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Das ist jetzt auch schon wieder drei Wochen her, und fast hätte ich es vergessen, weil das eine recht vollgeplante Woche war mit Weblog-Seminaren am Wochenende, einem Besuch bei Medienwissenschaftern, einem Sofagast und einem anschließenden Kurzbesuch in München mit Autokauf und Überführung. Ach ja, gearbeitet hab ich auch noch.

Irgendwie dazwischen habe ich das mit dem ZDF geklemmt, das dann aber doch viel mehr Zeit in Anspruch nahm als ich dachte. Man wollte erst im Museum in der Tagebuchausstellung drehen, danach wollte man noch zu mir nach Haus, wobei das aber den Anfang des Beitrags bilden soll. Man hat mir strengstens untersagt, aufzuräumen, das hab ich dann aber doch, weil ich das normalerweise tue, wenn ich Gäste erwarte. Zumindest diese grauen Staubwürste unterm Schreibtisch hab ich weggesaugt.



Im Museum mußten Besucher verpflichtet werden, im Hintergrund herumzustehen. Weil das nicht reichte, wurde auch die Besatzung des Museumscafés verpflichtet und wer sonst noch gerade abkömmlich war. Einige saßen nur herum, andere hatten einer genauen Choreographie zu folgen, darunter ich. Gehn Sie mal hier, gucken Sie mal da, bißchen zügiger, das machen wir nochmal. Also so, wie gedreht wird, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, und ein Script da ist und ein Techniker und ein Kameramann und nicht bloß ein VJ. Das Konzept hatte die Aufnahmeleiterin, die sagte, was sie wollte, und der Rest versuchte das dann möglich zu machen.

Vier Stunden lang bin ich herumgeschlichen, von A nach B gelaufen, habe nicht in die Kamera geguckt, die Haare weggeräumt, interessiert in Vitrinen gestarrt und neben den körperlichen auch inhaltliche Beiträge geleistet. Meine Kleiderwahl stieß beim Drehteam auf Gegenliebe, die Farbgestaltung der Ausstellung weniger. Ja, wenn das ein frühlingshaftes Grün wäre, aber so.

Danach ging es noch nach Griesheim in mein frisch staubgesaugtes Zimmer ohne Dreckwürste (und in frühlingshaftem Grün). Meine Schreibtischecke darf ja mittlerweile als bestens dokumentiert gelten, insofern habe ich kein Problem damit, wenn Leute diesen Teil meiner Wohnung kennen. Also was heißt Leute: Die breite Öffentlichkeit. Die Medien.

Wir brauchen Scheinwerfer, beschloß das Drehteam, ein paar Kleinmöbel wurden beiseite gerückt und wuchtiges Elektrozeugs an deren Stelle plaziert. Dann noch ein Mikro hinter meiner Tastatur versteckt, damit man es klappern hört. Ich soll etwas schreiben, und so produzierte ich wieder einen dieser selbstreferenziellen Textbrocken, die immer entstehen, wenn die Tätigkeit des Schreibens adäquat ins Bild gesetzt werden soll, und die sofort gelöscht werden, weil man so einen Blödsinn ja nicht ernsthaft ins Blog schreiben kann.



Das alles hätte ich in der Tat fast vergessen vor lauter Hektik und Autokauf und vielen aufregenden Dingen, die sich in der Zwischenzeit ereignet haben. Aber heute kam eine Mail, daß die Sendung am Sonntag ausgestrahlt wird. Ich muß arbeiten, da kann ich mir das in der Früh auch anschauen. Alle Lang- und Ausschläfer sowie Fernsehlose seien auf die ZDF-Mediathek verwiesen, wo die Aufzeichnung ab Montag im Netz bereitsteht.

[edit: Es gibt schonmal einen Beitrag mit Buchstaben und Bildern]

[edit2: Und hier ist der Filmbeitrag online anschaubar.]

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Vow. Da muss ich ja am Sonntag tatsächlich früh aufstehen!

Gratuliere!

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Oder im Netz. Das find ich ja sehr angenehm, daß man da nicht diesen Zeitplan-Terror hat.

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Fein, Andrea im TV. Soll ich es auf DVD brennen?

Wenn ich lese wie aufwändig das war, würdest Du das nochmal machen. Als ich das so las, dachte ich mir nämlich, dass man sich das dreimal überlegen sollte, ob man ja sagen soll, wenn Fernsehen was von einem will.

Marc

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Wenn Du technisch dazu in der Lage bist, wär das natürlich fein. So fürs Archiv.

Aber meine bisherigen Drehs waren alle unspektakulärer. Da hab ich eine Nische erwischt, wo noch ein bißchen Geld da ist, das ordentlich zu machen. Und ordentlich dauert halt.

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Oh, das ist interessant. Ich frage mich, ob diese Medienpräsenz Dich irgendwann zum TV-Kauf übereinstimmen kann? ;-)

Gut, es gibt ja immernoch Online-Mediatek...

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Da werde ich mir den Wecker stellen müssen. Übrigens schreibe ich kein Tagebuch in meinem Blog. Deshalb dauert es auch immer wieder so lang, bis mir etwas einfällt.

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merzmensch: Es gibt hier ja einen Fernseher. Zum DVD-gucken. Es gibt auch ein Kabel. Zum Radiohören. Aber das Kabel an den Fernseher anzuschließen, auf die Idee käme ich gar nicht. Da reicht mir wirklich das Macbook, das macht seine Sache ganz hervorragend – die drei Mal im Jahr.

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Da muss man gucken, wenn das Zett-dee-eff der Blog-Referenz seine Reverenz erweist. Zu meiner Überraschung gönnte das Fernsehen der "absolut privaten" Ausstellung dann kaum fünf Minuten Öffentlichkeit, lieblos eingezwängt zwischen verstromter Gülle und chaldäischen Christen. Okay, wir wissen jetzt, wie sich Erinnerungen auf Holz, Computer und Zigarettenpapier konservieren lassen und fragen uns, was Bloggen vom Tagebuchführen unterscheidet. Doch was die Autorin umtreibt, wie sie in Fahrt gerät und mit welcher Raffinesse sie ihren Erlebnissen eine losgelöste Wirklichkeit verleiht, fängt keine noch so plakative Bild-Dramaturgie ein. TV is action, Betriebsamkeit. Tagebuchdeckel hier, Frau Diener dort, Taschenuhr von vorn, Teppichblog von oben, mal schwarzweiss, mal in Farbe. Was uns die Autorin zu sagen genötigt wird, auch ihr Biotop, wird aufs Dekorative reduziert. Also, nehmt euch wirklich Zeit. Und lest! ,-)

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Nunja, für einen Ausflugstip war das doch recht umfangreich, oder nicht?

Alles darüber hinaus wäre eine eigene Dokumentation, und dafür hat das Fernsehen ja kaum noch Zeit, weil es schnipselig zugehen muß. Das ist aber nicht das Problem dieser speziellen Sendung, sondern des momentan grassierenden Fernsehverständnisses überhaupt. Weshalb ich ja auch keinen Fernseher besitze und mich das nicht interessiert. Das nehme ich dann gar nicht mehr als mein Problem wahr.

(Die Fragen, die Sie umtreiben, lieber Herr Greenland, beantworte ich gern in meiner Frankfurter Bloggerpoetikvorlesung, falls ich jemals eingeladen werden sollte. ;)

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Bin extra früh aufgestanden!
Vow! Die Nachbarin im Fernsehen. Super!

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Tja, hm: Super!
Aber ich bin ja froh, daß das nicht so ein Beitrag aus der Reihe "Der Blogger, das unbekannte Wesen" war. Ich habe mich fast gar nicht wie ein exotisches Tierchen gefühlt, dessen ungewöhnliche Pläsierchen erforscht werden sollen.

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Das ist wohl eine der goldenen Regeln des Internets: Architekten und Designer haben grundsäzlich unbenutzbare Webseiten. Und Musiker. Aber über die Kleider hätte sich bestimmt auch die Herzkönigin gefreut. "And each of us could quickly lose his head... we're painting the... ...
[eriktheodor am 2009.07.04, 14:54]

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[andreaffm am 2009.07.04, 14:32]

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In Berlin wird gerade mal wieder die Modewoche hochgehypt, weil unser schönes Land ja eine Modemetropole braucht und nachdem das mit München und Düsseldorf nie richtig was wurde, versucht man es eben mit Berlin. Nun gut, vielleicht wird es ja... ...
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Ja, im Osten geht noch was, stimmt. Ist von mir aus gesehen leider etwas weit weg. Wenn das Mainufer gesperrt ist, so wie gestern, macht man einstündige Odysseen durch, um zur Weseler Werft zu gelangen. Da hätte man gern mal... ...
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