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mittagshitze
andreaffm, Mi, 21.Mai.2008, 22:19 ![]() Ich habe Venedig erlebt mir Wasser gleichzeitig von oben und unten. Ich habe regenlose Sommer in England erlebt, in denen das green and pleasant land gnadenlos versteppte, den heißesten schwedischen Sommer seit hundert Jahren und die kältesten kalabresischen Pfingsten ever. Man sollte meinen, ich sei an etwas übertriebene Wetterphänomene in meinen Urlauben allmählich gewöhnt. "Fahr doch mal in die Sahara", schlägt der Reisebegleiter vor. "Die werden gucken, wenn's anfängt zu schneien." Ich finde das nicht lustig. Außerdem droht der Reisebegleiter schon wieder, mich künftig auf Reisen nicht mehr zu begleiten, was äußerst schade wäre. Denn er ist sehr geduldig, sehr gebildet und sehr verfressen und damit die Idealbesetzung. Wenn ich also schuld bin an dem Desaster, daß sich da vor dem Fenster abspielt, dann tut es mir leid, ehrlich. Aber Mantua im Mai stellt man sich wirklich anders vor als tagelang Regen, Regen, Regen, dunkel dräuende Wolken am Horizont, die zusammen mit den Pappeln entlang verpfützter Wege frappierend an flämische Landschaftsmalerei erinnern, Zypressen, die sich im Wind biegen, tropfnasse Oleanderblüten, heulender Sturm vor mangelhaft isolierten Fenstern, der die Schwalben ins Trudeln bringt, die Gardinen zittern läßt und einem an der Balkontür die Knöchel eisig umweht, kurz: eine insgesamt unschöne Kälte, die Sehnsucht aufkommen läßt nach Kaminfeuer, plüschigen Sesseln und einer Kanne Tee. Immerhin letzeres läßt sich recht einfach bewerkstelligen. Für alles andere sind wir, fürchte ich, schlichtweg im falschen Land unterwegs. Alles in Italien ist auf Sonnenschein und Wärme ausgerichtet: Die kühlenden Bodenkacheln, die verhängten Fenster, die das Licht aussperren, die heizpilzfreien Straßencafés, in denen keine Decken bereitliegen. Die Vegetation, die Ernährung. Überall Rucola, nirgends Kohlrübeneintopf. ![]() So versammeln wir uns also rituell um die mitgebrachte britische Teekanne und freuen uns der Wärme, die sie spendet. Ich wickele mich in meine Strickjacke, lese ein gutes Buch und dann warten wir darauf, daß die Läden und Museen wieder öffnen. Die mittags drei Stunden lang geschlossen haben. Wegen der Mittagshitze, die dieses Land ja angeblich immer wieder heimsuchen soll. ... comment
kaltmamsell,
Sonntag, 25. Mai 2008, 15:33
Sieht wirklich alles nach einer Frühsommerverschiebung Richtung Nordsee aus: Ich hatte in Brighton Ihr italienisches Wetter. Habe es aber doppelt genossen und damit für Sie mit.
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merzmensch,
Montag, 26. Mai 2008, 15:57
Apropos Museeen: nichts mag ich mehr, als in einem Museum des Unwetters aufgehalten zu werden. Denn während hinter dem Fenster allermöglichsten heidnischen Götter wüten, drin ist es hell (oder auch dunkel), trocken, und die Gemälde auf den Wänden sehen authentischer aus, als, das, was sich im Viereck des Fensters abspielt.
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andreaffm,
Montag, 26. Mai 2008, 19:44
Wenn es Fenster gibt, aus denen man rausgucken kann, ja. Meistens sind die aber verhängt, dann hockt man da an so einem seltsamen, ortlosen Ort, und alles, was an das Unwetter erinnert, sind die feuchten Socken.
Im Palazzo Ducale hatte ich aber mehr Glück. Aus dem Fenster heraus entstand das oberste Bild. ... link ... comment |
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