergiftung des Protagonisten. Hach, Vergiftung, sowas finde ich ja spannend. Und außerdem sei der Text aus der Sicht eines Phonons erzählt, das sei ein Teilchen, das hin- und herspringen kann. Mensch, Frau Feßmann, wenigstens eine hat hier den Text gelesen. Herr Mangold wundert sich, daß er den Text nicht gegen den Vorwurf verteidigen muß, er sei zu Kehlmannesk. Er findet ihn auch sprachlich ok. Es gibt dann eine kurze Debatte darüber, daß das irgendwie zu weit hergeholt sei, daß Pferde suggestibler sind als Menschen, es wird jedoch klargestellt, daß das ein Einstein-Zitat ist. Ach, na dann! Dann ist das natürlich nicht angreifbar. Spinnen spricht das Problem der Geschichte als Geschichte an, die Leser für oder gegen den Text einnehme. Herr Sulzer weiß nicht, was ein Phonon ist und hat vergeblich gegoogelt (na immerhin hat er mal gegoogelt) aber das sei alles so elegant geschrieben, der könne ihm eh alles erzählen und Sulzer lasse sich verführen. Der Autor erlöst daraufhin die ratlose und sichtlich überforderte Jury und erklärt, das Phonon sei ein Schallteilchen. Spinnen: Ich hab schon befürchtet, du hast Gott als Erzähler. Bönt: Das wird in diesem Leben nicht mehr passieren. Spinnen: Is auch ne Falle. Jandl findet die Sprache aufgebrezelt, Fleischanderl will sich nicht verführen lassen und Mangold weiß, wenn das schwache Sprache sein soll, nicht, was er sonst so liest. Und weil ich das auch nicht weiß, gehe ich nun zum nächsten Kandidaten über. Karl-Gustav Ruch stammt aus der Schweiz und wohnt in Barcelona. Das findet er offenbar ganz, ganz toll, auch daß die Leute dort Spanisch sprechen und er auch Spanisch sprechen kann. Deshalb lebt er zwischen Spanisch und Schweizerisch und zwischen Sprache und Musik, und damit ist eigentlich auch schon alles über ihn und seinen Text gesagt. One Trick Pony nennt man sowas wohl. Es geht in dem Text die ganze Zeit um Geräusche, und dabei ist die Ausgangssituation eigentlich recht hübsch: Ein Mieter sitzt hinter einer Wand, hinter einer Brandmauer, um genau zu sein und horcht und bekommt ganz schön viel mit vom Leben seiner Mitmieter. Nun sind Brandmauern ja eigentlich sehr dick und alles andere als hellhörig, aber vielleicht, auch das eine Möglichkeit, bildet der sich das eh alles nur ein in seiner Einsamkeit. Dabei versucht der Text die ganze Zeit, soviele Begriffe wie möglich zusammenzusammeln, mit denen man Geräusche beschreiben kann, und das ist nun ganz schön eitel: Guckt mal, was ich für tolle Geräuschewörter ich finden kann! brüllt es aus jeder Zeile und will bewundert werden. Nix da, eitler Text, für dich hab ich nur ein müdes Lächeln der Verachtung übrig. Danke für diesen Text, der wie ein Konzert klingt! sagt Clarissa Stadler, damit sie auch mal was sagen kann. Ich wünschte, sie würde nicht immer soviel sagen wollen. Sulzer hat das so noch nicht gelesen, der spanische Lebensstil ist fröhlich und etwas (etwas?!) folkloristisch dargestellt, aber am Ende gehe etwas die Luft raus aus der ewigen Möglichkeitsform. Das sei amüsant, er aber nicht endgültig überzeugt. Herr Spinnen wartet mit einer sachdienlichen Mitteilung auf: Der Text ist abgeschlossen. Aber diese Bedrohlichkeit des Alltäglichen, das machten ja zwei von drei Tatort-Krimis. (Sonderlich bedrohlich fand ich den Text nicht. Hab ich was verpaßt?) Das sei zu 80 Prozent spanischer Spitzweg, 10 Prozent Übergangsphase, dann Explosion in Fremdenfurcht und Bedrohung. Für eine elfseitige Erzählung sei das nicht gelungen. Feßmann fand den Ansatz gut, aber die Ausführung zu schematisch. Keller sucht wieder in Erzähltraditionen herum, bis sie was passendes gefunden hat: Hotel Savoy von Joseph Roth und Die Ratten von Gerhard Hauptmann. Sie sagt dann auch noch was wertendes, nämlich daß der Versuch ganz interessant sei, sie aber noch ein wenig gekürzt hätte. Mangold wird da schon deutlicher: Es handele sich um ehrbare Trivialliteratur mit dem Klischee vom gesellschaftlichen Pluralismus. Es wird suggeriert, die volle Breite zu abzubilden, aber man bekomme nur Abziehbilder mit diesem ganzen Romanischen Vitalismus, das sei ein Kuriositätenkabinett und sehr an der Grenze. Für Jandl ist das eine literarische Kammeroper und nicht putzig und lieblich, und Fleischanderl lobt die Idee, kritisiert aber, daß die Figuren mit spöttischem, ironischen Tonfall überzogen werden. Zum Schluß fordert Jandl Mangold auf, nicht so abgebrüht zu sein, er habe ja auch schon mit dem Ohr an der Wand , was Mangold zugeben muß. (Aber im Grunde hat der Mangold ja recht. Man kriegt einen Text auch gefüllt, indem man ewig Opernlibretti vorliest, was ja ganz toll klingen mag, aber nicht sachdienlich ist und der Sache etwas arg schmonzettenhaftes verleiht, wenn man das nicht noch irgendwie dramatisiert und zwar so, daß es wirklich weh tut.) ![]() Pause. Und damit wieder Diskussionen über Google und deren Welteroberungspläne mittels die totale Bibliothek (Wannenmacher). Wie kann man so etwas laut aussprechen, ohne daß sich sofort völlig absurde Filme vor dem inneren Auge abspielen? Diese Person ist ein einziger Sprachunfall, warum läßt man die auf die Öffentlichkeit los? Oder ist das eine perfide Art von Ironie? Und wenn die jetzt noch einmal Open Access wie Open Exzess aussprechen, schreie ich und werfe mit Tortellini um mich. Walter Benjamin guckt auch schon ganz verstimmt. Jens Petersen trifft nun auf unser aller gut gefüllte Mägen, und ich bekomme von der Lesung nicht viel mit, weil ich mit dem Stream kämpfe. Irgendwas ruckelt und hängt sich dauernd auf. Was ich höre von diesem letzten Kapitel eines Romans ist eher oje: Ein Mann pflegt seine Frau, und am Ende erschießt er sie. Der Autor ist Arzt und liest sehr langweilig. Das ist so seltsam pseudoromantisch, das will so anrührend sein, das will wehtun, und weil es so sehr will, will ich nicht mehr. Auch Feßmann will nicht recht und diagnostiziert Kolportageelemente und Prärieromantik. (An dieser Stelle will der Stream wenigstens wieder, das heißt, der Rest der Diskussion ist einigermaßen lückenlos dokumentiert.) Jandl führt aus, wie der verhungerte Wolf im Bachbett liegt und meint, viel mehr Todessymbolik hätte da nicht mehr hineingepaßt. Ich muß sofort an diesen Stich denken: ![]() Ja, darüber hat sich der gute Hogarth schon Anno 1764 lustiggemacht, und ich kichere nun stillvergnügt in mich hinein. Für den Text bin ich jetzt aber endgültig verloren. Die Jury ist da allerdings ganz anderer Meinung. Sulzer ist von dem Text restlos begeistert, und auch Fleischanderl lobt, der sei den Gefahren gut entgangen (komisch, sonst heißt es dann immer: Dieser Text wagt nichts!) und sei plastisch und sinnlich erfahrbar. Mangold hat den Text nicht ganz verstanden, aber die Bedeutung, die er unverstandenerweise zwischen den Zeilen vermutet, gefällt ihm gut, vor allem diese irgendwie apokalyptische Landschaft, die über die übliche Individualbedrohung hinausgeht. Spinnen läuft es kalt den Rücken runter. Jandl schwankt noch in seinem Urteil zwischen Kitsch und Künstlichkeit. Keller schließt sich der Ambivalenz an und spürt eine unangenehe Art der Beklommenheit. Alle haben keine Ahnung, meint nun die Frau Stadler, und fragt in die Runde: Haben Sie schon einmal einen geliebten Menschen zum Tod begleitet? (Frau Clarissa Stadler! Jetzt werde ich aber gleich pampig. Kaum ist die Feßmann wieder ein bißchen auf Spur, schon reißen Sie nach unten aus, daß man sich geradezu schämen muß. Wenn ich mal eben behilflich sein darf: Es geht um Literaturkritik, nicht um Leidenserfahrungen oder Pflegekompetenz. Es geht um einen Text. Die Leute in dem Text sind gar keine richtigen Leute, das sind nur Leute in dem Herrn Petersen seinem Kopf. Man kann Texte über Krankenpflege beurteilen, ohne je Kranke gepflegt zu haben. Man kann Texte über rosa Riesenkaninchen beurteilen, ohne ein rosa Riesenkaninchen zu sein. Doch, das geht.) Frau Keller spürt die göttliche Besoffenheit eines auktorialen Erzählers am Werk, was ich jetzt nicht weiter hinterfragen will. Frau Feßmann will wissen, was die Figur da eigentlich für eine Krankheit hat. Und Frau Stadler moderiert ab, daß das ja nun ein ziemlich einheitliches Stimmungsbild war, woraufhin Burkhard Spinnen zu Recht ein bißchen der Kragen platzt, davon könne ja wohl keine Rede sein: Das ist nicht die Struktur dieses Wettbewerbs. Es steht so wie es steht, und wir müssen darüber schlafen. Clarissa ist jetzt ein bißchen eingeschnappt, will mir scheinen. Die hat auf diesem Posten jedenfalls keine Zukunft. Doch genug der Tiefschläge, kommen wir zu Andreas Schäfer einem Journalisten aus Berlin, der mir aufgrund des eher nichtssagenden Autorenportraits nicht sonderlich sympathisch war, dessen Text "Auszeit" ich aber dann doch gern zuhöre. Es geht hier um einen Piloten, der den Verlust seines Sohnes auszuhalten hat, der, wie man später erfährt, umgebracht wurde. Wie, das wird nicht erklärt, oder zumindest in einem späteren Kapitel. Der Pilot neigt daraufhin zu Alkohol und psychischer Labilität und nimmt besagte Auszeit. Der Text ist recht unspektakulär erzählt, mit genau der Distanz, die die Hauptfigur immer wieder einfordert und die niemand in seinem Arbeitsumfeld zu gewähren imstande ist. Ein bißchen zuviel wird mir erklärt, ich habe schon grob kapiert, wie dieser Mann sich fühlt, ich bekomme ja beschrieben, wie er sich verhält, ich muß nicht auch noch ständig auserzählt bekommen, was er denkt. Aber trotz dieser Redundanzen ein interessanter Text über, und das ist neu hier: Einen Menschen, seine ziemlich konkreten Probleme (nicht nur so Leiden an der Welt) und sein soziales Umfeld, Familie und Arbeitskollegen. Soweit ich das beurteilen kann, hat der Autor auch gut recherchiert, was den Frankfurter Flughafen angeht (das ist ja nicht selbstverständlich). Nach all den Laborversuchen unter klinischen Bedingungen eine willkommene Abwechslung. Frau Keller erfreut mich mit ihrer Einschätzung, das sei ein starker, zeitgenössischer, unspektakulärer Text. Fleischanderl findet den Text pannenfrei, aber auch spannungsfrei, vor allem sprachlich. Das erinnere sie an das Kleine Fernsehspiel und berühre sie nicht. Feßmann findet den Text gut erzählt in jedem Detail, der Tod sei eher nur Nebenauslöser im Gegensatz zu Petersens Text, vor allem sei das hier ein Männerportrait. Auch Sulzer ist angetan, hier habe jemand einen Beruf, der geschildert wird, und der sei nicht zufällig gewählt. Die klare, präzise Sprache sei nicht um Originalität bemüht. Jawoll! Ich und Herr Sulzer einig, daß ich das noch erleben darf. Herr Spinnen holt wieder ein bißchen aus: Das sei diese Frage nach den literarischen Regeln, die eben nicht allgemeinverbindlich seien (nicht?). Und die Frage, ob der Text eine Geschichte erzählt oder ob die Sprache Bestandteil der Geschichte sei. Er könne das gerade schwer beurteilen, weil die Sprache sich so zurückhalte, aber zumindest psychologisch sei das alles glaubwürdig. Jandl stimmt Spinnen zu, der Text erzähle eine Geschichte, aber eben nicht viel mehr. Da sei Petersens Text mutiger und mit mehr Tiefe. (Also, das mit dem Mut finde ich ja irgendwie invers. In Klagenfurt geht gerade das, was sprachlich offensichlich was tut, und daher ist es eigentlich gerade mutig, mit einem Text anzutreten, der sich auf diesem Feld stark zurückhält. Ich finde "Auszeit" da ganz und gar nicht langweilig, aber wenn es halt überall stimmt, dann stellt man wenig in Frage, dann fällt es nicht so auf. Sprache fällt oft vor allem da auf, wo sie nicht stimmt, und wo sie nicht so natürlich fließt, weil es eine Mordsanstrengung gekostet hat, sie zurechtzubiegen.) Mangold findet die Geschichte sorgfältig gearbeitet, und sie erfülle ihr eigenes Programm, aber hätte sie sich nicht mehr vornehmen können? fragt er. Er hätte gern noch etwas wildes gehabt, woraufhin Sulzer auf kleine, spektakuläre Momente verweist, die einem leicht entgehen. Und mit dieser wunderbar typischen Klagenfurt-Diskussion schließe ich den zweiten Tag. Morgen harren noch einmal vier Kandidaten meiner Aufmerksamkeit. Hoffentlich wackelt der Stream nicht, dann werde ich wieder lückenlos protokollieren. ... comment
eriktheodor,
Freitag, 26. Juni 2009, 11:23
Servus.
Immerhin hat die Jury rumgestänkert. Und das wirft die Frage auf, ob es so eine gute Idee war, Linda Stift da mitten rein zusetzen, wenn Mundwinkel töten könnten! ... link ... comment
Irene,
Freitag, 26. Juni 2009, 13:31
Argh! Ich muss Ihnen jetzt mal in die Comments labern, weil ich diesem blassen Arzt nicht zuhören kann. Erst dieses Video mit den Statussymbolen inklusive Patienten und bedeutungsschwangerem Haus, und dann dieser monotone Tonfall... Was für eine narzißtische Show!
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cada,
Freitag, 26. Juni 2009, 13:54
hmpf
Hallo,
einmal ein grosses Lob an diesen(s?) Deinen wunderbaren blog. Er kommt meiner Vorstellung von reinem Vergnuegen ganz nah. Ich hoere Dir gern beim Denken und Sortieren zu! Und rasch meine Zustimmung zu Irene, ich finde den blassen aerztlichen Schrifststeller mit dem blassen Namen (auch wenn er fuer letzteres nichts kann, fuers Schreiben schon) ebenfalls grauenhaft. "Sinnlich erfahrbar" hoer ich in der Jury; ich fand's grauenhaft. Ich mag keine Geschichten, in denen Maenner Frauen beim Sterben helfen. Und darueber sinnieren. Aber alle sind anscheinend begeistert! Bin schon mal neugierig auf Deine Einschaetzung, Andrea. Liebe Gruesse aus England ... link
eriktheodor,
Freitag, 26. Juni 2009, 14:34
Der direkte Stream geht:
mms://proxitv12.speednet.at/onktn1 Sollte es Probleme geben, hilft evtl. Perian und/oder Flip4Mac. (http://www.macupdate.com/info.php/id/22923/perian und www.macupdate.com) ... link
andreaffm,
Freitag, 26. Juni 2009, 14:51
cada, irene, der war einigermaßen fürchterlich, der Arzt. Ich fand den Text von Schäfer um Längen besser, aber leider nicht die Jury. (Nichts wagen is the new Wagnis.)
Eriktheodor, ich hatte auf dem alten MacBook Flip4Mac, das neue ist noch nicht so ganz komplett installiert. Jetzt weiß ich, was ich bis morgen machen muß. Aber das Zattoo hat sich in der Diskussion von allein wieder berappelt, insofern nachher vollständige Berichterstattung. ... link
eriktheodor,
Freitag, 26. Juni 2009, 16:53
Was war eigtl. bei dem Physiker die Pointe?
Ich hab' nur den Anfang mitgekriegt aber hinterher maulte Sulzer rum, dass da Photonen, die er nicht verstehe, vorkommen und der Physiker erklärte betroffen, dass Schall wie Licht in Teilchen vorkäme. Hatte jetzt aber nicht den Eindruck, dass der Physiker seinen Job des Schreibens wegen aufgeben sollte. Was wohl auch für den Arzt gilt, wenn ich mal nach dem Interview gehe, das er hinterher gegeben hat. Der Physiker hat doch noch einen Job als solcher, oder? Schäfer hab' ich dummerweise verpaßt, aber nicht die Jury. Ich nahm an, die waren einfach nur müde und der Text nicht ausversehen einer der besseren. Ich plädiere immer noch für spontane Gewaltausbrüche seitens Frau Fleischanderl, obwohl der Spinnen heute ein paar schöne Dinger rausgehauen hat. ... link
Irene,
Freitag, 26. Juni 2009, 17:03
Was war eigtl. bei dem Physiker die Pointe?
Ich hab' nur den Anfang mitgekriegt aber hinterher maulte Sulzer rum, dass da Photonen, die er nicht verstehe, vorkommen Die Geschichte ist aus der Perspektive eines Photons oder Phonons (?) erzählt, was erst am Ende aufgelöst wird, weswegen man den Text anscheinend zweimal lesen muss. ... link
eriktheodor,
Freitag, 26. Juni 2009, 17:19
Ahso, besten Dank. Da der Sulzer sich so empört hat, werd' ich dem Text wohl noch die zwei Chancen einräumen. Aber echt mal, aus der Perspektive von Photonen, das hat nicht mal Star Trek (mit good old Picard) gebracht. Und die hatten Torpedos mit dem Zeug.
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remington,
Freitag, 26. Juni 2009, 18:23
Also, ich möchte mal wissen, wann sich das eingebürgert hat, Betrachtungen aus der Sicht lebloser Dinge zu verfassen. Als Kind hab ich mal einen Aufsatz über einen Ziegelstein verfasst, der Dresdens Vernichtung übersteht, von Trümmerfrauen geputzt wird und anschließend in der Wand einer Schule steckt...Wurde preisgekrönt, das Machwerk. Ich musste nur die logische Erklärung, warum die Klamotte die Schüler sehen konnte (abbröckelnder Putz) nachbessern. Dass ein Ziegel keine Augen hat, schien niemanden zu stören.
Heute könnt ich mich in den Hintern beißen ob dieser sozialistischen Hudelei, aber man lernt bekanntlich nie aus. Schöne Kommentare hier übrigens. Das es ein Klasse-Blog ist, hab ich ja schon mal irgendwo geschrieben... Alles Gute weiterhin und Dankeschön. R. ... link
andreaffm,
Freitag, 26. Juni 2009, 18:30
Remington, wenn man einem Ziegelstein schon ein Bewußtsein andichtet, mit dem es Trümmerfrauen spüren und korrekt benennen kann, dann sind die Augen schon nicht mehr so weit hergeholt. Der Rest ist Freiheit des Künstlers. Aber natürlich geht das nur, wenn sich daraus eine bestimmte Sprache zwingend ergibt! Das haben wir heute ja gelernt.
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quisquilia,
Freitag, 26. Juni 2009, 21:51
Die Diskussion im Garten in der Pause war ja schon arg quälerisch. Erst der endlose Einspieler über RIAA-Alarmismus respektive die Misere der Musikindustrie (nicht notwendigerweise aber der Künstler, siehe Annie Lennox' trefflich bedeutungsschwangeres "Dark Road") und die Digitalisierung der Musik, und dann wurde in einer kuriosen Gleichsetzung (Egalität der Medien?) das Lied angestimmt vom Aus des Buches und dem Schwarzen Reiter am Horizont (sprich Googles Bibliotheksprojekt). Wobei die Googlianer sich wohl eher als Weißen Ritter ansehen wollen. Leider haben die Moderatoren es nicht geschafft, die disparaten Diskussionsfäden stimmig und mit irgendeinem Erkenntnisgewinn zusammenzuknüpfen. Deshalb bin ich dann essen gegangen. Der Exitus des Buchs hat ja noch Zeit... bis zum Google-Settlement.
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eriktheodor,
Samstag, 27. Juni 2009, 10:11
Servus. Falls der Stream heute abkacken sollte, obige URL (mms://proxitv12.speednet.at/onktn1) wird vom VLC (http://www.videolan.org/) heute anstandslos gefressen (cmd + N und dann einfach die URL pasten und ab dafür). Läuft stabiler als Zattoo, und via Browser, da gabs einen Fehler.
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seit 2982 Tagen sitz ich hierletzte Bestellung: 2010.02.09, 22:43 Suche und finde
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