IMPRESSUM                     AKTUELL                      SUCHST DU WAS?                       THEMEN                     





                                           







Die Nase aus der Tür stecken, aber da ist niemand, und die die da sind, gehen ihren üblichen Tätigkeiten nach. Ich habe anscheinend nichts verpaßt, nur zuviel erwartet, wie immer: ein Wort, ein Satz, eine Frage vielleicht. Tür wieder zu.

 link (4 comments)    comment






 link (2 comments)    comment






 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 link (one comment)    comment






Eben war da noch dieser fette, tranige Trübsalvogel, aber der ist jetzt weg, jetzt ist da ein alter Kater, hat ihn wohl gefressen, den Vogel, recht so. Aber ich bin wütend. Ich bin wütend auf diese ganze beschissene Menagerie, die mich permanent heimsucht, diese Viecher, die dauernd was von mir wollen, aber ich gebe nichts, ich füttere sie nicht und irgendwie ernähren sie sich trotzdem, wahrscheinlich von Staubmäusen, und werden nicht schwächer davon und sterben nicht an Unterernährung. Und wie zum Beweis faucht Wutkater und fährt seine Krallen aus, nimm deine Krallen von meinem Sessel verdammt!, das alte Miststück, als ob den jemals irgendwer gewollt hat, als ob ich ihn eingeladen habe, aber jetzt ist er da und krallt sich im Sessel fest. Wo ist der Nachbarhund, wenn man ihn mal braucht, der ist wenigstens still, nicht wie dieser Kater, der schon wieder unablässig redet, denn diese Viecher können keine drei Minuten die Klappe halten, es krächzt und maunzt und ich wüßte gern, ob nur ich sie verstehe, ob sie sich nur für mich so anhören, als sagten sie: Erwarte nichts, traue niemandem, hau doch mal in die Fresse, das befreit oder brüll mal ein bißchen rum, mit nett kommst du doch nicht weiter, das merkst du doch, du ewige zweite Wahl, kapier das doch endlich. Zick doch mal ein bißchen, das haste dir verdient, mach hier keinen auf Märtyrer sondern brüll brüll brüll. Aber ich brülle nicht und ich höre auf niemanden mehr, der mir auf der Schulter sitzt oder mir um die Beine streicht, ich höre auf niemanden, der lauter ist als meine eigene Stimme, die ich aber gerade nicht höre. Doch ich weiß natürlich was ich sage, auch wenn ich dauernd übertönt werde, ich sage: Darf ich bitte wieder ich selbst sein bitte.

 link (2 comments)    comment






Es ist egal, was der Vogel einem einflüstert und es ist egal, daß man in seinem dunklen Loch kauert und nickt und hart sein will und ein Exoskelett haben will, an dem alles abprallt, damit man nicht verletzt werden kann: Der Vogel hat nicht recht. Hör nicht auf den Vogel, sagt etwas in mir, das noch denken kann, wahrscheinlich ist es das, was auch noch schreiben kann, hör lieber auf das, was Menschen sagen, die dich kennen. Erinnerst du dich, vor ein paar Monaten, da war diese Mail, schau ruhig nach, was stand da, weißt du noch, denn wenn die Freunde abhanden kommen, ihre Mails bleiben dir und du kannst in ihnen blättern und nach Stellen suchen, die dir einmal geholfen haben und immer wieder helfen, nach Stellen wie dieser:

es gibt jedenfalls keinen grund, sich seine träume und sein inneres kind von arschlöchern zerstören zu lassen. träum also weiter, denn das macht wirklich einen schönen menschen aus Dir.

Vogel! Liest du das? Hast du das gehört? Willst du wirklich einen häßlichen Menschen aus mir machen, einen dieser unbewegbaren Lebenstaktiker, die alles und alle nach Vor- und Nachteil abschätzen und danach, was für sie dabei herauspringt? Ich will so nicht sein, auch wenn mir dann nichts mehr wehtut, auch wenn dann nichts mehr durchdringt, auch wenn man dann glaubt, zu den Gewinnern zu gehören, auch dann nicht. Dann bin ich eben kein Lebensgewinner, egal, dann bin ich halt ein Lebensverlierer, aber ich bin nicht häßlich geworden unterwegs, ich kann mich noch im Spiegel ansehen, ich bin nicht stumpf geworden und ich setze nicht auf Sicherheit und Dauerkomfort für ein rundrum flauschig abgefedertes Dasein. Ich falle auf die Fresse und tu mir weh dabei, und es hört nie auf und es schmerzt nie weniger, aber Vogel, ist Mißtrauen wirklich eine Haltung, mit der ich auf Dauer leben will? Das ist doch kein Lebenskonzept. Mißtrauen ist eine Zeitlang in Ordnung, um sich aus dem Gröbsten hinauszuschützen. Aber es gibt Fehler, aus denen darf man nicht lernen, hörst du, nie, sonst wird man hart und vernarbt und seelenalt. Man kann alle seine Gliedmaßen versichern lassen und seine Arbeitsfähigkeit, aber sein Gemüt, das kann man nicht versichern lassen, das liegt schutzlos herum und ab und zu tritt jemand drauf und dann muß man es gesundpflegen. Und, Vogel, ich antworte dir, was ich auch damals auf diese Mail geantwortet habe:

Kinderträume, ja, die sind wohl daran schuld, daß man immer wieder verletzt wird, weil niemand damit rechnet, daß man die hat und nicht ganz so abgebrüht ist wie der Rest da draußen.

Weil ja immer alle so tun, als hätten sie echt was verstanden, aber eigentlich hat niemand etwas verstanden, alle tappen wir im Dunkeln herum und haben keine Ahnung und haben unsere Vögel, über die wir nicht reden, weil wir Angst haben, daß wir entweder für verrückt gehalten werden oder man uns gezielt verletzt, nur keine Blöße geben, immer schön souverän und Vögel, was ist das denn, hab ich nicht, sowas. Dabei wissen wir alle ganz genau, was das ist, so ein Vogel, nur daß manche auf ihn hören, weil sie so große Angst haben und manche nicht, weil sie zwar auch Angst haben, aber nicht häßlich und gemütstot sein wollen.

 link (6 comments)    comment



Nächste Seite
                                        
seit 4181 Tagen sitz ich hier
letzte Bestellung: 23.05.13 14:35



Suche und finde





... antville home




...
Ich versuche gerade immer, mir vorzuhalten, dass das auch alles Opfer der Gesellschaft sind. Misstrauen kommt entweder von schlechten Erfahrungen oder von schlechter Sozialisierung und ersteres kann ich nachempfinden... Und dann noch dies hier, denn die jungen Menschen heute sind ja... ...
[Nella am 23.05.13 14:35]

...
Neulich blätterte ich in einem Büchlein, warum Frauen Depressionen bekommen? Die hatten natürlich alle ihre Macker, vor denen sie derart auf Knien unterwegs waren, dass sie sich selbst als erbärmlich empfanden. Aber wie verhalten sich solche Menschen, die angeblich "zu... ...
[chSchlesinger am 23.05.13 13:54]

chimäre
Es ist traurig, aber wahrscheinlich darf man Menschen nicht zu gut und zu freundlich und zu fair behandeln, weil man dann so völlig aus dem Konzept aller Erwartungen fällt, weil man kaum als echter Mensch wahrgenommen wird, weil das ja... ...
[andreaffm am 23.05.13 09:08]

...
Mein Kollege, der schon »You can say you to me« sehr witzig findet, hat ganz alleine ›grenzwertig‹ mit ›borderline value‹ übersetzt. Voll der Inside-Joke-Brüller bei uns uffe Arbeit. ...
[molosovsky am 22.05.13 21:33]

...
Und dann ausgerechnet in so einer Emoblogging-Phase ... ich kann auch anders! Echt! ...
[andreaffm am 22.05.13 21:26]

...
Dankeschön. Ich brauche das hier derzeit. Ganz egoistische Aktion! ...
[andreaffm am 22.05.13 21:25]

...
Ich habe tatsächlich kurz darüber nachgedacht. ...
[andreaffm am 22.05.13 21:23]

limit
Und man hält es aus und man hält es nicht aus und man hält es doch aus, weil man nie weiß, wo die Grenze ist, denn die setzt man ja selbst. Und schiebt sie herum, heute ist sie hier und... ...
[andreaffm am 22.05.13 21:23]

danke...
Vielleicht ist das hier der passende Eintrag, um vom schweigenden zum schreibenden Leser zu mutieren und danke dafür zu sagen, daß dieser blog wieder zum Leben erwacht ist. ...
[Al.B. am 21.05.13 08:45]

...
Kommt das Bild jetzt zu Abschreckungszwecken an das Dachfenster? ;-) ...
[Schnellinger am 18.05.13 03:09]



Mai 2013
MoDiMiDoFrSaSo
12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031
Januar



Made with Antville
powered by
Helma Object Publisher

ALVORADA POWERED


and made on a

XML version of this page
RSS gibts auch.